Rainer Taufertshöfer (öffentlich)
Rainer Taufertshöfer Heilpraktiker · freier Medizinjournalist · Forscher · Entwickler · Fachbuchautor Impressum & Anbieterkennzeichnung: www.forschungsseminare.de/impressum Datenschutz: www.forschungsseminare.de/datenschutz
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“Rainer Taufertshöfer
Heilpraktiker · freier Medizinjournalist · Forscher · Entwickler · Fachbuchautor
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| 20 July | +1 | |||
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| 18 July | 0 | |||
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| 16 July | +1 | |||
| 15 July | +6 | |||
| 14 July | +4 | |||
| 13 July | +12 | |||
| 12 July | +9 | |||
| 11 July | +3 | |||
| 10 July | +3 | |||
| 09 July | +3 | |||
| 08 July | +10 | |||
| 07 July | +1 | |||
| 06 July | +1 | |||
| 05 July | +2 | |||
| 04 July | 0 | |||
| 03 July | 0 | |||
| 02 July | +1 | |||
| 01 July | 0 |
| 2 | Blasenentzündung: Warum weder Antibiotika noch Bärentraube das Problem lösen
Es brennt. Es drückt. Wieder das gleiche Spiel.
Arztbesuch. Urinprobe. Antibiotikum. Drei Tage Tabletten. Ruhe. Für ein paar Wochen. Dann kommt es zurück.
Und jetzt der Teil, den niemand hören will:
Das Antibiotikum zerstört nicht nur den Erreger. Es zerstört das Mikrobiom. Es fördert Pilzüberwucherung. Es züchtet Resistenzen. Und es sorgt dafür, dass die nächste Blasenentzündung nur eine Frage der Zeit ist.
Gut, dann eben Naturheilkunde?
Bärentraube, Goldrute, D-Mannose, Homöopathie – alles hat seinen Wert. Alles kann unterstützen. Ohne Mikrobiomzerstörung, ohne Resistenzen.
Aber auch die Naturheilkunde operiert oft auf derselben Ebene wie die Schulmedizin: Bekämpfe den Erreger. Nur mit sanfteren Mitteln.
Die Frage nach dem Warum bleibt ungestellt.
Warum genau hier? Warum genau jetzt? Warum genau dieser Mensch?
Mein neuer Artikel auf forschungsseminare.de geht dorthin, wo weder Schulmedizin noch klassische Naturheilkunde noch konventionelle Psychosomatik hingehen:
Warum standardisierte Protokolle – ob schulmedizinisch oder naturheilkundlich – regelmäßig scheitern. Welche Variablen in der öffentlichen Diskussion systematisch ausgeblendet werden. Wo die eigentliche Störung beginnt – bevor sie sichtbar wird.
Und warum Information allein noch niemanden gesünder gemacht hat.
Wer verstehen will, warum die Blase kein Zufallsopfer ist – sondern ein Spiegel:
👇 Hier lesen:
https://forschungsseminare.de/2026/01/13/blasenentzuendung-ursachen-heilung/ | 1 102 |
| 3 | ES REICHT.
Viele glauben, wir würden gerade erleben, wie sich unser politisches System verändert.
Ich glaube das nicht.
Ich glaube, dass sich vor allem die Wahrnehmung vieler Menschen verändert.
Der Unterschied ist gewaltig.
Nicht das System wacht auf.
Die Bürger wachen auf.
Solange Vertrauen vorhanden ist, werden Machtstrukturen kaum hinterfragt. Entscheidungen werden akzeptiert. Eingriffe werden hingenommen. Versprechen werden geglaubt.
Erst wenn Vertrauen schwindet, richtet sich der Blick auf das Fundament.
Dann stellt sich plötzlich eine einfache Frage:
Wessen Auftrag erfüllen Volksvertreter eigentlich?
Den des Volkes?
Oder den ihrer Partei, ihrer eigenen politischen Logik?
Ein Volksvertreter hat keinen Herrschaftsauftrag.
Er hat einen Vertretungsauftrag.
Er ist dem Souverän verpflichtet.
Nicht umgekehrt.
Gerade deshalb ist es bemerkenswert, wenn auf wachsende Kritik nicht mit mehr Offenheit, mehr Rechenschaft und mehr persönlicher Verantwortung reagiert wird, sondern mit weiteren Grundrechtseingriffen, stärkerer Kontrolle, neuen Instrumenten staatlicher Überwachung und sogar mit Forderungen nach einem Verbot der nach aktuellen Umfragen inzwischen stimmenstärksten und demokratisch gewählten Partei Deutschlands.
Für mich ist das keine Antwort auf die eigentliche Krise.
Es ist ein Zeichen dafür, dass die politische Führung das Vertrauen eines wachsenden Teils der Bevölkerung verloren hat – und darauf mit mehr Kontrolle statt mit mehr Selbstkritik reagiert.
Während immer mehr Bürger politische Entscheidungen kritisch hinterfragen, wird zugleich wieder selbstverständlich über Kriegstüchtigkeit, Wehrpflicht und militärische Einsatzbereitschaft gesprochen.
Am Ende läuft alles auf dieselbe Frage hinaus:
Wer trägt die Folgen politischer Entscheidungen?
Nicht diejenigen, die sie treffen.
Sondern diejenigen, die mit ihnen leben müssen – als Steuerzahler, als Familien und im schlimmsten Fall als junge Menschen, die einen Krieg ausfechten müssten.
Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen Herrschaft und Vertretung.
Ein Herrschender erwartet Anpassung.
Ein Volksvertreter schuldet Rechenschaft.
Wer das Volk nicht mehr als Auftraggeber versteht, sondern als etwas, das gelenkt, überwacht und im Zweifel diszipliniert werden muss, hat den Kern seines politischen Auftrags aus den Augen verloren.
Nicht die Bürger haben vergessen, wem die Demokratie gehört.
Immer mehr Bürger erinnern sich gerade daran.
Und genau deshalb erleben wir diese Spannungen.
Nicht weil das Volk gefährlicher geworden wäre.
Sondern weil immer mehr Menschen beginnen, den Mächtigen dieselbe Frage zu stellen, die in einer Demokratie selbstverständlich sein sollte:
In wessen Auftrag handeln Sie eigentlich?
Euer Rainer Taufertshöfer | 2 315 |
| 4 | https://youtu.be/ip00XhF2rvE?si=VyLfYYvDwj3eYrcp | 1 338 |
| 5 | DIE EIGENTLICHE KRISE IST NICHT POLITISCH. SIE IST GEISTIG.
