Zeit-fuer-einen-Mutausbruch
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Ich bin auf dem Jakobsweg 840 Km von Irun nach Santiago gelaufen, an die Algarve ausgewandert und biete Klangschalen Massagen und Retreats bei mir an
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Blogbeitrag
Die Wahl, die keine politische Wahl ist
Heute Morgen war ich kurz auf Facebook.
Eigentlich ohne besondere Absicht. Ich landete bei dem Beitrag einer jungen Frau, die erklärte, warum sie am Wochenende eine bestimmte Partei wählen wird.
Soweit so gut.
Ich habe den Beitrag gelesen und bin dann, wie das bei Facebook eben so ist, aus reiner Neugier weiter in die Kommentare gerutscht.
Und plötzlich fühlte es sich an, als wäre ich in eine andere Welt geraten.
Nicht, weil dort „schlechte“ oder „dumme“ Menschen geschrieben hätten. Das wäre mir viel zu einfach. Sondern weil ich beim Lesen immer deutlicher wahrgenommen habe, wie unterschiedlich Menschen offenbar ihre Wirklichkeit erleben.
Da waren Wut, Angst, Empörung, Schuldzuweisungen, Feindbilder, Überzeugungen und die absolute Gewissheit darüber, wer die Guten und wer die Bösen sind.
Menschen, die sich gegenseitig bekämpfen, während jeder Einzelne davon überzeugt ist, die Realität zu erkennen.
Und irgendwann hatte ich dieses eigenartige Gefühl:
Vielleicht schauen wir alle auf dieselbe Welt und leben trotzdem in völlig unterschiedlichen Welten.
Auf verschiedenen Zeitlinien
Man könnte es psychologisch erklären.
Man könnte von Wahrnehmungsfiltern sprechen, von Prägungen, Glaubenssätzen, Algorithmen oder Gruppendynamiken.
Oder man benutzt eine spirituellere Sprache und spricht von unterschiedlichen Bewusstseinsebenen, Zeitlinien oder der Matrix.
Als Bild für die vielen Schichten, die zwischen uns und der Wirklichkeit liegen.
Wir wachsen in bestimmte Vorstellungen hinein.
Wir übernehmen Meinungen.
Wir lernen, was richtig und falsch ist.
Wir entwickeln Identitäten.
Wir entscheiden irgendwann, zu welcher Gruppe wir gehören.
Und dann beginnen wir, die Welt durch genau diesen Filter zu betrachten.
Was nicht hineinpasst, wird abgelehnt.
Was die eigene Sicht bestätigt, wird gesucht.
Und je stärker wir uns mit unserer Position identifizieren, desto realer erscheint uns diese Position.
Der Schleier wird zum Himmel.
Wir sehen nicht mehr, dass wir durch einen Schleier schauen.
Wir sehen nur noch das, was hinter ihm liegt.
Menschen kämpfen auf den unteren Ebenen der Matrix
Während ich diese Kommentare las, musste ich an die Vorstellung verschiedener Schleier denken.
Vielleicht gibt es nicht die eine Matrix.
Vielleicht besteht sie aus unzähligen Schichten.
Eine Schicht ist die politische Identität.
Eine andere die Angst.
Eine andere das Bedürfnis nach Sicherheit.
Eine andere das Bedürfnis, recht zu haben.
Eine andere die Identifikation mit einer Nation, einer Religion, einer Ideologie oder einer gesellschaftlichen Gruppe.
Und darunter liegen vielleicht noch viel subtilere Schichten.
Die Vorstellung davon, wer ich bin.
Was ich verdient habe.
Was möglich ist.
Was unmöglich ist.
Was ich glauben darf.
Wer ich sein darf.
Wovor ich Angst haben muss.
Wen ich lieben darf.
Wen ich ablehnen muss.
Und manchmal habe ich den Eindruck, dass Menschen sich innerhalb dieser Schichten gegenseitig zerfleischen, ohne überhaupt zu bemerken, dass sie sich innerhalb eines Systems von Überzeugungen bewegen.
Sie halten ihre Wahrnehmung für die Wirklichkeit.
Dabei ist sie vielleicht nur ein Ausschnitt.
Ein Filter.
Ein Schleier.
Und dann kommt die Falle
An dieser Stelle lauert allerdings eine sehr interessante Falle.
