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Zum Abschluà dieses kleinen Exkurses in das Thema der TÀuschungen, die leider Legion sind, möchte ich eine Schriftstelle zitieren, die vieles von dem, was ich gesagt habe, prÀgnant beschreibt (im alten Ritus wird sie am Fest des heiligen IrenÀus gelesen).
âDu aber bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich ĂŒberzeugt hast. Du weiĂt, von wem du es gelernt hast; denn du kennst von Kindheit an die Heiligen Schriften, die dir Weisheit verleihen können, damit du durch den Glauben an Christus Jesus gerettet wirst. Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nĂŒtzlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit. Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: VerkĂŒnde das Wort, tritt dafĂŒr ein, ob man es hören will oder nicht. Weise zurecht, tadle, ermahne, in unermĂŒdlicher und geduldiger Belehrung. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht ertrĂ€gt, sondern sich nach eigenen WĂŒnschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln. Man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden. Du aber sei in allem nĂŒchtern, ertrage das Leiden, verkĂŒnde das Evangelium, erfĂŒlle treu deinen Dienst, so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerĂŒstet sein.â (2 Tim 3,14â17.4,1â5)
Um fĂŒr alles gerĂŒstet zu sein, was ist und was kommen wird, gilt es, tief in der Liebe und Wahrheit verankert zu sein. Das bedeutet, das eigene Leben authentisch vor Gott zu fĂŒhren und sich nichts vorzumachen. Dazu haben wir immer Gelegenheit, denn wenn wir uns verfehlen, wartet ein liebender Vater auf uns. Er kommt uns mit seiner unaussprechlichen Barmherzigkeit entgegen, erwartet jedoch von uns Vertrauen und Aufrichtigkeit. Gott wird uns auf Fehler und Fehlhaltungen aufmerksam machen, wenn wir ihn darum bitten, alles in sein Licht zu tragen. Wir brauchen vor Gott keinerlei Angst zu haben, denn er ist immer auf unser Heil ausgerichtet. Wachsam aber mĂŒssen wir uns selbst gegenĂŒber sein, damit wir nicht den schlechten Neigungen unserer menschlichen Natur erliegen, sie rechtfertigen und auf Dauer verdrĂ€ngen.
Auf weltlicher und kirchlicher Ebene gilt es zu lernen, die Dinge mit den Augen Gottes zu sehen. Normalerweise mĂŒĂte die Hierarchie den GlĂ€ubigen in den aktuellen Bedrohungen mit Rat und Weisung zu Hilfe kommen. Das geschieht leider nicht, weil viele der VerantwortungstrĂ€ger offensichtlich selbst getĂ€uscht sind und daher Wölfe und Schafe immer weniger zu unterscheiden vermögen.
In dieser Situation ist uns eine Hilfe, was der Apostel Paulus so trefflich zu Timotheus sagt: âDu aber bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich ĂŒberzeugt hast!â
Das bedeutet fĂŒr uns, der Heiligen Schrift und der authentischen Lehre der Kirche treu zu bleiben, denn â wie Paulus sagt â âman wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwendenâ.
Wenn wir das Gesagte beachten und auf dem Weg der Heiligkeit nicht nachlassen, dann wird uns der Herr in seiner Gnade sehend und hörend durch diese dunklen Zeiten hindurchfĂŒhren, und wir werden die inneren und Ă€uĂeren TĂ€uschungen zurĂŒckweisen können.
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/die-zurueckweisung-des-evangeliums-und-seine-folgen-3/#more-14721
9. Juli 2026
DIE GROSSEN TĂUSCHUNGEN
âTĂ€uschungen in der Kircheâ
Mit dem heutigen Text schlieĂe ich die Reihe ĂŒber »Die groĂen TĂ€uschungen« ab. In den vergangenen Betrachtungen habe ich darauf hingewiesen, daĂ SelbsttĂ€uschungen das Licht der Unterscheidung verdunkeln. Dadurch wird man leichter empfĂ€nglich fĂŒr die TĂ€uschungen, die in der Welt gegenwĂ€rtig sind, aber auch fĂŒr jene, welche in der Kirche wirksam sind.
