🟥👉 Einige von euch werden sich noch erinnern: 2009, Schweinegrippe. Überall wurde vor der großen Pandemie gewarnt, Regierungen hatten riesige Vorräte an Grippemitteln angelegt und ein Name war plötzlich nahezu jedem bekannt:
Tamiflu.
Tamiflu ist der Markenname eines Präparats mit dem Wirkstoff
Oseltamivir. Genau diese Unterscheidung wird gleich noch wichtig.
Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder? Wenn die Angst erst groß genug ist, steht natürlich schnell auch die angebliche Rettung bereit. Später kamen Corona-Impfstoffe und Masken. Und inzwischen sollen Waffen den Frieden sichern. Ist klar. Aber ich schweife ab.
Zurück zu Tamiflu beziehungsweise Oseltamivir.
Schon vor der Schweinegrippe hatten Regierungen gewaltige Vorräte angelegt. Bis 2009 waren weltweit mindestens
220 Millionen Behandlungseinheiten Tamiflu für rund 6,9 Milliarden Dollar eingelagert worden.
Und dann kommt 2026 eine Studie, bei der man sich eine ziemlich einfache Frage stellen darf:
Warum wurde diese Untersuchung nicht viel früher gemacht?
Denn die vollständigen Studiendaten zu Oseltamivir waren längst nicht so beeindruckend wie das öffentliche Bild. Bei Erwachsenen verkürzte Oseltamivir die Beschwerden im Durchschnitt um etwa
17 Stunden: von ungefähr sieben auf 6,3 Tage. 17 Stunden! Nicht 17 Tage.
Dafür fanden sich unter anderem mehr Übelkeit und Erbrechen. Und dann gab es noch den jahrelangen Streit darum, ob unabhängige Wissenschaftler überhaupt Zugang zu sämtlichen Studiendaten bekommen sollten. Darüber hatte ich seinerzeit ausführlich berichtet.
Aber ein Argument blieb immer noch:
„Bei den wirklich Schwerkranken wird Oseltamivir doch wohl helfen!“
Und genau hier wird es interessant.
2026 wurden die Ergebnisse der REMAP-CAP-Studie veröffentlicht. Es handelt sich um die
erste randomisierte klinische Studie, die Oseltamivir bei kritisch kranken Influenza-Patienten direkt mit keiner antiviralen Therapie verglich. Die Patienten waren mindestens zwölf Jahre alt und schwer genug erkrankt, dass eine intensivmedizinische Behandlung beziehungsweise Organunterstützung erforderlich war.
Nach 90 Tagen waren gestorben:
👉
13,7 Prozent ohne antivirale Therapie.
👉
19,8 Prozent nach fünf Tagen Oseltamivir.
👉
19,4 Prozent nach zehn Tagen Oseltamivir.
Die statistische Auswertung ergab für beide Oseltamivir-Gruppen eine Wahrscheinlichkeit von rund
98 Prozent für einen Schaden; die vorab festgelegte Grenze für Unterlegenheit wurde erreicht und die Rekrutierung in diese Behandlungsarme beendet.
Und damit wir sprachlich korrekt bleiben:
Untersucht wurde Oseltamivir. Das ist der Wirkstoff, der vor allem durch das Markenpräparat
Tamiflu bekannt wurde. Aus der Studie folgt deshalb nicht, dass ausdrücklich das Roche-Markenpräparat bei jedem Patienten eingesetzt wurde.
Die entscheidende Frage bleibt für mich trotzdem:
Wie kann ein Wirkstoff über Jahrzehnte weltweit eingesetzt und für Milliardenbeträge bevorratet werden, während die
erste randomisierte Studie speziell bei kritisch kranken Influenza-Patienten erst 2026 erscheint?
Ein Vorbehalt gehört allerdings ebenfalls dazu: Die REMAP-CAP-Arbeit liegt derzeit noch als
Preprint vor und ist noch nicht peer-reviewed.
Ich habe die ganze Geschichte noch einmal aufgearbeitet: vom Streit um die vollständigen Studiendaten über den tatsächlichen Nutzen bis zu den neuen Ergebnissen von 2026.
👉
TAMIFLU – Jahrzehnte später kommt diese Studie
Unter Oseltamivir starben in der Intensiv-Studie mehr Patienten
https://naturheilt.com/blog/die-tamiflu-luege/
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