Seit Jahren diskutieren wir über Inflation.
Über Migration.
Über Energie.
Über Krieg.
Über Gesundheit.
Über Steuern.
Über Bürokratie.
Doch das alles sind Symptome.
Die eigentliche Krankheit liegt tiefer.
Eine Gesellschaft verliert ihre Orientierung, wenn sie ihren höchsten Maßstab verliert.
Wo Gott verschwindet, bleibt der Mensch allein mit sich selbst.
Dann entscheidet nicht mehr das Gewissen.
Sondern Macht.
Nicht mehr Wahrheit.
Sondern Mehrheiten.
Nicht mehr Demut.
Sondern Selbstüberschätzung.
Wir erleben heute Politiker, die über Millionen Menschen bestimmen wollen.
Über Familien.
Über Unternehmen.
Über Ärzte.
Über Bauern.
Über Soldaten.
Über Kinder.
Aber wer bestimmt noch über sie?
Vor wem fühlen sie sich verantwortlich?
Vor der Partei?
Vor den Umfragewerten?
Vor den Medien?
Oder noch vor Gott?
Gerade diejenigen, die sich auf christliche Traditionen berufen, müssten wissen:
Macht ist niemals ein Privileg.
Macht ist ein Auftrag.
Und jeder Auftrag endet mit Rechenschaft.
Nicht nur vor den Menschen.
Sondern vor Gott.
Eine Nation überlebt nicht durch ihren Wohlstand.
Nicht durch ihre Waffen.
Nicht durch ihre Gesetze.
Sie überlebt durch ihren moralischen Kompass.
Wenn dieser verloren geht, beginnt der Niedergang lange bevor die ersten Zahlen schlecht werden.
Deshalb brauchen wir nicht nur politische Reformen.
Wir brauchen eine geistige Erneuerung.
Denn ohne Gewissen wird Recht zu Willkür.
Ohne Demut wird Macht gefährlich.
Und ohne Gott verliert Freiheit ihren inneren Halt.
Die eigentliche Wende beginnt nicht im Parlament.
Sie beginnt im Herzen des Menschen.
Euer Rainer Taufertshöfer | 2 381 |
| 6 | ES REICHT!
Dieses Land wird von einer politischen Kaste verwaltet, die über alles entscheidet – aber für die Folgen ihrer Entscheidungen nicht persönlich einstehen will.
Über unser Geld.
Über unsere Freiheit.
Über unsere Energie.
Über unsere Gesundheit.
Über unsere Kinder.
Und inzwischen sogar über Krieg und Frieden.
Ein Handwerker haftet.
Ein Unternehmer haftet.
Ein Arzt haftet.
Ein Journalist haftet.
Jeder Bürger haftet.
Nur Politiker regieren im Haftungsvakuum.
Sie können Milliarden versenken, die Wirtschaft schwächen, die Energieversorgung verteuern, das Gesundheitswesen überlasten, das Bildungswesen verkommen lassen und das Vertrauen der Bevölkerung zerstören.
Danach kommt kein Schadenersatz.
Keine persönliche Konsequenz.
Nur der nächste Ausschuss, das nächste Interview, der nächste Posten.
JENS SPAHN STEHT EXEMPLARISCH DIESE KLASSE
👉🏻 https://www.nordkurier.de/politik/kloeckner-gratuliert-spahn-die-position-der-katholischen-kirche-ist-allerdings-eindeutig-4723939
Vorschriften für andere.
Moral für andere.
Einschränkungen für andere.
Verantwortung für andere.
Und für die eigene Bilanz?
Erklärungen.
Relativierungen.
Parteischutz.
Am Ende will niemand zuständig gewesen sein.
Genau so funktioniert dieses System: Macht nach oben, Verantwortung nach unten.
Und nun treiben dieselben Leute dieses Land immer tiefer in eine Kriegslogik.
Sie reden von Kriegstüchtigkeit, Aufrüstung und Eskalation.
Als wäre Krieg ein Planspiel.
Als wären Tote nur Zahlen.
Als würden immer nur die anderen zahlen.
Sie selbst werden nicht im Schützengraben liegen.
Ihre Kinder werden nicht verstümmelt zurückkehren.
Ihre Häuser werden nicht zerstört.
Sie führen Krieg mit fremdem Geld und fremdem Leben – vom sicheren Schreibtisch aus.
Große Teile der Bevölkerung wollen Frieden, Verhandlungen und Deeskalation.
Die Politik antwortet mit Waffen, Feindbildern und Durchhalteparolen.
Wer Frieden fordert, wird verdächtigt.
Wer vor Eskalation warnt, wird diffamiert.
So wird Krieg vorbereitet:
Nicht nur mit Waffen.
Sondern zuerst mit Sprache.
SEIT JAHREN FORDERE ICH POLITIKERHAFTUNG
Nicht symbolisch.
Nicht als neues Gesetzespapier ohne Wirkung.
Sondern real.
Wer vorsätzlich täuscht, grob pflichtwidrig handelt, Milliarden vernichtet oder politische Macht missbraucht, muss persönlich zur Verantwortung gezogen werden können.
Rechtsstaatlich.
Nach klaren Maßstäben.
Mit echten Konsequenzen.
Denn Macht ohne Haftung ist ein Freifahrtschein.
Verantwortung ohne Konsequenz ist wertlos.
Ein Amt darf kein Schutzschild sein.
Ein Mandat kein Persilschein.
Eine Partei kein Fluchthelfer.
ES REICHT
Es reicht mit Regeln für unten und Ausnahmen für oben.
Es reicht mit Milliardenverlusten ohne Verantwortliche.
Es reicht mit Kriegstreiberei aus gepanzerten Dienstwagen.
Es reicht mit Politikern, die Verantwortung predigen und Haftung vermeiden.
Jeder haftet.
Nur die Mächtigen nicht.
Genau das muss enden.
POLITIKERHAFTUNG. JETZT.
Euer Rainer Taufertshöfer | 1 610 |
| 7 | Die Corona-Zeit hat viele misstrauisch gemacht. Aber nicht automatisch urteilsfähig.
Wir haben gelernt, Behörden, Leitmedien, Pharmakonzerne und sogenannte Experten zu hinterfragen. Das war notwendig.
Doch kritisches Denken verliert seinen Wert, wenn es endet, sobald die Botschaft aus dem eigenen Lager kommt.
