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Witkoff und Kushner im Kreml: Neue Bewegung bei Friedensbemühungen
Im Kreml liefen Gespräche zwischen Wladimir Putin und den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über den Ukraine-Konflikt. Nach längerer Pause sind damit wieder direkte Kontakte zwischen Moskau und Vertretern der Trump-Regierung aufgenommen worden; konkrete Ergebnisse stehen noch aus. Unser Korrespondent Iwan Medwedew ordnet live ein, was über das Treffen, mögliche neue Friedensvorschläge und die angekündigte Feuerpause bekannt ist.
[Auszug aus den RT DE-Nachrichten live am 5. September 2026]
Mehr dazu: https://de-rtnews.com/international/131481-liveticker-ukraine-krieg/
https://odysee.com/Witkoff-und-Kushner-im-Kreml--Neue-Bewegung-bei-Friedensbem%C3%BChungen:73cbab36e13d6b8fc05fdf4a8c6ff9788398fa36
| 2 | Köln: Demonstranten kritisieren Kriegskurs der Bundesregierung
In Köln haben rund 1.500 Menschen gegen Aufrüstung, Waffenexporte, Wehrpflicht und eine zunehmende Militarisierung demonstriert. Das Bündnis "Rheinmetall Entwaffnen" kritisierte die Politik von Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius scharf. Begleitet wurde der Protest von einem großen Polizeiaufgebot; zwischen Demonstranten und Einsatzkräften kam es zu Zwischenfällen und Festnahmen. Vor Beginn des Marsches rief Bartolomeo vom internationalen Netzwerk "We Do Not Enlist!" zu weiteren Protesten gegen Militarisierung und Krieg auf.
[Auszug aus den RT DE-Nachrichten live am 5. September 2026]
Mehr auf unserer Webseite. https://de-rtnews.com/
https://odysee.com/K%C3%B6ln--Demonstranten-kritisieren-Kriegskurs-der-Bundesregierung:ee1529e8daa26be1302d8ceac8c068a2eb7f9322 | 23 |
| 3 | Kathrin Schülein: Kultur darf nicht politisch instrumentalisiert werden
Kathrin Schülein, Leiterin des Theaters Ost, warnt davor, Kunst und Kultur politisch zu instrumentalisieren. Gerade in Krisenzeiten müssten sie Menschen verbinden, Sprachbarrieren überwinden und Räume für Empathie schaffen. Die Schließung des Russischen Hauses bezeichnet sie als schweren Verlust; zugleich kämpft sie gegen den geplanten Auszug des Theaters Ost zum 1. Januar 2027 und für den Erhalt ostdeutscher Kulturgeschichte.
[Auszug aus den RT DE-Nachrichten live am 5. September 2026]
Mehr auf unserer Webseite. https://de-rtnews.com/
https://odysee.com/Kathrin-Sch%C3%BClein--Kultur-darf-nicht-politisch-instrumentalisiert-werden:5dfa7d2da06dffbcb3485746f0e692898cf2451c | 21 |
| 4 | Netschajew: Kultur hat Deutschland und Russland stets verbunden
Russlands Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, bedauert die Schließung des Russischen Hauses in Berlin und warnt vor einem weiteren Abbau der kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Im Beitrag erinnert er an die lange Tradition des deutsch-russischen Austauschs, spricht über Städtepartnerschaften und das verschwundene Puschkin-Denkmal in einer deutschen Partnerstadt. Kultur habe beide Völker über Jahrhunderte verbunden und gegenseitig bereichert, betont Netschajew.
[Auszug aus den RT DE-Nachrichten live am 5. September 2026]
Mehr auf unserer Webseite. https://de-rtnews.com/
https://odysee.com/Netschajew--Kultur-hat-Deutschland-und-Russland-stets-verbunden:a8b384692e3160840b0d732c2d9c8fcc13bc4033 | 30 |
| 5 | Hunderte demonstrieren in Berlin für Erhalt des Russischen Hauses
Hunderte Menschen haben in Berlin gegen die angekündigte Schließung des Russischen Hauses demonstriert. Unter dem Motto "Brücken statt Mauern" forderten sie Dialog und kulturellen Austausch mit Russland. BSW-Politikerin Ruth Firmenich kritisierte die Entscheidung als weiteren Abbau der Beziehungen zu Moskau. Das seit über 40 Jahren bestehende Kulturzentrum war für Sprachkurse, Veranstaltungen und Begegnungen bekannt; parallel zur Demonstration fand dort eine der letzten Theateraufführungen statt.
[Auszug aus den RT DE-Nachrichten live am 5. September 2026]
Mehr auf unserer Webseite. https://de-rtnews.com/
https://odysee.com/Hunderte-demonstrieren-in-Berlin-f%C3%BCr-Erhalt-des-Russischen-Hauses:ba0f94048f281e992799af56f612d0c9a618457c | 28 |
| 6 | Putin setzt Angriffe auf Kiew aus
Der russische Präsident Wladimir Putin hat vor den Gesprächen mit den führenden US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner, die am Samstagvormittag in Moskau eintrafen, eine dreitägige Pause bei Angriffen auf Kiew befohlen.
Die Verhandlungen werden sich, so die Erwartung, auf den Ukraine-Konflikt konzentrieren. Witkoff und Kushner sollen nach ihren Treffen in Moskau, zu denen auch ein Gespräch mit Putin gehört, Kiew besuchen.
Am Samstag sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, der "russische Präsident und Oberbefehlshaber Putin hat [den Streitkräften] befohlen, für drei Tage, beginnend heute um Mitternacht, keine Angriffe auf Kiew auszuführen". Er fügte hinzu, diese Entscheidung diene dazu, Witkoff und Kuschner die Abhaltung von Verhandlungen mit ukrainischen Regierungsvertretern in der Hauptstadt des Landes zu ermöglichen.
Mehrere ukrainische Medienportale hatten am Morgen Berichte gebracht, nach denen Kiews Truppen angewiesen worden seien, von Samstag Mitternacht bis Dienstag das Feuer einzustellen.
Der ukrainische Sender Suspilne zitierte daraufhin Wladimir Selenskijs Stabschef Kirill Budanow, der gesagt hatte, die Ukraine habe Russland einen Vorschlag für eine vorübergehende Waffenruhe entlang der Frontlinie geschickt, wie auch zu Luftangriffen. Moskau hat laut Budanow jedoch nicht geantwortet.
Am Freitag sagte US-Präsident Donald Trump, Witkoff und Kushner "bringen einen Vorschlag mit, den Krieg zu beenden", ohne nähere Details auszuführen.
Seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2025 haben die zwei Unterhändler als Teil der Bemühungen des US-Präsidenten, ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln, wiederholt Moskau besucht.
