Diese Grafik wurde mir zugesandt. Ich dachte kurz, dass sein ein Fake, dann fiel mir ein, dass ja im Kongo Erze u.a. abgebaut werden und dort sicher nicht auf Umweltstandards geachtet wird.
Also begann ich etwas zu recherchieren...
Und siehe da: Ganz so abwegig ist der Gedanke nicht.
Nach Angaben der WHO wurde der aktuelle Ebola-Ausbruch im Mai 2026 zunächst als „unbekannte Krankheit mit hoher Sterblichkeit“ in der Gesundheitszone Mongbwalu in der Provinz Ituri gemeldet. Später wurde daraus offiziell ein Ausbruch durch das Bundibugyo-Ebolavirus. Ituri ist inzwischen die am stärksten betroffene Provinz. Das ECDC meldete Anfang Juni 2026 für Ituri den mit Abstand größten Teil der bestätigten Fälle.
Und jetzt wird es interessant.
Mongbwalu und Ituri sind nicht nur Namen auf einer epidemiologischen Karte. Es ist eine Goldbergbau-Region. Also genau jene Art von Gegend, in der man in der Regel nicht mit Schweizer Trinkwasserstandards, deutschen Umweltämtern und einem freundlichen Mann vom TÜV rechnen sollte.
Die Vereinten Nationen haben bereits vor Jahren auf Probleme in den Goldabbaugebieten des Ostkongo hingewiesen. Ein UNEP-Bericht untersuchte unter anderem handwerkliche Goldminen in Some, Ituri und Butuzi, Süd-Kivu. Dabei ging es vor allem um Quecksilberbelastungen durch Goldgewinnung, aber auch um die Folgen für Wasser, Böden und die Menschen vor Ort.
Noch deutlicher wird es in Berichten zur Wasserqualität: Rund um die großen Goldbergbauzentren in Ituri wurden erhöhte Werte von Quecksilber, Arsen und Cyanid in Oberflächenwasser und Grundwasser beschrieben.
Damit ist noch lange nicht gesagt: „Das ist gar kein Ebola, das ist Arsen.“
So billig sollte man es sich nicht machen.
Aber genauso billig ist die Gegenrichtung: Virus gefunden, Akte geschlossen, alle anderen Faktoren bitte aus dem Bild schieben.
Denn Arsen ist kein Wellness-Mineral. Akute Arsenbelastung kann Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kreislaufprobleme, Herzrhythmusstörungen und im schweren Fall Schockzustände auslösen. Die CDC beschreibt genau solche Symptome bei akuter Arsenvergiftung.
Klingelt da etwas?
Natürlich ist das nicht identisch mit Ebola. Aber es berührt einen Punkt, den man in der modernen Seuchenlogik erstaunlich selten hört: Was passiert eigentlich, wenn ein gefährliches Virus auf eine Bevölkerung trifft, die bereits in einem toxischen Milieu lebt? Mit verschmutztem Wasser, Bergbauchemikalien, Mangelernährung, Flucht, Stress, schwachen Kliniken und kaum sauberer Diagnostik?
Vielleicht wäre das eine Untersuchung wert.
Nicht als Gegenmärchen zur offiziellen Darstellung. Sondern als Ergänzung zur Wirklichkeit.
Denn die Wirklichkeit besteht selten aus einem einzigen Erreger und einem einzigen Gegenmittel. So einfach ist das Leben nur in Pressemitteilungen.
Die saubere Frage wäre:
Gibt es in den Ebola-Gebieten des Ostkongo eine messbare Überschneidung zwischen Ausbruchsclustern und Bergbauzonen mit Arsen, Quecksilber oder Cyanid im Wasser? Haben Erkrankte höhere Arsenwerte als vergleichbare gesunde Menschen aus derselben Region? Sind schwere Verläufe häufiger dort, wo die Umweltbelastung besonders hoch ist?
Das wäre Forschung.
Nicht: „Wir haben das Virus gefunden, also brauchen wir über den Rest nicht mehr zu reden.“
Genau diese Reduktion stört mich. Sie ist bequem. Sie ist politisch praktisch. Und sie ist wissenschaftlich dürftig.
Ein Virus ist immer ein dankbarer Hauptdarsteller. Es hat keine Lobby. Es besitzt keine Mine. Es exportiert kein Gold. Es vergiftet kein Grundwasser. Es stellt auch keine Fragen nach Lieferketten, Rohstoffhunger und den Bedingungen, unter denen Menschen in solchen Regionen leben müssen.
Arsen im Wasser tut das schon.
Fazit:
Die Grafik allein beweist nichts. Aber es deuten sich Zusammenhänge an. In der Folge müssten das Gelände und die Patienten entsprechend untersucht werden.
Aber vielleicht ist das wieder zu kompliziert für eine Welt, die lieber einfache Geschichten erzählt? 👉 Virus böse. Impfstoff gut. Du impfen, sonst tot.