Rainer Taufertshöfer (öffentlich)
Rainer Taufertshöfer Heilpraktiker · freier Medizinjournalist · Forscher · Entwickler · Fachbuchautor Impressum & Anbieterkennzeichnung: www.forschungsseminare.de/impressum Datenschutz: www.forschungsseminare.de/datenschutz
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📊 شاخصهای مخاطب و پویایی
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بر اساس آخرین دادهها در تاریخ 25 اوت, 2026، کانال فعالیت پایداری دارد. در ۳۰ روز گذشته تغییر اعضا برابر -6 و در ۲۴ ساعت گذشته برابر -1 بوده و همچنان دسترسی گستردهای حفظ شده است.
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📝 توضیح و سیاست محتوایی
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“Rainer Taufertshöfer
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به لطف بهروزرسانیهای پرتکرار (آخرین داده در تاریخ 26 اوت, 2026)، کانال همواره بهروز و دارای دسترسی بالاست. تحلیلها نشان میدهد مخاطبان بهطور فعال با محتوا تعامل دارند و آن را به نقطه اثرگذاری مهم در دسته پزشکی تبدیل کردهاند.
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| 2 | Was für ein trauriger Absturz.
Dieter Hallervorden hat jahrzehntelang den arroganten, selbstgerechten Spießer parodiert – und heute klingt er plötzlich selbst wie eine seiner Figuren.
„Schädlingsbekämpfung“ im Zusammenhang mit politischer Opposition?
Wer Menschen oder politische Gegner sprachlich in die Nähe von Ungeziefer und Schädlingen rückt, sollte vielleicht noch einmal sehr genau darüber nachdenken, welche historische und gesellschaftliche Grenze er da berührt.
Das ist nicht mutig.
Das ist nicht geistreich.
Und vor allem ist es keine große Satire.
Es ist die billige Pointe eines Mannes, der offenbar nicht mehr merkt, dass er inzwischen genau jene selbstgefällige Figur verkörpert, über die früher Millionen Menschen gelacht haben.
Die eigentliche Pointe ist heute Hallervorden selbst.
Und die ist leider nicht mehr lustig.
Euer Rainer Taufertshöfer
👉🏻 https://t.me/Kulturstudio/59489 | 2 405 |
| 3 | 👍🏻 https://youtube.com/shorts/LRgOHn-e_DQ?si=ckBcQzXKoFVMjrQh | 2 206 |
| 4 | 𝗞𝗮𝘂𝗱𝗲𝗿𝘄𝗲𝗹𝘀𝗰𝗵 𝗮𝘂𝗳 𝗣𝗹𝗮𝘁𝘇 𝗲𝗶𝗻𝘀 (Teil 3)
𝗦𝗽𝗿𝗮𝗰𝗵𝗲 𝗮𝗹𝘀 𝗡𝗮𝗿𝗸𝗼𝘀𝗲
Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Deutsch das passende Wort hätte. Es hat es immer. Die Frage lautet, warum genau dort darauf verzichtet wird, wo etwas auf dem Spiel steht. Und die Antwort ist unangenehm: weil das deutsche Wort spürbar macht, was geschieht, und das englische diese Empfindung zuverlässig abstellt.
Eine Personalabteilung verwaltet Menschen. Human Resources verwaltet Bestände. Wer entlassen wird, verliert seine Arbeit, das versteht jeder, das schmerzt. Wer freigesetzt wird, klingt wie ein Molekül, und wer von einem Restructuring betroffen ist, kommt in der eigenen Wahrnehmung gar nicht mehr vor. Das importierte Wort ist an diesen Stellen nicht versehentlich unschärfer. Es wird wegen seiner Unschärfe gewählt. Die Unschärfe ist die Leistung, für die bezahlt wird.
Das ist Betäubung, und sie wirkt in beide Richtungen. Betäubt wird der Betroffene, der nicht mehr genau benennen kann, was ihm angetan wird. Betäubt wird der Sprecher, der nicht mehr genau wissen muss, was er tut. Wer keine Begriffe mehr bildet, muss keine Unterscheidungen mehr verteidigen. Der Gewinn dieses Tauschs fällt nicht denen zu, die sprechen. Er fällt denen zu, für die etwas unbemerkt bleiben soll.
Dass der Rückweg jederzeit offen steht, hat ausgerechnet ein Staatskonzern bewiesen. Die Deutsche Bahn erstellte eine Liste von rund 2.200 Anglizismen zur Ersetzung. Aus dem Flyer wurde wieder der Handzettel, aus dem Counter der Schalter, aus dem Service Point die DB Information. Über Nacht, ohne Verlust, ohne Kosten. Es brauchte nichts als die Entscheidung. Womit bewiesen wäre: Alle, die diese Entscheidung nicht treffen, treffen eine andere.
𝗪𝗲𝗿 𝗵𝗶𝗲𝗿 𝘄𝗲𝗺 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀 𝗴𝗲𝗻𝗼𝗺𝗺𝗲𝗻 𝗵𝗮𝘁
Über kulturelle Aneignung wird in diesem Land pausenlos gesprochen, und immer geht es um jene, die sich etwas nehmen. Der einzige Fall, über den niemand spricht, ist der eigene: Hier hat sich niemand etwas genommen. Hier wurde die eigene Sprache hergegeben, freiwillig, begeistert, im vorauseilenden Diensteifer, ohne dass irgendjemand auch nur darum gebeten hätte.
Getauscht wurde eine Sprache, die erklärt, gegen eine, die beeindruckt. Eine Sprache, die jedem Sprecher das Mitdenken ermöglicht, gegen eine, die Eingeweihte erzeugt. Und es war eine Entscheidung, keine Naturgewalt. Sprachen verlieren ihre Schärfe nicht von selbst. Sie verlieren sie, wenn ihre Sprecher das Ungenaue vorziehen, weil es bequemer ist und weniger angreifbar macht.
Celentano wollte zeigen, dass Menschen einander nicht verstehen. Bewiesen hat er mehr: Sie merken es nicht einmal. Und ein Publikum, das den Unterschied zwischen Klang und Aussage nicht mehr wahrnimmt, ist für jede Botschaft verfügbar, die den richtigen Ton trifft. Für jede.
Das Lied steht bis heute im Netz. Hören Sie es sich an und prüfen Sie dabei, an welcher Stelle Sie selbst angefangen hätten mitzusingen.