Denn sobald ich erkenne, dass andere Menschen in ihren Schleiern gefangen sein könnten, entsteht sehr schnell ein neues Ego.
Dann denke ich vielleicht:
Ich habe es verstanden. Die anderen noch nicht.
Ich bin erwacht.
Sie schlafen.
Ich sehe die Matrix.
Sie sind darin gefangen.
Ich befinde mich auf einer höheren Bewusstseinsebene.
Und genau hier beginnt für mich die eigentliche Arbeit.
Denn was, wenn auch das nur ein weiterer Schleier ist?
Was, wenn der Gedanke, „weiter“ zu sein als andere, selbst eine Form von Identifikation ist?
Deshalb möchte ich mich nicht erheben.
Nicht über Menschen, die anders denken als ich.
Nicht über Menschen, die bestimmte Dinge noch nicht sehen.
Hab noch ein kleines Video von gestern Abend für Euch. 🌅✨
Diese Aufnahmen sind gegen 20:30 Uhr bei uns am Praia Monte Clérigo entstanden. Ein Ort, den ich einfach als magisch empfinde. Und tatsächlich sieht es hier fast jeden Abend so aus. Trotzdem berührt es mich immer wieder aufs Neue ganz tief.
Von genau hier aus möchte ich in den nächsten Tagen auch mal einen ersten Livechat mit Euch starten.
Im Livechat könnt Ihr mir Fragen stellen rund um die Algarve, das Thema Auswandern, Pilgern, die Wahrnehmung aktueller Energien und vieles mehr. 🌿
Wenn Ihr mögt, könnt Ihr mir Eure Fragen auch schon im Vorfeld schicken. Dann kann ich sie im Livechat aufgreifen oder je nach Thema auch mal ausführlicher separat beantworten bzw. einen eigenen Beitrag dazu machen.
Bom Dia,
Wie oft denkst du an den Strand?
Wünsche um bom fim de semana (ein schönes Ende der Woche)
Portugiesische Kultur: 🇵🇹
Por favor, aguarde aqui antes de se sentar.
(Bitte warten Sie hier, bevor Sie sich setzen.)
In Portugal begegnet einem dieser Hinweis tatsächlich recht häufig – besonders in kleineren, gut besuchten Restaurants oder Cafés.
Statt einfach einen freien Tisch zu nehmen, wartet man kurz am Eingang, bis das Personal einen Tisch zuweist.
Kurz gesagt: Reinkommen, kurz am Eingang warten, freundlich schauen und dann wird man zum Tisch begleitet. 😊
🌊 Hättet ihr mal Lust auf einen Livechat? 😁
Ich würde mir dafür ein schönes Plätzchen an den Klippen suchen und dann einfach live gehen. 🌅
Wenn ich es richtig recherchiert habe, bekommt ihr vorher eine entsprechende Info und könnt dann selbst entscheiden, ob ihr teilnehmen möchtet oder nicht. Soweit ich verstanden habe, seht ihr mich live, die anderen Kanalmitglieder aber nicht gegenseitig.
Ihr könntet währenddessen live Fragen stellen, etwas von euch erzählen oder einfach dabei sein. Ich kann mitlesen und dann spontan entscheiden, worauf ich eingehen kann und möchte.
Was den Zeitpunkt angeht, würde ich wahrscheinlich eher kurzfristig entscheiden, wann ich online gehe. Ich kann es aber wohl so einstellen, dass ihr beispielsweise eine Stunde vorher informiert werdet.
Also, hätte jemand von euch Lust darauf oder können wir dieses Tool getrost ungetestet lassen? 😂
Ich bin gespannt, was ihr sagt!
Vielleicht fragt ihr euch, warum ich heute ausgerechnet diesen „traurigen“ Song gewählt habe. ❤️
Gestern Abend am Strand ging er mir plötzlich durch den Kopf und obwohl es in „All I Want“ um Sehnsucht und verlorene Liebe geht, hat er sich für mich in diesem Moment überhaupt nicht traurig angefühlt.
Manchmal passt ein Lied eben nicht wegen seiner Geschichte, sondern wegen des Gefühls, das es in uns auslöst. Und gestern hat es sich einfach vollkommen richtig angefühlt.
https://youtu.be/jGUASAxXwg4?is=nwGsrwP-Rwm0L2yx
Sondern einfach, weil du die Möglichkeit offenlässt.
