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10_September_2026_Die_heilige_Kaiserin_Pulcheria_Eine_zweite_Helena.mp315.17 MB
Doch blieben das Kreuz und die Angriffe gegen ihre Person nicht aus. Die Situation verĂ€nderte sich, als ihr Bruder sich verheiratete. Seine Frau, die den christlichen Glauben annahm und den Namen Eudoxia erhielt, kam unter den EinfluĂ von Kreisen, die sie gegen Pulcheria einnahmen. Als Eudoxia Augusta an der Seite Theodosius wurde, wuchs ihr EinfluĂ und sie förderte den EinfluĂ der Irrlehre der Monophysiten. Pulcheria wurde in der Folge vom Hof entfernt. Sie, die sich schon lange nach Ruhe und Einsamkeit sehnte und den Frieden ĂŒber alles liebte, zog sich auf ein Landgut zurĂŒck, wo sie fern von der Welt dem Gebet, der Lesung und der Betrachtung der Heiligen Schrift oblag, und in innigster Vereinigung mit Gott lebte.
Doch muĂte sie mitansehen, wie das ganze zuvor geordnete Reich immer mehr in Verwirrung geriet. Es war der heilige Papst Leo, der sie dann aufforderte, die Sache Gottes und der Kirche zu verteidigen.
Pulcheria verlangte nun nach einer Unterredung mit ihrem kaiserlichen Bruder und öffnete ihm die Augen, wie dieser betrogen und an den Rand des Abgrunds gefĂŒhrt worden war. Er hörte auf sie und lieĂ den Ratgeber seiner Frau verbannen und hinrichten.
Nicht viel spĂ€ter verstarb der Kaiser, und Eudoxia zog sich in das Heilige Land zurĂŒck, wo sie buĂfertig lebte und verstarb.
Pulcheria wurde nun allein Kaiserin des morgenlĂ€ndischen Reiches. Von den GroĂen des Reiches wurde sie bedrĂ€ngt, sich zu verheiraten. Sie fand in Marcian einen Mann, der bereit war, mit ihr eine Josephsehe zu leben, so daĂ sie mit ihrem GelĂŒbde, das sie von Kindheit an geschlossen hatte, nicht in BedrĂ€ngnis geriet.
Beide hatten kein anderes Ziel im Auge, als die Untertanen glĂŒcklich zu machen, ĂŒberall im Reich Religion und Frömmigkeit zu befördern, heilig zu leben und selig zu sterben.
Als sie sahen, welch schreckliches Unheil die Ketzerei im Lande anrichtete und die ganze Kirche verwirrte, gingen sie freudig auf den Vorschlag des Papstes ein, ein allgemeines Konzil zu berufen. Dieses versammelte sich im Jahr 451 in der Stadt Chalcedon. Vier Gesandte des Papstes und 250 Bischöfe waren zugegen. Auch der Kaiser Marcian wohnte mehreren Sitzungen bei, und die Ketzerei, welche gegen die Gottheit Christi, seine heilige Menschwerdung, gerichtet war, wurde einstimmig verdammt. Die heilige Pulcheria und ihr Gemahl wurden als Verteidiger des heiligen Glaubens allgemein gelobt und gepriesen, und diese bemĂŒhten sich auch, die BeschlĂŒsse des Konzils ĂŒberall geltend zu machen.
So gelang es endlich der heiligen Kaiserin, die Ruhe im Reich wiederherzustellen und dem Drang ihres Herzens, recht viel Gutes zu stiften, GenĂŒge zu leisten. Sie erbaute Kirchen, stiftete SpitĂ€ler und stattete sie reichlich aus. Die Armen besuchte sie selbst und half ihren Nöten ab.
Pulcheria verstarb im Alter von vierundfĂŒnfzig Jahren und vermachte all die GĂŒter, ĂŒber die sie frei verfĂŒgen konnte, den Armen. Eine »zweite Helena« hatte Gott der Welt und der Kirche geschenkt!