Euer Rainer Taufertshöfer
𝗤𝘂𝗲𝗹𝗹𝗲𝗻 𝘇𝘂 𝗧𝗲𝗶𝗹 𝟯
Anglizismenliste der Deutschen Bahn:
(https://presstige.org/2013/07/sprache-deutsch-anglizismen/)
𝗞𝗼𝗻𝘁𝗮𝗸𝘁 · 𝗘𝗶𝗻𝗼𝗿𝗱𝗻𝘂𝗻𝗴 · 𝗜𝗻𝗳𝗼𝗿𝗺𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻
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Man klärt sie im Gespräch.
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| 5 | 𝗞𝗮𝘂𝗱𝗲𝗿𝘄𝗲𝗹𝘀𝗰𝗵 𝗮𝘂𝗳 𝗣𝗹𝗮𝘁𝘇 𝗲𝗶𝗻𝘀 (Teil 2)
𝗗𝗶𝗲 𝗦𝗽𝗿𝗮𝗰𝗵𝗲, 𝗱𝗶𝗲 𝗶𝗵𝗿𝗲 𝗕𝗲𝗱𝗲𝘂𝘁𝘂𝗻𝗴 𝘃𝗲𝗿𝘀𝘁𝗲𝗰𝗸𝘁
Jetzt zur Substanz, und die ist eindeutig. Es gibt einen Unterschied zwischen Deutsch und Englisch, der sich weder wegmoderieren noch weglächeln lässt, und er entscheidet darüber, wer versteht und wer abhängig bleibt.
Ein deutsches Kind, das Sauerstoff liest, versteht das Wort aus sich heraus. Ein englisches Kind liest oxygen und versteht nichts, es sei denn, es hätte Altgriechisch gelernt. Bluthochdruck erklärt sich selbst, hypertension nicht. Zahnfleisch erklärt sich selbst, gingiva nicht. Kinderarzt erklärt sich selbst, pediatrician nicht. Empfängnisverhütung beschreibt einen Vorgang, contraception versiegelt ihn. Das lässt sich beliebig fortsetzen, durch die gesamte Medizin, das gesamte Recht, die gesamte Verwaltung.
Das ist kein Stilunterschied. Das ist ein Machtunterschied. Deutsch baut seine Fachbegriffe aus dem eigenen Wortmaterial, deshalb trägt jeder Begriff seine Erklärung mit sich und jeder Sprecher kann mitdenken. Englisch bezieht seine Fachsprache aus dem Griechischen und Lateinischen, deshalb trägt jeder Begriff eine Zugangssperre, und wer die klassischen Sprachen nicht kennt, steht davor wie vor einer verschlossenen Tür und wartet auf jemanden mit Schlüssel.
Eine Sprache, deren Fachvokabular für die eigenen Sprecher undurchsichtig ist, züchtet Priesterschaften. Man braucht den Eingeweihten, der übersetzt, und der Eingeweihte entscheidet, was das Wort bedeutet. Deshalb wechselt jede Berufsgruppe, die Deutungshoheit will, so zuverlässig in dieses Register. Das fremde Wort schafft Abstand, der Abstand schafft Autorität, und die Autorität muss nicht mehr begründet werden. Es ist derselbe Trick wie 1972, nur ohne Musik.
Deutsch macht das genaue Gegenteil, und das ist seine eigentliche Stärke: Es zerlegt den Gegenstand und legt die Teile sichtbar hin. Und es baut auf Zuruf neue Begriffe, wo andere Sprachen umschreiben müssen. Feierabend ist kein Zeitpunkt, sondern ein Zustand, das Englische hat dafür nichts. Fernweh ist das Gegenteil von Heimweh und anderswo kein einziges Wort. Verschlimmbesserung erledigt in vier Silben, wofür sonst ein Nebensatz nötig ist. Diese Sprache wächst dabei unablässig, ihr Wortschatz wird für die Zeit des Ersten Weltkriegs auf 3,7 Millionen Wörter geschätzt, heute auf 5,3 Millionen.
Und wogegen wird dieses Instrument eingetauscht? Nicht gegen die Sprache Shakespeares. Gegen einen Handelsjargon aus ein paar hundert Vokabeln, den seine Verwender selbst nicht beherrschen. Der Beweis kam aus einem deutschen Ministerium. 2004 rief das Bundesbildungsministerium unter Ministerin Bulmahn, einer studierten Anglistin, die Kampagne „Brain up! Deutschland sucht seine Spitzenuniversitäten" aus. Ein Berliner Anglistik-Professor durchsuchte daraufhin die großen Textdatenbanken des britischen und amerikanischen Englisch und fand die Verbindung der beiden Wörter genau ein einziges Mal. Der Fundsatz aus dem British National Corpus lautet: „He's got no brain up here." Er hat da oben kein Hirn.
Das englische Sprachkorpus selbst hat die Antwort auf die deutsche Anbiederung geliefert, dokumentiert in der FAZ, und treffender hätte sie kein Satiriker formulieren können. Wer sich bei einer Sprache anbiedert, die er nicht beherrscht, wird nicht respektiert. Er liefert die Pointe gegen sich selbst gleich mit.
Wer von diesem Tausch profitiert, steht in Teil 3.
𝗤𝘂𝗲𝗹𝗹𝗲𝗻 𝘇𝘂 𝗧𝗲𝗶𝗹 𝟮
FAZ-Leserbrief vom 21.02.2004 zur Korpusrecherche „Brain up", dokumentiert mit Wortlaut:
(http://transblawg.eu/2004/02/21/germans-told-to-brain-upverwirrende-anglizismen/)
Wortschatzentwicklung, Schätzung 3,7 zu 5,3 Millionen:
(https://www.zukunftsinstitut.de/zukunftsthemen/language-20-die-sprache-der-zukunft) | 2 561 |
| 6 | 𝗞𝗮𝘂𝗱𝗲𝗿𝘄𝗲𝗹𝘀𝗰𝗵 𝗮𝘂𝗳 𝗣𝗹𝗮𝘁𝘇 𝗲𝗶𝗻𝘀
Wie man einem ganzen Land Silben verkauft und es dafür auch noch bezahlen lässt
Hören Sie sich die ersten Sekunden an. Ihr Kopf wird Englisch hören. Ihr Kopf irrt sich.
Vollständige Aufnahme:
(https://youtu.be/fU-wH8SrFro)
Im November 1972 veröffentlichte Adriano Celentano eine Single, deren Text aus vollständig erfundenen Silben besteht, gebaut als klangliche Attrappe des amerikanischen Englisch. Verständlich bleibt in knapp vier Minuten ein einziger Ausdruck: all right. Und dieses Nichts wurde Nummer eins. In Italien, in Frankreich, in Belgien und in Deutschland. Ein Land kaufte einen Text, den es nicht verstehen konnte, weil es dort nichts zu verstehen gab, und es merkte es nicht.
