Rainer Taufertshöfer (öffentlich)
Rainer Taufertshöfer Heilpraktiker · freier Medizinjournalist · Forscher · Entwickler · Fachbuchautor Impressum & Anbieterkennzeichnung: www.forschungsseminare.de/impressum Datenschutz: www.forschungsseminare.de/datenschutz
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کانال Rainer Taufertshöfer (öffentlich) (@taufertshoefer) در بخش زبانی آلمانی بازیگری فعال است. در حال حاضر جامعه شامل 14 002 مشترک است و جایگاه 1 811 را در دسته پزشکی و رتبه 796 را در منطقه ألمانيا دارد.
📊 شاخصهای مخاطب و پویایی
از زمان ایجاد در невідомо، پروژه رشد سریعی داشته و 14 002 مشترک جذب کرده است.
بر اساس آخرین دادهها در تاریخ 26 ژوئیه, 2026، کانال فعالیت پایداری دارد. در ۳۰ روز گذشته تغییر اعضا برابر -45 و در ۲۴ ساعت گذشته برابر 4 بوده و همچنان دسترسی گستردهای حفظ شده است.
- وضعیت تأیید: تأیید نشده
- نرخ تعامل (ER): میانگین تعامل مخاطب 12.20% است و در ۲۴ ساعت نخست پس از انتشار، محتوا معمولاً 6.21% واکنش نسبت به کل مشترکان کسب میکند.
- دسترسی پستها: هر پست به طور میانگین 1 707 بازدید دریافت میکند. در اولین روز معمولاً 869 بازدید جمعآوری میشود.
- واکنشها و تعامل: مخاطبان بهطور فعال حمایت میکنند؛ میانگین واکنش به هر پست 29 است.
- علایق موضوعی: محتوا بر موضوعات کلیدی مانند taufertshöfer, neujahrsfest, einordnung, körper, natugena تمرکز دارد.
📝 توضیح و سیاست محتوایی
نویسنده این فضا را محل بیان دیدگاههای شخصی توصیف میکند:
“Rainer Taufertshöfer
Heilpraktiker · freier Medizinjournalist · Forscher · Entwickler · Fachbuchautor
Impressum & Anbieterkennzeichnung:
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Datenschutz:
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به لطف بهروزرسانیهای پرتکرار (آخرین داده در تاریخ 27 ژوئیه, 2026)، کانال همواره بهروز و دارای دسترسی بالاست. تحلیلها نشان میدهد مخاطبان بهطور فعال با محتوا تعامل دارند و آن را به نقطه اثرگذاری مهم در دسته پزشکی تبدیل کردهاند.
در حال بارگیری داده...
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| 08 ژوئیه | +10 | |||
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| 2 | Die Corona-Zeit hat viele misstrauisch gemacht. Aber nicht automatisch urteilsfähig.
Wir haben gelernt, Behörden, Leitmedien, Pharmakonzerne und sogenannte Experten zu hinterfragen. Das war notwendig.
Doch kritisches Denken verliert seinen Wert, wenn es endet, sobald die Botschaft aus dem eigenen Lager kommt.
Genau das beobachte ich inzwischen auf beiden Seiten.
Die einen erklären alternative Verfahren grundsätzlich für wirkungslos.
Die anderen erklären einzelne Substanzen oder Verfahren zum universellen Schlüssel.
Beides folgt derselben Logik: vereinfachen, zuspitzen, Lager bilden.
Und genau dadurch geht das verloren, worauf es eigentlich ankommt.
Denn ich bin überzeugt: In vielen alternativen Ansätzen steckt reales wissenschaftliches und biologisches Potenzial. Vielleicht sogar deutlich mehr, als heute sichtbar ist.
Aber dieses Potenzial wird nicht dadurch erschlossen, dass man jedes Verfahren zur neuen Heilslehre erhebt.
Es wird ebenso wenig entdeckt, wenn man alles pauschal als Unsinn verwirft.
Es wird verschüttet.
Verschüttet unter Ideologien.
Verschüttet unter wirtschaftlichen Interessen.
Verschüttet unter Lagerdenken.
Und verschüttet unter Menschen, die längst aufgehört haben zu fragen.
Genau deshalb argumentiere ich bewusst außerhalb dieser Grabenkämpfe.
Mich interessiert weder das pharmanahe noch das alternativmedizinische Lager.
Mich interessiert, was biologisch plausibel ist, wo Chancen liegen, wo Grenzen liegen und warum manche Beobachtungen funktionieren könnten – oder eben nicht.
Genau diese Denkweise verbindet meine beiden neuen Artikel mit meinem Buch.
Nicht Zustimmung erzeugen.
Sondern Urteilskraft stärken.
Denn die Zukunft der Medizin entscheidet sich vermutlich nicht zwischen Schulmedizin und Alternativmedizin.
Sie entscheidet sich zwischen Dogmen und Erkenntnis.
Ivermectin und Fenbendazol bei Krebs – wenn zwei Lager dieselbe Denkfalle teilen
https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/ivermectin-fenbendazol-krebs-denkfalle
Ivermectin – große Zahlen, starke Behauptungen und die Frage, was tatsächlich bewiesen ist
https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/ivermectin-krebs-denkfalle
Chlordioxid – Potenzial und Grenzen
https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/buch-chlordioxid-potenzial-und-grenzen | 474 |
| 3 | 𝗗𝗿𝗲𝗶𝘂𝗻𝗱𝘇𝘄𝗮𝗻𝘇𝗶𝗴 𝗦𝗲𝗴𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗸𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗲𝗶𝗻𝘇𝗶𝗴𝗲 𝗤𝘂𝗲𝗹𝗹𝗲
𝗧𝗲𝗶𝗹 𝟮 𝘃𝗼𝗻 𝟮
Der Inhalt der Liste ist in Teil 1 abgeräumt. Bleibt die eigentliche Frage: Wie kommt so ein Text durch Hunderte Gruppen und Kanäle, ohne dass jemand stolpert?
𝗪𝗶𝗲 𝘀𝗼 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀 𝘄𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝘁
Weiterleiten ist kein Lesen. Der Pfeil kostet eine Sekunde, die Liste kostet vier Minuten Aufmerksamkeit. Deshalb fällt niemandem auf, dass Punkt 21 sich selbst widerspricht und die Zählung kaputt ist. Der Fehler ist nicht versteckt. Er ist nur nie gelesen worden.
Jede Weiterleitung entfernt den Text weiter von seinem Ursprung. Nach fünf Stationen ist nicht mehr feststellbar, wer ihn geschrieben hat, wann, in welcher Sprache, aus welchem Interesse. Was bleibt, ist Verbreitung. Und Verbreitung fühlt sich nach einer Weile an wie Bestätigung. Sie ist keine.
