en
Feedback
Schriftauslegungen

Schriftauslegungen

Open in Telegram
409
Subscribers
No data24 hours
-27 days
-630 days
Posts Archive
photo content

14. Juni 2026 Die Priorität des Apostels.mp312.01 MB

Versuchen wir, diese Überlegungen auf unsere Situation als Katholiken in der heutigen Welt anzuwenden.   Ist uns noch klar genug, daß uns mit dem Evangelium und der authentischen Lehre der Kirche die Wahrheit anvertraut ist, die für alle Menschen gelten soll? Es ist eine Wahrheit, die wir nicht erst suchen müssen, sondern die wir besser verstehen lernen müssen. Ist sie nicht der Maßstab für alles richtige Handeln des Menschen? Bezeugen wir dies oder gehen wir Kompromisse ein, die unser Zeugnis schwächen und nahezu unerkennbar machen, wie wir es heute – Gott sei es geklagt – leider in unserer Kirche immer mehr vorfinden müssen. Die Wahrheit hingegen macht frei, so lehrt es uns der Herr (Joh 8,32). Sie macht uns nicht nur persönlich frei, sondern befreit auch andere, wie es der heutige Text uns deutlich macht.   Paulus nennt dann noch verschiedene Motive und Haltungen, wie das Evangelium verkündet wird. Manche tun dies offensichtlich nicht in rechter Gesinnung. Der Apostel verschweigt nicht, daß dies seine Ketten schwerer macht.  Doch er erhebt seinen Blick wieder auf die Priorität, die ihn leitet: Das Evangelium soll verkündet werden. Selbst wenn es auf unperfekte Weise oder gar mit unlauterer Absicht geschieht, wird sich der heilige Paulus die Freude nicht nehmen lassen und sich stattdessen freuen, daß es überhaupt verkündet wird. Dies ist sicher eine sehr weite Sicht des Apostels. Doch darf man nicht etwa denken, daß es egal ist, was verkündet wird. Irrtümern und falschen Lehren begegnet Paulus mit großer Entschiedenheit, da sie die Substanz des Glaubens angreifen.    Die Quelle der Freude ist für Paulus das Evangelium. Sein ganzes Leben hat er der Verkündigung unterstellt und von ihr aus beurteilt er seine jeweilige Lebenssituation. Seine Bereitschaft, um des Evangeliums willen zu leiden, ist uns bekannt.   Auch wenn niemand von uns das Evangelium in dieser Weise wie der heilige Apostel verkündet, können wir doch unbedingt von ihm lernen, die Priorität unseres Lebens klar vor Augen zu haben und ihr zu folgen. Unsere Priorität als Menschen, die in der Gnade des Glaubens leben, ist der Wille Gottes und somit seine Verherrlichung. Wenn wir ihm folgen, wird es unseren Blick immer mehr öffnen, sodaß wir alle Lebensumstände von dieser Perspektive aus sehen und bewältigen können. Dies wird uns in eine große Freiheit führen, wie wir sie bei dem Apostel sehen können.     Betrachtung nach der Leseordnung des Novus Ordo:     zur Tageslesung: https://elijamission.net/versoehnung-in-christus-2/#more-11996