Celentano hat später erklärt, sein Thema sei die Unfähigkeit zur Verständigung gewesen, deshalb habe der Text nichts bedeuten dürfen. Er wollte einen Spiegel bauen. Deutschland hat hineingesehen und mitgesungen.
Was dieses Experiment beweist, ist unbequemer als jede Verschwörungstheorie: Für Zustimmung wird kein Inhalt benötigt. Rhythmus, Akzent und Herkunft genügen. Wer den richtigen Klang liefert, muss nicht mehr argumentieren, er wird verstanden, ohne verstanden zu werden. Und dieser Mechanismus wurde nicht im Popgeschäft erfunden, er wurde dort nur zum ersten Mal öffentlich vorgeführt.
Dass er bis heute trägt, ist gemessen worden. Die Kölner Agentur Endmark prüfte 2003, was deutsche Verbraucher von den englischen Werbesprüchen verstehen, die man ihnen täglich vorsetzt. Das Ergebnis: 54 Prozent übersetzten den Douglas-Slogan „Come in and find out" mit „Komm herein und finde wieder heraus". Eine Folgestudie der Universität Dortmund bestätigte den Befund. Die Mehrheit verstand die Botschaft falsch oder gar nicht, und die Kampagnen liefen trotzdem, jahrelang, millionenschwer.
Man muss das einen Moment stehen lassen. Konzerne bewarben deutsche Kunden in einer Sprache, die diese Kunden nachweislich nicht verstanden, und es funktionierte, weil Verstehen gar nicht der Zweck war. Der Zweck war der Klang. Celentanos Nummer eins, nur ohne Ironie und mit Werbeetat.
Die Pointe: Nach der Studie kehrten acht der zwölf untersuchten Unternehmen zur deutschen Sprache zurück. Es ging also. Es ging sogar sofort. Man hatte es nur vorher nicht für nötig gehalten, verstanden werden zu wollen.
Warum das kein Schönheitsfehler ist, sondern System hat, steht in Teil 2.
𝗤𝘂𝗲𝗹𝗹𝗲𝗻 𝘇𝘂 𝗧𝗲𝗶𝗹 𝟭
Adriano Celentano, Prisencolinensinainciusol, vollständige Aufnahme:
(https://youtu.be/fU-wH8SrFro)
Single, Autorschaft, Kauderwelsch-Text und Chartplatzierungen:
(https://en.wikipedia.org/wiki/Prisencolinensinainciusol)
Celentano über Absicht und Entstehung, NPR 2012:
(https://www.npr.org/2012/11/04/164206468/its-gibberish-but-italian-pop-song-still-means-something)
Endmark-Studie 2003, Fehlübersetzungen und Rückkehr zum Deutschen:
(https://e-hausaufgaben.de/Facharbeiten/D11347-von-Anglizismen-in-der-deutschen-Werbesprache.php) | 2 647 |
| 7 | ES REICHT – TEIL 3/3
Was sich jetzt ändern muss
Ich will von deutscher Politik nicht länger hören, wie Deutschland „kriegstüchtiger“ werden soll. Ich möchte wissen, wie Deutschland friedenstüchtiger werden will.
Wo ist die große deutsche Friedensinitiative? Wo sind die Gesprächskanäle nach Moskau? Wo sind die Vermittler? Wo sind die kompromisslosen diplomatischen Bemühungen für die Menschen in Gaza, im Libanon und im Iran?
Wo ist der politische Ehrgeiz, einmal nicht die nächste Eskalationsstufe, sondern den Ausweg aus ihr anzuführen?
Genau dort müsste Deutschland stehen. Nicht mit immer neuen Durchhalteparolen und auch nicht mit erhobenem moralischen Zeigefinger, sondern am Verhandlungstisch. Hartnäckig, unbequem und notfalls Tag und Nacht.
Und wenn jemand behauptet, mit diesem oder jenem Staatschef könne man nicht reden, dann lautet meine Antwort:
Mit wem denn sonst?
Mit Freunden braucht man keinen Friedensvertrag. Frieden wird zwischen Gegnern geschlossen.
Das ist keine Naivität. Das ist der verdammte Sinn von Diplomatie.
Wir brauchen deshalb keine kosmetische Korrektur dieser Politik. Wir brauchen einen fundamentalen Wandel dessen, was wir unter politischer Verantwortung verstehen.
Politik darf Menschen nicht verwalten, nachdem sie gestorben sind. Ihre verdammte Aufgabe ist es, zu verhindern, dass sie sterben.
Jeder tote Ukrainer war ein Mensch. Jeder tote Russe war ein Mensch. Jeder tote Palästinenser war ein Mensch. Jeder tote Israeli war ein Mensch. Jeder tote Libanese und jeder tote Iraner war ein Mensch. Und jeder Soldat, der Jahre später an dem zerbricht, was Menschen ihm angetan haben oder was er selbst anderen Menschen antun musste, gehört ebenfalls zur Rechnung dieses Wahnsinns.
Keine Ideologie, kein Bündnis, keine Grenze und keine Fahne macht die Tränen einer Mutter wertvoller als die einer anderen.
Deshalb sage ich nicht mehr nur: Beendet diesen Krieg.
Ich sage:
Beendet diese Art, Politik zu machen.
Eine Politik, die Frieden erst diskutiert, nachdem genügend Menschen gestorben sind, hat versagt.
Eine Politik, die Aufrüstung für Realismus und Diplomatie für Naivität hält, hat versagt.
Eine Politik, die Menschen an die Möglichkeit eines großen Krieges gewöhnt, anstatt alles Menschenmögliche zu unternehmen, ihn unmöglich zu machen, hat versagt.
Wir brauchen einen politischen Neuanfang, bei dem das menschliche Leben wieder über Macht, Prestige und geopolitischen Interessen steht.
Eine Zivilisation beweist ihre Größe nicht durch die Reichweite ihrer Raketen, die Zahl ihrer Panzer oder Milliarden in ihren Rüstungshaushalten. Sie beweist ihre Größe dadurch, dass sie den Mut besitzt, die Waffe aus der Hand zu legen, dem Gegner gegenüberzusitzen und so lange zu reden, bis das Töten aufhört.
Deutschland braucht keine Kriegstüchtigkeit.
Deutschland braucht Friedenstüchtigkeit.
Und dafür muss sich diese Politik grundlegend verändern.