Vielleicht ist die Absage eine Umleitung.
Vielleicht ist die Verzögerung genau richtig.
Vielleicht führt dich ein Verlust irgendwohin, wo du sonst niemals hingekommen wärst.
Vielleicht wirst du durch eine schwierige Erfahrung zu einem Menschen, der du ohne sie niemals geworden wärst.
Und vielleicht wirst du manches davon niemals verstehen.
Ich weiß es nicht.
Aber wenn wir schon nicht wissen können, welche Geschichte am Ende wahr sein wird, warum sollten wir dann automatisch die schlimmste wählen?
Was wäre, wenn alles zu deinem Besten passiert?
Vielleicht ist es nicht die Wahrheit.
Aber vielleicht ist es eine verdammt schöne Art, das Leben für einen Moment zu betrachten.
Blogbeitrag
Die folgenden Zeilen habe ich gestern Abend, noch ganz beseelt von diesem wundervollen Strandbesuch und dem besonderen Gefühl dieses Moments, geschrieben. ❤️🌊☀️
Was, wenn alles zu meinem Besten passiert?
Ich weiß es nicht.
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Satz, mit dem ich diesen Text beginnen kann.
Ich weiß nicht, ob alles im Leben aus einem bestimmten Grund passiert. Ich weiß nicht, ob es so etwas wie einen großen Plan gibt. Und ich weiß schon gar nicht, ob wirklich alles, was uns passiert, am Ende „gut“ für uns ist.
Aber was wäre, wenn wir einfach einmal so tun, als wäre es so?
Was wäre, wenn wir für einen Moment davon ausgehen, dass alles, was gerade passiert, irgendwie zu unserem Besten geschieht?
Nicht als Wahrheit.
Sondern als Gedankenexperiment.
Vielleicht wissen wir erst später, wofür etwas gut war
Wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, fallen mir einige Dinge ein, die sich damals ziemlich eindeutig schlecht angefühlt haben.
Mit 26 Jahren bekam ich eine Verdachtsdiagnose, die einem erst einmal den Boden unter den Füßen wegzieht: Hirntumor.
Zum Glück stellte sich heraus, dass es keiner war.
Aber diese Erfahrung hat etwas mit mir gemacht. Ich glaube, sie hat mich tiefgründiger werden lassen. Sie hat meinen Blick auf das Leben verändert und mir Dinge gezeigt, über die ich vorher vielleicht einfach hinweggelebt hätte.
War diese Erfahrung deshalb „gut“?
Keine Ahnung.
Ich hätte sie mir sicherlich nicht ausgesucht.
Aber ich kann heute sehen, dass etwas daraus entstanden ist, das ich nicht mehr missen möchte.
Dann war da diese Autopanne am Tag der Auswanderung.
Damals war es einfach nur nervig. Ein kaputtes Auto, eine Verzögerung, ein Tag, der plötzlich völlig anders lief als geplant.
Aber wer weiß?
Vielleicht hat genau diese Verzögerung einen Unfall verhindert.
Vielleicht wäre auf dem ursprünglichen Weg etwas passiert.
Vielleicht auch nicht.
Ich werde es niemals wissen.
Und genau das finde ich daran so interessant.
Wir wissen oft gar nicht, welche Konsequenzen ein Ereignis verhindert oder ermöglicht.
Und dann ist da noch mein Heiratsantrag.
Er wurde zunächst angenommen und später doch abgelehnt.
Ich glaube, damals hätte ich mir kaum vorstellen können, dass ich irgendwann einmal dankbar dafür sein könnte.
Aber wäre dieser Antrag damals dauerhaft angenommen worden, wäre ich ziemlich wahrscheinlich niemals an die Algarve ausgewandert.
Und dort habe ich heute mein Zuhause gefunden.
Manchmal führt uns etwas, das wir unbedingt anders haben wollten, an einen Ort, von dem wir später denken:
Vielleicht musste es tatsächlich genau so kommen.
Und was ist mit all den Dingen, vor denen wir heute Angst haben?
Vielleicht sollten wir genau hier einmal umdenken.
Wir verbringen unglaublich viel Zeit damit, uns auszumalen, was alles schiefgehen könnte.
Was, wenn die Entscheidung falsch ist?
Was, wenn das Geld nicht reicht?
Was, wenn etwas passiert?