Trotz eines Hoffnungsschimmers nach dem Treffen von Trump und Putin in Alaska im vergangenen Sommer kam das diplomatische Hin und Her jedoch zum Stillstand, da weder Russland noch die Ukraine an Kernpunkten kompromissbereit sind.
Dennoch pries der russische Präsident am Donnerstag die Arbeit Kushners und Witkoffs und betonte, die US-Unterhändler seien "jederzeit hier willkommene Gäste, und wir arbeiten mit Vergnügen mit ihnen".
Mehr zum Thema – Witkoff und Kushner zu Gesprächen in Moskau eingetroffen
https://de.rt.com/russland/290831-putin-setzt-angriffe-auf-kiew-aus/ | 23 |
| 7 | Das heißt, dass alles, was uns im August angeboten wurde, schlechte Optionen sind. Die besten Optionen für die Ukraine, wie Hofmeister warnt, wird uns der Kriegsverlauf selbst liefern – und die unter dessen Einfluss in der Ukraine entstehende "Ohnmacht zum Frieden". Wenn die Berater wirklich Frieden wollen, dann müssen ganz andere Vorschläge auf den Tisch kommen. Zum Beispiel gemäß Edward Luttwak: der Wunsch, dem Stärkeren dabei zu helfen, die Truppen des Schwächeren so schnell wie möglich zu zerschlagen.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 1. September 2026 auf der Webseite der Zeitung "Wsgljad" erschienen.
Witali Trofimow-Trofimow ist ein russischer politischer Analyst.
Mehr zum Thema – "So löscht man einen Staat aus" – Ritter warnt vor Mobilisierung ukrainischer Frauen
https://de.rt.com/meinung/290365-krieg-ist-nicht-fortsetzung-politik/ | 26 |
| 8 | Wenn wir uns genau ansehen, wie Kriege von Insel- und Halbinselstaaten geplant und geführt werden, erkennen wir eine für Russland gänzlich untypische Dynamik der Abläufe. Ein intensiver diplomatischer Prozess, der eher an systematische und organisierte Einschüchterung erinnert, unter dessen Deckmantel eine schnelle Truppenverlegung und anschließend ein rascher, massiver Angriff stattfinden. Das ähnelt in der Tat "einer Politik mit anderen Mitteln".
Umgekehrt zögern Kontinentalmächte die kostspielige Mobilmachung sehr lange hinaus und wenden jahrzehntelang umstrittene Methoden der diplomatischen Überredung an, um den (wie im Rückblick deutlich wird) unvermeidlichen Krieg hinauszuzögern. Eine Ausnahme bildet hier lediglich Adolf Hitler, der im Jahr 1933 an die Macht kam. Der jedoch, laut Untersuchungen des Professors an der Universität Heidelberg, dem Historiker und Soziologen Manuel Sarkisjan, nicht verhehlte, dass er in praktisch allen Bereichen – beim Aufbau der Reichsschulen, bei der technischen Ausbildung, beim militärischen und politischen Aufbau, bei der Heranbildung der Eliten und bei der strategischen Planung – von den Engländern lernte und das Land nach deren Vorbild modernisierte.
Genau diesen systemischen Denkfehler deckt Hofmeister auf. Kontinentale Mächte, zu denen natürlich auch Russland gehört, treffen Entscheidungen über einen Krieg ganz anders als Insel- und Halbinselstaaten. Man denke nur an die "Freunde Frankreichs" – den Großteil der russischen Elite, die bis zuletzt nicht begriff, ob Napoleon für sie ein militärischer Gegner war. Oder an Josef Stalin und all diese historischen Spekulationen darüber, warum er selbst nach Kriegsbeginn "nicht daran glaubte", dass ein Krieg mit dem (Dritten) Reich ausbrechen würde. Oder die seit 1949 andauernde Auseinandersetzung um Taiwan, das – wäre es ein aufständischer US-Bundesstaat – Washington längst dem Ozean gleichgemacht hätte. Daher stammen auch diese Boulevard-Metaphern vom schläfrigen russischen Bären und vom schlafenden chinesischen Drachen, die internationale Angelegenheiten nicht so schnell und hektisch regeln wie der britische Löwe oder der US-amerikanische Kojote.
Um noch einmal auf die "beste Option" zur Beendigung des ukrainisch-russischen Konflikts zurückzukommen: Alle diese Befürworter verschiedener Optionen meinen, dass die Kampfhandlungen so schnell wie möglich beendet werden müssen, da sie sich auf das vorherrschende Narrativ stützen, wonach die militärische Sonderoperation lediglich eine Idee der russischen Führung sei. Doch dies ist die von Clausewitz’sche Sichtweise auf den europäisch-insularen Kriegsführungsstil, der vielleicht auf den Iran-Konflikt anwendbar ist, aber mit der Ukraine nichts zu tun hat.
In Bezug auf die Ukraine ist das tragende Narrativ sowohl des Konflikts als auch seiner Beendigung ein ganz anderes, nämlich das eines "Hofmeisters". Es spielt keine Rolle, wie schnell die Kampfhandlungen enden und inwieweit die Ukraine selbst zerstört wird, wenn dabei keine Infrastruktur für den Dialog aufgebaut wird, die auf gemeinsamen Konzepten, Praktiken und Organisationsformen basiert. Gerade damit Regionalpolitik wieder möglich wird und die Länder der Region weiterhin ihren schwierigen, unnatürlichen Frieden aufbauen können, der mit weitaus mehr Bedrohungen, Risiken und Herausforderungen konfrontiert ist als der Frieden der Insel- und Halbinselstaaten.
Eine breite internationale Beteiligung, ein "Rumpfstaat", der gegenseitige Abzug der Truppen und die Schaffung von Pufferzonen – all dies sind die besten Optionen zur Beendigung des US-amerikanisch-iranischen Konflikts. Dort geht es um Ressourcen und nicht um Sicherheit. Streng genommen könnte man in solchen Konflikten überhaupt keinen politischen Fußabdruck hinterlassen – so wie es die USA im Irak, in Afghanistan, Libyen und Syrien getan haben. Doch in kontinentalen Angelegenheiten kann man die Truppen nicht einfach schnell abziehen, um dann wieder mit Abkommen herumzutricksen. | 24 |
| 9 | Mit anderen Worten: Krieg ist keine Erfindung der Eliten, denen das Leben in einem natürlichen, friedlichen Zustand freundschaftlichen Handels und kulturellen Austauschs einfach nicht gelingt. Im Gegenteil: Der Krieg ist ein natürlicher Zustand sowohl unter Menschen als auch unter Tieren, in dem gegenseitige Angriffe und der darwinistische Kampf ums Überleben selbstverständliche Überlebensstrategien sind. Der Frieden ist ein völlig künstliches und widernatürliches Konstrukt, das durch die Politik gewährleistet wird. Und sie hält diesen Zustand so lange und so erfolgreich aufrecht, wie der Staat einen kontinuierlichen Verhandlungsprozess mit Freunden, Partnern und unfreundlichen Ländern über die Wahrung gegenseitiger Interessen führt. Dies betrifft in erster Linie natürlich die Interessen der nationalen Sicherheit.