ES REICHT.
Euer Rainer Taufertshöfer | 1 554 |
| 8 | ES REICHT – TEIL 2/3
Die vergessenen Opfer des Krieges
Menschen kommen körperlich lebend aus Kriegen zurück und sterben Jahre später an dem, was diese Kriege in ihnen hinterlassen haben.
Die amerikanischen Zahlen sind ein erschütterndes Mahnmal: Für die gesamte Generation der Vietnam-Ära-Veteranen wurden zwischen 1979 und 2019 94.497 Suizide registriert. Für die Generation der amerikanischen Kriege nach dem 11. September wurden bereits bis 2019 30.177 Suizide unter aktiven Soldaten und Veteranen errechnet – gegenüber 7.057 amerikanischen Gefallenen in diesen Kriegseinsätzen. Allein 2023 starben 6.398 US-Veteranen durch Suizid – durchschnittlich 17,5 Menschen jeden einzelnen Tag.
Diese Zahlen dürfen nicht zu einer Statistik verkommen. Sie sind eine Anklage.
Denn Krieg endet nicht mit dem letzten Schuss. Er lebt weiter in Körpern, Köpfen und Familien. Er sitzt nachts mit am Küchentisch. Er erscheint in Träumen. Er zerstört Beziehungen, Eltern und Kinder. Und manchmal gewinnt er seinen letzten Kampf erst Jahre oder Jahrzehnte später.
Und während wir das alles längst wissen, produzieren wir weiter Feindbilder, Waffen und Tote.
Gaza. Libanon. Iran. Ukraine. Russland. Israel. Und morgen vielleicht der nächste Ort.
Immer wieder dieselbe entsetzliche Logik: Angriff rechtfertigt Vergeltung, Vergeltung rechtfertigt Gegenvergeltung, Tote rechtfertigen neue Tote – und jede Seite erklärt anschließend, warum ausgerechnet ihre nächste Bombe notwendig gewesen sei.
Wann sind wir endlich zivilisiert genug, diese Kette zu zerbrechen?
Wir können künstliche Intelligenz entwickeln, Atome spalten, hochkomplexe Maschinen bauen und innerhalb eines Augenblicks mit Menschen auf der anderen Seite der Erde kommunizieren. Aber wenn Staaten miteinander in Konflikt geraten, soll unsere höchste politische Entwicklungsstufe tatsächlich immer noch darin bestehen, herauszufinden, wer den anderen effektiver töten kann?
Das soll Fortschritt sein?
Nein.
Wir brauchen einen politischen Kulturbruch.
Wir brauchen Politiker, deren Größe nicht daran gemessen wird, wie kompromisslos sie einen Gegner beschimpfen können, sondern daran, ob sie einen Weg finden, mit ihm zu sprechen. Wir brauchen Außenpolitik, deren höchstes Ziel nicht Sieg, Einfluss oder geopolitische Dominanz ist, sondern die Verhinderung menschlichen Leidens.
Wir brauchen Diplomaten wieder als Diplomaten und nicht als Kommentatoren militärischer Strategien.
Und wir brauchen eine Bevölkerung, die ihren Regierungen endlich eine Grenze setzt:
Bis hierhin und nicht weiter.
Nicht in unserem Namen endlos eskalieren. Nicht in unserem Namen Diplomatie verächtlich machen. Nicht in unserem Namen Menschen zu Kollateralschäden erklären.
Die Zeit für Gespräche ist nicht irgendwann. Sie ist immer dann, wenn Menschen sterben.
Fortsetzung in Teil 3: Was sich jetzt ändern muss. | 1 527 |
| 9 | ES REICHT – EIN MANIFEST GEGEN DIE POLITIK DES KRIEGES
TEIL 1/3
Es reicht nicht mehr, über einzelne Kriege zu sprechen. Es reicht nicht mehr, den nächsten Waffenstillstand abzuwarten, während längst die nächste Eskalation vorbereitet wird. Und es reicht erst recht nicht mehr, betroffen auf neue Opferzahlen zu schauen und anschließend genauso weiterzumachen wie zuvor.
Diese Politik muss sich grundlegend ändern.
Eine Politik, die Milliarden innerhalb kürzester Zeit für Waffen mobilisieren kann, aber bei ernsthaften Friedensinitiativen plötzlich keine Fantasie mehr besitzt, hat ihre Prioritäten verloren. Eine Politik, die Menschen auf „Kriegstüchtigkeit“ vorbereiten möchte, anstatt mit derselben Entschlossenheit Friedenstüchtigkeit einzufordern, hat vergessen, wofür Politik überhaupt da sein sollte: das Leben der Menschen zu schützen.
Ich will dieses Denken nicht mehr akzeptieren.
Ich will nicht akzeptieren, dass Verhandlungen mit Russland beinahe behandelt werden, als wären sie etwas Anrüchiges. Ich will nicht akzeptieren, dass diejenigen, die Gespräche fordern, sich rechtfertigen müssen, während diejenigen, die immer neue Waffen, Milliarden und Eskalationsstufen verlangen, sich als verantwortungsbewusste Realisten darstellen dürfen.
Das ist eine groteske Umkehrung der Vernunft.
Mit wem soll man denn Frieden schließen, wenn nicht mit seinem Gegner?
Diplomatie bedeutet nicht Unterwerfung. Sie bedeutet auch nicht, Russland, die Ukraine, Israel, Iran, die USA oder irgendeine andere Regierung für moralisch unfehlbar zu erklären. Diplomatie beginnt genau dort, wo Interessen unvereinbar erscheinen, Hass entstanden ist und Menschen bereits aufeinander schießen.
Wenn dafür hundert Gespräche notwendig sind, führt man hundert Gespräche. Scheitern 99 davon, beginnt man das hundertste.
Denn die Alternative zu einem gescheiterten Gespräch darf nicht selbstverständlich ein weiteres Massengrab sein.
Wir brauchen deshalb nicht einfach eine andere Entscheidung innerhalb der bisherigen Politik. Wir brauchen ein anderes politisches Denken.
Ein palästinensisches Kind in Gaza ist genauso ein Menschenleben wie ein israelisches Kind. Ein iranischer oder libanesischer Zivilist genauso ein Mensch wie ein europäischer. Ein russischer Soldat kann genauso Sohn, Vater oder Bruder sein wie ein ukrainischer.
Das Leben eines Menschen bekommt seinen Wert nicht durch die richtige Fahne.