14. Juni 2026   Biblische Betrachtungen Der  Philipperbrief - (II) »Die Priorität des Apostels«     Phil 1,12-18 Ich will aber, daß ihr wisset, Brüder, daß meine Lage vielmehr zur Förderung des Evangeliums ausgeschlagen ist, so daß meine Bande in Christus kundgeworden sind bei der ganzen Leibwache und bei allen übrigen und die Mehrzahl der Brüder im Herrn, ermutigt durch meine Bande, es mehr und mehr wagen, ohne Furcht das Wort Gottes zu verkündigen. Einige freilich verkündigen Christus aus Neid und Streitsucht, aber auch andere aus guter Gesinnung, die einen aus Liebe, weil sie wissen, daß ich zur Verteidigung des Evangeliums bestimmt bin; die anderen aber verkündigen Christus aus Streitsucht, nicht aus reiner Absicht, weil sie wähnen, meinen Banden Trübsal zu erwecken.  Doch was liegt daran? Wenn nur auf alle Weise Christus verkündigt wird, sei es zum Vorwande, sei es in Wahrheit; darüber freue ich mich, ja, werde ich mich auch ferner freuen.   Der heilige Paulus spricht über seine Lage im Gefängnis. Wir hören keine Klagen von seinen Lippen, denn der Apostel hat gelernt, alles von Gott her zu verstehen. Demzufolge muß auch die Situation der Gefangenschaft einem höheren Ziel dienen – und so ist es auch. Paulus unterstreicht in seinem Brief an die Gemeinden, daß durch seine Gefangenschaft die Fruchtbarkeit der Verkündigung sogar erhöht wurde.   Das ist eine wichtige Lehre für all jene, die gerufen sind, das Evangelium zu den Menschen zu tragen, aber auch für alle, die dem Herrn nachfolgen. Für Paulus hatte der Auftrag des Herrn die Priorität. Von dieser Priorität aus betrachtet und beurteilt er die Situation, in der er sich befindet. Die Frage ist für ihn somit: Was dient dem Evangelium am meisten? Hier merken wir, wie weit der Apostel von sich losgelöst ist. Seine Person und die widrigen Umstände nimmt er nicht wichtig. Ihm geht es um die Frage der Verkündigung. Wird sie durch seine Gefangenschaft behindert? Er erkennt mit dieser Frage, was der Herr aus seiner gegenwärtigen Situation macht, und sieht: Seine Leibwache und alle, die ihn zu bewachen haben, kommen auf diese Weise mit dem Evangelium in Berührung. So wird dieser Umstand für ihn zu einem Feld der Evangelisierung und zu einer Gelegenheit, die Botschaft des Heils jenen zu verkünden, denen er sonst wohl nicht begegnen würde.   Aber nicht nur das wird ihm bewußt. Er merkt auch, daß die Mehrzahl der Brüder durch sein Leiden im Gefängnis gestärkt wird. Sie fassen Mut, das Wort Christi auch in schwierigen Umständen zu verkünden. Das ist ein Grund zur Freude!   Das persönliche Zeugnis des heiligen Paulus könnten wir allgemein fassen: Es ist ein mutiges Zeugnis für die Wahrheit. Wenn es darüber hinaus mit einem Leid verbunden ist, erweckt das in manchen Gläubigen das Gute und das Hochherzige. Sie werden ermutigt, frei zu sprechen, und sie vermögen das zu überwinden, was sie noch hinderte, ohne Menschenfurcht ihr Zeugnis abzulegen.