Das bedeutet, dass der "Wille zum Krieg", der das Narrativ vom "Kriegszustand" mit all diesen boshaften Karikaturen von Staatsoberhäuptern untermauert, laut Hofmeister nicht eine angeborene Neigung oder eine an sich aggressive Idee ist, sondern eine Folge der Krise des politischen Dialogs, der Unfähigkeit, im Rahmen des Verhandlungsprozesses und des Rechts einen Ausweg zu finden. Streng genommen gibt es diesen Begriff nach Hofmeister gar nicht. Es wäre eher zulässig, von "Ohnmacht zum Krieg" und vom "Willen zur Politik (zur Kriegsvermeidung)" zu sprechen.
Wer recht hat – von Clausewitz oder Hofmeister – ist keine so einfache Frage. Jeder Konflikt hat objektive Gründe für die vergeblichen Bemühungen, ihn zu verhindern, und subjektive Gründe dafür, dass bei manchen die Nerven versagen und sie als Erste unter den anderen politischen Führern den Alarmknopf drücken. Es gibt jedoch auch eine interessante Verteilung in der Kombination aus objektiven, "Hofmeister’schen" Gründen und subjektiven, "von Clausewitz’schen" Gründen.
Wäre der Krieg in der Ukraine also "geplant" worden, wäre es praktisch unmöglich, den langen Zeitraum der Jahre 2014 bis 2022 zu erklären, in dem die militärischen Vorbereitungen vor dem Hintergrund intensiver diplomatischer Bemühungen eher schleppend verliefen. Und das hat absolut nichts mit dem Krieg in Iran zu tun. Truppenverlegungen, Manöver, Generalproben sowie Beratungen mit den USA und Israel lassen sich ab Ende 2025 nachverfolgen. Ein großangelegter Truppenaufbau und die Verlegung von Flugzeugträger-Angriffsgruppen fanden im Zeitraum von Ende Dezember 2025 bis Februar 2026 statt. Bereits am 27. Februar 2026 verkündete US-Präsident Trump die Operation "Epic Fury" (Epische Wut). Die ersten Angriffe begannen am 28. Februar. Das heißt, vom Beginn der Vorbereitungen bis zum Beginn der Kampfhandlungen vergingen nur wenige Wochen. Das ist nun wirklich ein Krieg, den man "angezettelt" hat.
Wenn wir uns jenem Material zuwenden, auf dessen Grundlage von Clausewitz seine Abhandlung "Vom Kriege" verfasste und in dem der Satz "Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" zu finden ist, so werden wir feststellen, dass es sich dabei in erster Linie um die Napoleonischen Kriege (1803 bis 1815) handelt. Diese Kriege waren eine Reihe von Konflikten, in denen Frankreich unter Napoleon Bonaparte gegen Koalitionen europäischer Mächte kämpfte. In chronologischer Reihenfolge waren die entscheidenden Auseinandersetzungen folgende: gegen Großbritannien (1805), Österreich (1805), Schweden (1805), Preußen (1806), Portugal und Spanien (1808) sowie Russland (1812). Es ist unschwer zu erkennen, dass das Hauptmaterial, anhand dessen er die Mobilisierung und die Motivation zur Kriegsführung untersuchte, Insel- oder Halbinselstaaten mit einer mächtigen Flotte waren. Das heißt, diese Länder waren sozusagen die USA ihrer Zeit. | 20 |
| 10 | Krieg ist nicht die Fortsetzung der Politik, sondern ihr Ersatz
Von Witali Trofimow-Trofimow
Ende August gab es zahlreiche Vorschläge für die "bestmöglichen" Auswege aus dem ukrainisch-russischen bewaffneten Konflikt. Am 25. August schlug der Sekretär des Heiligen Stuhls, Paul Richard Gallagher, bei einem Treffen in Moskau mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow eine "breite internationale Beteiligung" als beste Lösung vor. Kurz zuvor hatte die Zeitung The Times einen Plan für einen Waffenstillstand veröffentlicht, der den gegenseitigen Rückzug ukrainischer und russischer Truppen von der Frontlinie sowie die Schaffung einer Pufferzone vorsah. Dabei wurden formal die Ideen von Wladimir Selenskij vorgebracht, höchstwahrscheinlich jedoch die des CIA-Chefs John Ratcliffe, des voraussichtlichen Verhandlungsführers der USA zur Beilegung des Ukraine-Konflikts.
Am 26. August erklärte der finnische Präsident Alexander Stubb, dass der Beitritt der Ukraine zur EU das "beste Ergebnis" für die Beendigung des Konflikts mit Russland sei. Der britische Premierminister Andy Burnham sagte zur gleichen Zeit, dass die "beste Lösung" darin bestehe, den Druck auf Russland zu verstärken, da jetzt "der günstigste Zeitpunkt" sei. Und John Mearsheimer, Professor an der Universität Chicago, deutete an, dass es am vorteilhaftesten wäre, die Ukraine in einen handlungsunfähigen "Staatsstumpf" zu verwandeln.
All diese Äußerungen basieren auf Ansätzen, die wiederum auf der Erzählung beruhen, dass der Krieg von jemandem angezettelt wird. Damit ist natürlich Russland gemeint. Und die beste Lösung für jeden von ihnen würde sich daraus ergeben, ob es den westlichen Verhandlungsführern gelingt, Russland teilweise davon zu überzeugen, sein Vorhaben umzusetzen, oder davon, dass dieses Vorhaben gar nicht erst umgesetzt werden darf.
Dieses Narrativ ist tatsächlich so hartnäckig, dass viele Politiker selbstbewusst Bilder davon zeichnen, wie sich die oberste politische Führung zusammen mit den Generälen in einem dunklen Raum über Landkarten beugt und lebhaft darüber diskutiert, wen man angreifen könnte. Vielleicht werfen sie sogar einen Würfel. Und dieses ganze Bild basiert allein auf einer einzigen Aussage des Militärstrategen und Theoretikers Karl von Clausewitz aus dem frühen 19. Jahrhundert, wonach "Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" sei.