Betrachtung nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/die-weise-gottes-3/#more-18411
10. September 2026
DAS LEBEN DER HEILIGEN
Die heilige Kaiserin Pulcheria
âEine zweite Helenaâ
(399 â 453)
Der Herr vermag es, die Seinen zu erwecken und zu groĂer Heiligkeit zu fĂŒhren. Das bedeutet jedoch nicht immer, ins Kloster zu gehen oder ihm in einer Einsiedelei zu dienen. Es kann sogar an einem Kaiserhof geschehen, wo Pomp und Wohlleben oft ĂŒblich sind. Immer wieder gibt es jedoch herausragende Beispiele von Menschen, die in all dem Luxus, der sie umgeben mag, und trotz der VerfĂŒhrung, die von Macht ausgehen kann, zu leuchtenden Vorbildern fĂŒr viele werden. Sie haben sich dem Sog eines oft eitlen und leeren höfischen Lebens entzogen und sind stattdessen demĂŒtig in den Dienst des Herrn getreten.
Eine solche herausragende Persönlichkeit war die heilige Kaiserin Pulcheria von Ostrom. Der heilige Bischof Cyrill, so wird berichtet, nannte sie âdie keuscheste Braut Christi, die Zierde des Erdkreises, den Schmuck der Kircheâ und die VĂ€ter des Konzils von Chalcedon bezeichneten sie als âdie WĂ€chterin des Glaubens, die Stifterin des Friedens, die BekĂ€mpferin der Ketzer, die neue Helenaâ.
Sie war die Tochter des Kaisers Arkadius. Im Alter von neun Jahren war sie bereits Waise. Doch allein Gott, der sie als Werkzeug seiner heiligen PlĂ€ne gebrauchen wollte, zog gnadenvoll ihr Herz an sich, und verlieh ihr frĂŒh schon die Gabe der Weisheit, die Liebe zum Gebet und zur Einsamkeit, sowie einen mĂ€nnlichen Mut. Sie lehrte ihren kleinen Bruder Theodosius, der einst Kaiser werden sollte, wie eine fromme Mutter beten. Sie unterrichtete ihn in der heiligen katholischen Religion, fĂŒhrte ihn fleiĂig in die Kirche und brachte ihm alles bei, was ihn zu einem frommen FĂŒrsten machen konnte. Ebenso vertrat sie die Mutter- und Vaterstelle an ihren zwei kleinen Schwestern. Sie hatte den göttlichen Heiland Jesus so lieb, daĂ sie ihm das GelĂŒbde machte, immer Jungfrau zu bleiben, und auch ihre beiden Schwestern dazu brachte, dasselbe zu tun.
Im Alter von 15 Jahren wurde sie gemeinsam mit ihrem Bruder Theodosius zur WĂŒrde der Herrscherin ĂŒber das Reich erhoben und muĂte nun im Namen ihres Bruders das Land regieren. Obwohl sie Kaiserin war, immer beschĂ€ftigt mit den wichtigsten Angelegenheiten des Reiches und wegen ihrer Weisheit allgemein bewundert und gelobt, blieb sie doch stets demĂŒtig und bescheiden. Wenn sie irgendeine wichtige Entscheidung traf, tat sie dies immer im Namen ihres Bruders, damit dieser die Ehre hĂ€tte, sie aber unbeachtet bliebe. Der kaiserliche Palast, frĂŒher ein Ort prachtvoller Feste, war unter ihrer Aufsicht wie ein Kloster mit strenger Zucht und Ordnung. In ihr und ihrer Schwestern Gemach durfte keine Mannsperson eintreten. MĂ€nner sah und sprach sie nur öffentlich. Wenn die StaatsgeschĂ€fte sie nicht hinderten, betete, las oder verrichtete sie mit ihren Schwestern Handarbeiten. Auch kasteite sie ihren Leib durch Fasten und Nachtwachen, und entsagte mit Freuden den VergnĂŒgungen des Hofes. Wenn sie irgendeinen Befehl zu geben, ein wichtiges GeschĂ€ft zu vollbringen hatte, flehte sie zuvor zu Gott um Erkenntnis, fragte dann weise MĂ€nner um Rat, und dann erst ging sie an die AusfĂŒhrung. Obwohl sie eine schwache Jungfrau war, so regierte sie doch das weite Reich mit solcher Weisheit und Kraft, daĂ die Untertanen nie so zufrieden und glĂŒcklich, und der römische Name von den fremden Völkern nie so gefĂŒrchtet und geehrt war wie unter ihrer Herrschaft. Sie war wahrhaft eine Zierde des Erdkreises.