Genau das beobachte ich inzwischen auf beiden Seiten.
Die einen erklären alternative Verfahren grundsätzlich für wirkungslos.
Die anderen erklären einzelne Substanzen oder Verfahren zum universellen Schlüssel.
Beides folgt derselben Logik: vereinfachen, zuspitzen, Lager bilden.
Und genau dadurch geht das verloren, worauf es eigentlich ankommt.
Denn ich bin überzeugt: In vielen alternativen Ansätzen steckt reales wissenschaftliches und biologisches Potenzial. Vielleicht sogar deutlich mehr, als heute sichtbar ist.
Aber dieses Potenzial wird nicht dadurch erschlossen, dass man jedes Verfahren zur neuen Heilslehre erhebt.
Es wird ebenso wenig entdeckt, wenn man alles pauschal als Unsinn verwirft.
Es wird verschüttet.
Verschüttet unter Ideologien.
Verschüttet unter wirtschaftlichen Interessen.
Verschüttet unter Lagerdenken.
Und verschüttet unter Menschen, die längst aufgehört haben zu fragen.
Genau deshalb argumentiere ich bewusst außerhalb dieser Grabenkämpfe.
Mich interessiert weder das pharmanahe noch das alternativmedizinische Lager.
Mich interessiert, was biologisch plausibel ist, wo Chancen liegen, wo Grenzen liegen und warum manche Beobachtungen funktionieren könnten – oder eben nicht.
Genau diese Denkweise verbindet meine beiden neuen Artikel mit meinem Buch.
Nicht Zustimmung erzeugen.
Sondern Urteilskraft stärken.
Denn die Zukunft der Medizin entscheidet sich vermutlich nicht zwischen Schulmedizin und Alternativmedizin.
Sie entscheidet sich zwischen Dogmen und Erkenntnis.
Ivermectin und Fenbendazol bei Krebs – wenn zwei Lager dieselbe Denkfalle teilen
https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/ivermectin-fenbendazol-krebs-denkfalle
Ivermectin – große Zahlen, starke Behauptungen und die Frage, was tatsächlich bewiesen ist
https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/ivermectin-krebs-denkfalle
Chlordioxid – Potenzial und Grenzen
https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/buch-chlordioxid-potenzial-und-grenzen | 1 932 |
| 8 | 𝗘𝗶𝗻𝗴𝗲𝗸𝗮𝗽𝘀𝗲𝗹𝘁: 𝗗𝗲𝗿 𝗙𝗮𝗹𝗹 𝗪𝗲𝗶𝗺𝗲𝗿, 𝗮𝗰𝗵𝘁 𝗠𝗼𝗻𝗮𝘁𝗲 𝗱𝗮𝗻𝗮𝗰𝗵
Im November schrieb ich an dieser Stelle über den Staatsminister, dessen Verlagshaus Zugang zu Regierungsmitgliedern bewarb. Mont Blanc, 80.000 Euro. Matterhorn, 60.000. Einflussnahme auf politische Entscheidungsträger, schwarz auf weiß im Sponsorenmaterial.
Ich schrieb damals: Dieser Skandal ist kein Unglück, er ist eine Gelegenheit.
Acht Monate später liegt das Ergebnis vor. Es ist entlarvender als der Skandal selbst.
Wolfram Weimer ist heute noch im Amt.
Der Bundestag lehnte den Entlassungsantrag im Dezember ab, mit den Stimmen aller übrigen Fraktionen. Auch jene, die zuvor lautstark Aufklärung forderten, stimmten für den Verbleib. Aufklärung fordern und Konsequenzen verhindern: kein Widerspruch, sondern parlamentarische Arbeitsteilung.
Weimer erklärte im Dezember in der ARD, eine Aufarbeitung komme nicht infrage. Er habe alle Regeln eingehalten. Die Enthüllungen: eine Kampagne.
Und die viel zitierte Konsequenz, die er zog?
Er übergab seine Firmenanteile einem Treuhänder. Für die Dauer der Amtszeit. Auf Ausschüttungen will er verzichten, sagt er. Doch verkauft wurde nichts. Die andere Hälfte gehört seiner Frau, die das Unternehmen und den Gipfel weiterführt. Das Vermögen verlässt nicht einmal das Haus, es wechselt nur den Schreibtisch.
Aufschlussreich, was die anderen taten.
Söder zog seine Schirmherrschaft zurück, wörtlich: um kein Geschmäckle entstehen zu lassen. Danach sagten sämtliche CSU-Staatsminister ab, dann die CDU/CSU-Bundesminister. Sponsoren begannen zu prüfen.
Keiner dieser Rückzüge galt der Sache. Sie galten der eigenen Fassade. Geschützt wurde nicht die Institution, sondern das jeweilige Gesicht. Reputationshygiene statt Aufarbeitung.
Im April fand der Gipfel statt. Als Neustart verkauft.
Statt Merz, Söder und Klingbeil kam die zweite Reihe: Laschet, Kramp-Karrenbauer, ein Staatssekretär als einziger Vertreter der Bundesregierung. Die erste Garde blieb fern, nicht aus Einsicht, sondern aus Vorsicht.
Die Regeln für Interessenkonflikte von Regierungsmitgliedern? Unverändert. Die Lücken, die selbst LobbyControl präzise benannte? Offen wie zuvor.
Ich kenne diesen Vorgang aus einem anderen Feld: dem Körper.
Ein Organismus, der eine Entzündung nicht ausheilen kann, kapselt sie ein. Der Fremdkörper bleibt, das Gewebe wächst darum herum, an der Oberfläche wirkt alles ruhig.
Chronifizierung nennt man das. Der Preis: Das System lernt nichts mehr. Es verwaltet seine Herde.
Genau das haben wir beobachtet. Kein Rücktritt, keine Regeländerung, keine Aufarbeitung. Der Apparat hat den Skandal nicht bewältigt. Er hat ihn eingekapselt.
Ich schrieb im November: Demokratie als Kulisse, Macht als Ware, Bevölkerung als Störfaktor. Heute ergänze ich: Empörung als Ritual, Konsequenz als Simulation.
Corona hat gezeigt, wie dieser Apparat mit Kritik von außen umgeht. Der Fall Weimer zeigt, wie er mit sich selbst umgeht: nach demselben Muster. Aussitzen, umdeuten, weitermachen.
Die Frage ist längst nicht mehr, ob dieses System sich selbst korrigieren kann.