Zweifellos ist von Clausewitz ein sehr angesehener und seriöser Theoretiker und militärischer Denker, doch das militärstrategische Denken hat seitdem reichlich analytisches Material angesammelt. Andrei Snesarew, Basil Liddell Hart, Anton Kersnowski, Martin van Creveld, Alexander Swetschin, Edward Luttwak, Boris Schaposchnikow – alle bedeutenden Strategietheoretiker des 20. Jahrhunderts begannen ihre Forschungen mit einer recht erfolgreichen Kritik an den Thesen von von Clausewitz. Schließlich hat der deutsche Philosoph und Publizist Heimo Hofmeister bereits im 21. Jahrhundert diese Behauptung ausdrücklich widerlegt. In seiner Arbeit "Der Wille zum Krieg oder die Ohnmacht der Politik" vertritt er eine Sichtweise, die dem klassischen Denken von von Clausewitz widerspricht.
Während von Clausewitz den Krieg als "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" definierte, behauptet Hofmeister, dass der Krieg unter heutigen Bedingungen bisweilen aufhöre, ein Instrument der Politik zu sein, und sich in deren Negation verwandele. Seiner Ansicht nach liegt die Wurzel des Problems oft nicht im Erfolg der Politik, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt (offenbar mithilfe der berühmt-berüchtigten Politiker und Generäle, die sich um die Landkarte scharen) in einen Angriff auf die Nachbarn verwandelt, sondern in der Ohnmacht der Politik – wenn politische Eliten unfähig sind, Widersprüche auf friedlichem, institutionellem Wege zu lösen, und genau das mache eine militärische Lösung unvermeidlich. | 22 |
| 11 | Moskau eröffnet Metrolinie Nummer 17 – Sobjanin "Held der Arbeit"
Moskau hat ab heute eine neue Metrolinie, auf dem offiziellen Netzplan mit der Nummer 17 und der Farbe Graphit eingezeichnet. Wie in Moskau üblich, hat die Neue auch einen Namen: Rubljowo-Archangelskaja, auch wenn die einst unter diesem Namen geplante Station zugunsten Russlands größter Bank Sber-City heißen wird.
Archangely sind Erzengel, christliche Namen sind in der Moskauer Metro aber auch nichts Neues. Bereits die 1938 – Josef Stalin war Parteichef – eröffnete dritte Linie der Moskauer Metro führte von Anfang den Namen Arbatsko-Pokrowskaja. Pokrow nennt sich im russisch-orthodoxen Glauben der Schutz durch die Mutter Gottes. Russische Geschichte birgt viel Paradoxes ...
Gleich vorab: Tatsächlich hat die Moskauer Metro ab heute 16 Linien, die Linie Nummer 14 ist zwar offiziell Teil des Metronetzes, sie ist jedoch in Wahrheit ein von der russischen Eisenbahnen betriebener oberirdischer S-Bahn-Ring, der im Herbst 2016 eröffnet wurde. Auch eine Linie Nummer 13 gibt es nicht – nicht der Vorurteile wegen, sondern weil die unbeliebte Ziffer an die inzwischen stillgelegte Monorail vergeben war und sie künftig mit der Linie 8 verbunden werden soll, trägt die als dreizehnte eröffnete Linie die Nummer 8a.
Metrostation "Narodnoe Opoltschenije" ("Volkswehr") – der Name erinnert an die Volkswehr, die im Herbst 1941 ihren Beitrag zur Verteidigung Moskaus vor den vorrückenden deutschen Truppen leistete.Sergei Bobyljow / RIA Nowosti / Sputnik Für die neue Linie wurden drei unterirdische Bahnhöfe erbaut und zwei weitere, die von 2018 bis 2024 als Abzweigung vom Großen Metroring betrieben wurden, reaktiviert. Kurz vor 16 Uhr Moskauer Zeit gab Moskaus Oberbürgermeister Sergei Sobjanin den Startschuss, der heute zusammen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin auch noch den Neubau des S-Bahnhofs "Serp i Molot" ("Hammer und Sichel") einweihte.
Für seine Verdienste um Moskau – auch den rasanten Ausbau des Verkehrsnetzes der Hauptstadt – wurde Sobjanin bei dieser Gelegenheit vom Staatsoberhaupt mit dem Orden "Held der Arbeit" ausgezeichnet. In den 16 Jahren, die Sobjanin der russischen Hauptstadt vorsteht, wuchs das Metronetz um 195 Kilometer, 95 neu gebaute Stationen wurden eröffnet, ein weiterer, seit 1975 im Rohbau bestehender Bahnhof, fertiggestellt und aktiviert. Die schon erwähnte Ring-S-Bahn mit 54 Kilometern Länge und 31 Bahnhöfen kommt noch oben drauf.
Moskaus OB Sergei Sobjanin (links) und Wladimir Putin eröffnen den neuen S-Bahnhof "Serp i Molot" ("Sichel und Hammer") am 5. September 2026.Sergei Bobyljow/RIA Nowosti / Sputnik Die Linie 17 hat vorerst eine Länge von 6,5 Kilometern und – wie erwähnt – fünf Stationen. Sie beginnt im Wolkenkratzerviertel Moskau City, bietet in ihrem Verlauf Umsteigemöglichkeiten zu vier anderen Linien und endet vorerst in einem Wohngebiet im Nordwesten der Stadt. An ihrer Verlängerung weiter stadtauswärts wird bereits intensiv gebaut: 2027 soll sie um fünf weitere Stationen in die westlich des Autobahnrings entstehende Sber-City verlängert werden. Am anderen Streckenende sind die Verlängerungsperspektiven dagegen noch vage.
Einer der neuen Bahnhöfe ist nach General Dmitri Karbyschew benannt, der als Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen zu Tode gefoltert wurde.
Erste Fahrgäste auf der neuen Metrostation "Boulevard des Generals Karbyschew" am 5. September 2026Sergei Bobyljow/RIA Nowosti / Sputnik Die Moskauer Metro (wieder ohne den "Zwitter" mit der Nummer 14) hat ab heute eine Streckenlänge von knapp 497 Kilometern und 278 Stationen.
Mehr zum Thema – "In ruhigem Tempo": Moskaus Oberbürgermeister kündigt Bau von 150 Kilometern Metro bis 2035 an
https://de.rt.com/russland/290819-moskau-eroeffnet-metrolinie-nummer-17/ | 23 |
| 12 | Flugzeugabsturz bei griechischer Flugshow – beide Piloten tot
Jedes Jahr findet an einem der größten Stützpunkte der griechischen Luftwaffe, in Tanagra, die Athens Flying Week statt. Sie gilt als größte Flugshow in Südosteuropa. Im vergangenen Jahr folgten etwa 50.000 Zuschauer der Veranstaltung vor Ort, und etwa 150.000 weitere online. Dieses Jahr sollte sie am 5. und 6. September stattfinden. Ein tragisches Unglück führte bereits Samstagnachmittag dazu, dass der Rest des Programms abgesagt wurde.
