Deutsche Dichter und Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! Bilder, Gedichte und Sprüche in diesem Kanal verstehen sich als Nachahmung ohne Beurteilung. Sie sind mit nötigem Ernst oder Spott zu genießen! Passende (!!!) Gedichte unter: https://t.me/DeutscheDuD
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Канал Deutsche Dichter und Denker (@deutschedd) языкового сегмента Немецкий является активным участником. Сейчас сообщество объединяет 13 943 подписчиков, занимая 6 316 место в категории Религия и духовность и 802 место в регионе Германия.
📊 Показатели аудитории и динамика
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Согласно последним данным от 03 июля, 2026, канал показывает стабильную активность. За последние 30 дней изменение числа участников составило -20, а за последние 24 часа — -4, при этом общий охват остаётся высоким.
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- Реакции и взаимодействия: Аудитория активно поддерживает контент: среднее количество реакций на один пост — 91.
- Тематические интересы: Контент сосредоточен на ключевых темах, таких как herz, volk, erde, nacht, gedanke.
📝 Описание и контентная политика
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“Der Denker sagt das Sein,
der Dichter das Heilige!
Bilder, Gedichte und Sprüche in diesem Kanal verstehen sich als Nachahmung ohne Beurteilung.
Sie sind mit nötigem Ernst oder Spott zu genießen!
Passende (!!!) Gedichte unter:
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Благодаря высокой частоте обновлений (последние данные получены 04 июля, 2026) канал поддерживает актуальность и высокий уровень охвата публикаций. Аналитика показывает, что аудитория активно взаимодействует с контентом, что делает его важной точкой влияния в категории Религия и духовность.
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| Дата | Привлечение подписчиков | Упоминания | Каналы | |
| 04 июля | +1 | |||
| 03 июля | +4 | |||
| 02 июля | +3 | |||
| 01 июля | +6 |
| 2 | @DeutscheDD | 409 |
| 3 | Nach klarem Lichte greift ein Schatten
Streckt sich hin zum goldnen Schein
Was vom Chaos ausgespien
Will Herrscher über allem sein
Erloschen ist so manches Licht
Hat einst geleuchtet und gestrahlt
Doch edel war's im Innern nicht
Hat nur den Schein als Trug bewahrt
Unaufhaltsam scheint der Tod
Dunkelheit verschluckt das Land
Wann wendet sich nur diese Not
Erwacht des Lichtes Widerstand
Ein Schattenpfahl das Herz durchbohrt
Doch eilt herbei die neunte Nacht
Tote Glieder neu beseelt
Und klar der trübe Geist erwacht
Von alter Weisheit wach geküßt
Gedanken schlagen hell empor
Und mit der Kraft von tausend Sonnen
Bricht ein neuer Gott hervor
Volkhaft steht der Göttersproß
In einem Dom aus Sonnenlicht
Schwertzeit, Blut und tausend Wunden
Beugten ihn am Ende nicht
Die Allmacht hat ihn auserwählt
Der seinem Schicksal folgen mußt
Ein jeder von uns trägt den Funken
Auch in seiner eignen Brust!
-Hagaldom, Gott in uns-
(Die Textauszüge stammen unter anderem aus den Werken von Siegfried Adolf Kummer und Dipl. Ing. Emil Rüdiger)
@DeutscheDD | 384 |
| 4 | Der Gorilla, der den kompliziertesten Computer erfindet und bedient, ist mir durchaus geläufig. Aber der Gorilla, der die g-moll-Sinfonie von Mozart schreibt oder nur ein Gedicht von Goethe oder von wem immer – den gibt es nicht!
-Nikolaus Harnoncourt, geboren am 06.12.1929 in Berlin - verstorben am 05.03.2016 in St. Georgen im Attergau-
@DeutscheDD | 1 590 |
| 5 | Nordseewacht 🌊
Fest und stark sind unsre Deiche,
Und sie halten treue Wacht,
Daß das deutsche Land nicht weiche
Vor der Flut in Wetternacht.
Kommt es brausend dann geflogen,
Blitzumfunkelt, wolkenschwer,
Tönt ein Halt den wilden Wogen:
„Durch kommt ihr hier nimmermehr!“
Sind auch fest des Deiches Wälle,
Fester ist des Schiffes Bord,
Das gepanzert, flügelschnelle
Zieht zum Schutz der Heimat fort.