Und zu dieser Wahrheit gehört etwas, worüber viel zu selten gesprochen wird: Krieg tötet nicht nur auf dem Schlachtfeld. Er kann Menschen noch Jahre und Jahrzehnte später das Leben kosten.
Fortsetzung in Teil 2: Die vergessenen Opfer des Krieges. | 1 352 |
| 10 | 🆕
Viele beschäftigen sich seit Jahren mit Chlordioxid.
Und genau das ist manchmal das Problem.
Denn wer sich jahrelang in denselben Gruppen, denselben Kanälen, denselben Büchern und denselben Erzählungen bewegt, merkt oft nicht mehr, dass er sich nicht weiterentwickelt.
Er bewegt sich im Kreis.
Immer dieselben Protokolle.
Immer dieselben Namen.
Immer dieselben Versprechen.
Immer dieselben Abwehrreflexe, sobald jemand genauer fragt.
So entsteht keine Erkenntnis.
So entsteht eine Bubble, die sich selbst immunisiert.
Ich erlebe das immer wieder im persönlichen Gespräch: Menschen kommen mit jahrelanger Beschäftigung, mit Bücherregalen voller Szene-Literatur, mit vermeintlicher Sicherheit – und trotzdem fehlen ihnen genau die Fragen, von denen am Ende alles abhängt.
Nicht: Wirkt Chlordioxid?
Nicht: Ist Chlordioxid gefährlich?
Sondern:
Unter welchen Bedingungen entsteht Wirkung – und unter welchen Schaden?
Genau diese Frage wurde über Jahre verdrängt.
Nicht vom Mainstream allein.
Sondern ausgerechnet auch von jenen, die glauben, das Thema längst verstanden zu haben.
Mein Buch „Chlordioxid – Potenzial und Grenzen“ ist deshalb kein weiteres Szenebuch. Es ist kein Protokollbuch, keine Anleitung, kein Werbetext und keine Verteidigungsschrift.
Es ist eine schonungslose Ordnungsarbeit aus fast zwei Jahrzehnten Nähe zum Thema.
Ich komme nicht aus dem Lager der pauschalen Gegner.
Ich komme nicht aus der Mainstream-Distanz.
Ich komme aus der praktischen, forschenden und analytischen Auseinandersetzung mit Chlordioxid selbst.
Und gerade deshalb war dieses Buch notwendig.
Denn die größten Gefahren entstehen nicht nur dort, wo Gegner warnen.
Sie entstehen auch dort, wo Befürworter aufgehört haben zu prüfen.
Dieses Buch zeigt, warum Standardprotokolle biologisch scheitern können. Warum dieselbe Substanz bei unterschiedlichen Menschen völlig unterschiedliche Reaktionen auslösen kann. Warum Erfahrung nicht automatisch Beweis ist. Warum Patente keine Heilsversprechen sind. Warum politische Entscheidungen keine Wirksamkeitsnachweise darstellen. Warum manche Risiken in der Szene kaum ausgesprochen werden. Und warum das eigentliche Potenzial von Chlordioxid gerade durch Vereinfachung verschüttet wurde.
Es enthält ein von mir entwickeltes Funktionsmodell, unveröffentlichte analytische Zusammenhänge und investigative Recherchen zu beiden Lagern: zur Szene ebenso wie zur kritischen Gegenseite.
Dieses Thema wurde nicht nur in Hinterzimmern, Telegram-Gruppen und Alternativmedizin-Kreisen diskutiert. Es reichte bis in Parlamente, Behörden, Medien und Regierungskreise hinein.
Gerade deshalb ist dieses Buch mehr als ein Buch über Chlordioxid.
Es ist ein Buch über Erkenntnis.
Über Verantwortung.
Über Denkfehler.
Über falsche Sicherheit.
Über die Frage, wie Menschen in Gesundheitsfragen zu Überzeugungen gelangen – und wann diese Überzeugungen gefährlich werden.
Aus meiner Sicht ist „Chlordioxid – Potenzial und Grenzen“ eines der wichtigsten Bücher zur Alternativmedizin der letzten zwanzig Jahre.
Nicht, weil es einfache Antworten gibt.
Sondern weil es genau dort Ordnung schafft, wo seit Jahren fast alle nur noch wiederholen.
Wer sich mit Chlordioxid beschäftigt hat – direkt, indirekt, kritisch, zustimmend oder nur am Rande –, sollte dieses Buch lesen.
Nicht irgendwann.
Sondern bevor er glaubt, genug zu wissen.
Chlordioxid – Potenzial und Grenzen
Weitergedacht: Was weder Befürworter noch Kritiker sagen.
Buchbestellung direkt bei BoD oder über den Buchhandel:
https://buchshop.bod.de/chlordioxid-potenzial-und-grenzen-rainer-taufertshoefer-9783819205521 | 1 348 |
| 11 | https://youtu.be/9F3BuSC3c9k?si=XVEnXZFJuB1D0eDz | 1 247 |
| 12 | 𝐄𝐬 𝐛𝐫𝐚𝐮𝐜𝐡𝐭𝐞 𝐤𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐏𝐚𝐧𝐳𝐞𝐫
Teil 3 von 3
Daran lässt sich ablesen, wie viel billiger Herrschaft geworden ist. Ein System, das auf Panzer angewiesen ist, arbeitet mit einem teuren Instrument, weil Panzer Bilder erzeugen und Bilder Märtyrer, während ein System, das über Deutungshoheit verfügt, über den Zugang zum Beruf, zum Konto, zum Geschäft und zum Ansehen in der eigenen Straße, dieselbe Fügsamkeit zum Nulltarif bekommt, ohne ein einziges Foto zu hinterlassen, das sich später gegen es wenden ließe.
Genau daran scheitert jede Anklage, denn wo kein sichtbarer Gewaltakt vorliegt, findet sich nichts, woran ein Straftatbestand haften könnte. Eine falsche politische Entscheidung unter Unsicherheit ist im deutschen Recht keine Straftat, Ministerverantwortung ist politisch ausgestaltet und nicht strafrechtlich, und das ist keine Lücke im Gesetz, sondern seine Bauart. In dieses Bild fügt sich das fehlende Protokoll vom 15. März 2020 bruchlos ein, denn wer keine Feder führt, hinterlässt keine Akte, und wo keine Akte ist, gibt es auch keine Beweismittel. Ob das so gedacht war, wird sich nicht mehr klären lassen, gewirkt hat es unabhängig davon.
Wie wenig sich seither verschoben hat, zeigt eine einzige biografische Tatsache: Wer im März 2020 Vizepräsident des Robert Koch-Instituts war, leitet dieses Institut heute und sagt vor jener Kommission aus, deren Gegenstand die eigene Behörde ist.