Der Flug der F-4 Phantom sollte einer ihrer letzten sein, ehe das bis 1981 von McDonnell produzierte Kampfflugzeug auch in der griechischen Luftwaffe endgültig außer Dienst gestellt wird. Mitten in der Vorführung verlor das Flugzeug plötzlich an Höhe und stürzte ab. Schon kurz vor dem Absturz sei Rauch aus der Maschine gekommen. Die beiden Piloten wurden tot geborgen.
🚨 FULL VIDEO: The moment a Hellenic Air Force F-4E Phantom II crashed during a solo display at Athens Flying Week in Tanagra, Greece.
The footage captures the aircraft’s final maneuver before impact.
No parachutes were visible in the immediate aftermath. The condition of the… pic.twitter.com/kUKXUIzgzR
— XPRESS (@Xpress_24_7) September 5, 2026
Es gibt Aufzeichnungen des Gesprächs der beiden Piloten mit dem Kontrollzentrum in den Minuten vor dem Absturz. Danach haben sie die Schleudersitze in der Maschine nicht aktiviert, um dafür zu sorgen, dass weder Zuschauer noch Anwohner durch den Absturz Schaden erleiden. Das Flugzeug stürzte auf eine Wiese, wo es einen Brand auslöste.
WATCH: Footage shows the moment the Hellenic Air Force F-4 crashed during a solo display at Athens Flying Week in Tanagra, Greece.
It hit the ground coming out of a turn. The condition of the crew is still unknown. https://t.co/ZwUW4Eu4SQ pic.twitter.com/KY2oppTPM0
— Tabz (@TabzLIVE) September 5, 2026
Der stellvertretende Ministerpräsident Kostis Hatzadakis erklärte: "Alle Griechen sind vom Verlust der zwei Piloten unserer Luftwaffe bei einer Vorführung in Tanagra erschüttert." Die Veranstaltung wurde sofort abgebrochen. Auf Anordnung von Verteidigungsminister Nikos Dendias gilt für die Streitkräfte eine dreitägige Trauer. Die Ursache des Unglücks wird untersucht.
Mehr zum Thema – Politico: Kiew bezeichnet seine Bitten an Partner um Militärhilfe als "endlose Geschichte"
https://de.rt.com/europa/290823-flugzeugabsturz-bei-griechischer-flugshow/ | 26 |
| 13 | Wir erinnern uns daran, welche Gräueltaten die Nazis begangen haben. Keiner unserer Gefallenen, der durch ihre verbrecherische Hand starb, ist vergessen. Nichts – keine einzige ihrer Taten – ist in Vergessenheit geraten. Die Reportagen unserer Kriegsberichterstatter von den Fronten schildern ungeschönt, was die Deutschen dort anrichteten. Dazu gehören auch die Berichte Ilja Grigorjewitsch Ehrenburgs darüber, wie die Nazis mit den Einwohnern von Mariupol verfuhren. Unter ihnen war der dreijährige Wladja. Immer wieder fragte er seine Mutter: "Mama, gehen wir baden?" Die deutschen Nationalsozialisten befahlen Wladja und seiner Mutter, sich völlig auszuziehen, und erhängten beide. Zusammen. Oder nehmen wir das Zeugnis Konstantin Georgijewitsch Paustowskis – ebenfalls aus Mariupol. Darin schildert er, wie die Deutschen zwei weitere kleine Stadtbewohner langsam töteten, indem sie ihnen gewaltsam Wodka einflößten.
Doch selbst in jener tragischen Zeit kam niemandem – weder in der Staatsführung noch im Militär noch in unserer Gesellschaft – in den Sinn, den Deutschunterricht an Schulen, die Lektüre deutscher Autoren oder die Aufführung von Werken deutscher Komponisten als Verrat am eigenen Land und als Förderung "feindlicher Narrative und feindlichen Einflusses" zu betrachten. Und zwar durch die Lektüre Heines.
Dies war die staatliche Politik unseres Landes, das sich – das sei noch einmal betont – im Kriegszustand mit Deutschland befand. Josef Stalin bezeichnete in seiner berühmten Rede, die er vor 85 Jahren, noch im Juli 1941, hielt, das deutsche Volk als treuen Verbündeten des sowjetischen Volkes im Kampf gegen den Hitlerismus.
Und heute (ebenfalls auf staatlicher Ebene) erklärt ebendieses Deutschland, das von uns vom Joch des Nationalsozialismus und von der schrecklichsten menschenverachtenden Diktatur befreit wurde, das mit unserer Hilfe die dringend benötigten Ressourcen für seine Industrie erhielt und ebenfalls mit unserer Unterstützung und Billigung wiedervereinigt wurde, dass alles Russische und alles, was mit Russland zu tun hat – von der Sprache bis zur Literatur, vom Gebäck bis zu Gesprächen über die Musik Pjotr Tschaikowskis –, seine Feinde seien.
Im September 2001 sprach Präsident Wladimir Putin vor dem Deutschen Bundestag. Zum Abschluss seiner Rede sagte er: "Trotz mancher (...) Ungeschicktheit schlägt unter allem das starke und lebendige Herz Russlands, welches für eine vollwertige Zusammenarbeit und Partnerschaft geöffnet ist."
Denjenigen, die uns heute entgegenstehen – diesen kleinen Herostraten der Geopolitik –, gelang es im vergangenen Vierteljahrhundert weder, unser starkes und lebendiges Herz zum Stillstand zu bringen, noch unser Vertrauen in die Möglichkeit einer echten Zusammenarbeit und Partnerschaft zu erschüttern, und erst recht nicht, unseren Glauben an die Berechtigung des Widerstands gegen den heutigen Nazismus, wenn auch ukrainischer Prägung, zu brechen.
Merze/Wadephule/Dobrindte – ob groß- oder kleingeschrieben – werden verschwinden. Aber deutsche Musik, deutsche Literatur, deutsche Philosophie – all das ist Teil unseres Lebens. Solange es die russische Kultur gibt, wird sie auch die deutsche Kultur beinhalten. Und auch aus dem Gedächtnis der Generationen ehrlicher Deutscher wird die Erinnerung an unsere Rolle bei der Rettung ihres Landes nicht verschwinden.
Und wenn wir unseren gemeinsamen Feind besiegt haben – und dieser Feind ist erneut der Nazismus –, werden wir Heine und Schiller lesen. Gemeinsam. Sowohl auf Deutsch als auch auf Russisch. So wird es sein.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 5. September 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.