Deutsche Flotte, unsre stolze,
Wohlgefügte Meeresburg,
Wachst gestählt mit Eisenmarke
Und laßt keinem Feind hindurch.
Fester noch als Deich und Flotte
Ist das treue deutsche Herz,
Das dem alten Schicksalsgotte
Tief vertraut; mit starrem Erz
Hat es trotzig sich umgeben.
Wenn der Tag des Zorns erscheint,
Ruft es ohne Furcht und Beben:
„Durch kommt nimmermehr der Feind!“
Nordseewacht, vor unsern Toren
Hab auf alle Feinde acht!
Uns zu Schutz und Schirm erkoren,
Friedenswacht und Schlachtenmacht,
Sicher ruht in deinen Händen,
Helgoland, die stolze Burg,
Stets bereit, den Gruß zu senden:
„Halt, kein Brite kommt hier durch!“
-Georg Ritter-
@DeutscheDD | 1 930 |
| 6 | Hundetreue!
Wenn dir ein Mensch ein Unrecht tut,
Und wird es dir zu bunt,
Beschimpfst du ihn in deiner Wut,
Und nennst ihn einen „Hund!“
Bedenkst nicht, daß dein Tier
Nie so sein könnt wie der —
Der Name „Hund“ ist, glaube mir,
Ein Schimpfwort nimmermehr.
Ein treues Herz, ein treuer Blick,
Das gibt’s noch auf der Welt,
Denn auch im Schmerz, nicht nur im Glück,
Ein Wesen zu dir hält.
Doch suchst bei Menschen du die Treu’,
Vergeblich suchst du sie auf’s neu,
In Freud und Leid, zu jeder Stund’,
Hält einer treu zu dir: „Dein Hund!“
Er dankt für jedes kleinste Stück,
Und blickt dich an beseelt.
Er spricht zu dir mit seinem Blick,
Weil ihm die Sprache fehlt.
Erkenn’ den Wert, bevor’s zu spät,
Sei gut zu deinem Tier;
Denn wenn dein Hund zugrunde geht,
Hält niemand mehr zu dir!
-unbekannt-
@DeutscheDD | 3 456 |
| 7 | Ein steter Kampf ist unser Leben,
Sein Wert Gefühl;
Wir ahnen, wünschen, hoffen, streben,
Und sind am Ziel!
Oft keimt aus allen unsern Tränen
Kein Glück uns auf,
Oft schließt mit ungestilltem Sehnen
Sich unser Lauf.
Des Lebens Strom rauscht wild und trübe
Durch Wüstenei'n,
Wir träumen Freundschaft, schwärmen Liebe,
Und steh'n allein!
Wir lieben, ach! Und sollten hassen
Zu unserm Glück.
Was wir mit Innigkeit umfassen,
Stößt uns zurück.
Verkannt, verachtet und betrogen
Um Trost und Ruh',
Schließt sich das Herz, zu hart belogen
Auf ewig zu.
Das Traumbild seliger Gefühle
Schwebt himmelwärts;
Nichts bleibt uns treu, sind wir am Ziele,
Als unser Schmerz!
-Karl Friedrich Müchler, 02.09.1763 in Stargard - 12.01.1857 in Berlin-
@DeutscheDD
Gemälde: Caspar David Friedrich "Winterlandschaft mit Ruine des Klosters Eldena" | 2 036 |
| 8 | Vertonung durch:
-Carl Maria von Weber, 20.11.1786 in Eutin - 05.06.1826 in London-
Vorgetragen von Hermann Prey | 1 919 |
| 9 | Muckensturm
„Die Väter bedrängte greulicher Krieg,
Die Mucken halfen ihnen zum Sieg!“
Alte Inschrift.
Das ist die Murg, zum Fluß geworden,
Die erst als Waldbach dumpf gebraust, –
O drohe nur des Feindes Horden,
Der frech an Deinen Ufern haust!
Es kam der Reichsfeind über Rhein,
Badenser kämpfen mit Franzosen,
Und wieder heißt: ein Deutscher sein,
Sich zählen zu den Hilfelosen!
Die Festung Rohrburg ruft in Nöten
Reichstruppen auf zu Schirm und Wehr
Die Feinde drohen, brennen, töten –
Zur Rettung naht kein deutsches Heer!