photo content

13. Juni 2026 Der Philipperbrief - Einleitung.mp312.06 MB

Viele seiner Worte gilt es, gründlich aufzunehmen, denn in ihnen spricht der Heilige Geist zu uns. So vertraue ich ihm meine Versuche an, sein Schreiben an die Philipper fruchtbar werden zu lassen.   Die Gemeinde in Philippi (Ostmazedonien, heute Griechenland) war die erste Gemeinde, die Paulus in Europa gründete. Mit ihr blieb er immer verbunden und ließ sich von ihr auch unterstützen. Diesen Brief schrieb er aus dem Gefängnis. Manche meinen, er habe ihn in Ephesus geschrieben, andere vermuten, er habe ihn während seiner Gefangenschaft in Rom verfaßt. Man nennt den Brief auch den »Brief der Freude«. Möge er in uns die Freude an Gott tiefer erwecken!   Nach der Einleitung schreibt Paulus:   “Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke, indem ich allezeit in allen meinen Gebeten für euch alle mit Freuden das Gebet verrichte, wegen der Gemeinschaft mit euch für das Evangelium Christi vom ersten Tage an bis jetzt. Ich hoffe eben dies mit Zuversicht, daß der, welcher in euch das gute Werk angefangen hat, es auch vollenden wird, bis auf den Tag Christi Jesu; wie es denn billig für mich ist, solches für euch alle zu denken, weil ich euch im Herzen trage, die ihr sowohl in meinen Banden wie bei der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums insgesamt Mitgenossen meiner Freude seid” (Phil 1,3–6)   Bereits in den ersten Zeilen des Briefes spricht er von der Freude, in der er das Gebet für die Gemeinde verrichtet. Offensichtlich ist ein herzliches Band im Herrn mit der ersten Gemeinde in Europa entstanden, das sich immer mehr verfestigte und auch erhalten blieb. Der Apostel denkt mit Dankbarkeit an seine geistlichen Kinder und sieht, was der Herr an ihnen vollbracht hat und wie sie auf die Einladung der Liebe geantwortet haben. Es ist die Hoffnung und Zuversicht des Paulus, daß es nicht nur bei dem ermutigenden Anfang bleibt, sondern der Heilige Geist das Werk auch vollenden wird. Das ist eine berechtigte Sorge, denn auf dem Weg der Nachfolge braucht es Ausdauer. Eine Flamme, die schnell lodert, kann leicht auch wieder verlöschen, wenn sie keine Nahrung findet, um sich in ein andauerndes Feuer der Liebe zu verwandeln.   Noch einmal versichert Paulus der Gemeinde seine Liebe und weist dann darauf hin, in welche Richtung sein Gebet zielt.   “Gott ist mein Zeuge, wie ich mich nach euch allen sehne in der innigsten Liebe Jesu Christi. Und zwar bete ich darum, daß eure Liebe mehr und mehr zunehme an Erkenntnis und in allem Verständnis.”  (Phil 1,8–9)   Wir sehen, daß Paulus mit seinen Gebeten das Richtige erbittet. Die Liebe muß wachsen und reifen. Sie darf nicht stehenbleiben oder gar erkalten. Dies geschieht durch treues Gebet, die Arbeit am eigenen Herzen, durch gute Werke, durch den würdigen Empfang der Sakramente und den innigen Austausch der Liebe mit dem Herrn. All das –zusammen mit der Verinnerlichung des Wortes Gottes – wird helfen, daß die Erkenntnis Christi wächst, die alles übersteigt.       Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo (Fest des Unbefleckten Herzens Mariens):     zur Tageslesung: https://elijamission.net/fest-des-unbefleckten-herzen-mariens/#more-11993 zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/das-herz-mariens-2/#more-14457

13. Juni 2026   Biblische Betrachtungen Der Philipperbrief Einleitung (I)    Nach der Serie über die heilige Jeanne d’Arc, gefolgt von zwei Texten aus unserem Archiv der Schriftauslegungen, möchte ich mich gerne der Betrachtung eines weiteren Briefes aus dem Neuen Testament zuwenden. Es handelt sich um den Brief an die Gemeinde in Philippi. Er stammt vom heiligen Paulus, dem geliebten Apostel, dem wir, was die Ausbreitung des Evangeliums betrifft, so viel zu verdanken haben. Er war ein unermüdlicher Arbeiter im Weinberg seines Herrn und hat sogar mehr gearbeitet als die anderen Apostel, wie er selbst bezeugt (1 Kor 15,10).   Seit meiner Bekehrung hege ich eine große Zuneigung zu diesem heiligen Apostel. Es kommen viele Elemente zusammen, die mich an ihm tief beeindrucken und große Dankbarkeit erwecken. Zunächst ist es seine ungewöhnliche Bekehrung von einem Verfolger Christi zu einem Verkünder der Heilsbotschaft (Apg 9,1–9). Mich bewegt die Art und Weise, wie er sein Leben ganz unter den Gehorsam Christi stellte. Weiterhin ist er durch die Ausdauer, die er bei der Verkündigung des Evangeliums und im Aufbau der Gemeinden zeigt, ein großes Vorbild. Wir wissen aus seinem eigenen Mund, welche schweren Lasten er zu tragen hatte (2 Kor 11,23–27), und sind berührt, wie groß seine Liebe zum Herrn war, all dies zu ertragen und nicht aufzugeben.   Gewiß war es die Gnade Gottes, die ihn trug, aber sie fragt stets nach unserer Zustimmung, damit sich der Plan des Herrn entfalten kann. Mich hat auch berührt, daß er sich entschieden gegen den heiligen Petrus stellte, als dieser in Gefahr war, falsche Kompromisse einzugehen (Gal 2,11–14).   Was soll man noch alles aufzählen? Man kommt kaum an ein Ende, weil sich das Leben Christi in Paulus so reich widerspiegelt. Denken wir nur an seine theologischen Einsichten, die er uns vermittelt hat, damit wir das Heil in Christus besser verstehen (Apg 10,42–43), seine bewundernswerte Sicherheit, daß er in der Ewigkeit beim Herrn sein wird, und seine Liebe zu den Gemeinden, die ihn geneigt machte, lieber weiter auf der Erde zu verweilen, statt schon zum Herrn in die Ewigkeit aufzubrechen (Phil 1,23–25), sowie sein Martyrium …   Mächtig hat die Gnade Gottes in ihm gewirkt, sodaß die Kirche noch heute von seinen Schriften lebt und von der in ihnen enthaltenen Weisheit. Wenn wir das Loblied auf den Völkerapostel singen, dann preisen und ehren wir vor allem den, der ihn gesandt hat. Der heilige Paulus ist uns ein wunderbarer Apostel und Lehrer, ein Freund und Vorbild. Er legt uns in vielerlei Weise nahe, daß man um Jesu und seiner Berufung willen alles verlassen kann und nur noch für den Herrn lebt.