Was, wenn die Welt noch unsicherer wird?
Was, wenn ich es später bereue?
All diese Gedanken fühlen sich real an, obwohl wir die Zukunft gar nicht kennen.
Aber warum spielen wir eigentlich immer nur das negative Szenario durch?
Was, wenn es funktioniert?
Was, wenn sich die Dinge besser entwickeln, als wir gerade glauben?
Was, wenn die geschlossene Tür tatsächlich eine andere öffnet?
Was, wenn der Umweg irgendwann Sinn ergibt?
Was, wenn wir in fünf Jahren auf genau diese Zeit zurückblicken und sagen:
„Jetzt verstehe ich es.“
Vielleicht ist das keine besonders rationale Lebensstrategie.
Aber vielleicht ist es auch nicht weniger rational, als ständig vom schlimmstmöglichen Ausgang auszugehen.
Denn wir wissen es einfach nicht.
Ein kleines Gedankenexperiment
Deshalb würde ich gerne einmal etwas ausprobieren.
Wenn heute etwas nicht so läuft, wie du es geplant hast, frag dich nicht sofort:
„Warum passiert das jetzt?“
Frag dich vielleicht stattdessen:
„Was wäre, wenn das gerade zu meinem Besten passiert?“
Nicht, weil du daran glauben musst.
Nicht, weil jede schlimme Erfahrung plötzlich schön wird.
Olá, bom dia ☀️🌊
Ich hatte gestern Abend am Strand mal wieder einen dieser ganz besonderen Momente, in denen ich plötzlich ganz tief gespürt habe, wie sehr ich es liebe, hier leben zu können.
Der Strand leerte sich langsam, das Licht wurde goldgelb, die Wellen rauschten und ich lag im warmen Sand. Alles um mich herum wurde still und gleichzeitig fühlte sich alles so lebendig und vollkommen an. Innen wie außen war da einfach nur Frieden.
Ich lag da, habe den Moment aufgesogen und war einfach unglaublich dankbar, genau hier zu sein.
In solchen Momenten könnte ich die ganze Welt umarmen. ❤️🌊☀️
Ich glaube ich bestelle den Fisch (Peixe) heute einfach ohne Gemüse 🐟 😅.
Reis (Arroz) oder Pommes (Batatas fritas) sind ja auch okay.
https://youtube.com/shorts/Rpg2o2uEJZw?is=VfIOnneRtw05MhfC
Ist gerade zu mir gekommen.
Boa noite 💫
Vielleicht tragen wir alle verschiedene Rollen.
Als Partner.
Als Mutter oder Vater.
Als Freund.
Als Chef.
Als Angestellter.
Als Auswanderer.
Als der coole Typ.
Als die starke Frau.
Als derjenige, der sein Leben im Griff hat.
Das muss nicht falsch sein.
Eine Rolle kann uns sogar helfen, durch das Leben zu gehen.
Problematisch wird es vielleicht erst dann, wenn wir vergessen, dass es eine Rolle ist.
Wenn wir irgendwann nicht mehr wissen, wer wir sind, wenn niemand zusieht.
Seit ich ausgewandert bin, begegnet mir dieser Gedanke immer wieder.
Vielleicht auch deshalb, weil ein Ortswechsel viele der alten Rollen ein Stück weit zurücklässt.
Menschen kennen mich hier nicht aus meiner Vergangenheit.
Sie kennen nicht die alten Geschichten.
Nicht die alten Bilder.
Nicht die Person, die ich einmal dargestellt habe.
Und vielleicht entsteht genau darin eine besondere Freiheit:
Man bekommt die Möglichkeit, sich selbst noch einmal zu begegnen.
Nicht als Darsteller.
Nicht als die Version, die auf dem Foto am besten aussieht.
Sondern einfach als Mensch.
Vielleicht ist das die eigentliche Frage, die mir heute dieser Strand gestellt hat:
Wer bin ich, wenn ich nicht versuche, jemand zu sein?
Und vielleicht sollten wir diese Frage nicht nur den jungen Frauen mit ihren Selfies stellen.
Sondern uns selbst.
Denn vielleicht stehen wir alle irgendwann vor unserer ganz persönlichen Kamera.
Und vielleicht ist das Schönste, was wir dort zeigen können, ausnahmsweise einmal nicht unsere beste Seite.
Sondern unsere echte.