Die Zahl selbst arbeitet mit. Dreiundzwanzig Punkte wirken gründlicher als fünf. Länge ersetzt Prüfung, Vollständigkeit ersetzt Belege. Wer angeblich alles kann, wurde nie an einer einzelnen Sache gemessen.
Widerspruch wäre in diesem Fall technisch möglich. Die Gruppe ist offen, es gibt eine Kommentarfunktion, jeder darf schreiben. Genau deshalb ist das Schweigen interessanter als bei einem Kanal ohne Rückkanal. Wer in einer Runde von Betroffenen einwendet, dass die Liste sich selbst widerlegt, widerspricht nicht einem Text. Er widerspricht der Hoffnung der anderen. Diese Rechnung macht man in Sekunden auf, und fast alle entscheiden sich fürs Schweigen. Ausbleibende Kritik ist deshalb kein Beleg für Zustimmung. Sie ist der Preis für Zugehörigkeit.
Dazu kommt das Etikett. Eine Selbsthilfegruppe verspricht etwas anderes als ein Werbekanal: Augenhöhe, geteilte Erfahrung, niemand verdient daran. Dieses Vertrauen überträgt sich auf alles, was in der Gruppe steht, auch auf ein Dosierungsschema, das niemand geprüft hat. Der Rahmen beglaubigt den Inhalt, obwohl er ihn nur transportiert.
Und der Name der Quelle liefert das Versprechen gleich mit. "Krebs ist heilbar" ist keine Information. Das ist eine Zusage an Menschen, die gerade jede Zusage annehmen würden.
Und am Ende schrieb der Absender, seine Intuition werde immer mehr bestätigt. Damit ist die Funktion offengelegt. Der Text hat niemanden informiert. Er hat jemanden beruhigt.
𝗨𝗻𝗱 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝗱𝗶𝗲 𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲 𝗦𝗲𝗶𝘁𝗲
Ivermectin ist kein Scherz. Der Wirkstoff wurde 2015 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet, steht auf der WHO-Liste unentbehrlicher Arzneimittel und hat Millionen Menschen vor Erblindung bewahrt. In der präklinischen Forschung gibt es Signale, die eine ernsthafte Frage rechtfertigen.
Das Problem ist nicht das Molekül. Das Problem ist, was diese Liste daraus macht: ein Mittel gegen alles. Und ein Mittel gegen alles ist genau die Denkfigur, die man der Pharmaindustrie vorwirft. Nur grün lackiert.
Wer eine Diagnose hat, braucht keine dreiundzwanzig Segnungen. Er braucht jemanden, der mit ihm in dieselbe Richtung schaut und die unbequemen Fragen mit aushält.
Euer Rainer Taufertshöfer
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Man klärt sie im Gespräch.
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| 4 | 𝗗𝗿𝗲𝗶𝘂𝗻𝗱𝘇𝘄𝗮𝗻𝘇𝗶𝗴 𝗦𝗲𝗴𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗸𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗲𝗶𝗻𝘇𝗶𝗴𝗲 𝗤𝘂𝗲𝗹𝗹𝗲
𝗧𝗲𝗶𝗹 𝟭 𝘃𝗼𝗻 𝟮
Auf meinem Bildschirm liegt ein Screenshot. Er stammt aus einer Gruppe, die sich als Selbsthilfe versteht. Offen, jeder kann beitreten, jeder kann kommentieren. Der Text selbst wurde dorthin weitergeleitet, aus einem Kanal namens "Krebs ist heilbar". Dreiundzwanzig nummerierte Punkte, überschrieben mit "Die 23 Segen von Ivermectin". Kein Autor. Keine Quellenangabe außer einem Halbsatz am Ende, der auf eine Studie verweist, die es in dieser Form nicht gibt.
Ich schreibe das nicht, weil ich etwas gegen Ivermectin hätte. Ich schreibe es, weil solche Listen Menschen erreichen, die gerade eine Krebsdiagnose bekommen haben und nach einem Ausweg suchen.
𝗪𝗮𝘀 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗟𝗶𝘀𝘁𝗲 𝘀𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁 𝘀𝘁𝗲𝗵𝘁
Punkt 21 behauptet erst, Ivermectin sei erstaunlich wirksam bei Vorbeugung und Behandlung. Im nächsten Satz steht, die Wirksamkeit sei nicht erwiesen, die von Impfstoffen dagegen schon. Zwei Aussagen, ein Absatz, offener Widerspruch.
Punkt 3 sagt, Ivermectin habe nur nützliche und keine schädlichen Wirkungen. Es gibt keinen einzigen pharmakologisch wirksamen Stoff, für den dieser Satz zutrifft. Wer ihn schreibt, beschreibt kein Arzneimittel mehr, sondern ein Sakrament. Das Wort "Segen" in der Überschrift ist da ehrlicher als der Rest.
Punkt 23 behauptet, Ivermectin gehe an der Leber vorbei, weil es im Darm verstoffwechselt werde. Ivermectin wird hepatisch über CYP3A4 abgebaut. Das steht in jeder Fachinformation.
Und die Nummerierung springt von 18 auf 29. Nicht einer der Menschen, die diesen Text weitergereicht haben, ist bis dorthin gekommen.
𝗗𝗶𝗲 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗦𝘁𝘂𝗱𝗶𝗲 𝗱𝗮𝗵𝗶𝗻𝘁𝗲𝗿
Punkt 22 nennt eine deutliche Senkung von Infektion, Hospitalisierung und Sterblichkeit unter Prophylaxe. Am Ende folgt eine Dosierungsanweisung: 0,2 Milligramm pro Kilogramm, zwei Tage, Wiederholung nach fünfzehn Tagen.
Das ist exakt das Protokoll des Ivermectin-Programms der Stadt Itajaí in Brasilien, ausgewertet von Kerr und Kollegen, publiziert in Cureus. Die gesamte Liste ist um diese eine Beobachtungsstudie herumgebaut.
Diese Studie sagt nichts über Herpes zoster. Nichts über Cholesterinstoffwechsel. Nichts über Nervenregeneration, Divertikulitis oder rheumatoide Arthritis. Zweiundzwanzig der dreiundzwanzig Segnungen stehen dort nirgends.
Cureus hat zu dieser Arbeit ein Erratum veröffentlicht, weil mehrere Autoren Interessenkonflikte nicht offengelegt hatten. Die Erstautorin war bezahlte Beraterin eines Ivermectin-Herstellers. Ein weiterer Autor ebenfalls. Ein dritter ist Präsident einer Organisation, die Ivermectin bewirbt, und bezog von dort Zahlungen. Eine unabhängige Reanalyse führt die Effekte weitgehend auf einen statistischen Verzerrungseffekt zurück.