photo content

12. Juni 2026 Die Liebe Jesu.mp311.62 MB

An diesem Fest sind wir eingeladen, besonders die Liebe Jesu zu betrachten: Einerseits im Sinne der ewigen »unerschaffenen Liebe«, in der er uns, mit dem Vater und dem Heiligen Geist, von Ewigkeit her liebt und beschlossen hat, zu unserem Heil Mensch zu werden. Andererseits in der »erschaffenen Liebe«, mit der er uns als Mensch so sehr geliebt hat, daß er für uns am Kreuz gestorben ist.   Diese Liebe begegnet uns ja jeden Tag auf verschiedensten Wegen, wenn wir sie zu entdecken vermögen.   Im heutigen Evangelium spricht der Herr besonders über seine Güte, mit der er die Menschen zu sich ruft, die unter den Lasten dieses Lebens zu leiden haben. In seinem Herzen finden sie Ruhe. Sein Herz ist der Ort, an dem sie ausruhen können, an dem sie zu Hause sind, wo sie Tröstung empfangen und wissen, daß sie nicht allein sind. Besonders schwer ist es, wenn man leidet und denkt, niemand könne das verstehen, oder wenn man befürchtet, nur noch eine Last für andere zu sein.   Der Herr versichert jedoch, daß sich das Joch für diejenigen, die zu ihm kommen, verwandelt und zu einem »sanften Joch Jesu« wird. Wenn der Herr auch nicht verspricht, daß damit alle Lasten des Lebens von uns genommen werden, so verwandelt sich doch alles durch die Liebe des Erlösers.   Diese Liebe lädt nun ein, wiedergeliebt zu werden, denn wir wissen ja, daß sich die Liebe erst dann ganz erfüllt, wenn sie beantwortet wird.   Leo XIII. drückte es so aus: “Das heiligste Herz ist Sinnbild und Abbild der unendlichen Liebe Jesu Christi, einer Liebe, die uns zur Gegenliebe treibt.” Dorthin sollen uns das Fest und die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu führen. Vielleicht ist es ein Geheimnis, das sich nur schlichten Seelen offenbart, wie der Herr es im heutigen Evangelium sagt. Wenn die Seele jedoch beginnt zu erahnen, daß Gott die Liebe ist, dann beginnt sie auch, in das Geheimnis der unendlichen Liebe einzudringen, die sie umgibt. Sie beginnt, die Liebe Gottes zu begreifen, die Liebe Jesu zu ihr.   Durch die Erfahrung der göttlichen Liebe und unsere Antwort darauf bekommt das Leben der Nachfolge Christi einen größeren Glanz, eine andere Leichtigkeit und Beschwingtheit. Das Schwere fällt zunehmend von uns ab. Der Weg des Glaubens wird nicht mehr nur als Verpflichtung, sondern als Einladung der Liebe betrachtet. Die Liebe verleiht Flügel!