Schon ist verloren Wall um Wall,
Schon stürmt der Feind an allen Thoren,
Singt trotz’ger Siegeslieder Schall –
In Rohrburg Jammerruf: „Verloren!“
Ein Bürger naht dem Kommandanten,
Ein deutscher Bürger schlicht und recht;
Der spricht: „Noch sind wir nicht zu Schanden,
Ich werde kein Franzosenknecht!
Kein Markgraf will, kein Herzog helfen,
Kein Reichssoldat, kein General –
Sie dienen Waiblingern und Welfen –
Dem deutschen Volke bleibt die Qual!“
„Mir helfen zwanzig Königinnen
Mit ihres Volkes großer Schar;
Die sollen uns den Sieg gewinnen
Und von uns wenden die Gefahr.
Hoch oben auf dem Festungsbau
Sind schon die Truppen und Kasernen –
Kommt, haltet Eure Heeresschau,
Wollt meine Mannschaft kennen lernen!“
Und oben auf den höchsten Schanzen
Des Bürgers Bienenkörbe stehen.
Ein Hurrah! – Wie zum lust’gen Tanzen
Zum Sturme die Franzosen gehen –
Und schaut! hinab in ihre Reihn
Ein Wurf in weitgeschwungnem Bogen –
Welch Summen, Brausen, Schütteln, Schrein –
Ein Korb dem seine Schar entflogen!
Und zwanzig so! – und Millionen
Von Bienen in der Feinde Heer;
Da gilt kein Rufen und kein Schonen,
Da hilft nicht Sturm und Gegenwehr!
Wie scharf und spitz der Bienenpfeil
Versandt mit zornig gift’gem Brummen, –
Und in der Flucht sucht jeder Heil
Vor diesem Stechen, diesem Summen!
Kein Mann hält Stand! die Kämpfer weichen
Vor solcher Freischar kühnem Flug.
Ihr Summen ist ihr Siegeszeichen,
Ihr Stachel mehr als Schwerter schlug.
Die Feinde rings in toller Flucht –
Sie werfen von sich Wehr und Waffen,
Im schnellen Lauf ein jeder sucht
Sich den Verfolgern zu entraffen.
Gerettet ist die deutsche Veste,
Gerettet durch den deutschen Fleiß.
Ein solcher Lohn, er ist der beste,
Der Bürger und der Arbeit Preis! –
In Baden, wo die Veste lag
Die Bienen man als Mucken kennet –
Und Rohrburg ward seit diesem Tag
Zum Danke Muckensturm benennet!
-Louise Otto-Peters, geboren am 26.03.1819 in Meißen – verstorben am 13.03.1895 in Leipzig-
@DeutscheDD | 2 509 |
| 10 | Das Gesetz ist ein Netz
Mit Maschen, engen und weiten;
Durch die weiten schlüpfen die Gescheiten,
Und in den engen
Bleiben die Dummen hängen!
-Justus Frey-
@DeutscheDD | 2 455 |
| 11 | Weserfahrt
Und mögen sie dichten und singen
Vom alten deutschen Rhein.
Mein Lied soll der Weser erklingen,
Soll ihr gewidmet sein!
Die Werra und Fulda, die beiden,
Die haben’s wohl erkannt,
Die wollen zusammen durchgleiten,
Vereint das Vaterland.
Die wollen treu halten zusammen
Mit einem Wort genannt,
Weil beid aus Germanien stammen,
Dem alten Vaterland! –
Im Land, das die Weser durchwallet,
Erklang einst Hermanns Wort,
Und Dröhnen der Schilde erschallet,
Schlachtruf tönt fort und fort.
„Wir wollen uns schützen und schirmen
Vor römischem Uebermut!
Wir wollen Aliso erstürmen,
Vernichten Römerbrut!
Hier halle den römischen Heeren
Ein trotzig deutsches: Halt!
Hier werden die Völker sich wehren,
Am Weserfluß und -Wald.
Hier werden sie kämpfen und stehen
Für ihr germanisch Recht,
Und werden als Sieger sich sehen
Im heiligsten Gefecht!“ –
Cheruskas Fürst an der Spitze,
So ziehen sie in den Streit,
Vernichten wie rächende Blitze
Die römische Herrlichkeit.
Die Römer, die leicht überschritten,
Den breiten, stolzen Rhein,
Sind nicht an der Weser gelitten.