Hier wird es unbequem, auch für das eigene Lager. Wer bei einem Pharmakonzern sofort die Verflechtung riecht und bei einem Ivermectin-Hersteller nicht, betreibt keine Kritik. Er pflegt eine Zugehörigkeit.
𝗪𝗮𝘀 𝗱𝗮𝗿𝗮𝗻 𝘄𝗶𝗿𝗸𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗿𝗶𝘀𝗸𝗮𝗻𝘁 𝗶𝘀𝘁
Nicht die Aufzählung. Die Dosierungsanweisung.
Ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, Schema frei Haus in eine Gruppe gestellt, ohne Indikation, ohne ein Wort zu Wechselwirkungen über CYP3A4, ohne Hinweis auf genetische Varianten des ABCB1-Transporters, ohne die Konstellationen, in denen schwere neurologische Ereignisse dokumentiert sind. Wer so etwas weiterreicht, gibt eine Anwendungsempfehlung ab, ohne je die Verantwortung dafür zu tragen.
Das Interessanteste an diesem Screenshot ist aber nicht der Inhalt. Es ist der Weg, den er genommen hat. Darum geht es in Teil 2. | 564 |
| 5 | https://youtu.be/spYHNXVeM-U?si=yXjH70XkfHKIsmaX | 1 054 |
| 6 | 🆕
Viele beschäftigen sich seit Jahren mit Chlordioxid.
Und genau das ist manchmal das Problem.
Denn wer sich jahrelang in denselben Gruppen, denselben Kanälen, denselben Büchern und denselben Erzählungen bewegt, merkt oft nicht mehr, dass er sich nicht weiterentwickelt.
Er bewegt sich im Kreis.
Immer dieselben Protokolle.
Immer dieselben Namen.
Immer dieselben Versprechen.
Immer dieselben Abwehrreflexe, sobald jemand genauer fragt.
So entsteht keine Erkenntnis.
So entsteht eine Bubble, die sich selbst immunisiert.
Ich erlebe das immer wieder im persönlichen Gespräch: Menschen kommen mit jahrelanger Beschäftigung, mit Bücherregalen voller Szene-Literatur, mit vermeintlicher Sicherheit – und trotzdem fehlen ihnen genau die Fragen, von denen am Ende alles abhängt.
Nicht: Wirkt Chlordioxid?
Nicht: Ist Chlordioxid gefährlich?
Sondern:
Unter welchen Bedingungen entsteht Wirkung – und unter welchen Schaden?
Genau diese Frage wurde über Jahre verdrängt.
Nicht vom Mainstream allein.
Sondern ausgerechnet auch von jenen, die glauben, das Thema längst verstanden zu haben.
Mein Buch „Chlordioxid – Potenzial und Grenzen“ ist deshalb kein weiteres Szenebuch. Es ist kein Protokollbuch, keine Anleitung, kein Werbetext und keine Verteidigungsschrift.
Es ist eine schonungslose Ordnungsarbeit aus fast zwei Jahrzehnten Nähe zum Thema.
Ich komme nicht aus dem Lager der pauschalen Gegner.
Ich komme nicht aus der Mainstream-Distanz.
Ich komme aus der praktischen, forschenden und analytischen Auseinandersetzung mit Chlordioxid selbst.
Und gerade deshalb war dieses Buch notwendig.
Denn die größten Gefahren entstehen nicht nur dort, wo Gegner warnen.
Sie entstehen auch dort, wo Befürworter aufgehört haben zu prüfen.
Dieses Buch zeigt, warum Standardprotokolle biologisch scheitern können. Warum dieselbe Substanz bei unterschiedlichen Menschen völlig unterschiedliche Reaktionen auslösen kann. Warum Erfahrung nicht automatisch Beweis ist. Warum Patente keine Heilsversprechen sind. Warum politische Entscheidungen keine Wirksamkeitsnachweise darstellen. Warum manche Risiken in der Szene kaum ausgesprochen werden. Und warum das eigentliche Potenzial von Chlordioxid gerade durch Vereinfachung verschüttet wurde.
Es enthält ein von mir entwickeltes Funktionsmodell, unveröffentlichte analytische Zusammenhänge und investigative Recherchen zu beiden Lagern: zur Szene ebenso wie zur kritischen Gegenseite.
Dieses Thema wurde nicht nur in Hinterzimmern, Telegram-Gruppen und Alternativmedizin-Kreisen diskutiert. Es reichte bis in Parlamente, Behörden, Medien und Regierungskreise hinein.
Gerade deshalb ist dieses Buch mehr als ein Buch über Chlordioxid.
Es ist ein Buch über Erkenntnis.
Über Verantwortung.
Über Denkfehler.
Über falsche Sicherheit.
Über die Frage, wie Menschen in Gesundheitsfragen zu Überzeugungen gelangen – und wann diese Überzeugungen gefährlich werden.
Aus meiner Sicht ist „Chlordioxid – Potenzial und Grenzen“ eines der wichtigsten Bücher zur Alternativmedizin der letzten zwanzig Jahre.
Nicht, weil es einfache Antworten gibt.
Sondern weil es genau dort Ordnung schafft, wo seit Jahren fast alle nur noch wiederholen.
Wer sich mit Chlordioxid beschäftigt hat – direkt, indirekt, kritisch, zustimmend oder nur am Rande –, sollte dieses Buch lesen.
Nicht irgendwann.
Sondern bevor er glaubt, genug zu wissen.
Chlordioxid – Potenzial und Grenzen
Weitergedacht: Was weder Befürworter noch Kritiker sagen.
Buchbestellung direkt bei BoD oder über den Buchhandel:
https://buchshop.bod.de/chlordioxid-potenzial-und-grenzen-rainer-taufertshoefer-9783819205521 | 802 |
| 7 | #Kommentar
Teil 3 von 3
Einzelfall, psychisch auffällig, Ermittlungen dauern an
Die Asymmetrie
Was Menschen zermürbt, ist nicht die Gewalt allein. Es ist die Beobachtung, dass derselbe Apparat, der bei der Sicherung eines Parks langsam ist, bei der Erfassung seiner eigenen Bürger außerordentlich schnell wird. Bei der Chatkontrolle, bei Meldestellen, bei der fortlaufenden Ausdehnung dessen, was als Gefährdung des Diskurses gilt, finden sich Tempo, Personal und Rechtsgrundlage in bemerkenswerter Geschwindigkeit. Bei der Frage, wie ein Mann, der im Mai aus dem Arrest kommt, im Juli einen Transporter mietet, finden sie sich nicht.