09_September_2026_Der_Heilige_Petrus_Claver_Der_Apostel_der_afrikanischen.mp313.36 MB
WĂ€hrend dieser kurzen Zeit ihres Aufenthalts war Petrus tĂ€glich in ihren Pferchen, reinigte und tröstete sie mit der ZĂ€rtlichkeit einer Mutter, erbettelte Kleidung und Lebensmittel fĂŒr sie, unterrichtete sie im heiligen Glauben und betete mit ihnen. Er lehrte sie, das Kreuzzeichen zu machen, das Vaterunser und das Ave-Maria zu beten, und erzĂ€hlte in rĂŒhrender Einfachheit von der GĂŒte des allmĂ€chtigen Schöpfers, von der Barmherzigkeit des um unseretwillen gekreuzigten Erlösers und von der Liebe des Heiligen Geistes. Er bereitete sie auf die heilige Taufe vor, die er ihnen dann mit möglichst groĂer Feierlichkeit spendete. Diese Riesenarbeit vollbrachte Petrus vierzig Jahre lang â jedes Mal, wenn neue Sklavenschiffe aus Afrika landeten. Und er vollbrachte sie mit wachsender Liebe und immer vollkommenerer Opferfreudigkeit. DafĂŒr aber ehrten und liebten ihn die dankbaren Sklaven mit unbeschreiblicher AnhĂ€nglichkeit und Folgsamkeit. Ihr Abschied von ihm, wenn sie Cartagena verlassen muĂten, rĂŒhrte sehr oft sogar die Zuschauer zu TrĂ€nen.
Weil die Stadt ein ungesundes Klima hatte, war die Zahl der Kranken immer sehr groĂ. Der Heilige pflegte insbesondere jene, die von den widerwĂ€rtigsten Krankheiten befallen waren. Zu seinem unermĂŒdlichen Dienst an den Sklaven gehörte auch, BuĂe fĂŒr sie zu leisten, indem er sich selbst zĂŒchtigte, wenn er dem Seelenelend seiner ihm anvertrauten Sklaven begegnete.
In all dem Elend, dem er begegnete, wurde er von einer tiefen Frömmigkeit getragen. Wo immer er allein des Weges ging, war er im Gebet vertieft. Viele NĂ€chte betete er vor dem Tabernakel, wobei sein Haupt öfters von einem hellen Lichtglanz umstrahlt wurde und er EntzĂŒckungen erlebte, die ihn den Himmel schauen lieĂen.
Doch nicht nur das Elend der Sklaven hatte er mitzutragen, um ihnen zum Trost zu werden. Er muĂte auch die Feindseligkeiten der SklavenhĂ€ndler ertragen. Es wird berichtet:
Von den SklavenhĂ€ndlern wurde er sehr oft arg beschimpft, gestoĂen und zur TĂŒre hinaus gejagt. Petrus duldete alles schweigend, besĂ€nftigte die ZĂŒrnenden mit Bitten, bis sie ihm wieder Zutritt zu den Sklaven gewĂ€hrten. Er wurde gelĂ€stert, mit dem Tode bedroht, aber er fĂŒrchtete sich nicht. Oft wurde er bei seinen Oberen, die wegen des vielen AuĂerordentlichen ihm gegenĂŒber miĂtrauisch waren, verleumdet, daĂ er die Sklaven verderbe, sie zweimal taufe usw. Deshalb verboten sie ihm fĂŒr einige Zeit die Ausspendung der heiligen Sakramente ganz. Er hĂ€tte sich leicht verteidigen können, aber er sagte kein Wort und klagte nur dem lieben Jesus im Tabernakel seine Not.
WĂ€hrend der Pest, welche im Jahr 1650 wĂŒtete, war Petrus immer an den gefĂ€hrlichsten Posten ĂŒbermenschlich tĂ€tig, bis er selbst von ihr ergriffen wurde. Sie tötete ihn nicht, aber lĂ€hmte ihn so, daĂ er nicht mehr gehen, die Messe lesen und essen konnte. Dennoch ruhte er nicht. TĂ€glich lieĂ er sich in die Kirche tragen, um der heiligen Messe beizuwohnen und hörte noch zahlreiche Beichten in seiner Zelle.
Im Jahr 1654 gab er sein reiches Leben in die HĂ€nde des himmlischen Vaters zurĂŒck. Er blieb seiner Berufung treu und unser himmlischer Vater schenkte uns mit ihm ein helles Licht, ein strahlendes Zeugnis fĂŒr Gottes- und NĂ€chstenliebe!