In der gestrigen Ansprache habe ich auĂerdem darauf hingewiesen, daĂ die Auflösung von SelbsttĂ€uschungen nicht nur fĂŒr uns persönlich und fĂŒr unser glaubwĂŒrdiges christliches Zeugnis wichtig ist, sondern daĂ wir, wenn wir geistig blind geworden sind, auch nicht gegen die TĂ€uschungen eines Antichristen gewappnet sind. Auch hier verweise ich auf ein Video, das vor wenigen Monaten entstanden ist: https://www.youtube.com/watch?v=kvB8GhaKK38
Aus meiner Sicht ist eine der schwerwiegendsten TĂ€uschungen, die sich in der Kirche breitgemacht haben, die inzwischen immer hĂ€ufiger formulierte Ansicht, alle Religionen seien ein Weg zu Gott. Dies wurde bereits von Franziskus, dem VorgĂ€nger von Leo XIV., deutlich ausgesprochen. Indirekt kam es auch im »Dokument ĂŒber die BrĂŒderlichkeit aller Menschen« von Abu Dhabi zur Sprache. Ebenso findet es sich in der Aussage wieder, die Juden hĂ€tten einen eigenen Weg zum Heil und sollten deshalb nicht missioniert werden, sowie in anderen ErklĂ€rungen.
Eine besonders schmerzhafte öffentliche Verirrung geschah, als man meinte, man könne eine Statue der Pachamama in den vatikanischen GÀrten verehren und sie mit Ehrerbietung in den Petersdom tragen.
Offensichtlich wird hier durch einen »Geist der TĂ€uschung« versucht, die Heilsbotschaft Christi zu relativieren und damit die Kirche ihrer tiefsten IdentitĂ€t zu berauben. GewiĂ kann und wird Gott Menschen retten, die ohne eigene Schuld nicht genĂŒgend mit der Botschaft des Herrn in BerĂŒhrung kamen. Das hat die Kirche nie anders gelehrt! Gleichzeitig hat sie jedoch betont, daĂ Jesus in seiner Person das Heil fĂŒr alle Menschen anbietet, und daĂ es die Aufgabe der Kirche ist, dies allen Völkern zu verkĂŒnden. Es ist der Auftrag des auferstandenen Herrn, dem sich jeder verpflichtet weiĂ, der den Glauben in Wahrheit angenommen hat (Mt 28,19â20).
In den genannten Beispielen begegnen wir bereits Formen der Apostasie, also des Abfalls vom wahren Glauben. Wenn man der Meinung ist, daĂ alle Religionen auf derselben Ebene stehen und zu Gott fĂŒhren, verkĂŒndet man nicht mehr das Evangelium und kann sich somit auch nicht auf die Lehre der Kirche berufen. Man ist Opfer von Ideologien, der Anpassung an den Geist der Welt, von Fabeleien und anderen IrrtĂŒmern geworden. Wenn man solche irrigen Aussagen ĂŒbernimmt, fĂŒhrt das zur SelbsttĂ€uschung â wenn nicht diese IrrtĂŒmer bereits durch eine SelbsttĂ€uschung begĂŒnstigt wurden.
Kurz gefaĂt: Es gab nur ein einziges allein gĂŒltiges Narrativ, das von den meisten öffentlichen KrĂ€ften â einschlieĂlich der Medien â mit gröĂter IntensitĂ€t verbreitet wurde. Andere Informationen oder Kritik an den Methoden wurden schnell zum Gegenstand von VerdĂ€chtigungen.
Inzwischen weiĂ man, daĂ diese Impfungen groĂen Schaden angerichtet haben. Viele Menschen starben an den Folgen, andere wurden teilweise chronisch krank. Die Hirten der Kirche gaben bei dieser Coronakrise keine Hilfestellung. Abgesehen von einigen wenigen Stimmen, die Verantwortung ĂŒbernahmen, kam von der kirchlichen Leitung keinerlei Kritik an diesen Massenimpfungen, auch nicht aufgrund der negativen moralischen Implikationen â der indirekten Verbindung mit der Abtreibungsindustrie. Im Gegenteil: Die Impfung wurde empfohlen und sogar als Akt der NĂ€chstenliebe bezeichnet. Welch groteske TĂ€uschung!