Man muss daraus keine Absicht konstruieren. Institutionen handeln schnell, wo Handeln ihnen Zuständigkeit einbringt, und langsam, wo Handeln ein Eingeständnis voraussetzt. Ein Eingeständnis zur Sicherheitsarchitektur wäre teuer und würde Karrieren kosten. Eine Sprachregelung kostet nichts und schützt alle Beteiligten gleichzeitig. Es braucht keine Verschwörung, wo die Interessen ohnehin in dieselbe Richtung zeigen.
Wer sich allein gelassen fühlt, fühlt insofern richtig. Nicht weil ihn jemand verlassen hätte, sondern weil er gelernt hat, dass sein Erschrecken keine Adresse hat. Er darf es äußern. Es wird registriert, einem Lager zugeordnet, dessen Mitglied er nie werden wollte, und damit ist es erledigt. Nicht widerlegt. Erledigt.
Bleibt die Frau. Über sie ist nichts bekannt außer, dass sie an einem Samstagabend im Tiergarten war und den Sonntag nicht mehr erlebt hat. Sie ist in Höhe der Lennéstraße gestorben, an der Stelle, an der sie getroffen wurde, so schwer verletzt, dass niemand mehr rechtzeitig bei ihr sein konnte. Den ganzen Tag über hatten Hunderttausende in dieser Stadt gefeiert, und sie war eine davon, jemand, der morgens aus dem Haus gegangen ist, um einen guten Tag zu haben, und der das an diesem Tag auch hatte, bis kurz nach zweiundzwanzig Uhr.
In einem Zelt am Rand der Absperrung haben Sanitäter in dieser Nacht dreißig Menschen betreut, die keine einzige Verletzung hatten. Sie hatten nur gesehen, was geschehen ist. Das ist der Umkreis eines solchen Abends, den keine Statistik führt: die, die daneben standen und die es ihr Leben lang mit sich herumtragen werden.
Ihren Namen kenne ich nicht. Wenn er veröffentlicht wird, steht er ein paar Tage in Meldungen, gefolgt von einer Altersangabe und einem Beruf, bis ihn die nächste Meldung überschreibt. Ich habe dieses Wochenende damit zugebracht, Absätze zu zerlegen und Meldungsarchitekturen zu vermessen, während in einem Berliner Krankenhaus Angehörige gesessen haben, denen jede einzelne meiner Beobachtungen vollkommen gleichgültig gewesen wäre. Das entwertet die Analyse nicht. Es setzt sie an ihren Platz, und der ist weiter hinten, als es sich beim Schreiben anfühlt.
Ich weiß nicht, was dieser Frau geschuldet ist. Ganz sicher kein Programm und keine Forderung, die ihren Tod als Anlauf benutzt. Vielleicht nur, dass irgendwo jemand an sie denkt, ohne dabei an etwas anderes zu denken.
Euer Rainer Taufertshöfer
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| 8 | #Kommentar
Teil 2 von 3
Einzelfall, psychisch auffällig, Ermittlungen dauern an
Im ersten Teil ging es um die Routine, mit der ein solcher Abend abgearbeitet wird. Hier geht es um die Zahl, die in dieser Woche von allen Seiten gebraucht und von allen Seiten falsch gelesen wird.
Was stabil heißt
Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für 2025 in Deutschland 29.243 Messerangriffe aus, darunter 994 versuchte oder vollendete Tötungsdelikte mit dem Tatmittel Messer. Knapp tausend Menschen in einem Jahr, denen jemand mit einem Messer nach dem Leben getrachtet hat.
Dieser Wert liegt seit Jahren dort, wo er jetzt liegt. Er steigt nicht dramatisch, er fällt nicht, er hält sich. In der Sprache der Lagebilder heißt das stabil, und wer den Zusammenhang nicht kennt, hört darin eine Entwarnung. Es ist die exakte Gegenaussage. Stabil bedeutet: eingependelt, Normalzustand, wird nicht mehr abgestellt, sondern beobachtet.
Genau hier greifen beide Lager daneben. Die eine Seite braucht die Explosion, behauptet sie gegen die Daten und verliert die Debatte an den erstbesten Faktencheck. Die andere nimmt die Stabilität und verkauft sie als Beruhigung. Beide streiten über die Steigung der Kurve, niemand über ihre Höhe. Dass tausend versuchte Tötungen im Jahr eine hinnehmbare Größe seien, hat nie jemand beschlossen. Es hat sich ergeben, und Ergebnisse dieser Art werden nicht abgestimmt.
Die Verwendbarkeit der Toten
Die Getöteten haben eine Halbwertszeit von etwa einer Woche. So lange tragen sie einen Vornamen und ein Alter, danach sind sie eine Zahl im Nachsatz und ein Argument im Streit anderer Leute. Der eine braucht sie als Beleg für die angegriffene Weltoffenheit, der andere als Beleg für das Versagen, das er seit Jahren vorhergesagt hat. Beide wollen von dem toten Menschen nichts wissen außer, wofür er sich verwenden lässt.
Angehörige finden gelegentlich Gehör. Ein Interview, ein Jahrestag, ein Antrag, dem man ansieht, dass er zur Ablehnung geschrieben wurde. Politische Wirkung entfaltet das nie. Nicht selten. Nie. Wer nach einem solchen Verlust erwartet, dass sein Fall etwas verändert, wird ein zweites Mal beschädigt, diesmal von der Institution, an die er sich gewandt hat.
Am Wochenende standen in Berlin nach Polizeiangaben mehr als 250 Zufahrtschutzelemente rund um den Tiergarten, rund um die Uhr bewacht. Ein Fahrzeug ist trotzdem hineingelangt. Man wird die Zahl der Poller erhöhen. Das ist die Form, die Konsequenz in diesem Land annimmt: eine Maßnahme, die sich fotografieren lässt.
Was diese Langsamkeit bedeutet, zeigt sich allerdings erst im Vergleich. Es gibt Bereiche, in denen derselbe Apparat keine Sekunde zögert.
Weiter in Teil drei. | 1 092 |
| 9 | #Kommentar
Teil 2 von 2
Einzelfalle, psychisch auffällig, Ermittlungen dauern an
Im ersten Teil ging es um die Routine, mit der ein solcher Abend abgearbeitet wird. Hier geht es um das, was übrig bleibt, wenn sie durchgelaufen ist.