Betrachtung nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zur Tageslesung: https://elijamission.net/die-zeit-ist-kurz-2/#more-15215
9. September 2026
DAS LEBEN DER HEILIGEN
Der Heilige Petrus Claver
âDer Apostel der afrikanischen Sklavenâ
Wenn man erfahren will, zu welch heroischen Werken ein Mensch durch die Gnade Gottes gefĂŒhrt werden kann, dann gilt es, sich in die Leben der Heiligen zu vertiefen. Immer wird man darauf stoĂen, daĂ die Liebe Gottes sie fĂ€hig gemacht hat, in einer Weise zu lieben, die unser menschliches Denken und Empfinden weit ĂŒbersteigt. Man begegnet einem Feuer der Gottes- und NĂ€chstenliebe, welches noch bis heute aufleuchtet und im GedĂ€chtnis der Kirche gegenwĂ€rtig bleibt. Menschen, die in ihrem Streben nach Heiligkeit so geleuchtet haben wie der Heilige, an den wir heute denken, sind immer bereit, uns zu helfen, unseren Weg der Nachfolge Jesu so gut wie möglich zurĂŒckzulegen. Ihr Feuer und ihre Opferbereitschaft mögen uns auch manchmal beschĂ€men, an unser Herz anklopfen und uns anfragen, ob wir dem Geist des Herrn genĂŒgend folgen, um selbst Zeugen seiner ĂŒberragenden Liebe zu werden, in der Weise, wie Gott es uns anvertraut.
Der Heilige Petrus Claver, im Jahre 1581 in VerdĂș in Katalonien als Sohn hochadeliger und frommer Eltern geboren, war sehr begabt, studierte mit glĂ€nzender Auszeichnung bei den Jesuiten in Barcelona und wurde 1602 in ihren Orden aufgenommen. Mit Bewilligung seiner Oberen reiste er 1610 als Missionar nach Amerika und landete in Cartagena, einer Stadt in Kolumbien mit damals ĂŒber 200.000 Einwohnern. Hierher hatte ihn die göttliche Vorsehung gefĂŒhrt, um ein Schutzengel fĂŒr die afrikanischen Sklaven zu werden, die mit Schiffen an diesen Ort gebracht wurden, um sie zu verkaufen.
Nachdem er seine theologischen Studien abgeschlossen und die Priesterweihe empfangen hatte, begann er seine unbeschreiblich mĂŒhsame und leidvolle Arbeit. Sobald ein Schiff mit Sklaven landete â mit Ketten geknebelt, in Schmutz und Elend fast verschmachtet â, gewann sein sonst blasses und mageres Angesicht den Ausdruck lieblicher Freundlichkeit. Mit einem Sack auf dem RĂŒcken, in welchem sich Brot, Obst, Tabak, Wein etc. befand, was er von TĂŒr zu TĂŒr gebettelt hatte, eilte er zum Schiff, um den Armen Erfrischung zu bringen, ihren Ingrimm ĂŒber die lange Qual zu besĂ€nftigen und ihr Zutrauen zu gewinnen. Dann bat er sie, ihn zu ihren Kranken zu fĂŒhren, um ihnen geistlichen und leiblichen Trost zu bringen und fĂŒr ihre weitere Verpflegung zu sorgen. Nach dieser ersten BegrĂŒĂung begleitete er diejenigen, die noch des Gehens fĂ€hig waren, in ihre Pferche. Es waren dunkle, feuchte RĂ€ume, in denen keine Bank, kein Tisch, kein Strohsack, gar nichts als die nackte Erde war. Hier wurden MĂ€nner und Frauen, Junge und Alte, fast ohne Kleidung zusammengesperrt. Sie bekamen ihr schlechtes Essen in groĂen, schmutzigen Geschirren, bis sie auf dem Markt verkauft werden konnten. Der Unrat, der Gestank, die Hitze, das Wutgeschrei der einen, das Stöhnen der anderen, Krankheiten, GeschwĂŒre, Blattern usw. machten diese Pferche zu einer qualvollen Hölle. JĂ€hrlich wurden im Durchschnitt 12.000 Afrikaner dort an Land gebracht und auf die MĂ€rkte gefĂŒhrt.
Es ist erstaunlich, wie oft die Mutter des Herrn sich im Laufe der Geschichte »meldet«, um ihre mĂŒtterliche Liebe zu zeigen. So bezeugt sie auch, daĂ ihre Sendung vom Himmel aus weitergeht und die himmlische Kirche mit der streitenden Kirche auf der Erde zusammenwirkt.