Im Juni 2027 wird der Bericht vorliegen, gründlich gearbeitet, reich an Empfehlungen und so beschaffen, dass er niemandem wehtut, und danach wird die Sache als aufgearbeitet gelten, während jeder, der weiter nachfragt, als verbittert einsortiert wird. Wer auf Gerechtigkeit wartet, wartet auf ein Instrument, das im Juli 2025 keine Mehrheit fand und das nicht deshalb ausblieb, weil man es vergessen hätte, sondern weil man sich dagegen entschieden hat.
Euer Rainer Taufertshöfer
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| 13 | 𝐙𝐰𝐞𝐢 𝐒𝐲𝐬𝐭𝐞𝐦𝐞, 𝐞𝐢𝐧 𝐄𝐫𝐠𝐞𝐛𝐧𝐢𝐬
Teil 2 von 3
Der Einwand lautet, dass man gegen ein System von innen heraus nicht ankomme und dass es deshalb zuerst fallen müsse, und regelmäßig werden dafür zwei Beispiele aufgerufen, die bei genauerem Hinsehen das Gegenteil belegen.
Der Nationalsozialismus ist nicht zusammengebrochen, sondern militärisch beseitigt worden, nach totaler Niederlage, gefolgt von der Besatzung durch vier Mächte und internationalen Tribunalen, und mehr Druck von außen ist schlechterdings nicht denkbar. Das Ergebnis dieses Maximalfalls ist bekannt, denn die Entnazifizierung lief binnen weniger Jahre in Mitläuferbescheinigungen aus, und Hans Globke, der den amtlichen Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen mitverfasst hatte, wurde Chef des Bundeskanzleramts.
Auch die DDR ist nicht implodiert, denn ihr Apparat war im Herbst 1989 vollständig einsatzbereit, Kampfgruppen, Bereitschaftspolizei und Armeeeinheiten waren mobilisiert, die chinesische Variante war intern durchgespielt, und die Parteiführung hatte das Vorgehen in Peking wenige Monate zuvor ausdrücklich begrüßt. Es fehlte nicht das Mittel, es fehlte die Deckung, weil Moskau die Beistandsgarantie stillschweigend zurückgezogen hatte und die sowjetischen Truppen in den Kasernen blieben, weshalb am 9. Oktober in Leipzig kein Befehl durchgestellt wurde. Nicht die Demonstranten haben das System gestürzt, sondern die Garantie fiel weg, woraufhin die Auflösung genehmigt wurde. Verurteilt wurden am Ende überwiegend Grenzsoldaten.
Zwei entgegengesetzte Enden, ein identisches Ergebnis, und der Grund dafür ist so banal wie hartnäckig: Jedes Nachfolgesystem braucht Verwaltung, Justiz und Medizin, es kann diese Apparate nicht auswechseln, weil kein Ersatzpersonal existiert, und deshalb wird ausgerechnet derjenige gebraucht, der eigentlich verfolgt gehörte. Der Apparat hat sich noch nie selbst zerlegt, er wechselt die Schilder und arbeitet weiter.
Für 2020 gilt das in verschärfter Form, denn hier war nicht einmal ein Bruch nötig. Es fiel kein Schuss, und es brauchte auch keinen, weil der Nachbar genügte, der Kollege, der Hausarzt und der Schwager am Weihnachtstisch. Der Staat musste niemanden niederschlagen, er musste lediglich markieren, wer dazugehört und wer nicht, und den Rest hat die Bevölkerung selbst besorgt, gründlich, unbezahlt und in nicht wenigen Fällen mit sichtbarem Vergnügen. Das ist die unbequemste Feststellung dieses Textes, und sie bleibt stehen, auch weil sie diejenigen einschließt, die ihn lesen. | 1 607 |
| 14 | 𝐄𝐬 𝐰𝐢𝐫𝐝 𝐤𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐒𝐭𝐫𝐚𝐟𝐯𝐞𝐫𝐟𝐨𝐥𝐠𝐮𝐧𝐠 𝐠𝐞𝐛𝐞𝐧
Teil 1 von 3
Es wird keine Strafverfolgung geben, und der Grund dafür ist nicht, dass die Beweise fehlten. Die Beweise liegen offen, sie stammen aus den Datenbanken der Behörden selbst, und sie sind seit Jahren einsehbar. Der Grund ist ein Beschluss des Bundestages vom 10. Juli 2025, mit dem festgelegt wurde, in welcher Form aufgearbeitet werden darf, und diese Form ist so gewählt, dass am Ende niemand haften kann.
Anlass ist ein Thesenpapier, das Stefan Homburg für die Corona-Enquetekommission verfasst hat, der er als Sachverständiger angehört, und das Multipolar am 10. August veröffentlichte. Es handelt sich nicht um Szeneliteratur, sondern um eine Beweisführung, die ausschließlich mit dem Material der Behörden arbeitet und es gegen sie wendet.
Die schweren Atemwegserkrankungen, die das Robert Koch-Institut seit Jahren gesondert überwacht, weil sie die tatsächliche Krankheitslast abbilden, erreichten ihren Höchststand in der Woche vom 2. bis 8. März 2020 und fielen danach, und weil zwischen Ansteckung und Klinikaufnahme die Inkubationszeit liegt, sanken die Ansteckungen noch früher. Als der Lockdown am 23. März in Kraft trat, lief die Welle also längst aus, die Klinikbelegung war von neunzig auf fünfzig Prozent gefallen, und während die tatsächliche Krankheitslast sank, stiegen ausgerechnet jene PCR-Zahlen, auf die man sich öffentlich berief. Noch am 19. März empfahl das RKI schriftlich, auf Freiwilligkeit zu setzen statt auf Zwang, und vier Tage zuvor hatten Kanzlerin, Vizekanzler, Gesundheitsminister und Innenminister den landesweiten Lockdown bereits vorbereitet, in einer Runde, über die kein Protokoll existiert.
Wer sich angesichts dieser Sachlage fragt, was daran noch erforscht werden müsste, stellt die falsche Frage, denn es geht längst nicht mehr um Erkenntnis, sondern um das Verfahren, in dem sie verwaltet wird.