12. Juni 2026   “Die Liebe Jesu”   Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu     Mt 11,25-30   In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles gegeben worden; niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.   Heute stellt die Kirche uns besonders die Liebe des Erlösers vor Augen. Über eine Privatoffenbarung fand die Verehrung des Herzens Jesu den Weg in die Liturgie der Kirche. Zur heiligen Margareta Maria Alacoque hat Jesus gesagt: “Siehe, dieses Herz, das die Menschen so sehr geliebt hat!”   Und in der Tat kann nie genug betont werden, wie groß die Liebe Jesu zu seinem Vater und zu uns ist. Dieser Glaube soll uns durchdringen, damit sich uns das Wesen Gottes tiefer erschließen kann. Denn wir leben von der Liebe und durch die Liebe.   Das Herz Jesu hat sich uns ja bereits am Hochfest des Leibes und Blutes Christi offenbart, denn in der heiligen Eucharistie ist das Herz Jesu immer lebendig, immer bereit, den Hunger jener zu stillen, die nicht selten unter den Bedrängnissen des Lebens leiden und auf der Suche nach Frieden und Heilung sind. Gerade in der heiligen Eucharistie begegnet uns Jesus mit großer Sanftmut und lädt uns ein, in seiner Liebe zu verweilen.   Lehrmeister des geistlichen Lebens empfehlen uns, nach dem Empfang der heiligen Kommunion noch im stillen Gebet zu verweilen. So kann sich die empfangene Gnade der eucharistischen Gegenwart des Herrn tiefer in unser Herz einsenken und wir werden empfänglicher für die Liebe Jesu. Die Einladung zur heiligen Eucharistie gilt auf unserem Weg nicht als Stärkung für uns, die wir immer arm und bedürftig sind, sondern es ist das »Hochzeitsmahl des Lammes« (Apk 19,9), zu dem wir eingeladen sind, um bereits schon auf der Erde die Gegenwart Christi aufzunehmen und uns seiner Liebe zu versichern.

photo content

11. Juni 2026 Dem Herrn treu bleiben.mp310.38 MB

In unseren Tagen sind wir besonders aufgerufen, der Kirche treu zu bleiben. Die Welt öffnet sich antichristlichen Einflüssen und die Gebote Gottes werden immer mehr mißachtet, manchmal sogar ins Gegenteil verkehrt. Dieser antichristliche Geist – Gott sei es geklagt – dringt immer mehr in unsere Kirche ein und versucht, sie von innen heraus zu schwächen, und wenn es möglich wäre, würde er sie am liebsten zerstören! Sehr subtil ist der Einfluß, wenn man ein geistig-religiöses Gebilde errichten will –menschengemacht und damit auch von dämonischen Kräften beeinflußt –, das kaum noch als unsere heilige katholische Kirche identifizierbar sein wird.   Für solch einen Wegabschnitt der Kirche ist die Treue besonders gefragt: Die Treue zum Herrn, zum Wort Gottes, zur authentischen Lehre und Praxis der Kirche. Suchen wir beständig das Gebet, die Vertiefung unserer Beziehung zur Gottesmutter Maria, den Weg der Heiligkeit und all das, was zu unserem Glauben als Katholiken gehört.   Ohne Zweifel befinden wir uns in einer Krisenzeit, in der sich unser Glaube bewähren muß. Es wird sich zeigen, ob er wirklich auf den Herrn selbst gegründet ist. Alles kann zusammenbrechen: “Himmel und Erde werden vergehen”, einen Trost in aller Wirrnis spricht der Herr uns jedoch zu: “Meine Worte werden nicht vergehen!” (Mt 24,35).