Wie aber war eine solche TĂ€uschung möglich? Es gab zwar vereinzelt Widerstand in Kirche und Welt und daher Menschen, die sich aus Ăberzeugung nicht impfen lieĂen. Die groĂe Mehrheit lief jedoch blind in diese groĂe TĂ€uschung hinein und viele scheinen bis heute nicht zu erkennen â oder wollen es vielleicht auch nicht wissen â, daĂ sie getĂ€uscht wurden. Wenn dem so ist, dann geraten sie zusĂ€tzlich in eine SelbsttĂ€uschung, weil sie Informationen ausblenden, welche die GefĂ€hrlichkeit dieser Impfungen und deren Folgen aufzeigen wĂŒrden. Dann aber besteht die Gefahr, daĂ die Menschen weitere TĂ€uschungen ebenfalls nicht wahrnehmen, wenn diese auf sie zukommen.
Falls man den Impfempfehlungen gefolgt ist und ihnen vertraut hat, kann man prĂŒfen, ob man vielleicht unreflektiert weltlichen und kirchlichen AutoritĂ€ten gefolgt ist. Oder hat man sich von der allgemeinen Angst anstecken lassen und ist dem massiven EinfluĂ der Medienkampagnen erlegen? Hat man sich nicht getraut, einer anderen Sicht zu folgen, weil der Druck von Familienmitgliedern oder Bekannten zu groĂ war? War der Arbeitsplatz bedroht?
Warum gehe ich diesen Dingen hier im Rahmen der Ansprachen nach, die sich doch primĂ€r auf Texte der Heiligen Schrift stĂŒtzen und sie zum Sprechen bringen sollen?
Wenn ich das in wenigen Worten sagen soll, dann so: Ich nehme dafĂŒr einen Abschnitt aus der Apokalypse, aus dem Sendschreiben an die Gemeinde in Philadelphia.
âDu hast dich an mein Gebot gehalten, standhaft zu bleiben; daher werde ich auch zu dir halten und dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die ĂŒber die ganze Erde kommen soll, um die Bewohner der Erde auf die Probe zu stellen.â (Apk 3,10)
Diese âStunde der Versuchung fĂŒr den ganzen Erdkreisâ kann das Auftreten des Antichristen am Ende der Zeiten bedeuten, der die Menschen tĂ€uschen wird.
Wer in SelbsttĂ€uschungen gefangen ist und zunehmend das Licht der Unterscheidung der Geister verliert, wird es schwer haben, die subtilen TĂ€uschungsmanöver eines Antichristen mit seinem falschen Propheten zu erkennen. Deshalb ist es wichtig, sich an die Lehre der Kirche zu halten und mit dem eigenen Leben geklĂ€rt vor Gott zu stehen. Denn TĂ€uschungen sind â Gott sei es geklagt â auch in unsere Kirche eingezogen!
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zur Tageslesung: https://elijamission.net/gott-ist-die-heimat-unseres-herzens-3/#more-14717
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/die-vertreibung-der-boesen-geister-4/#more-17870
8. Juli 2026
DIE GROSSEN TĂUSCHUNGEN
âEine schwere TĂ€uschung im Jahr 2020â
Gestern sprachen wir von der Gefahr, daĂ wir, wenn wir in SelbsttĂ€uschungen verhaftet sind und diese nicht ĂŒberwunden werden, auch geschwĂ€cht sein können und TĂ€uschungen in der Welt und in der Kirche, die wir eigentlich von unserem katholischen Glauben her selbstverstĂ€ndlich wahrnehmen mĂŒĂten, nicht mehr so klar zu erkennen vermögen. Dabei ist zu realisieren, daĂ es sich in der Regel nicht nur um einfach menschliche IrrtĂŒmer handelt, sondern daĂ bei so wichtigen Themen â wie auch bereits gestern â der Vater der LĂŒge mitwirkt, der nichts unversucht lĂ€Ăt, um uns Menschen vom Weg des Heils abzuhalten oder zumindest zu erreichen, daĂ dieser Weg fĂŒr uns erschwert wird.