Die Weser kann befrein. –
So war es vor uralten Zeiten
Als solches hier geschah.
Und wieder gilt es zu streiten –,
Ist denn kein Hermann da?
Kein Hermann und keine Germanen
Zu Schutz und Trutz bewehrt,
Die heilige Freiheit der Ahnen
Zu wahren mit dem Schwert?
Die Werra und Fulda, die beiden,
Die haben’s wohl erkannt,
Die wollen zusammen durchgleiten
Vereint das Vaterland.
Die sind längst zusammen gezogen
Durch Deutschlands Au und Hain.
Es flüstern und murmeln die Wogen:
„Die Weser kann befrein!“
Und die an den Ufern es hören,
Vertrauen ihr sich an,
Und ziehen in traurigen Chören
Zu ihren Schiffen heran.
Und fliehen vom heimischen Lande,
Dem fremden sich zu weihn,
Und flüstern zum Meer noch vom Strande:
„Die Weser kann befrein!“
Leb wohl o germanische Erde,
Uns winkt Amerika –
Sie rufen’s mit Trauergebärde –
Ist denn kein Hermann da?
Kein Hermann und keine Germanen,
Daß Deutschland verzweifeln muß,
Verdienen die heiligen Ahnen
Nur einen Abschiedsgruß?
Und was aus uralten Zeiten
Die Weser noch erzählt –!
Ihr sollt es so falsch nicht deuten,
Daß Ihr Auswanderung wählt! –
Die Werra und Fulda, die beiden
Die haben’s wohl erkannt,
Die möchten vereint durchgleiten
Ein einig Vaterland!
-Louise Otto-Peters, geboren am 26.03.1819 in Meißen – verstorben am 13.03.1895 in Leipzig-
@DeutscheDD | 2 450 |
| 12 | Die Neigung, sich für fremde Nationalitäten und Nationalbestrebungen zu begeistern, auch dann, wenn die selben, nur auf Kosten des eigenen Vaterlandes verwirklicht werden können, ist eine politische Krankheitsform, deren geographische Verbreitung leider auf Deutschland beschränkt ist!
-Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen, ab 1865 Graf von Bismarck-Schönhausen, ab 1871 Fürst von Bismarck, ab 1890 auch Herzog zu Lauenburg, 01.04.1815 in Schönhausen - 30.07.1898 in Friedrichsruh bei Aumühle-
@DeutscheDD | 4 738 |
| 13 | Man kann anderen Leuten hochtrabende Sprüche erzählen,
tiefgreifende Philosophie weismachen,
eine falsche Richtung vorgeben,
die gelöffelte Weisheit predigen und
einen Bären aufbinden.
Eine Frage bleibt dabei immer offen:
Ob am Ende des Tages das angestrebte Ergebnis auch jenes ist,
welches vor dem eigenen Gewissen Bestand hat?
-Michel Seiferth, am 13. Brachmond 3826 n.St. (nach Steinhagen)-
@DeutscheDD | 3 493 |
| 14 | Der verwundete Baum
Sie haben mit dem Beile dich zerschnitten,
Die Frevler – hast du viel dabei gelitten?
Ich selber habe sorglich dich verbunden
Und traue: Junger Baum, du wirst gesunden!
Auch ich erlitt zu schier derselben Stunde
Von schärferm Messer eine tiefre Wunde.
Zu untersuchen komm ich deine täglich,
Und meine fühl ich brennen unerträglich.
Du saugest gierig ein die Kraft der Erde,
Mir ist, als ob auch ich durchrieselt werde!
Der frische Saft quillt aus zerschnittner Rinde heilsam.
Mir ist, als ob auch ich's empfinde!
Indem ich deine sich erfrischen fühle,
Ist mir, als ob sich meine Wunde kühle!
Natur beginnt zu wirken und zu weben,
Ich traue: Beiden geht es nicht ans Leben!
Der verwundete Baum
Wir beide prahlen noch mit unsern Narben!
-Conrad Ferdinand Meyer, geboren am 11.10.1825 in Zürich – verstorben am 28.11.1898 in Kilchberg bei Zürich-
@DeutscheDD | 2 867 |
| 15 | Wohlgemeinter Rat 🫏
Du sollst dich nie so weit verlieren,
Mit einem Esel zu disputieren.
Deine schärfsten Beweise erscheinen ihm ja
Als kollegiales Y—a, Y—a.