Die Frage ist, wie lange ein Organismus überlebt, der seine Entzündungen nur noch einkapselt, statt sie auszuheilen.
Euer Rainer Taufertshöfer
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| 9 | Schwarzkümmelöl – unterschätzt, missverstanden und weit entfernt vom „Wundermittel“-Hype
Schwarzkümmelöl gehört zu den Pflanzenstoffen, die seit Jahren durch die Naturheilkunde geistern, ohne dass die meisten wirklich wissen, warum diese Substanz überhaupt wirkt. Zwischen Wundermittel-Halleluja und völlig überzogenen Internetversprechen bleibt ein nüchterner Kern, der erstaunlich handfest ist.
Wer sich die Forschung anschaut – soweit sie existiert – findet ein klares Muster: Thymochinon, der entscheidende Wirkstoff des Schwarzkümmelöls, beeinflusst drei zentrale biologische Schaltstellen im Körper:
🔸 NF-κB – der Entzündungs-Generator. Wenn dieser Schalter aktiv wird, brennt es im Körper. Thymochinon dämpft ihn.
🔸 Zyklooxygenasen – die Enzyme, die auch Schmerzmittel wie Diclofenac bremsen. Schwarzkümmelöl beeinflusst denselben Weg, nur pflanzlich.
🔸 NRF2 – der zelluläre Feuerwehrmann. Aktiviert er sich, fährt die Zelle ihre antioxidativen Systeme hoch und schützt sich vor oxidativem Stress.
Das erklärt, warum viele Menschen von weniger Entzündung, leichterer Verdauung, besserer Haut oder abgemilderten Allergien berichten. Histaminfreisetzung kann gedämpft werden – und das spüren Allergiker oft sehr deutlich.
Spannend wird es beim Immunsystem und bei Prozessen, die im Labor mit Tumorgewebe beobachtet wurden. Dort zeigte Thymochinon zum Beispiel:
🔸 Aktivierung der Apoptose – Krebszellen schalten ihr eigenes Programm zum Absterben ein.
🔸 Anti-Angiogenese – Tumore können schlechter neue Blutgefäße bilden. Ohne Versorgung keine Expansion.
Das ist nicht „Heilung“, sondern ein Hinweis darauf, dass hier Mechanismen greifen, die man ernsthaft weiter erforschen müsste – statt das Thema lächelnd abzuwinken oder in die Wundermittel-Ecke zu stellen.
Die Kehrseite:
Die Studienlage ist dünn, viele Untersuchungen sind klein, manche widersprüchlich. Das liegt oft nicht an schlechter Forschung, sondern an der Natur der Pflanze selbst: Schwarzkümmel wächst in unterschiedlichen Regionen, Jahreszeiten und Böden. Der Wirkstoffgehalt schwankt – und damit die Wirkung. Pflanzenmedizin ist keine Tablette aus dem Reagenzglas.
Dazu kommt ein Punkt, den fast niemand erwähnt: Schwarzkümmelöl kann den Abbau bestimmter Medikamente verlangsamen. Wer also Pillen nachwirft, weil er glaubt, „die erste sei schon durch“, kann sich im ungünstigen Fall selbst schaden. Diese Wechselwirkung ist real und sollte ernst genommen werden.
Trotzdem: Wer ein Gespür für seinen Körper hat und weiß, was er tut, erkennt schnell, dass in diesem Öl weit mehr steckt als im Marketing-Sprech großer Nahrungsergänzungsfirmen. Es ist eine Pflanze mit intensiver Biochemie – weder harmlos noch mystisch, sondern stark, wenn man sie versteht.
Kontakt:
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| 14 | WERBUNG | Kooperation mit NatuGena
Wenn ein Komplex mehr ist als die Summe seiner Einzelstoffe
Viele Präparate setzen auf einen bekannten Hauptstoff. Das kann sinnvoll sein, wenn man bewusst ein Monopräparat sucht.
Ich arbeite jedoch grundsätzlich gerne mit durchdachten Komplexen. Nicht, weil möglichst viele Stoffe automatisch besser wären, sondern weil mich die innere Ordnung einer Rezeptur interessiert.
Bei MonoDiTox von NatuGena fällt genau das auf.
Pro Tagesdosis enthält das Produkt:
438 mg Mariendistel-Extrakt
davon 350 mg Silymarin
Dazu kommen unter anderem:
Artischocken-Extrakt
Löwenzahn-Extrakt
Brennnessel-Extrakt
Curcuma-Extrakt mit Curcuminoiden
MSM
R-Alpha-Liponsäure
SAMe
Cholin
Selen
Zink
Molybdän
bioaktive B-Vitamine
Für mich ist das kein gewöhnliches Mariendistelprodukt, sondern ein breit angelegter Pflanzen- und Mikronährstoff-Komplex mit klar deklarierter Tagesdosis.
Besonders interessant finde ich dabei die Kombination aus Pflanzenextrakten, Cholin, Spurenelementen und bioaktiven B-Vitaminen.
Cholin trägt zur Erhaltung einer normalen Leberfunktion und zu einem normalen Fettstoffwechsel bei.
Selen trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Molybdän trägt zu einer normalen Verstoffwechselung schwefelhaltiger Aminosäuren bei.
Vitamin B6, Vitamin B12, Niacin, Riboflavin und Pantothensäure tragen zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Genau solche Punkte sind für mich entscheidend.
Ich schaue nicht nur auf den Preis pro Dose.
Ich schaue auf die Tagesdosis.
Ich schaue auf die Deklaration.
Ich schaue auf die Rezeptur-Logik.
Unter diesem Blickwinkel empfinde ich das Preis-Leistungs-Verhältnis von MonoDiTox als sehr überzeugend.
Nicht, weil es das billigste Produkt ist.
Sondern weil der Komplex pro Tagesdosis Substanz hat.
Mit neuem Kundenkonto sparen:
Rabattcode 3727 verwenden.
Bestellmöglichkeit über meinen Partnerlink:
https://natugena.de/shop/MonoDiTox.aspx?r=3727
„Ich arbeite mit NatuGena zusammen, weil Transparenz, Rezepturqualität und nachvollziehbare Deklaration für mich entscheidend sind.“
Rainer Taufertshöfer
Rechtlich erforderliche Hinweise
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Mit der Nutzung meines Partnerlinks oder Rabattcodes erhalte ich eine Provision. Der Preis bleibt für Sie unverändert.
Hinweis:
Dieser Text enthält keine Aussagen zu Krankheiten, Diagnosen, Heilwirkungen oder therapeutischen Anwendungen und ersetzt keine individuelle Beratung.