11. Juni 2026   “Dem Herrn treu bleiben”   Fest des Heiligen Apostels Barnabas     Apg 11, 21b–26; 13, 1–3   In jenen Tagen wurden viele gläubig und bekehrten sich zum Herrn. Die Nachricht davon kam der Gemeinde von Jerusalem zu Ohren und sie schickten Bárnabas nach Antióchia. Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich im Herzen vorgenommen hatten. Denn er war ein trefflicher Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und von Glauben. So wurde für den Herrn viel Volk hinzugewonnen. Bárnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen. Er fand ihn und nahm ihn nach Antióchia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und lehrten eine große Zahl von Menschen. In Antióchia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen. In der Gemeinde von Antióchia gab es Propheten und Lehrer: Bárnabas und Símeon, genannt Niger, Lúcius von Kyréne, Mánaën, ein Jugendgefährte des Tetrárchen Heródes, und Saulus. Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Bárnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe! Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.   Wir tragen den Ehrennamen »Christen«, einen Namen, der unmittelbar aus dem Namen und Auftrag Jesu Christi hervorgeht, der unser Erlöser und Messias ist, einen Namen, “der größer ist als alle Namen” (Phil 2,9) und welcher der ganzen Welt bekanntgemacht werden soll. Dieser Name bezeugt die Erlösung, das große Geschenk Gottes an die Menschheit, die wir verkünden und in unserem Leben sichtbar machen sollen.   Hier in der Apostelgeschichte hören wir, wie in den Tagen der Verfolgung das Evangelium auch zu den Griechen kam, nachdem es zunächst nur den Juden verkündet worden war. Dort fand es gute Aufnahme: “Viele wurden gläubig und bekehrten sich zum Herrn.” Der Apostel Barnabas wurde nach Antiochia geschickt und konnte sich vom Wirken des Heiligen Geistes überzeugen. “Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich vorgenommen hatten.”   Dieses Wort ist uns ein Vermächtnis. Es geht nicht nur darum, den Herrn kennenzulernen, seine Gnade aufzunehmen und so die Früchte der Erlösung zu empfangen. Nein, wir sind gerufen, dem Herrn, dem überlieferten Glauben und der uns anvertrauten Berufung treu zu bleiben. Das beste Vorbild darin ist uns Gott selbst, der uns in einer unerschütterlichen Treue seine Liebe erweist. Die ganze Überlieferung des Alten Testamentes berichtet uns über die Treue Gottes, die leider oft im Gegensatz zur Untreue des Menschen steht.

photo content

10_Juni_2026_ZU_EHREN_DER_HEILIGEN_JEANNE_D’ARC_XII_Abschließende.mp312.57 MB

Vieles im Leben der Jungfrau erinnert an unseren Herrn Jesus: Die ungerechten Anklagen der Pharisäer begegnen uns in den Anklagen des Tribunals, die öffentliche Kreuzigung und Demütigung des Herrn spiegelt sich im Akt der öffentlichen Verbrennung der Jungfrau auf dem Marktplatz in Rouen wider. Es gab nur eine kurze Zeit des öffentlichen Wirkens des Erlösers. Auch Jeanne hatte nur wenig Zeit für ihre Mission. Den Sohn Gottes, der Tote erweckte, Besessene befreite und Kranke heilte, beschuldigten damals ihm feindlich gesinnte religiöse Führer, dies mithilfe des Teufels getan zu haben. Und Jeanne? Wir wissen es und kennen ihre Geschichte.   Am 30. Mai, ihrem Todestag, begann ich diese Serie und schrieb in der ersten Betrachtung, daß man nach der Verbrennung Jeannes sogar ihr Herz in die Seine warf, damit nichts von ihr übrigbliebe. Ich fügte noch hinzu: Wer sich jedoch auf die Suche nach dem Herz der heiligen Jeanne d'Arc macht, wird es finden und sich an das Wort aus dem Hohelied erinnern:   "Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm! Stark wie der Tod ist die Liebe, die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt. Ihre Gluten sind Feuergluten, gewaltige Flammen. Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen; auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses, nur verachten würde man ihn.”  (Hld 8,6-7)   Wo finden wir das Herz der Heiligen, das unzerstörbar ist, weil es von der Liebe Gottes entflammt wurde? Selbst wenn man meinte, es physisch vernichten zu können, konnte dies nicht gelingen.   Das Herz der Jungfrau lebt in jenen, die Gott über alles lieben. Es lebt in jenen, die bereit sind, um seinetwillen alles zu verlassen. Es lebt in jenen, die nach der Gerechtigkeit Ausschau halten und sich von Ungerechtigkeit nicht einschüchtern lassen. Es lebt in jenen, die bereit sind, für die Wahrheit zu kämpfen. Es lebt in jenen, die ihre Mission auf der Erde vollbringen wollen und wieder aufstehen, wenn sie unterwegs schwach geworden sind. Es lebt in jenen, die bereit sind, für den Herrn in den Tod zu gehen. Es lebt in jenen, die wissen, daß alles von Gott kommt und sich der Armen erbarmen.   Es ist das Herz Gottes, das in ihnen schlägt. So haben sie ein Herz, das sich nicht mehr selbst gehört, sondern zum Tempel Gottes geworden ist.   So war unsere Jungfrau von Orléans, die, als sie in den Flammen starb, siebenmal den Namen unseres Erlösers ausrief.   Der Kantor Jean Roquier aus Rouen bezeugte von ihrem Tod:   Magister Jean Alespée, der damals Domherr von Rouen war, stand neben mir. Ich hörte ihn weinend sagen: “Wollte Gott, meine Seele wäre dort, wo ich glaube, daß die ihre ist.”   Diesem Wort des Domherrn schließe ich mich an und hoffe, daß sie in der Ewigkeit diejenigen in Empfang nehmen wird, in denen ihr Herz gebrannt hat!