Was stabil heißt
Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für 2025 in Deutschland 29.243 Messerangriffe aus, darunter 994 versuchte oder vollendete Tötungsdelikte mit dem Tatmittel Messer. Knapp tausend Menschen in einem Jahr, denen jemand mit einem Messer nach dem Leben getrachtet hat.
Dieser Wert liegt seit Jahren dort, wo er jetzt liegt. Er steigt nicht dramatisch, er fällt nicht, er hält sich. In der Sprache der Lagebilder heißt das stabil, und wer den Zusammenhang nicht kennt, hört darin eine Entwarnung. Es ist die exakte Gegenaussage. Stabil bedeutet: eingependelt, Normalzustand, wird nicht mehr abgestellt, sondern beobachtet.
Genau hier greifen beide Lager daneben. Die eine Seite braucht die Explosion, behauptet sie gegen die Daten und verliert die Debatte an den erstbesten Faktencheck. Die andere nimmt die Stabilität und verkauft sie als Beruhigung. Beide streiten über die Steigung der Kurve, niemand über ihre Höhe. Dass tausend versuchte Tötungen im Jahr eine hinnehmbare Größe seien, hat nie jemand beschlossen. Es hat sich ergeben, und Ergebnisse dieser Art werden nicht abgestimmt.
Die Verwendbarkeit der Toten
Die Getöteten haben eine Halbwertszeit von etwa einer Woche. So lange tragen sie einen Vornamen und ein Alter, danach sind sie eine Zahl im Nachsatz und ein Argument im Streit anderer Leute. Der eine braucht sie als Beleg für die angegriffene Weltoffenheit, der andere als Beleg für das Versagen, das er seit Jahren vorhergesagt hat. Beide wollen von dem toten Menschen nichts wissen außer, wofür er sich verwenden lässt.
Angehörige finden gelegentlich Gehör. Ein Interview, ein Jahrestag, ein Antrag, dem man ansieht, dass er zur Ablehnung geschrieben wurde. Politische Wirkung entfaltet das nie. Nicht selten. Nie. Wer nach einem solchen Verlust erwartet, dass sein Fall etwas verändert, wird ein zweites Mal beschädigt, diesmal von der Institution, an die er sich gewandt hat.
Am Wochenende standen in Berlin nach Polizeiangaben mehr als 250 Zufahrtschutzelemente rund um den Tiergarten, rund um die Uhr bewacht. Ein Fahrzeug ist trotzdem hineingelangt. Man wird die Zahl der Poller erhöhen. Das ist die Form, die Konsequenz in diesem Land annimmt: eine Maßnahme, die sich fotografieren lässt.
Die Asymmetrie
Was Menschen zermürbt, ist nicht die Gewalt allein. Es ist die Beobachtung, dass derselbe Apparat, der bei der Sicherung eines Parks langsam ist, bei der Erfassung seiner eigenen Bürger außerordentlich schnell wird. Bei der Chatkontrolle, bei Meldestellen, bei der fortlaufenden Ausdehnung dessen, was als Gefährdung des Diskurses gilt, finden sich Tempo, Personal und Rechtsgrundlage in bemerkenswerter Geschwindigkeit. Bei der Frage, wie ein Mann, der im Mai aus dem Arrest kommt, im Juli einen Transporter mietet, finden sie sich nicht.
Man muss daraus keine Absicht konstruieren. Institutionen handeln schnell, wo Handeln ihnen Zuständigkeit einbringt, und langsam, wo Handeln ein Eingeständnis voraussetzt. Ein Eingeständnis zur Sicherheitsarchitektur wäre teuer und würde Karrieren kosten. Eine Sprachregelung kostet nichts und schützt alle Beteiligten gleichzeitig. Es braucht keine Verschwörung, wo die Interessen ohnehin in dieselbe Richtung zeigen.
Wer sich allein gelassen fühlt, fühlt insofern richtig. Nicht weil ihn jemand verlassen hätte, sondern weil er gelernt hat, dass sein Erschrecken keine Adresse hat. Er darf es äußern. Es wird registriert, einem Lager zugeordnet, dessen Mitglied er nie werden wollte, und damit ist es erledigt. Nicht widerlegt. Erledigt.
Bleibt die Frau. Über sie ist nichts bekannt außer, dass sie an einem Samstagabend im Tiergarten war und den Sonntag nicht mehr erlebt hat. Sie ist in Höhe der Lennéstraße gestorben, an der Stelle, an der sie getroffen wurde, so schwer verletzt, dass niemand mehr rechtzeitig bei ihr sein konnte. | 1 |
| 10 | Den ganzen Tag über hatten Hunderttausende in dieser Stadt gefeiert, und sie war eine davon, jemand, der morgens aus dem Haus gegangen ist, um einen guten Tag zu haben, und der das an diesem Tag auch hatte, bis kurz nach zweiundzwanzig Uhr.
In einem Zelt am Rand der Absperrung haben Sanitäter in dieser Nacht dreißig Menschen betreut, die keine einzige Verletzung hatten. Sie hatten nur gesehen, was geschehen ist. Das ist der Umkreis eines solchen Abends, den keine Statistik führt: die, die daneben standen und die es ihr Leben lang mit sich herumtragen werden.
Ihren Namen kenne ich nicht. Wenn er veröffentlicht wird, steht er ein paar Tage in Meldungen, gefolgt von einer Altersangabe und einem Beruf, bis ihn die nächste Meldung überschreibt. Ich habe dieses Wochenende damit zugebracht, Absätze zu zerlegen und Meldungsarchitekturen zu vermessen, während in einem Berliner Krankenhaus Angehörige gesessen haben, denen jede einzelne meiner Beobachtungen vollkommen gleichgültig gewesen wäre. Das entwertet die Analyse nicht. Es setzt sie an ihren Platz, und der ist weiter hinten, als es sich beim Schreiben anfühlt.
Ich weiß nicht, was dieser Frau geschuldet ist. Ganz sicher kein Programm und keine Forderung, die ihren Tod als Anlauf benutzt. Vielleicht nur, dass irgendwo jemand an sie denkt, ohne dabei an etwas anderes zu denken.
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| 11 | #Kommentar
Teil 1 von 2
Einzelfall, psychisch auffällig, Ermittlungen dauern an
Sie werden es längst bemerkt haben. Seit Samstagnacht arbeitet der Apparat. Jeder Kanal, jede Redaktion, jede Kommentarspalte, und die alternativen Medien nicht langsamer als die anderen, sondern schneller, weil sie weniger zu verlieren haben. Eine Frau ist tot, sechzehn Menschen sind verletzt, drei davon lebensgefährlich, und die Fahrerfrage war noch nicht geklärt, da lagen die Deutungen bereits fertig auf dem Tisch. Sie lagen dort schon vorher. Sie warten immer, sie warten nur auf den nächsten Fall, in den sie hineinpassen.