Denken wir nur an die Botschaft von Fatima, die nun gut hundert Jahre alt ist: Wie eindeutig hat sich die Muttergottes eingeschaltet, um das Elend zu verhindern, das der gottlose Kommunismus ĂŒber groĂe Teile der Welt gebracht hat. Es gab ihrerseits konkrete VorschlĂ€ge, die offensichtlich nicht genĂŒgend befolgt wurden, um das UnglĂŒck des Kommunismus zu verhindern.
Es gibt genĂŒgend GrĂŒnde, ihr Fest mit Freuden zu begehen; und was könnte schöner fĂŒr sie sein, als wenn wir ihr helfen, den Menschen die GĂŒte dieses Gottes nahezubringen, von dem sie so geliebt ist und dem sie mit ganzer Hingabe geantwortet hat.
Die Menschen werden dann erfahren, daà sie nicht nur einen liebenden Vater haben, der sie in ihrem Sohn erlösen und mit Liebe umfangen möchte, sondern daà er den Menschen mit der Jungfrau ein besonderes Geschenk seiner Liebe gemacht hat.
Preisen wir die Jungfrau Maria und mit und in ihr die unendliche Gnade Gottes, welche auf sie herabkam und das Erlösungswerk fĂŒr alle Menschen aufgerichtet hat. Vergessen wir nicht, den Rosenkranz tĂ€glich zu beten â jenes Gebet, das die Jungfrau besonders liebt und das dazu einlĂ€dt, in ihrem Herzen die Geheimnisse des Heils zu betrachten.
8. September 2026
âErwĂ€hlt von Gottâ
Fest MariÀ Geburt
Mt 1,18-23
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, daĂ sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloĂstellen wollte, beschloĂ, sich in aller Stille von ihr zu trennen. WĂ€hrend er noch darĂŒber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fĂŒrchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebĂ€ren; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen SĂŒnden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfĂŒllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebĂ€ren, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heiĂt ĂŒbersetzt: Gott ist mit uns.
Das Fest, das wir heute feiern â MariĂ€ Geburt â hat seinen besonderen Glanz durch die einzigartige Berufung Mariens, den Sohn Gottes zur Welt gebracht zu haben und ihm nachgefolgt zu sein. Folgerichtig spricht der biblische Text heute vom Erlöser, der Maria und Joseph anvertraut wurde: âEr wird sein Volk von seinen SĂŒnden erlösen.â Doch auch ihr Beitrag zum Erlösungswerk ist tief zu betrachten, denn Gott erschafft uns zwar ohne uns, aber er erlöst uns nicht ohne uns, wie es der Heilige Augustinus ausdrĂŒckt. Deshalb ist es angebracht, an ihrem Festtag besonders ihre ErwĂ€hlung zu feiern, aber gleichzeitig auch, daĂ sie dieser ErwĂ€hlung entsprochen hat.
Maria ist ja nicht einfach nur eine biblische Gestalt, sondern sie ist sehr lebendig im Glauben der Völker. Als wir in Mexiko waren, konnte ich die innige Zuneigung der Mexikaner zur Jungfrau von Guadalupe erleben. Und diese besteht mit Recht, denn die mexikanische Geschichte der Evangelisierung ist ja unmittelbar mit ihrer Erscheinung in diesem Land verwoben.
Die Gottesmutter Maria ist auch fĂŒr unseren inneren Weg der Nachfolge Christi sehr wichtig. Wer sich ihr anvertraut, den wird sie immer tiefer in eine Beziehung zu ihrem Sohn fĂŒhren, und man lernt die Weise Mariens kennen, wie sie den Herrn liebt und von Ihm geliebt wird. Mit zarter, aber fester mĂŒtterlicher Hand fĂŒhrt sie jene, die ihr vertrauen, tiefer in das Geheimnis der Gottes- und NĂ€chstenliebe ein und hilft ihnen, den Willen Gottes so zu erfĂŒllen, wie sie es getan hat.
Vergessen wir nicht, welche Sorgen sie sich um den Weg der Menschen macht! Diese drĂŒckt sich besonders in vielen Erscheinungen aus, in denen sie warnt, ermahnt oder auch konkrete VorschlĂ€ge fĂŒr das geistliche Leben macht.