-Otto Ernst Schmidt, geboren am 07.10.1862 in Ottensen – verstorben am 05.03.1862 in Groß Flottbek-
@DeutscheDD | 3 280 |
| 16 | Natur und Liebe
Fordre nicht, daß ich mit Worten sage,
Was mich quält und peinigt jeden Tag!
Müde bin ich, daß ich keine Worte
Auch von deinen Lippen hören mag.
Menschen haben mir so viel mit Weisheit
Und mit leerem Troste zugesetzt,
Daß vor ihrer wortbehenden Liebe
Wahrlich sich mein scheues Ohr entsetzt.
Laß du mich in deine weichen Hände
Stumm vergraben Stirn und Wangen nur;
Dann empfind ich schauernd deine Liebe
Wie den leisen Odem der Natur.
Hin zu dir zieht mich dieselbe Lockung
Ewigen Friedens, der ich oft gelauscht,
Die aus Quellen flüstert und aus Blumen
Und von hohen, heiligen Bäumen rauscht!
Otto Ernst Schmidt, geboren am 07.10.1862 in Ottensen – verstorben am 05.03.1862 in Groß Flottbek-
@DeutscheDD | 3 318 |
| 17 | Sommermorgen
Ein graugrün Dämmern schlummert überm Land,
Im Wiesengrunde wehen lichte Schleier,
Das Gras reckt nachtfeucht seine Spitzen auf,
Und freier atmet mählich alles Leben.
Schlaftrunken zwitschern sich die Vöglein wach.
Ein Rosenhauch erwärmt den fahlen Himmel,
Zur Messe klingen fern die ersten Glocken
Ihr lockend Jubellied dem jungen Morgen.
Glutheller Odem weht die Nacht hinweg,
Und klarer Glanz durchfließt den Dämmeräther.
Ein jubelnd Lied umklingt die Weltensphäre,
Die lichtdurchglüht der neuen Schöpfung harrt.
Da sprüht im Ost ein sieghaft Flammenlicht,
Den Nebeldunst durchleuchten glüh'nde Strahlen:
er Tag! — Und lichtgebadet bebt das All
In heil'ger Wonne neuer Auferstehung...
-Alfred Hahn, geboren am 09.12.1861 in Wien – verstorben am 05.02.1951 in Berlin-
(Bild: Caspar David Friedrich – Der Sommer)
@DeutscheDD | 3 273 |
| 18 | An der Stellung zum Leid scheiden sich vornehme und geringe Naturen.
Die vornehme Seele hämmert den Schmerz zu Gold;
der Schwächling nörgelt, schimpft oder verkümmert und kommt nicht darüber hinweg!
-Friedrich Lienhard, geboren am 04.10.1865 in Rothbach im Elsass – verstorben am 30.04.1929 in Weimar-
@DeutscheDD | 3 225 |
| 19 | K o m m ' , F e u e r ! 🔥🌞🔥
Allmacht, wir rufen Dich,
Lichtwelt, wir suchen Dich,
Nachtgeister trüb übers Land noch sich breiten,
Wehren dem Lichte, die Wende bereiten,
Komm' Feuer starkes du,
Führ' uns der Sonne zu!
Allmacht, wir rufen Dich,
Lichtwelt, wir suchen Dich;
Flamme des Geistes, uns gnädig geschenket,
Weck' Flamm' der Liebe, die sonnwärts uns lenket,
Glut, lebensspendende,
Werde notwendende!
Allmacht, wir rufen Dich,
Lichtwelt, wir suchen Dich;
Heulend umhallet uns Haß ohne Gleichen,
Tragen wir trotzig das heilige Zeichen:
Sonnenrad, führe uns,
Heilsrune, ziere uns!
-Hildulf Rudolf Flurschütz, 08.11.1878 in Hamburg – 22.03.1948 in Leipzig-
@DeutscheDD | 10 241 |
| 20 | Sonnenod
Sonne, die Du bist im Himmel,
leuchte hell uns, scheine klar!
Glühtest schon seit Urbeginnen -
Brennen sollst Du, immerdar!
Lass' uns wachsen, wohl gedeih'n
ob Deines Antlitz' Herrlichkeit!
Heil'ge Stifterin des Lebens
strahle in die Ewigkeit!
-Gustav Eichenmann-
@DeutscheDD | 3 245 |
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