Mehr zum Thema – Drohne in Leipzig: Bundesregierung beschuldigt Russland – Russischem Haus wird gekündigt
https://de.rt.com/russland/290814-heine-ist-auch-teil-unserer-kultur/ | 25 |
| 14 | Heine ist auch Teil unserer Kultur! Russland reagiert auf die Schließung des Russischen Hauses
Von Jelena Karajewa
Bundeskanzler Friedrich Merz hält die im Berliner Russischen Haus gebackenen Piroschki mit Kohl offenbar für eine Spionageoperation und ein Mittel zur Anwerbung von Agenten. Was Merz und seine Untergebenen – Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Bundesaußenminister Johann Wadephul – da vollbrachten, sprengt selbst den Rahmen eines noch vernünftigen Sarkasmus.
Deutschland kündigte einseitig die mit unserem Land geschlossenen Abkommen. Mit der Schließung des Russischen Hauses, das seit 1984 in Berlin bestand, verstieß Deutschland aus eigener Initiative – und ohne jede Scheu – gegen das Völkerrecht.
Anfang August spielte die französische Generaldirektion für innere Sicherheit (DGSI) deutschen Medien Informationen zu, wonach man im Russischen Haus zwischen Tee mit Marmelade und einem Stück Kulebjaka über die "russische Diaspora" – sprich: das "Vivarium russischer Agenten" in Deutschland – überwache. Gespräche über Fjodor Dostojewski und Leo Tolstoi sowie die Lektüre Heinrich Heines auf Russisch gelten ja bekanntlich als bewährtes Mittel, um "Kreml-Narrative" zu verbreiten.
Auf die Veröffentlichungen folgte die Reaktion "superunabhängiger" Politiker: "Es ist längst an der Zeit, dieses Spionagenest dichtzumachen." Dann – und wieder "völlig unerwartet" – fand man am Flughafen ein Plastikding in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs. Wobei sich nebenbei die Frage stellt: Was hatte dieses Flugzeug eigentlich in Leipzig zu suchen? Wurde dort etwa Sauerkraut für die kalte Jahreszeit eingekauft?
Und dann traten die Bundesminister auf – als hätten sie alle eine blütenweiße Weste – und sagten das, was in Russland heute bekannt ist und worauf Moskau umgehend und symmetrisch reagierte, indem es die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk schloss.
Dem Russischen Haus vorzuwerfen, es habe als "Deckmantel für Spionageoperationen" gedient, käme dem Vorwurf gleich, Michail Wassiljewitsch Lomonossow und Boris Leonidowitsch Pasternak hätten während ihrer Zeit in Deutschland Wühltätigkeit betrieben.
Sowohl der große Wissenschaftler als auch der große Dichter studierten an der Universität Marburg. Würde man ihnen Vorwürfe machen, könnte man im gleichen Atemzug auch die gesamte russische Wissenschafts-, Literatur- und Philosophiewelt beschuldigen.
Unsere historischen sowie familiären und staatlichen Verbindungen zu Deutschland waren stets nicht nur herzlich, sondern eng und geradezu verwandtschaftlich. Wenn man in Russland Kaiserin Katharina II. die Große nannte, verlor man in Russland nie ihre deutsche Herkunft aus den Augen. Wenn wir der heiligen Märtyrerin Jelisaweta Fjodorowna gedenken, erinnern wir uns stets daran, dass die Großfürstin als Prinzessin Elisabeth von Hessen-Darmstadt geboren wurde.
Merz/Wadephul/Dobrindt ließen ihre Wut am Russischen Haus aus (das klingt zwar undiplomatisch, trifft es aber genau), ohne überhaupt zu begreifen, wie fest unsere Verbindungen zu ihrem eigenen Land tatsächlich sind. Gerade die Beständigkeit dieser Verbindungen verleiht ihnen zugleich eine unvorstellbar tragische Dimension. | 24 |
| 15 | Medienbericht: Sudanesisches Militär baut heimlich C-Waffenarsenal auf
Einem Bericht der US-Zeitung Washington Post (WP) zufolge ist es den nationalen Streitkräften (SAF) des Sudan gelungen, chemische Waffen herzustellen. Dies belegen demnach interne Videos, Dokumente, Textnachrichten und weitere Materialien, die dem Blatt vorliegen sollen.
"Die autoritäre sudanesische Regierung hat ein geheimes Chemiewaffenlager angelegt", heißt es im Bericht. Die ranghohen Militärbeamten hätten versucht, diese Tatsache zu verheimlichen, nachdem Chlorgasbomben gegen die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) eingesetzt worden seien.
Seit Mitte April 2023 ist im nordostafrikanischen Staat ein brutaler Bürgerkrieg zwischen der nationalen Armee und der Rebellenmiliz im Gange.
Sicherheitsbeamte aus dem Nahen Osten, die hätten anonym bleiben wollen, sollen die Dokumente der Zeitung zur Verfügung gestellt haben. Die Beamten hätten angegeben, das Material von Quellen im Sudan erhalten zu haben.
Wie es weiter heißt, sei möglicherweise Chlor, das ursprünglich bei der Wasserreinigung verwendet werden sollte, zur Herstellung chemischer Waffen eingesetzt worden.
Das sudanesische Militär habe die Produktion chemischer Kampfstoffe geheim halten können, da es diese auf Militärbasen gelagert und in abgelegenen Wüstengebieten getestet habe. Die Dokumente belegten, dass das Militär bis zu 290 Kampfstoffe gehortet habe. Zugleich stellt die WP fest, dass aus den Unterlagen nicht eindeutig hervorgehe, was der Sudan mit dem mutmaßlichen Vorrat gemacht habe.
Die sudanesische Regierung und die Armee hätten auf Anfragen nach einer Stellungnahme nicht reagiert, teilt die Zeitung mit.
Mehr als 20 westliche Geheimdienstmitarbeiter und Chemiewaffenexperten sollen demnach die Dokumente für glaubwürdige Beweise gehalten haben. Sie hätten aber betont, dass eine umfassende Bewertung die Besichtigung der Standorte und die Befragung von Zeugen erfordere.
Im April 2025 hatte US-Außenminister Marco Rubio erklärt, die sudanesischen Streitkräfte hätten 2024 Chemiewaffen gegen die Rebellen eingesetzt. Daraufhin verhängten die USA das erste Sanktionspaket gegen das Land. Der Sudan wies die Anschuldigungen zurück.