Die Bosheit des Herzens reift jetzt bei den PharisĂ€ern aus. Sie fassen den EntschluĂ, Jesus zu töten. Es gibt bei diesen verschlossenen Herzen kein ZurĂŒck mehr. Die Frucht des verschlossenen Herzens ist der Tod! Der innere Tod, und dann der Tod, den man nach auĂen verbreitet. Jesus ist fĂŒr die PharisĂ€er nicht mehr auszuhalten.
Was können wir vom heutigen Tagesevangelium lernen? Keiner von uns will zum Mörder des anderen werden, auch sollte keiner von uns sozusagen zum Selbstmörder werden, indem sich das Herz immer mehr verschlieĂt!
Achten wir zuerst auf unser eigenes Herz! Was ist in unserem Herzen? Jesus macht uns darauf aufmerksam, daĂ alles Böse aus dem Herzen kommt. Nicht was von auĂen kommt, macht uns unrein, sondern was von innen kommt, sagt uns der Herr (vgl. Mt 15,18f).
VerschlieĂen wir uns also innerlich nicht, und ĂŒbergehen wir nichts, was in unserem Herzen nicht in Ordnung ist: Feindschaft, Verschlossenheit, Ăberheblichkeit, Anklage, KĂ€lte usw.
Wie können wir es aber merken? Oft sind wir blind fĂŒr uns selbst und nehmen unser Herz vielleicht gar nicht wahr.
Wir können uns in den Blick des Herrn stellen: âJesus, sieh mich an: Ist etwas in meinem Herzen, was nicht in Ordnung ist? Kann ich Deinem Blick standhalten? Schaust Du vielleicht auch mich traurig an? Gibt es eine HĂ€rte in mir, die sich verschlieĂt? Zeig es mir bitte!â
Wir mĂŒssen also aufrichtig sein. Sind wir zu gesetzlich, dann ordnen wir dem Gesetzlichen alles unter und sind nicht mehr in der Lage, im Geist zu prĂŒfen, wie es uns der Apostel Paulus lehrt: âPrĂŒft alles und behaltet das Gute!â (1 Thess 5,21).
Und dann die Frage: Was ist denn das Gute, das wir gerade tun können? Wem können wir es schenken? Wo kann ich einen Schritt machen, der Jesus gefÀllt?
Lassen wir den Blick des Herrn auf uns ruhen, ganz ohne Angst, und bitten wir ihn, unser Herz zu reinigen. Auch wenn Dunkelheit in unserem Herzen aufsteigt: Laufen wir nicht davon, sondern öffnen wir die Dunkelheit dem liebenden Erbarmen Gottes!
Vergessen wir nicht: Gott erwartet von uns nicht, daĂ wir perfekt sind. Er stĂŒtzt uns in jedem Abschnitt unseres Lebens. Es ist besser, seine eigene Dunkelheit zu erkennen und sie vor Gott zu öffnen, als ĂŒber sie hinwegzusehen und darin gefangen zu bleiben.
Jesus wartet auf unseren nÀchsten Schritt, so wie er den PharisÀern eine Chance gegeben hat. Nutzen wir sie, damit wir immer mehr leben und lieben!
Der Herr bietet uns die Gnade dafĂŒr an. Antworten wir doch schlicht und einfach und vertrauen wir ihm unser Herz an! âGott ist gröĂer als unser Herz!â (1 Joh 3,20)
7. September 2026
âDie Heilung eines Mannes am Sabbatâ
Lk 6, 6-11
An einem Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Dort saĂ ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war. Die Schriftgelehrten und die PharisĂ€er gaben acht, ob er am Sabbat heilen werde; sie suchten nĂ€mlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Er aber wuĂte, was sie im Sinn hatten, und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Der Mann stand auf und trat vor. Dann sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zugrunde gehen zu lassen? Und er sah sie alle der Reihe nach an und sagte dann zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er tat es, und seine Hand war wieder gesund. Da wurden sie von sinnloser Wut erfĂŒllt und berieten, was sie gegen Jesus unternehmen könnten.
Was ist das fĂŒr ein Zustand des Herzens, wenn man einen Grund sucht, jemanden anzuklagen? Es muĂ ein verstocktes oder ein sehr verwundetes Herz sein, ein Herz, das verwirrt und nicht mehr in der Lage ist, eine Sache wirklich frei zu prĂŒfen.
Im heutigen Evangelium sehen wir, wie Jesus in der Begegnung mit solchen Herzen leidet. MiĂtrauisch wird er beobachtet. Wird er wohl etwas tun, was nicht erlaubt ist? Die PharisĂ€er warten eigentlich nur darauf.