Zur Wahl standen damals zwei Instrumente, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein Untersuchungsausschuss nach Artikel 44 des Grundgesetzes erhebt Beweise in Anlehnung an die Strafprozessordnung, er kann Zeugen laden und zur Aussage zwingen, und er bekommt Akten auch dann, wenn niemand sie herausrücken möchte. Eine Enquete-Kommission dagegen lädt Sachverständige ein, hört ihnen zu und schreibt am Ende auf, was man beim nächsten Mal besser machen sollte, wobei ihr Auftrag ausdrücklich auf künftige Gesundheitskrisen zielt und nicht auf die Verantwortung für die vergangene. Der Bundestag hat sich für das Instrument ohne Zähne entschieden, der Untersuchungsausschuss fand keine Mehrheit, und der Abschlussbericht ist für Ende Juni 2027 angekündigt.
Bemerkenswert ist, dass die Begründung nicht verborgen wurde, sondern im Plenarprotokoll nachzulesen ist. Die Kommission solle befriedend wirken, hieß es aus den Reihen der Koalition, und Hendrik Hoppenstedt von der CDU brachte es auf die Formel: "Mit Untersuchungsausschüssen werden keine Lösungen gesucht und erst recht kein Konsens."
Über dieses Wort sollte man länger nachdenken, als es angenehm ist. Befrieden setzt voraus, dass jemand unruhig ist und Ruhe geben soll, und diese Rolle ist erkennbar nicht für diejenigen vorgesehen, die entschieden haben, denn die waren zu keinem Zeitpunkt unruhig. Ruhe geben soll, wem das Geschäft geschlossen, das Kind aus der Schule genommen, der Beruf gekostet und der Platz am Sterbebett der eigenen Mutter verweigert wurde. Aufarbeitung bedeutet in dieser Konstruktion, dass die Beschädigten sich beruhigen, während jene, die den Schaden zu verantworten haben, dabei zuhören und anschließend Empfehlungen für das nächste Mal formulieren.
Die Verfahrensform stand damit fest, bevor der erste Sachverständige den Mund aufgemacht hatte. Man hat nicht ergebnisoffen begonnen, sondern das Ergebnis in den Einsetzungsbeschluss geschrieben.
Im zweiten Teil geht es um den Einwand, der an dieser Stelle regelmäßig kommt, nämlich dass sich all dies ändere, sobald ein System erst einmal fällt. | 1 397 |
| 15 | https://multipolar-magazin.de/artikel/coronalage-maerz-2020 | 1 547 |
| 16 | 𝗗𝗮𝘀 𝗘𝗻𝘇𝘆𝗺, 𝗱𝗮𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗺 𝗘𝘁𝗶𝗸𝗲𝘁𝘁 𝘀𝘁𝗲𝗵𝘁
𝗧𝗲𝗶𝗹 𝟮 𝘃𝗼𝗻 𝟮
Bleibt die Gesundheitsfrage, und hier möchte ich sauber trennen.
Die Datenlage: Das gereinigte Enzym ist molekular identisch mit dem Kälber-Chymosin, im gereiften Käse ist es weitgehend abgebaut, und Belege für gesundheitliche Unterschiede liegen nicht vor. Wer eine Giftgeschichte daraus macht, behauptet mehr, als sich zeigen lässt.
Aber der Umkehrschluss trägt genauso wenig. 𝗡𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘂𝗻𝘁𝗲𝗿𝘀𝘂𝗰𝗵𝘁 𝗵𝗲𝗶𝘀𝘀𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘂𝗻𝗯𝗲𝗱𝗲𝗻𝗸𝗹𝗶𝗰𝗵. Unabhängige Langzeitforschung zum lebenslangen Verzehr solcher Erzeugnisse existiert nicht, weil sie nie verlangt wurde. Die Zulassungslogik lautet seit 1990: erlaubt, solange kein Schaden nachgewiesen ist. Wer die Beweislast so herum dreht, darf sich über fehlende Belege nicht wundern. Er hat sie abbestellt.
Meine Position kennzeichne ich als solche, und sie unterscheidet sich in einem Punkt von der Konsequenz der Leserin.
Gentechnische Eingriffe in jahrtausendealte Herstellungsverfahren lehne ich ab. Nicht weil ich einen Schaden beweisen könnte, sondern weil die Beweislast beim Eingriff liegen muss, nicht beim Verbraucher.
Das tierische Lab ist für mich aber keine Alternative. Es wird aus den Mägen geschlachteter Kälber gewonnen. Ein totes Kalb für ein Gerinnungsenzym, während dasselbe Ergebnis seit sechzig Jahren aus einem Schimmelpilz zu haben ist, ohne Gentechnik und ohne Schlachtung: diese Rechnung geht für mich nicht auf.
Es bleibt also ein Weg, der beides vermeidet: das klassische mikrobielle Lab. Am verlässlichsten findet man es in 𝗕𝗶𝗼-𝗞𝗮𝗲𝘀𝗲 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗔𝗻𝗴𝗮𝗯𝗲 „𝗺𝗶𝗸𝗿𝗼𝗯𝗶𝗲𝗹𝗹𝗲𝘀 𝗟𝗮𝗯", denn die Öko-Verordnung schließt das gentechnische Enzym aus. Dort bedeutet mikrobiell noch, was es sagt. Außerhalb von Bio bleibt das Etikett stumm, und selbst ein Vegetarier-Hinweis unterscheidet nicht zwischen Pilz und Genlabor.
Und das ist der Skandal an dieser Geschichte: Ein Land, das jeden Joghurtbecher mit Pflichtangaben zupflastert, versteckt ausgerechnet die Frage, ob im Käse ein totes Kalb oder ein Genlabor steckt. Nicht aus Versehen. Per Definition.
Euer Rainer Taufertshöfer
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| 17 | 𝗗𝗮𝘀 𝗘𝗻𝘇𝘆𝗺, 𝗱𝗮𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗺 𝗘𝘁𝗶𝗸𝗲𝘁𝘁 𝘀𝘁𝗲𝗵𝘁
𝗧𝗲𝗶𝗹 𝟭 𝘃𝗼𝗻 𝟮
Nach meinem Beitrag zur Käse-Demenz-Studie erreichte mich die Zuschrift einer aufmerksamen Leserin. Ihre Frage: Was hat es mit dem mikrobiellen Lab auf sich, das inzwischen auf vielen Zutatenlisten steht? Sie habe gelesen, Pfizer stecke dahinter, und meide solchen Käse seither.
Herzlichen Dank für diese Frage. Sie führt mitten in ein Thema, das kaum jemand kennt, obwohl es fast jeden Käse betrifft.
Zunächst die Fakten. Damit Milch zu Käse wird, braucht es ein Enzym: Chymosin, das klassisch aus Kälbermägen gewonnen wird, das sogenannte tierische Lab.