Und man kann den Rest mitschreiben, bevor er stattfindet. Die Nacht, in der niemand etwas weiß und trotzdem alle sprechen. Der Satz von der Attacke auf unsere offene Gesellschaft. Die Frage nach dem Motiv, die eine Frage nach der Herkunft ist, und die Antwort, dass zu Motiven derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen. Dann, nach zwei bis vier Tagen, die Einordnung. Sie lautet in der Regel: ein Mann. Oder: ein psychisch auffälliger Mann. Damit ist die Sache erklärt, und was erklärt ist, muss nicht mehr verhandelt werden.
Beide Formeln leisten dasselbe. Wer sagt, es seien eben Männer, macht aus der Tat eine anthropologische Konstante, und Konstanten sind kein politischer Gegenstand, man kann sie beklagen, aber nicht ändern. Wer sagt, der Täter sei krank gewesen, verschiebt die Tat aus dem Bereich der Entscheidung in den Bereich der Diagnose, und Diagnosen kennen keine Verantwortung, sie kennen Verläufe. Am Ende ist niemand zuständig. Das ist nicht der Nebeneffekt dieser Erklärungen, das ist ihr Zweck.
Wie selektiv das gehandhabt wird, sieht man an den Fällen, in denen es niemandem einfiele. Wer eine Synagoge angreift, gilt nicht als verwirrt, sondern als Täter mit einer Ideologie. Die Bereitschaft, Krankheit gelten zu lassen, richtet sich erkennbar danach, welche Schlussfolgerung sonst im Raum stünde. Man wählt die Erklärung nicht nach ihrer Wahrscheinlichkeit, sondern nach ihrer Folgenlosigkeit.
Die Choreografie
Was dann kommt, läuft so verlässlich ab, dass man einen Kalender danach stellen könnte. Tag eins die Bestürzung, aus allen Richtungen gleichzeitig. Tag zwei Blumen und ein Fototermin dazu, ein Ministerbesuch, wir lassen uns nicht spalten. Tag drei die Ankündigung einer Prüfung, denn geprüft wird immer. Woche eins die Sondersitzung, Woche zwei die hinteren Seiten, Woche drei ist es weg.
Nach ein bis zwei Monaten folgt die Konsequenz, meist eine Verschärfung, die auf den konkreten Fall nachweislich keine Anwendung gefunden hätte. Ein halbes Jahr später zeigt sich, wen sie tatsächlich trifft: überwiegend Leute, die noch nie jemanden angegriffen haben. Das ist kein Versagen. Das ist eine eingespielte Routine, deren Zweck nicht die Verhinderung der nächsten Tat ist, sondern die Beendigung der Erregung über die letzte. Der Druck steigt, der Druck fällt, alles läuft weiter wie vorher, nur mit einem Gesetz mehr im Rücken des unbescholtenen Bürgers.
In dieser Woche wird trotzdem verhandelt werden, und im Zentrum steht eine Zahl. Beide Lager werden sie brauchen. Beide werden sie falsch lesen, und zwar auf eine Weise, die man vorhersagen kann.
Weiter in Teil zwei. | 1 478 |
| 12 | Vielleicht nur, dass irgendwo jemand an sie denkt, ohne dabei an etwas anderes zu denken.
Euer Rainer Taufertshöfer
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| 13 | #Sonntagskommentar
Einzelfall, psychisch auffällig, Ermittlungen dauern an
Sie werden es längst bemerkt haben. Seit Samstagnacht arbeitet der Apparat. Jeder Kanal, jede Redaktion, jede Kommentarspalte, und die alternativen Medien nicht langsamer als die anderen, sondern schneller, weil sie weniger zu verlieren haben. Eine Frau ist tot, sechzehn Menschen sind verletzt, drei davon lebensgefährlich, und die Fahrerfrage war noch nicht geklärt, da lagen die Deutungen bereits fertig auf dem Tisch. Sie lagen dort schon vorher. Sie warten immer, sie warten nur auf den nächsten Fall, in den sie hineinpassen.
Und man kann den Rest mitschreiben, bevor er stattfindet. Die Nacht, in der niemand etwas weiß und trotzdem alle sprechen. Der Satz von der Attacke auf unsere offene Gesellschaft. Die Frage nach dem Motiv, die eine Frage nach der Herkunft ist, und die Antwort, dass zu Motiven derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen. Dann, nach zwei bis vier Tagen, die Einordnung. Sie lautet in der Regel: ein Mann. Oder: ein psychisch auffälliger Mann. Damit ist die Sache erklärt, und was erklärt ist, muss nicht mehr verhandelt werden.
Beide Formeln leisten dasselbe. Wer sagt, es seien eben Männer, macht aus der Tat eine anthropologische Konstante, und Konstanten sind kein politischer Gegenstand, man kann sie beklagen, aber nicht ändern. Wer sagt, der Täter sei krank gewesen, verschiebt die Tat aus dem Bereich der Entscheidung in den Bereich der Diagnose, und Diagnosen kennen keine Verantwortung, sie kennen Verläufe. Am Ende ist niemand zuständig. Das ist nicht der Nebeneffekt dieser Erklärungen, das ist ihr Zweck.
Wie selektiv das gehandhabt wird, sieht man an den Fällen, in denen es niemandem einfiele. Wer eine Synagoge angreift, gilt nicht als verwirrt, sondern als Täter mit einer Ideologie. Die Bereitschaft, Krankheit gelten zu lassen, richtet sich erkennbar danach, welche Schlussfolgerung sonst im Raum stünde. Man wählt die Erklärung nicht nach ihrer Wahrscheinlichkeit, sondern nach ihrer Folgenlosigkeit.
Die Choreografie
Was dann kommt, läuft so verlässlich ab, dass man einen Kalender danach stellen könnte. Tag eins die Bestürzung, aus allen Richtungen gleichzeitig. Tag zwei Blumen und ein Fototermin dazu, ein Ministerbesuch, wir lassen uns nicht spalten. Tag drei die Ankündigung einer Prüfung, denn geprüft wird immer. Woche eins die Sondersitzung, Woche zwei die hinteren Seiten, Woche drei ist es weg.
Nach ein bis zwei Monaten folgt die Konsequenz, meist eine Verschärfung, die auf den konkreten Fall nachweislich keine Anwendung gefunden hätte. Ein halbes Jahr später zeigt sich, wen sie tatsächlich trifft: überwiegend Leute, die noch nie jemanden angegriffen haben. Das ist kein Versagen. Das ist eine eingespielte Routine, deren Zweck nicht die Verhinderung der nächsten Tat ist, sondern die Beendigung der Erregung über die letzte. Der Druck steigt, der Druck fällt, alles läuft weiter wie vorher, nur mit einem Gesetz mehr im Rücken des unbescholtenen Bürgers.