10. Juni 2026    ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC   »Abschließende Betrachtung« (XII)    Ich freue mich für und mit jedem, der den zwölf Betrachtungen über die heilige Jungfrau von Orléans gefolgt ist. Es ist nicht das erste Mal, daß ich darüber schreibe, und es wird – so Gott will - auch nicht das letzte Mal sein. Und in der Tat: Jedes Mal, wenn ich über sie schreibe, ist es wie neu. Das hängt damit zusammen, daß es sich bei der Jungfrau von Orléans um eine Gläubige handelt, die eine Mission Gottes durchführte. Diese kann man nie genug verstehen. Ich lade jeden ein, je nach Neigung, frühere Publikationen von mir anzuhören, beispielsweise den Vortrag: »Jeanne d'Arc und die heutige Situation«:  https://www.youtube.com/watch?v=MomWp9xSRow oder das Hörspiel, das zu ihrer Ehre entstanden ist: https://www.youtube.com/watch?v=62OMBIyvqRg   Aus der Überschrift dieser Serie »Zu Ehren der Heiligen Jeanne d'Arc« geht hervor, um was es mir ging. Ich wollte die »Pucelle« ehren, die den schrecklichen Tod der öffentlichen Verbrennung für ihre Mission erlitt. Leider wird das in der Darstellung ihrer Person oft wenig verstanden, und noch weniger, daß zuerst Gott die Ehre gebührt, der durch sie in die Geschichte Frankreichs eingriff und dieses Werk mit ihrer Hilfe vollbrachte. Wenn wir dies vergessen oder es zu sehr in den Hintergrund tritt, dann haben wir das Wesentliche nicht verstanden und wir bleiben in der Betrachtung der Ereignisse um Jeanne d'Arc im Menschlichen befangen.   Wenn man Jeanne jedoch zuhört, gewinnt man die richtige Sicht. Sie hat immer – bis in ihren Tod hinein – bezeugt, daß sie von Gott beauftragt wurde und alles, was sie tat, auf Geheiß Gottes geschah. Wie der Herr Jesus selbst, der davon sprach, daß er alles im Auftrag des Vaters getan hat, berief sich Jeanne auf Gott, der sie durch ihre Heiligen führte und den sie liebte.   Gerade die ungewöhnlichen Umstände ihres Erscheinens in der Geschichte Frankreichs erfragen von uns den Glauben! Gott kann in eine aussichtslose Situation, wie sie im damaligen Frankreich bestand, eingreifen und dies auf eine völlig unerwartete Weise tun. Das sollten wir auch in der gegenwärtigen Weltsituation nicht vergessen, die in so vielen Bereichen unheil und auch fremdbestimmt wirkt.   Wir haben gehört, mit welchen furchtbaren Anschuldigungen Jeanne in Rouen von ihren Richtern verurteilt wurde. Es gab fast nichts, was man nicht gegen sie verwendete, und eine teuflische Verdrehung ihrer Sendung wurde erkennbar. Man erschrickt, mit welcher Rücksichtslosigkeit dieser »Prozeß der Schande« durchgeführt wurde. Gott sei Dank hat sie auf Anraten ihrer Stimmen mutig gesprochen, sodaß wir wenigstens Protokolle der Sitzungen in Rouen haben. Das erlaubt uns, ein besseres Bild von der Person Jeannes zu gewinnen, da wir sie selbst hören können.