Angaben zu persönlicher Nutzung oder fachlicher Einschätzung stellen keine Empfehlung oder Aufforderung zur Einnahme dar.
Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und keine gesunde Lebensweise.
Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.
MonoDiTox enthält EGCG aus Grüntee-Extrakt. Laut Hersteller sollte das Produkt nicht nüchtern und nicht am gleichen Tag mit anderen Grüntee-Erzeugnissen verzehrt werden.
Nicht geeignet für Schwangere, Stillende und Kinder unter 18 Jahren.
Bei Schwangerschaft, Stillzeit, Medikamenteneinnahme, insbesondere bei Blutverdünnern, bestehenden Erkrankungen oder Unsicherheiten bitte vorher fachkundig abklären. | 1 044 |
| 15 | 𝗠𝗼𝗻𝗶𝘁𝗼𝗿 𝗿𝗲𝗰𝗵𝗻𝗲𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁. 𝗠𝗼𝗻𝗶𝘁𝗼𝗿 𝗳ü𝗵𝗹𝘁.
𝗧𝗲𝗶𝗹 𝟮 𝘃𝗼𝗻 𝟮
Warum passiert das einer professionellen Redaktion? Die Erklärung ist unbequemer als jede Clique: Es braucht keine Absprache. Das Erklärformat über den Osten braucht den Westen als Normalfall, von dem der Osten abweicht. Die 53 Prozent zerstören diese Rollenverteilung: Auch im Westen will mehr als jeder Zweite die eine starke Partei, die Kontrollgruppe zeigt denselben Befund. Nimmt man das ernst, dreht sich die Kamera um, weg von den Marktplätzen in Sachsen-Anhalt, auf die Mehrheit des eigenen Publikums. Dann stünde die Frage im Raum, warum eine gesamtdeutsche Mehrheit für die starke Hand nie eine Geschichte war. Diese Frage hat keinen Sendeplatz, denn sie befragt den Absender. Also erklärt der Film Köpfe statt Verhältnisse, Wähler statt Strukturen, den Osten statt sich selbst. Das funktioniert ohne Täter, und genau deshalb funktioniert es so zuverlässig.
Bliebe der Einwand, das sei eben Fernsehen. Bei Privatsendern träfe er zu: Einseitigkeit kostet dort schlimmstenfalls Zuschauer. Monitor sendet unter anderen Bedingungen. Das Bundesverfassungsgericht hat die Beitragspflicht 2018 mit der Gegenleistung begründet: Orientierung durch ein Angebot, das Vielfalt sichert und professionellen Standards folgt. Objektivität, Unparteilichkeit und Ausgewogenheit stehen im Medienstaatsvertrag nicht als Zierde. Sie sind der einzige Grund, aus dem der Beitrag überhaupt erhoben werden darf.
Die vielbeschworene Staatsferne? Keine gewachsene Tugend, sondern eine gerichtlich erzwungene Auflage. 2014 musste Karlsruhe per Urteil anordnen, dass staatsnahe Vertreter in den Aufsichtsgremien höchstens ein Drittel stellen dürfen, weil es vorher mehr waren. Die Parteien, die die Staatsverträge aushandeln und in den Räten sitzen, konkurrieren mit der Partei, über die dieser Film urteilt. Man muss das nicht Kartell nennen und nicht Propaganda. Die Konstruktion genügt: Die Beaufsichtigten wählen die Aufseher mit, und die Aufseher konkurrieren mit dem Gegenstand der Sendung.
Dass das Publikum die Differenz zwischen Auftrag und Lieferung bemerkt, ist kein Verdacht, sondern vermessen. Die Vertrauenswerte sinken seit Jahren, vor den Verwaltungsgerichten begründen Bürger die Beitragsverweigerung mit fehlender Ausgewogenheit. Gewonnen haben sie nicht. Aufschlussreich ist, womit sie verlieren: Kein Urteil stellt fest, die Ausgewogenheit sei erwiesen. Die Gerichte sagen nur, der Einzelne dürfe sein Programmurteil nicht zum Maßstab seiner Zahlungspflicht machen. Bezahlt wird Ausgewogenheit, geliefert wird ein Urteil mit Bildern, und ein Film wie dieser erklärt sein davonlaufendes Publikum, statt sich zu fragen, warum es geht.
Die Pointe liefert der Beitrag frei Haus. Er wirft der AfD vor, Gefühle zu bewirtschaften statt Fakten zu liefern. Der Vorwurf trifft. Er trifft nur nicht allein die AfD. Achtzehn erklären keine zweiundvierzig. Dreiundfünfzig sind keine Fußnote. Ein Amtssiegel ist kein Beleg. Und wer wissen will, ob es 1995 sicherer war als heute, braucht keine Betroffenheit und keine Besorgnis, sondern eine Tabelle. Wer sie nicht aufschlägt, hat sein Urteil nicht erarbeitet. Er hat es mitgebracht.
Euer Rainer Taufertshöfer
Zum Monitor Beitrag:
https://youtu.be/eqqwrZfSO-4?si=ovlH6SyHL4xmOsgD
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| 16 | 𝗠𝗼𝗻𝗶𝘁𝗼𝗿 𝗿𝗲𝗰𝗵𝗻𝗲𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁. 𝗠𝗼𝗻𝗶𝘁𝗼𝗿 𝗳ü𝗵𝗹𝘁.
𝗧𝗲𝗶𝗹 𝟭 𝘃𝗼𝗻 𝟮
Fünfzehn Minuten Sendezeit, ein fertiges Urteil, keine einzige Rechnung. Das ARD-Magazin Monitor erklärt seinem Publikum, warum die AfD in Sachsen-Anhalt vor der Macht steht: DDR-Verklärung, Diktatursehnsucht, völkische Ideologie. Die Montage sitzt, die Zitate sind belegt, der Ton ist besorgt. Man muss der Redaktion nicht einmal widersprechen, um den Film zu zerlegen. Es genügt, ihre eigenen Einblendungen zu addieren.