Daneben existieren heute zwei Alternativen, die ständig verwechselt werden.
𝗠𝗶𝗸𝗿𝗼𝗯𝗶𝗲𝗹𝗹𝗲𝘀 𝗟𝗮𝗯 im eigentlichen Sinn stammt aus Schimmelpilzen, die von Natur aus ein labähnliches Enzym bilden. Dieses Verfahren gibt es seit den sechziger Jahren. Mit Gentechnik hat es nichts zu tun.
Etwas anderes ist 𝗳𝗲𝗿𝗺𝗲𝗻𝘁𝗮𝘁𝗶𝘃 𝗵𝗲𝗿𝗴𝗲𝘀𝘁𝗲𝗹𝗹𝘁𝗲𝘀 𝗖𝗵𝘆𝗺𝗼𝘀𝗶𝗻. Dafür wurde das Chymosin-Gen des Kalbes in Mikroorganismen eingebaut, die das Enzym nun am laufenden Band produzieren. Hier kommt Gentechnik zum Einsatz, im Herstellungsprozess. Das fertige, aufgereinigte Enzym selbst ist mit dem Kälberenzym identisch und enthält keine veränderten Organismen mehr.
Und Pfizer? Der Kern der Geschichte stimmt. Pfizer entwickelte dieses gentechnisch produzierte Chymosin und erhielt 1990 in den USA die Zulassung, als erstes gentechnisch hergestelltes Enzym in Lebensmitteln überhaupt. Das Geschäft wurde allerdings schon vor Jahrzehnten abgegeben. Heute liegt es bei anderen Konzernen. Wer aktuell schreibt, Pfizer stelle das Lab her, transportiert einen dreißig Jahre alten Stand.
Der bemerkenswerte Punkt liegt woanders.
Lab gilt im Lebensmittelrecht als Verarbeitungshilfsstoff, nicht als Zutat. Es muss deshalb überhaupt nicht deklariert werden. Schreibt ein Hersteller freiwillig „mikrobielles Lab" aufs Etikett, ist dieser Begriff rechtlich nicht geschützt. Und der gentechnisch produzierte Käse trägt keine Gentechnik-Kennzeichnung, weil das gereinigte Enzym selbst kein veränderter Organismus ist.
Das Ergebnis: Am Etikett lässt sich nicht erkennen, welches Lab im Käse steckt. Nur die EU-Öko-Verordnung zieht eine Grenze: Sie schließt gentechnisch hergestellte Hilfsstoffe aus. In Bio-Käse steckt das Genlabor-Enzym also nicht, auch wenn das nirgends draufsteht.
Soweit die Sachlage. Was daraus folgt, wo ich selbst stehe und warum für mich weder das Genlabor noch das tote Kalb eine Antwort ist, lesen Sie heute noch in Teil 2. | 1 760 |
| 18 | 𝗗𝗶𝗲 𝗦𝘁𝘂𝗱𝗶𝗲, 𝗱𝗶𝗲 𝗮𝗹𝗹𝗲 𝘀𝗼𝗳𝗼𝗿𝘁 𝗴𝗹𝗮𝘂𝗯𝗲𝗻
Seit Wochen geht dieselbe Meldung durch die Presse: Fetter Käse schützt vor Demenz. Sahne auch. Fettarmes bringt nichts.
Die Zahlen dahinter stammen aus Schweden. 27.670 Menschen, im Schnitt 58 Jahre alt, über 25 Jahre begleitet. 3.208 von ihnen erkrankten an Demenz.
Wer täglich mindestens 50 Gramm fettreichen Käse aß, hatte ein um 13 Prozent geringeres Demenzrisiko als Wenigesser. Bei Sahne waren es 16 Prozent gegenüber jenen, die gar keine konsumierten. Butter wiederum war ab 40 Gramm täglich mit einem um 27 Prozent höheren Alzheimer-Risiko verbunden, nicht aber mit mehr Demenz insgesamt.
Soweit die Daten. Jetzt der Teil, den kaum jemand mitliefert.
Die Ernährung wurde ein einziges Mal umfassend erfasst, Anfang der neunziger Jahre. Danach wurde sie nie wieder neu bestimmt. Was in den folgenden Jahrzehnten wirklich auf dem Teller lag, weiß niemand.
Die Forscher haben zusätzlich nachgerechnet, was passiert, wenn man nur jene auswertet, die nach eigener Angabe bei ihrer Ernährung geblieben sind. Ergebnis: Der Zusammenhang wurde schwächer und war statistisch nicht mehr abgesichert.
Und ja, die Vielkäseesser waren jünger, schlanker, gebildeter und seltener zuckerkrank. Die Forscher haben diese Unterschiede herausgerechnet, der Zusammenhang blieb. Was sich nie vollständig herausrechnen lässt: alles, was gar nicht erst gemessen wurde. Das schreiben die Autoren selbst.
𝗪𝗮𝘀 𝗶𝗰𝗵 𝗱𝗮𝗿𝗶𝗻 𝘀𝗲𝗵𝗲:
Die Nachricht ist nicht der Käse. Die Nachricht ist, wie schnell eine reine Beobachtungsstudie zur Gewissheit wird, sobald ihr Ergebnis gefällt.
Dieselbe Studienart, dasselbe Design, dieselbe Aussagekraft heißt in anderen Zusammenhängen: nur eine Assoziation, kein Beweis für Ursache und Wirkung, keine Grundlage für kausale Behauptungen.
Ein Maßstab, der sich nach dem Ergebnis richtet, ist kein Maßstab.
Wer nachlesen will, die Arbeit ist frei zugänglich:
Du Y. et al., Neurology 2026, 106(2):e214343
pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12720290
Euer Rainer Taufertshöfer
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www.epochtimes.de | 1 398 |
| 19 | FÜNF WOCHEN KEINE WUNDHEILUNG.
DANN STAND EINE HAUTTRANSPLANTATION IM RAUM.
Nach der operativen Entfernung eines malignen Melanoms an der Fußsohle wollte sich die Wunde über Wochen nicht schließen.
Dann entschied sich der Patient für einen anderen Weg.
Was in den folgenden fünf Wochen geschah, ist auf den Bildern dokumentiert – und wirft Fragen auf, über die man sprechen sollte.
Chlordioxid-Auflagen versus Hauttransplantation nach Krebs-OP: eine außergewöhnliche Falldokumentation.
https://forschungsseminare.de/2022/04/20/chlordioxid-auflagen-versus-hauttransplantation-nach-krebs-op/ | 1 313 |
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