Der Text weist uns auf den Mann mit der verdorrten Hand in der Synagoge hin. Man meint fast, die Spannung zu spĂŒren, von der die Beobachter ergriffen sind. Wird er es tun? Das Leid des Mannes wird dabei fĂŒr sie zur Nebensache.
Jesus lĂ€Ăt sich jedoch nicht abhalten, Gutes zu tun und einen Mann in dieser schweren Not zu heilen, auch wenn er die feindselige Stimmung wahrnimmt.
Doch lĂ€Ăt Jesus es nicht bei der Heilung bewenden. Er will nicht nur dem kranken Mann helfen, sondern möchte auch jenen, die verstockt und im Herzen krank sind, eine Chance geben.
âWas ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder zu vernichtenâ, fragt er!
Eigentlich sollte man meinen, daĂ spĂ€testens jetzt die richtige Antwort kommen muĂ, daĂ sie spĂ€testens jetzt umdenken, denn es mĂŒĂte doch erlaubt sein, Gutes zu tun. Oder denken sie gar, daĂ man auf keinen Fall am Sabbat Gutes tun und somit einen Kranken auch nicht heilen darf?
Wir wissen nicht genau, was sie dachten, denn sie schwiegen.
Schweigen heiĂt in diesem Fall, einer Antwort auszuweichen, welche die Sache offenbar gemacht hĂ€tte. Jesus hĂ€tte andere Beispiele nennen können, jenes z.B., daĂ jeder sein Tier am Sabbat an die TrĂ€nke fĂŒhrt.
Aber er sagt nichts mehr; er schaut sie nur der Reihe nach an. Wie werden sie sich unter seinem Blick gefĂŒhlt haben? Haben sie die Trauer bei Jesus bemerkt? Haben sie seinen Zorn gespĂŒrt, daĂ sie ihr Herz so verschlossen hielten und nicht bereit waren, einen Schritt zu tun, wenigstens einen kleinen Schritt?
Nun, Jesus lĂ€Ăt sich von ihren verstockten Herzen nicht aufhalten. Warum auch? Der Wille, zu helfen, ist gröĂer als die Furcht, was dann geschehen könnte.
Es gilt, schlechte Neigungen in uns wahrzunehmen und sie nicht zu ĂŒbergehen, wie beispielsweise die hier angesprochene Ehrsucht. Sie lĂ€Ăt uns leicht in eine ungesunde Konkurrenz treten mit anderen Menschen und gibt dem hĂ€Ălichen und zerstörerischen Neid Raum.
Der Neid kann sogar unser ganzes inneres Wesen vergiften. Deshalb gilt es, ihn, sobald man ihn wahrnimmt, sofort im Gebet zum Herrn zu tragen, sich von ihm bewuĂt zu distanzieren und entgegengesetzte Akte zu vollziehen. Das kann beispielsweise dadurch geschehen, daĂ wir fĂŒr den Bruder oder die Schwester beten und dem Herrn fĂŒr die Gaben danken, die er ihm oder ihr geschenkt hat. Gleichzeitig bitten wir den Herrn um eine neues Herz, das wahren Frieden findet und sich an den Gaben der anderen Menschen erfreut. Das kann ein langer Weg sein, der immer wieder unsere Entschiedenheit erfordert, uns auch Ă€ndern zu wollen. Mit der Gnade Gottes wird es (langsam) besser werden und unsere Seele wird entgiftet.
Auch die sog. »Correctio fraterna« (die brĂŒderliche Korrektur) in einer Gemeinschaft braucht die FĂŒhrung durch den Heiligen Geist. Der von der SĂŒnde ĂŒberwĂ€ltigte Mensch soll wieder aufgerichtet und nicht durch harte Behandlung entmutigt werden. Hinzu kommt, daĂ Gott es sehr genau wahrnimmt, wenn man den durch die SĂŒnde geschwĂ€chten Bruder unbarmherzig behandelt, und er kann eine Versuchung zulassen, die dem Zurechtweisenden seine eigenen SchwĂ€chen vor Augen stellt.