Was stabil heißt
Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für 2025 in Deutschland 29.243 Messerangriffe aus, darunter 994 versuchte oder vollendete Tötungsdelikte mit dem Tatmittel Messer. Knapp tausend Menschen in einem Jahr, denen jemand mit einem Messer nach dem Leben getrachtet hat.
Dieser Wert liegt seit Jahren dort, wo er jetzt liegt. Er steigt nicht dramatisch, er fällt nicht, er hält sich. In der Sprache der Lagebilder heißt das stabil, und wer den Zusammenhang nicht kennt, hört darin eine Entwarnung. Es ist die exakte Gegenaussage. Stabil bedeutet: eingependelt, Normalzustand, wird nicht mehr abgestellt, sondern beobachtet.
Genau hier greifen beide Lager daneben. Die eine Seite braucht die Explosion, behauptet sie gegen die Daten und verliert die Debatte an den erstbesten Faktencheck. Die andere nimmt die Stabilität und verkauft sie als Beruhigung. Beide streiten über die Steigung der Kurve, niemand über ihre Höhe. Dass tausend versuchte Tötungen im Jahr eine hinnehmbare Größe seien, hat nie jemand beschlossen. | 1 |
| 14 | Es hat sich ergeben, und Ergebnisse dieser Art werden nicht abgestimmt.
Die Verwendbarkeit der Toten
Die Getöteten haben eine Halbwertszeit von etwa einer Woche. So lange tragen sie einen Vornamen und ein Alter, danach sind sie eine Zahl im Nachsatz und ein Argument im Streit anderer Leute. Der eine braucht sie als Beleg für die angegriffene Weltoffenheit, der andere als Beleg für das Versagen, das er seit Jahren vorhergesagt hat. Beide wollen von dem toten Menschen nichts wissen außer, wofür er sich verwenden lässt.
Angehörige finden gelegentlich Gehör. Ein Interview, ein Jahrestag, ein Antrag, dem man ansieht, dass er zur Ablehnung geschrieben wurde. Politische Wirkung entfaltet das nie. Nicht selten. Nie. Wer nach einem solchen Verlust erwartet, dass sein Fall etwas verändert, wird ein zweites Mal beschädigt, diesmal von der Institution, an die er sich gewandt hat.
Am Wochenende standen in Berlin nach Polizeiangaben mehr als 250 Zufahrtschutzelemente rund um den Tiergarten, rund um die Uhr bewacht. Ein Fahrzeug ist trotzdem hineingelangt. Man wird die Zahl der Poller erhöhen. Das ist die Form, die Konsequenz in diesem Land annimmt: eine Maßnahme, die sich fotografieren lässt.
Die Asymmetrie
Was Menschen zermürbt, ist nicht die Gewalt allein. Es ist die Beobachtung, dass derselbe Apparat, der bei der Sicherung eines Parks langsam ist, bei der Erfassung seiner eigenen Bürger außerordentlich schnell wird. Bei der Chatkontrolle, bei Meldestellen, bei der fortlaufenden Ausdehnung dessen, was als Gefährdung des Diskurses gilt, finden sich Tempo, Personal und Rechtsgrundlage in bemerkenswerter Geschwindigkeit. Bei der Frage, wie ein Mann, der im Mai aus dem Arrest kommt, im Juli einen Transporter mietet, finden sie sich nicht.
Man muss daraus keine Absicht konstruieren. Institutionen handeln schnell, wo Handeln ihnen Zuständigkeit einbringt, und langsam, wo Handeln ein Eingeständnis voraussetzt. Ein Eingeständnis zur Sicherheitsarchitektur wäre teuer und würde Karrieren kosten. Eine Sprachregelung kostet nichts und schützt alle Beteiligten gleichzeitig. Es braucht keine Verschwörung, wo die Interessen ohnehin in dieselbe Richtung zeigen.
Wer sich allein gelassen fühlt, fühlt insofern richtig. Nicht weil ihn jemand verlassen hätte, sondern weil er gelernt hat, dass sein Erschrecken keine Adresse hat. Er darf es äußern. Es wird registriert, einem Lager zugeordnet, dessen Mitglied er nie werden wollte, und damit ist es erledigt. Nicht widerlegt. Erledigt.
Bleibt die Frau. Über sie ist nichts bekannt außer, dass sie an einem Samstagabend im Tiergarten war und den Sonntag nicht mehr erlebt hat. Sie ist in Höhe der Lennéstraße gestorben, an der Stelle, an der sie getroffen wurde, so schwer verletzt, dass niemand mehr rechtzeitig bei ihr sein konnte. Den ganzen Tag über hatten Hunderttausende in dieser Stadt gefeiert, und sie war eine davon, jemand, der morgens aus dem Haus gegangen ist, um einen guten Tag zu haben, und der das an diesem Tag auch hatte, bis kurz nach zweiundzwanzig Uhr.
In einem Zelt am Rand der Absperrung haben Sanitäter in dieser Nacht dreißig Menschen betreut, die keine einzige Verletzung hatten. Sie hatten nur gesehen, was geschehen ist. Das ist der Umkreis eines solchen Abends, den keine Statistik führt: die, die daneben standen und die es ihr Leben lang mit sich herumtragen werden.
Ihren Namen kenne ich nicht. Wenn er veröffentlicht wird, steht er ein paar Tage in Meldungen, gefolgt von einer Altersangabe und einem Beruf, bis ihn die nächste Meldung überschreibt. Ich habe dieses Wochenende damit zugebracht, Absätze zu zerlegen und Meldungsarchitekturen zu vermessen, während in einem Berliner Krankenhaus Angehörige gesessen haben, denen jede einzelne meiner Beobachtungen vollkommen gleichgültig gewesen wäre. Das entwertet die Analyse nicht. Es setzt sie an ihren Platz, und der ist weiter hinten, als es sich beim Schreiben anfühlt.
Ich weiß nicht, was dieser Frau geschuldet ist. Ganz sicher kein Programm und keine Forderung, die ihren Tod als Anlauf benutzt. | 1 |
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| 16 | [1/12] Chronisch erschöpft – obwohl Ihr Blutbild „normal“ ist?
Viele Menschen schildern mir das gleiche Muster:
🔘 anhaltende Müdigkeit,
🔘 Erschöpfung schon nach kleinen Belastungen,
🔘 Konzentrationsprobleme,
🔘 Reizbarkeit und Schlafstörungen.