Erste Einblendung: Die AfD liegt in Sachsen-Anhalt bei 42 Prozent. Zweite Einblendung: Der Aussage, unter bestimmten Umständen sei eine Diktatur die bessere Staatsform, stimmen 18 Prozent der Ostdeutschen zu, und in dieser Zahl stecken bereits alle, die nur teilweise zustimmen. Selbst wenn jeder einzelne Diktatur-Sympathisant AfD wählte, blieben weit über die Hälfte der AfD-Wähler durch die These des Films unerklärt. Die Kausalkette, die der Beitrag behauptet, tragen seine eigenen Daten nicht. Sie wird per Schnitt hergestellt: Simson-Treffen, O-Ton-Schnipsel, Umfragegrafik, Höcke. Das Auge schließt die Lücke, die das Argument offen lässt. Das ist keine Beweisführung, das ist Dramaturgie im Kostüm der Aufklärung.
Dann die Zahl, die den Film sprengen würde, wenn ihn jemand in der Redaktion gelesen hätte. Der Aussage, Deutschland brauche eine einzige starke Partei, die den Willen des Volkes verkörpert, stimmen 61 Prozent der Ostdeutschen zu. Im Westen: 53 Prozent. Ein Warnfilm über autoritäre Einstellungen findet die absolute Mehrheit dafür in beiden Landesteilen und macht daraus eine Ost-Geschichte mit acht Punkten Differenz. Der gesamtdeutsche Befund, die eigentliche Nachricht, wird im Nebensatz entsorgt. Die Kamera ist nach Osten festgeschraubt, egal was der Sucher zeigt. Der Osten wird behandelt wie ein Patient: Man spricht über ihn, nicht mit ihm.
Die dritte Stelle wäre so leicht zu vermeiden gewesen. Siegmunds Kernbehauptung, die neunziger Jahre seien sicherer gewesen als die Gegenwart, ist eine Statistikfrage. Die polizeiliche Kriminalstatistik liegt für das vereinigte Deutschland seit 1993 durchgehend vor, öffentlich, kostenlos, jedem Praktikanten zugänglich. Der Film schlägt sie nicht auf. Er erwähnt sie nicht einmal, um sie zu bestreiten. Stattdessen antwortet er auf eine empirische Behauptung mit einer Biografie, den realen und dokumentierten Gewalterfahrungen der Soziologin Katharina Warda. Eine Erinnerung gegen eine Erinnerung, Siegmunds schöne Kindheit gegen Wardas Baseballschlägerjahre. Beide Seiten tauschen Gefühle, wo Zahlen vorliegen. Nur eine Seite nennt das Journalismus und lässt sich dafür aus Gebühren bezahlen.
Die vierte Stelle ist keine Zahl, sondern ein Amt. Der Film stützt sein Urteil über die Partei auf deren Einstufung durch den Verfassungsschutz, vorgetragen im Ton der erledigten Frage. Verschwiegen wird die Konstruktion: Die Behörde untersteht dem Innenministerium, also der Landesregierung, also den Parteien, deren gefährlichster Konkurrent die eingestufte Partei ist. Man kann die Einstufung für begründet halten, darum geht es nicht. Ein Magazin, das vor Autoritätsgläubigkeit warnt, arbeitet selbst mit einem Autoritätsargument, dessen Autorität im Parteienwettbewerb Mitspieler ist, nicht Zuschauer. Der Schiedsrichter wird von einer der Mannschaften gestellt und pfeift gegen die andere. Journalismus hätte die Belege geprüft und vorgelegt. Monitor legt das Amtssiegel vor und nennt es Beweis. Über solche Einstufungen entscheiden am Ende Gerichte, nicht Redaktionen und nicht Ministerien.
Vier Stellen, ein Muster. Warum eine professionelle Redaktion so arbeitet, ohne dass sich jemand abspricht, folgt in Teil 2. | 1 546 |
| 17 | 𝗪𝗲𝗻𝗻 𝗱𝗮𝘀 𝗡𝗲𝗶𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝘇ä𝗵𝗹𝘁 (𝟮/𝟮)
Teil eins beschrieb das Verfahren, mit dem ein doppeltes Nein weggerechnet wurde. Hier geht es um die Sache selbst.
Und der erklärte Zweck? Er hält der ersten Nachfrage nicht stand. Steinhöfel verweist auf Berechnungen des Bundesdatenschutzbeauftragten, wonach die Trefferquote dieser Massenscans im praktisch nicht mehr messbaren Bereich liegt. Man durchleuchtet ganze Völker, um fast nichts zu finden. Ein Instrument, das sein offizielles Ziel derart vollständig verfehlt, aber eine Architektur der Totalüberwachung zurücklässt, hat seinen wahren Zweck damit selbst verraten. Der Kinderschutz ist hier kein Ziel, er ist der Dietrich, mit dem sich jede Grundrechtstür aufsperren lässt, weil niemand es wagt, dem Schlüsseldienst in den Arm zu fallen. Wer fragt, steht als Komplize da. Genau darauf ist das Argument gebaut. Es betäubt die Kritik, bevor sie den Mund aufmacht.
Worum es tatsächlich geht, spricht Steinhöfel ebenfalls aus, und es ist der eigentliche Kern: Die Machteliten ertragen keinen Kommunikationsraum, den sie nicht beherrschen. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk sitzen sie bequem in den Aufsichtsgremien. Im freien Netz aber stehen sie vor Kanälen mit Reichweite, die ihre Politik sezieren, und kommen nicht heran. Also macht man aus dem freien Raum einen bewirtschafteten: scannen, einschüchtern, mit Strafe drohen, bis die Schere im Kopf den Rest besorgt.
Und all das in derselben Woche, in der der Europäische Gerichtshof entschieden hat, dass sich schon strafbar macht, wer als Privatperson auch nur ein einziges Video des Senders RT auf seiner Seite teilt. Ob der geteilte Inhalt wahr ist, spielt dabei keine Rolle, die bloße Herkunft genügt für die Strafbarkeit. Auf der einen Seite wird verboten, was hereinkommt. Auf der anderen wird mitgelesen, was hinausgeht. Zensur und Überwachung, dieselbe Zange, von zwei Seiten. Das ist kein Zufall zweier Behörden. Das ist ein Programm, und es hat ein Ziel: den Bürger, der den Mund hält.
Nehmen Sie sich die zwanzig Minuten und hören Sie genau hin, was Steinhöfel sagt: https://www.youtube.com/watch?v=MG6O3ef9EnM
Und dann tun Sie das Einzige, was diesen Apparat wirklich trifft: Reden Sie weiter. Schreiben Sie weiter. Lassen Sie sich die Sprache nicht dosieren. Ein Nein bleibt ein Nein, auch wenn Brüssel es nicht mehr zählen will, und je lauter es wird, desto weniger lässt es sich wegrechnen.