Mehr zum Thema – Ukrainische Söldner im Sudan getötet
https://de.rt.com/international/290808-medienbericht-sudanesisches-militaer-baut-heimlich-c-waffenarsenal-auf/ | 27 |
| 16 | Mehr zum Thema – Gasspeicher auf Rekordtief: Droht Deutschland ein teurer Winter?
https://de.rt.com/inland/290351-atomkraft-und-russisches-gas-haben-in-deutschland-wieder-an-akzeptanz-gewonnen/ | 31 |
| 17 | Hätte Deutschland zudem noch weiter russisches Gas gekauft, wäre die Energiekrise noch milder verlaufen und schneller beendet worden. Juschkow sagt:
"Deutschland war der größte Abnehmer von russischem Gas in der EU. Darüber hinaus verdiente es am Transit, da ein Teil des Gases über die Nord-Stream-Pipeline tief ins europäische Landesinnere floss. Das heißt, Deutschland versorgte den europäischen Markt insgesamt mit russischem Gas, wodurch die Preise auf einem relativ niedrigen Niveau gehalten werden konnten. Als das russische Gas ausblieb, verschärfte sich die Verknappung, und zwar nicht nur für Deutschland, sondern für die Europäer insgesamt."
Seinen Worten zufolge wäre die Energiekrise Mitte 2021 ohnehin eingetreten, da ihr ein entscheidender Fehler der EU zugrunde liegt: Sie habe die Energieunternehmen dazu überredet, ausschließlich in erneuerbare Energien zu investieren, was wiederum die Verknappung ausgelöst habe. Hätten Deutschland und die EU insgesamt jedoch weiterhin in vollem Umfang russisches Gas bezogen, wäre die Krise weniger schwerwiegend ausgefallen, und die Preise wären niedriger gewesen, als es letztendlich ohne russisches Gas der Fall war, merkt der Experte an.
Dabei war gerade die deutsche Industrie stärker betroffen als andere, da sie die größte in der EU war und Chemieunternehmen sowie Hersteller von Stickstoffdüngemitteln von Gas als Rohstoff abhängig waren. Hätte Deutschland russisches Gas gehabt, wäre auch mehr von der deutschen Industrie übrig geblieben, so Juschkow. Wakiljan erklärt:
"Deutschland hat zwar weitgehend einen physischen Ersatz für russisches Gas gefunden, aber was Preis, Stabilität und Vorhersehbarkeit angeht, ist dies nicht der Fall. Die Anpassung erfolgte durch neue Lieferanten und einen Rückgang der Nachfrage. Der Gasverbrauch in Deutschland liegt weiterhin etwa 13,5 Prozent unter dem Vorkrisenniveau, insbesondere im industriellen Bereich. Derzeit spürt Deutschland am eigenen Leib den Unterschied zwischen Pipelinegas im Rahmen einer stabilen, langfristigen Vereinbarung und der Notwendigkeit, auf dem Weltmarkt um mobiles LNG zu konkurrieren."
Gleichzeitig hat Deutschland Investoren dazu ermutigt, in erneuerbare Energien – Wind und Sonne – zu investieren. Doch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist schwer vorhersehbar, und es kommt zu objektiven, naturbedingten Engpässen. Deshalb kehrt Berlin nun zu dem zurück, womit es begonnen hat – der Notwendigkeit, Gaskraftwerke zu bauen. Juschkow ruft in Erinnerung:
"Die Vergrößerung des Anteils der erneuerbaren Energien am gesamten Energieumfang hat das Land sehr wetterabhängig gemacht. Bei Hitze liefen Wasserkraft und Atomkraft schlecht. Für diesen Fall braucht das Land eine steuerbare Reserveenergiequelle. Das sind Kohle- oder Gaskraftwerke. Kohle wurde jahrzehntelang verteufelt, deshalb schlägt man nun den Bau von Gaskraftwerken vor."
Deutschland baue die Gaskraftwerke nicht, um günstigen Strom zu erzeugen, sagt Wakiljan und fügt hinzu:
"Sie sind eine Absicherung für das Stromnetz für die Stunden und Tage, an denen es wenig Sonne und Wind gibt. Günstige Stromerzeugung werden solche Kraftwerke nicht sein. Ihre Aufgabe ist es nicht, den Durchschnittspreis zu senken, sondern zu verhindern, dass dem Stromnetz die Leistung ausgeht, und extreme Preisspitzen zu begrenzen.
Daher geht der Hauptfehler der deutschen Energiepolitik über die Atomkraft oder das russische Gas hinaus. Deutschland hat gleichzeitig die Erzeugungsstruktur, die Brennstoffbasis und die Architektur des Stromnetzes verändert, während die Netze, Speicher und regelbaren Leistungen hinterherhinkten. Nun schlägt Merz faktisch vor, das fertigzustellen, was bereits vor der Stilllegung der Atomkraftwerke und dem weiteren Ausstieg aus der Kohleverstromung hätte vorhanden sein müssen. Und diese zweite Phase der Energiewende wird sich als ziemlich kostspielig erweisen."
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 1. September 2026 auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.
Olga Samofalowa ist Wirtschaftsanalystin bei der Zeitung Wsgljad. | 28 |
| 18 | Atomkraft und russisches Gas haben in Deutschland wieder an Akzeptanz gewonnen
Von Olga Samofalowa
Deutschland hat begonnen, seine Fehler in der Energiepolitik offiziell einzugestehen. Die hohen Strompreise in Deutschland seien eine Folge des übereilten Ausstiegs aus der Atomenergie, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz. Seinen Worten zufolge hätte er den Ausstieg aus der Atomenergie nicht so schnell vollzogen, doch die Entscheidung sei bereits vor seiner Amtszeit getroffen worden.
Als weiteren Grund für den Preisanstieg nannte der Kanzler die Folgen des Konflikts um Iran, da der EU der Zugang zu katarischem Flüssigerdgas (LNG) versperrt wurde.
Kürzlich räumte Merz zudem ein, dass die anhaltende Energiekrise im Land durch den Ausfall der russischen Gaslieferungen ausgelöst wurde. Verschärft wird dies durch die nachlassende Unterstützung der NATO durch die Vereinigten Staaten.