Und dennoch heißt es im Arztgespräch: „Alle Werte im Normbereich – Sie sind gesund.“ Oft folgt dann der Stempel psychosomatisch.
Doch hier liegt der Denkfehler: Energie ist ein Systemphänomen.
Es reicht nicht, einzelne Laborparameter isoliert zu betrachten – man muss verstehen, wie Stressachse, Schilddrüse und Mitochondrien ineinandergreifen.
Warum das Standardlabor oft nichts „findet“
🔘 Cortisol: wird tagesrhythmisch ausgeschüttet. Eine Momentaufnahme (z. B. 8 Uhr morgens) kann unauffällig sein, während der Verlauf über den Tag längst entgleist ist. Entscheidend ist also nicht die Höhe eines Einzelwerts, sondern die Kurve.
🔘 TSH: ist kein feinfühliger Marker für die Schilddrüsenleistung. Viel aussagekräftiger sind fT3, fT4, Körpertemperaturverläufe und vegetative Zeichen.
🔘 Mitochondrien: die zellulären Kraftwerke werden in keinem Standardblutbild erfasst. Defizite bei Q10, Magnesium, Eisen oder B-Vitamine sind typische „unsichtbare“ Ursachen für Erschöpfung.
🔘 Symptome sind Signale. Wenn der Körper sagt: „Ich kann nicht mehr“, dann steckt meist eine funktionelle Dysregulation dahinter – kein Hirngespinst.
Mein diagnostischer Ansatz
Ich verlasse mich nicht auf pauschale Routinelabore, sondern arbeite mit:
🔘 detaillierter Anamnese (Schlafqualität, Belastbarkeit, Stress- und Ernährungsmuster),
🔘 Irisdiagnose, um genetische und konstitutionelle Schwachstellen sichtbar zu machen,
🔘 Dunkelfeldmikroskopie, um das Blut im dynamischen Bild zu sehen – mit Hinweisen auf Regulationsblockaden, Belastungen und Milieustörungen.
Diese Verfahren zeigen genau jene Übergangszustände, die in der konventionellen Diagnostik unsichtbar bleiben.
Naturheilkundlicher Blick auf Energie
🔘 Stressachse (Gehirn–Nebenniere): Dauerstress feuert Cortisol und Adrenalin permanent hoch – das erschöpft die Regulation.
🔘 Schilddrüse: zu träge = Energiemangel, kompensiert über Stresshormone. Zu aktiv = Überlastung, die auf Dauer ebenso erschöpft.
🔘 Mitochondrien: ohne ATP keine körperliche und geistige Leistung – hier entscheidet die Versorgung mit Nährstoffen, Sauerstoff und die Freiheit von chronischen Entzündungsprozessen.
Quintessenz
Wenn also das Blutbild „nichts zeigt“ und die Symptome dennoch massiv sind, dann ist das kein Beweis für „Einbildung“. Es ist vielmehr ein Hinweis darauf, dass die Verzahnung der Systeme aus dem Takt geraten ist. Genau dort setzt meine Forschung und mein Konzept an.
Persönliche Begleitung statt Industriemärchen
Ich zeige Ihnen, wie Sie ein bewusstes Lebensstil-Setup etablieren und echte Resilienz aufbauen – jenseits von Pillenpropaganda, Gesundheitsillusionen und Halbwissens-Foren.
Kontakt:
Rainer Taufertshöfer
Heilpraktiker · Medizinjournalist · Forscher · Fachbuchautor
📞 05536 – 2353056
✉️ info@forschungsseminare.de
🌐 www.forschungsseminare.de
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Hinweis:
Die hier dargestellten Inhalte basieren auf meinen langjährigen Recherchen, Praxisbeobachtungen und meiner Arbeit als Forscher, Entwickler und Medizinjournalist. Sie dienen der Information und Orientierung – nicht der Diagnose oder Therapie im medizinisch-rechtlichen Sinn.
Jeder Mensch ist individuell, und keine Aussage ersetzt eine persönliche Untersuchung oder Beratung durch einen qualifizierten Fachkundigen. | 789 |
| 17 | Ein Wort des Dankes — und eine Empfehlung.
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Wie viel das wert ist, hat sich in den letzten Tagen gezeigt.
Bei einem Routinescan meines Hosters wurde auf der Seite eine eingeschleuste Datei gefunden — eine Hintertür, über die ein Angreifer aus der Ferne hätte handeln können. Der Hoster hat die Domain daraufhin sofort gesperrt. Und das war richtig so. Eine gesperrte Seite ist mir tausendmal lieber als eine, die unbemerkt weiterläuft.
Shadi hat noch am selben Mittag angefangen. Und er hat zuerst die Logdaten gesichert — bevor irgendetwas bereinigt wurde. Das ist der Punkt, an dem die meisten den Fehler machen: schnell löschen, Seite läuft wieder, aber niemand kann anschließend noch belegen, was passiert ist. Dank dieser Daten steht zweifelsfrei fest: Es sind keinerlei Kundendaten abgeflossen. Zwei erfolglose Anmeldeversuche, mehr nicht.
Danach die vollständige Bereinigung: System neu aufgesetzt, sämtliche Zugangsdaten getauscht, Datenbank geprüft, die verwundbare Komponente ersatzlos entfernt.
Gestern Abend hat er mich nach elf Uhr noch angerufen, um mir den Stand durchzugeben. Nicht, weil ich das verlangt hätte. Sondern weil er wusste, dass ich sonst schlecht schlafe. Er hat sich wirklich voll ins Zeug gelegt.
Die Seite läuft wieder — sauber.
Deshalb hier ganz ausdrücklich: Danke, Shadi.
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Ich habe von dieser Empfehlung keinerlei Vorteil. Ich schreibe sie, weil gute Arbeit sichtbar werden sollte. | 1 056 |
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Ich habe von dieser Empfehlung keinerlei Vorteil. Ich schreibe sie, weil gute Arbeit sichtbar werden sollte. | 1 |
| 19 | Die Energie, die Ihr Herz schlagen und Ihr Gehirn denken lässt, entsteht in Organellen, die einst eigenständige Bakterien waren.
Was bedeutet das für unser Verständnis vom Menschen?
https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/die-goettliche-matrix-eine-erneute-betrachtung | 1 591 |
| 20 | Sie glauben, Sie seien Ihr Körper?
Zehn Befunde aus harter Wissenschaft sagen etwas anderes. Wischen Sie durch. Fünf davon hier, alle zehn im Artikel.
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Euer Rainer Taufertshöfer | 1 612 |