Euer Rainer Taufertshöfer | 5 100 |
| 18 | 𝗪𝗲𝗻𝗻 𝗱𝗮𝘀 𝗡𝗲𝗶𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝘇ä𝗵𝗹𝘁 (𝟭/𝟮)
Zu EU, Zensur und dem Marsch in die Kontrollgesellschaft ist auf diesem Kanal das Grundsätzliche gesagt. Wer hier liest, kennt die Richtung. Was am Donnerstag in Straßburg geschah, verlangt trotzdem ein Statement, denn es überschreitet eine Linie, die bisher wenigstens auf dem Papier galt: dass eine Mehrheit noch etwas entscheidet.
Das EU-Parlament hat die Chatkontrolle zweimal abgelehnt, zuletzt im März. Ein doppeltes Nein, demokratisch sauber, unmissverständlich. Die Machtapparate legten sie trotzdem ein drittes Mal vor. Mitten in der Urlaubszeit, am letzten Plenartag vor der Sommerpause, mit umgedrehten Spielregeln: Angenommen gilt die Vorlage nun, wenn nicht die absolute Mehrheit der Abgeordneten dagegenstimmt, mindestens 360 Stimmen. Wer im Urlaub sitzt, zählt faktisch als Ja. 314 sagten Nein, 276 sagten Ja. Das Nein hatte die Mehrheit. Durchgewunken wurde es trotzdem. Lesen Sie diesen Satz zweimal: Die Mehrheit stimmte dagegen, und es gilt als angenommen. Das ist kein Betriebsunfall. Das ist die Methode.
Man muss die EU nicht Diktatur nennen. Es genügt, ihr Verfahren zu beschreiben, und einem wird kalt. Ein Apparat, der so lange abstimmen lässt, bis das Ergebnis passt, und der die Zählweise umdreht, wenn die Mehrheit immer noch nicht spurt, glaubt nicht an Parlamente. Er hält sie sich als Kulisse, als demokratische Tapete vor der eigenen Machtausübung. Man wartet, bis die Kritiker im Zug nach Hause sitzen, und ruft ab, was zweimal gescheitert ist. Der Anwalt Joachim Steinhöfel nennt es im Gespräch mit Tichys Einblick beim Namen: ein schmutziger Verfahrenstrick im Dienst semitotalitärer Überwachungsvorstellungen. Ich finde das Wort nicht zu hart. Ich finde es die einzige ehrliche Beschreibung dessen, was hier passiert ist.
Freigegeben ist damit wieder das anlasslose Durchleuchten unverschlüsselter privater Kommunikation: Ihrer Mails, Ihrer Messenger, Ihrer Chats. Und das ist erst der Einstieg. Der Bruch der Verschlüsselung selbst liegt als Chatkontrolle 2.0 bereits auf dem Verhandlungstisch. Erst wird die Maschine gebaut, dann wird sie scharfgestellt, Schritt für Schritt, in einer Dosierung, die darauf setzt, dass der Bürger sich an jede Stufe gewöhnt, bevor die nächste kommt. Die Stasi musste noch jeden Brief einzeln über Wasserdampf halten und mühsam wieder zukleben. Brüssel lässt dieselbe Arbeit von den Konzernen erledigen, automatisiert, in Echtzeit, an Hunderten Millionen Menschen gleichzeitig. Ein Überwachungsapparat, von dem jede Diktatur der Geschichte nur geträumt hat, verkauft als Kinderschutz. Mitgelesen wird auch die Post zwischen Anwalt und Mandant. Auch die zwischen Journalist und Informant. Auch die zwischen Arzt und Patient. Eine Gesellschaft, die das Vertrauliche abschafft, schafft das Vertrauen gleich mit ab. Jeder, der je in einem Behandlungszimmer die Tür hinter sich geschlossen hat, weiß im Bauch, was das bedeutet.
Warum dieser Apparat ganze Völker durchleuchtet, obwohl er dabei so gut wie nichts findet, und was das mit dem RT-Urteil aus derselben Woche zu tun hat: im zweiten Teil. | 4 883 |
| 19 | 𝗪𝗲𝗻𝗻 𝗱𝗮𝘀 𝗡𝗲𝗶𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝘇ä𝗵𝗹𝘁 (𝟭/𝟮)
Zu EU, Zensur und dem Marsch in die Kontrollgesellschaft ist auf diesem Kanal das Grundsätzliche gesagt. Wer hier liest, kennt die Richtung. Was am Donnerstag in Straßburg geschah, verlangt trotzdem ein Statement, denn es überschreitet eine Linie, die bisher wenigstens auf dem Papier galt: dass eine Mehrheit noch etwas entscheidet.
Das EU-Parlament hat die Chatkontrolle zweimal abgelehnt, zuletzt im März. Ein doppeltes Nein, demokratisch sauber, unmissverständlich. Die Machtapparate legten sie trotzdem ein drittes Mal vor. Mitten in der Urlaubszeit, am letzten Plenartag vor der Sommerpause, mit umgedrehten Spielregeln: Angenommen gilt die Vorlage nun, wenn nicht die absolute Mehrheit der Abgeordneten dagegenstimmt, mindestens 360 Stimmen. Wer im Urlaub sitzt, zählt faktisch als Ja. 314 sagten Nein, 276 sagten Ja. Das Nein hatte die Mehrheit. Durchgewunken wurde es trotzdem. Lesen Sie diesen Satz zweimal: Die Mehrheit stimmte dagegen, und es gilt als angenommen. Das ist kein Betriebsunfall. Das ist die Methode.
Man muss die EU nicht Diktatur nennen. Es genügt, ihr Verfahren zu beschreiben, und einem wird kalt. Ein Apparat, der so lange abstimmen lässt, bis das Ergebnis passt, und der die Zählweise umdreht, wenn die Mehrheit immer noch nicht spurt, glaubt nicht an Parlamente. Er hält sie sich als Kulisse, als demokratische Tapete vor der eigenen Machtausübung. Man wartet, bis die Kritiker im Zug nach Hause sitzen, und ruft ab, was zweimal gescheitert ist. Der Anwalt Joachim Steinhöfel nennt es im Gespräch mit Tichys Einblick beim Namen: ein schmutziger Verfahrenstrick im Dienst semitotalitärer Überwachungsvorstellungen. Ich finde das Wort nicht zu hart. Ich finde es die einzige ehrliche Beschreibung dessen, was hier passiert ist.