Zudem sprach sich Merz erneut für den Bau von Gaskraftwerken aus und wies darauf hin, dass die Ausschreibungen für deren Planung und Errichtung bereits angelaufen seien. Die Entscheidung sei innerhalb der Regierungskoalition abgestimmt und in Brüssel genehmigt worden. Nun seien die Behörden verpflichtet, diese Kraftwerke zu bauen, so Merz. Igor Juschkow, leitender Analyst des russischen Fonds für nationale Energiesicherheit und Dozent am Lehrstuhl für Politikwissenschaft der Finanzuniversität bei der Regierung der Russischen Föderation, sagt:
"Der Ausstieg aus der Atomenergie war ein Fehler Deutschlands, denn die Atomkraftwerke hatten noch keine kritische Abnutzungsgrenze erreicht; sie hätten noch jahre- und vielleicht sogar jahrzehntelang betrieben werden können. Zudem haben sich die Investitionen, die in den Bau dieser Atomkraftwerke geflossen sind, bereits amortisiert, weshalb es sich um eine wirklich kostengünstige Energiequelle handelte. Selbst aus klimapolitischer Sicht hat die EU die Atomenergie als kohlenstoffarm und Atomkraftwerke als Energiequelle anerkannt, die zur Energiewende beiträgt.
Während Deutschland früher selbstversorgend mit Strom war, ist es nun zu einem Importland geworden. Jetzt kauft es genau die gleiche Atomenergie, bloß in Frankreich."
Nach dem Unfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima waren viele europäische Länder unnachgiebig und wollten ihre Atomkraftwerke stilllegen, haben es sich dann aber anders überlegt, darunter auch Frankreich, das die Laufzeit alter Kraftwerke verlängert und bereit ist, neue zu bauen. Deutschland hingegen ist von seiner Entscheidung nicht abgewichen und hat seine Atomkraftwerke stillgelegt, was es nun bereut. Juschkow merkt an:
"Wenn es in Europa zu einem Stromengpass kommt, trifft dies die Deutschen besonders hart, da sie nun Importeure sind. Zudem ist die Stromerzeugung in der EU insgesamt aufgrund der Stilllegung von Atomkraftwerken zurückgegangen. Daher ist die Knappheit nun gravierender und die Preise steigen stärker an, als es der Fall wäre, hätte Deutschland nicht auf die Atomenergie verzichtet."
Merz erkenne sogar ein noch gravierenderes Problem als den Fehler im Zusammenhang mit einzelnen Atomkraftwerken an, meint der Experte des russischen Fonds für nationale Energiesicherheit Michail Wakiljan. Er betont:
"Deutschland hat die Abfolge der Energiewende unterbrochen, indem es damit begann, zuverlässige, steuerbare Erzeugungskapazitäten für Strom stillzulegen, bevor es einen vollwertigen Ersatz aufgebaut hatte."
Er erklärt, dass die Atomkraftwerke Deutschland das lieferten, was es nun gegen Barzahlung einkaufen muss – garantierte Leistung, die nicht von Wind, Sonne und Gaspreisen abhängt.
"Die letzten drei deutschen Atomkraftwerke haben im letzten Jahr ihres Betriebs 29,5 TWh erzeugt. Das hätte Deutschland zwar nicht vor der Gaskrise bewahrt, da Atomkraft Gas in der Chemie, bei der industriellen Wärmeversorgung und im Heizungsbereich nicht ersetzen kann. Aber die Krise im Stromsektor wäre milder ausgefallen." | 27 |
| 19 | Riesige Python schwimmt durch überflutete Wohngegend
In einem überfluteten Wohngebiet auf den Philippinen sorgte eine riesige Schlange für Schrecken. Eine Python schwamm durch das trübe Wasser zwischen den Häusern, nachdem heftige Regenfälle weite Teile von Olongapo City überflutet hatten.
Mehr auf unserer Webseite: https://de-rtnews.com
https://odysee.com/Riesige-Python-schwimmt-durch-%C3%BCberflutete-Wohngegend:680e39e31fff13a03691bbe49c25675a63a7b61c | 38 |
| 20 | Russischer Diplomat: Drohne auf SBU-Zentrale Teil des Machtkampfs in der Ukraine
Der Drohnenangriff auf die Zentrale des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) in Kiew könnte vom Militärgeheimdienst des Landes (GUR) innerhalb des Konflikts zwischen den beiden Diensten erfolgt sein. Diese Vermutung äußerte der hochrangige russische Diplomat Rodion Miroschnik.
Am Freitag krachte eine Drohne in das Gebäude der SBU-Zentrale in Kiew und verursachte eine größere Explosion. Wladimir Selenskij beschuldigte Russland für diesen Angriff und sagte, die Drohne habe direkt auf das Büro des aktuellen Chefs des Dienstes, Alexandr Poklad, gezielt. Selenskij sagte, er habe Poklad, der unverletzt blieb, beauftragt, eine "angemessene, wahrnehmbare und, wenn möglich, spiegelgleiche Antwort" vorzubereiten.
"Nach Selenskijs Aussage hält er [die Auffassung] aufrecht, dass die Drohne, die direkt in das Fenster des SBU-Chefs flog, das Ergebnis eines 'russischen Drohnenangriffs' war, nicht ein Showdown zwischen den Sicherheitsdiensten, die ihm vorübergehend untergeordnet sind", schrieb Miroschnik am Freitag auf Telegram.
"Selenskij wählte das Geringere von zwei Übeln", fügte er hinzu.
Damit verwies Miroschnik auf eine erst vor Kurzem erfolgte bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Mitarbeitern von SBU und GUR in Kiew. Angehörige der beiden ukrainischen Sicherheitsbehörden hatten sich am Donnerstag über Nacht ein offenes Feuergefecht geliefert, bei dem mehrere Personen verwundet wurden.
Der Diplomat schrieb außerdem, die "Führung dieses Dienstes [SBU] hat wiederholt ihre Beteiligung an der Organisation terroristischer Angriffe in Russland erklärt, die zahlreiche Zivilisten töteten und verletzten".
Die Schießerei zwischen SBU und GUR drehte sich anscheinend um Stepan Kaplunow, Berichten zufolge ein weißer Rassist und ein führender Offizier des sogenannten Russischen Freiwilligenkorps (RDK), einer paramilitärischen Einheit unter dem Dach des GUR.
Während der SBU erklärte, Karplunow sei an einer Moskauer Verschwörung beteiligt gewesen, einen "Führer der russischen Oppositionsbewegung" am ukrainischen Unabhängigkeitstag zu ermorden, warf das RDK dem Sicherheitsdienst vor, seinen Kommandeur entführt und mehr als eine Woche in einem Geheimgefängnis festgehalten zu haben.
Kaplunow, der nach der Schießerei freigelassen wurde, führte seine Gefangenschaft auf die "historische Konkurrenz" zwischen SBU und GUR zurück und erklärte, seine Entführung sei ein Versuch des SBU gewesen, an seine Vorgesetzten innerhalb des Militärgeheimdienstes zu kommen.
Mehr zum Thema — Kampf um das "fetteste Ressort" – Warum der "innovativste" Minister der Ukraine entlassen wurde
https://de.rt.com/international/290806-russischer-diplomat-drohne-auf-sbu/ | 37 |