Paulus mahnt die Gemeinde, daĂ jeder Verantwortung fĂŒr sein eigenes Tun ĂŒbernehmen muĂ. Viel ist uns von Gott anvertraut. Gott kennen zu dĂŒrfen ist das groĂe GlĂŒck unseres Lebens, und die zu ihm erwachte Liebe ruft uns in seinen Dienst. Wir treten sozusagen in die Schule der Liebe Gottes ein, in der sich der Herr als unĂŒbertreffbarer Lehrer erweist. Jeder Lehrer aber möchte, daĂ die ihm anvertrauten Menschen das aufnehmen und verwirklichen, was fĂŒr sie gedacht ist. So ist es auch bei unserem himmlischen Vater.
Der Heilige Geist, der uns vom Vater und Sohn gesandt ist, ist unser innerer Meister und formt uns nach dem Bilde Christi. Deshalb ist es so wichtig, daĂ wir auf ihn hören und uns von ihm formen lassen. Im Zusammenwirken mit ihm, was zunĂ€chst immer ein Hören auf den Geist und ein Folgen seiner Impulse bedeutet, wird unser Leben der Verherrlichung Gottes dienen und fruchtbar werden fĂŒr sein Reich. Dazu gehört wesentlich, daĂ wir an unserem Inneren und unseren negativen Neigungen arbeiten und die Werke der Barmherzigkeit verrichten. Dabei sollte uns bewuĂt bleiben, daĂ unsere Zeit auf Erden beschrĂ€nkt ist und wir diese zu nutzen haben.
Betrachtung nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/die-ermahnung-des-bruders-3/#more-21365
6. September 2026
âLeben im Geisteâ
Heute betrachten wir die Lesung des 15. Sonntags nach Pfingsten gemÀà der Leseordnung des Alten Ritus.
Gal 5,25â26.6,1â10
Wenn wir im Geiste leben, lasset uns auch im Geiste wandeln. Lasset uns nicht lĂŒstern sein nach eitler Ehre, sodaĂ wir einander herausfordern, einander beneiden! BrĂŒder! wenn einmal ein Mensch von irgend einer SĂŒnde ĂŒbereilt worden ist, so sollt ihr, die ihr geistig gesinnt seid, einen solchen im Geiste der Sanftmut zurechtweisen; auch habe acht auf dich selbst, damit nicht auch du versucht werdest. Traget einer des andern Last, und so werdet ihr das Gesetz Christi erfĂŒllen. Denn wenn Jemand etwas zu sein glaubt, da er doch nichts ist, so betrĂŒgt er sich selbst. Ein jeder aber prĂŒfe sein eigenes Tun, und so wird er nur in sich selbst Ruhm haben, und nicht in dem andern; denn ein jeder wird seine eigene Last tragen. Wer aber unterwiesen wird im Worte, teile dem, der ihn unterweist, von allem Guten mit. TĂ€uschet euch nicht! Gott lĂ€Ăt seiner nicht spotten. Denn was der Mensch sĂ€et, das wird er auch ernten. Wer auf sein Fleisch sĂ€et, wird von dem Fleische auch Verderben ernten; wer aber auf den Geist sĂ€et, wird von dem Geiste ewiges Leben ernten. Lasset uns also Gutes tun und nicht ermĂŒden; denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht nachlassen. Darum, so lange wir Zeit haben, lasset uns Gutes tun an allen, besonders aber an den Glaubensgenossen.
Im Geiste zu leben bedeutet, der FĂŒhrung des Heiligen Geistes zu folgen und die âWerke des Fleischesâ (Gal 5,19) zu ĂŒberwinden, wie es der Heilige Paulus ausdrĂŒckt. Das ist eine bestĂ€ndige Arbeit, denn auf den Geist zu hören und seine Weisungen zu befolgen, bedarf der tĂ€glichen konkreten Nachfolge Christi, verbunden mit der Bereitschaft, sich vom Geist Gottes auch fĂŒhren und formen zu lassen.
Die Werke des Fleisches entspringen unserer menschlichen Natur. Da sie durch die ErbsĂŒnde geschwĂ€cht wurde und daher â wie der Katechismus lehrt â zum Bösen geneigt ist, bedarf es eines andauernden Kampfes. Dies wird schon in den ersten Zeilen der heutigen Lesung angesprochen. Wenn wir nicht in diesen unvermeidlichen Kampf eintreten, ĂŒberlassen wir uns leicht den Neigungen unserer Natur und werden so den anderen und auch uns selbst zur Plage: âLasset uns nicht lĂŒstern sein nach eitler Ehre, sodaĂ wir einander herausfordern, einander beneiden!â