Freigegeben ist damit wieder das anlasslose Durchleuchten unverschlüsselter privater Kommunikation: Ihrer Mails, Ihrer Messenger, Ihrer Chats. Und das ist erst der Einstieg. Der Bruch der Verschlüsselung selbst liegt als Chatkontrolle 2.0 bereits auf dem Verhandlungstisch. Erst wird die Maschine gebaut, dann wird sie scharfgestellt, Schritt für Schritt, in einer Dosierung, die darauf setzt, dass der Bürger sich an jede Stufe gewöhnt, bevor die nächste kommt. Die Stasi musste noch jeden Brief einzeln über Wasserdampf halten und mühsam wieder zukleben. Brüssel lässt dieselbe Arbeit von den Konzernen erledigen, automatisiert, in Echtzeit, an Hunderten Millionen Menschen gleichzeitig. Ein Überwachungsapparat, von dem jede Diktatur der Geschichte nur geträumt hat, verkauft als Kinderschutz. Mitgelesen wird auch die Post zwischen Anwalt und Mandant. Auch die zwischen Journalist und Informant. Auch die zwischen Arzt und Patient. Eine Gesellschaft, die das Vertrauliche abschafft, schafft das Vertrauen gleich mit ab. Jeder, der je in einem Behandlungszimmer die Tür hinter sich geschlossen hat, weiß im Bauch, was das bedeutet.
Warum dieser Apparat ganze Völker durchleuchtet, obwohl er dabei so gut wie nichts findet, und was das mit dem RT-Urteil aus derselben Woche zu tun hat: im zweiten Teil. | 1 |
| 20 | Wenn das Nein nicht mehr zählt
Zu EU, Zensur und dem Marsch in die Kontrollgesellschaft ist auf diesem Kanal das Grundsätzliche gesagt. Wer hier liest, kennt die EU-Richtung. Was am Donnerstag in Straßburg geschah, verlangt trotzdem ein Statement, denn es überschreitet eine Linie, die bisher wenigstens auf dem Papier galt: dass eine Mehrheit noch etwas entscheidet.
Das EU-Parlament hat die Chatkontrolle zweimal abgelehnt, zuletzt im März. Ein doppeltes Nein, demokratisch sauber, unmissverständlich. Die Machtapparate legten sie trotzdem ein drittes Mal vor. Mitten in der Urlaubszeit, am letzten Plenartag vor der Sommerpause, mit umgedrehten Spielregeln: Angenommen gilt die Vorlage nun, wenn nicht die absolute Mehrheit der Abgeordneten dagegenstimmt, mindestens 360 Stimmen. Wer im Urlaub sitzt, zählt faktisch als Ja. 314 sagten Nein, 276 sagten Ja. Das Nein hatte die Mehrheit. Durchgewunken wurde es trotzdem. Lesen Sie diesen Satz zweimal: Die Mehrheit stimmte dagegen, und es gilt als angenommen. Das ist kein Betriebsunfall. Das ist die Methode.
Man muss die EU nicht Diktatur nennen. Es genügt, ihr Verfahren zu beschreiben, und einem wird kalt. Ein Apparat, der so lange abstimmen lässt, bis das Ergebnis passt, und der die Zählweise umdreht, wenn die Mehrheit immer noch nicht spurt, glaubt nicht an Parlamente. Er hält sie sich als Kulisse, als demokratische Tapete vor der eigenen Machtausübung. Man wartet, bis die Kritiker im Zug nach Hause sitzen, und ruft ab, was zweimal gescheitert ist. Der Anwalt Joachim Steinhöfel nennt es im Gespräch mit Tichys Einblick beim Namen: ein schmutziger Verfahrenstrick im Dienst semitotalitärer Überwachungsvorstellungen. Ich finde das Wort nicht zu hart. Ich finde es die einzige ehrliche Beschreibung dessen, was hier passiert ist.
Freigegeben ist damit wieder das anlasslose Durchleuchten unverschlüsselter privater Kommunikation: Ihrer Mails, Ihrer Messenger, Ihrer Chats. Und das ist erst der Einstieg. Der Bruch der Verschlüsselung selbst liegt als Chatkontrolle 2.0 bereits auf dem Verhandlungstisch. Erst wird die Maschine gebaut, dann wird sie scharfgestellt, Schritt für Schritt, in einer Dosierung, die darauf setzt, dass der Bürger sich an jede Stufe gewöhnt, bevor die nächste kommt. Die Stasi musste noch jeden Brief einzeln über Wasserdampf halten und mühsam wieder zukleben. Brüssel lässt dieselbe Arbeit von den Konzernen erledigen, automatisiert, in Echtzeit, an Hunderten Millionen Menschen gleichzeitig. Ein Überwachungsapparat, von dem jede Diktatur der Geschichte nur geträumt hat, verkauft als Kinderschutz. Mitgelesen wird auch die Post zwischen Anwalt und Mandant. Auch die zwischen Journalist und Informant. Auch die zwischen Arzt und Patient. Eine Gesellschaft, die das Vertrauliche abschafft, schafft das Vertrauen gleich mit ab. Jeder, der je in einem Behandlungszimmer die Tür hinter sich geschlossen hat, weiß im Bauch, was das bedeutet.
Und der erklärte Zweck? Er hält der ersten Nachfrage nicht stand. Steinhöfel verweist auf Berechnungen des Bundesdatenschutzbeauftragten, wonach die Trefferquote dieser Massenscans im praktisch nicht mehr messbaren Bereich liegt. Man durchleuchtet ganze Völker, um fast nichts zu finden. Ein Instrument, das sein offizielles Ziel derart vollständig verfehlt, aber eine Architektur der Totalüberwachung zurücklässt, hat seinen wahren Zweck damit selbst verraten. Der Kinderschutz ist hier kein Ziel, er ist der Dietrich, mit dem sich jede Grundrechtstür aufsperren lässt, weil niemand es wagt, dem Schlüsseldienst in den Arm zu fallen. Wer fragt, steht als Komplize da. Genau darauf ist das Argument gebaut. Es betäubt die Kritik, bevor sie den Mund aufmacht.
Worum es tatsächlich geht, spricht Steinhöfel ebenfalls aus, und es ist der eigentliche Kern: Die Machteliten ertragen keinen Kommunikationsraum, den sie nicht beherrschen. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk sitzen sie bequem in den Aufsichtsgremien. Im freien Netz aber stehen sie vor Kanälen mit Reichweite, die ihre Politik sezieren, und kommen nicht heran. | 1 |