Die TĂ€uschung, auf die ich heute eingehen möchte, betrifft die Welt und die Kirche gleichermaĂen. In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, daĂ ich diese Themen relativ ausfĂŒhrlich im Blog meiner Website https://elijamission.net/blog/ behandelt habe und sie hier im Rahmen der tĂ€glichen Ansprachen nur so weit behandle, wie sie als Beitrag zum Thema SelbsttĂ€uschung und TĂ€uschung dienlich sind. Ich empfehle jedoch aufgrund ihrer Wichtigkeit, diese Themen auf meiner Website nachzulesen. Hier die entsprechenden Links:
Reflexion ĂŒber die Impfung gegen Covid-19: https://elijamission.net/blog-post/impfbroschuere/
Die groĂe TĂ€uschung: https://elijamission.net/blog-post/die-grosse-taeuschung/
Aktualisierung: Reflexion ĂŒber die Impfung: https://elijamission.net/blog-post/aktualisierung-reflexion-ueber-die-impfung-gegen-covid-19/
Auch das Thema der moralischen Verwirrungen, das gestern zur Sprache kam, wurde auf der Website unter meinen BeitrÀgen zu Amoris laetitia (https://elijamission.net/blog-post/amoris-laetitia-eine-gretchenfrage-teil-1/ und Fiducia supplicans https://elijamission.net/blog-post/fiducia-supplicans-die-geisselung-des-herrn/ angesprochen.
Zum heutigen Thema zitiere ich aus meinem Schreiben vom Jahr 2020: Eine unheilvolle Allianz https://elijamission.net/blog-post/fuenfte-wunde-eine-unheilvolle-allianz/
Es war Anfang des Jahres 2020. Wie ein groĂer, mĂ€chtiger Schatten legte sich die Corona-Krise ĂŒber diese Welt und verĂ€nderte sie innerhalb weniger Tage auf eine bis dahin unvorstellbare Weise.
So schnell wie möglich sollte der gesamten Weltbevölkerung eine »Impfung« verabreicht werden, um das Virus zu bekÀmpfen. Doch die Versprechungen, die gemacht wurden, und die falschen Hoffnungen, die geweckt wurden, hielten der RealitÀt nicht stand.
Bald stellte sich heraus, daĂ man nach der Injektion weder selbst vor einer Ansteckung geschĂŒtzt war noch andere vor einer Ansteckung schĂŒtzen konnte. Auch die zum Schutz verordneten Masken halfen nicht, sondern hatten eher gesundheitsgefĂ€hrdende Auswirkungen. FĂŒr das Bild eines freiheitlichen Staates entstand eine sehr befremdliche AtmosphĂ€re: Wissenschaftler, die vor der geplanten Injektion gewarnt, ihre negativen Folgen vorausgesagt und bis dahin hohes Ansehen genossen hatten, wurden plötzlich ausgegrenzt. Sie galten quasi als falsche Propheten oder AnhĂ€nger von Verschwörungstheorien. Andere Behandlungsmethoden als die geplante Masseninjektion wurden zurĂŒckgewiesen oder gar verboten, weil sie angeblich einer wissenschaftlichen PrĂŒfung nicht standhielten.
Erinnern wir uns: Anstatt sich der eigenen SĂŒndhaftigkeit und SchwĂ€che bewuĂt zu sein und von Gott in seiner Barmherzigkeit und Gnade gestĂ€rkt zu werden, tritt ein Nebel in unser Leben. Das kann dazu fĂŒhren, daĂ wir weder die Kraft noch den Willen haben, an der Wahrheit festzuhalten. Im schlimmsten Fall lassen wir uns dann sogar von unserer Umgebung und dem allgemeinen Zeitgeist tĂ€uschen. Wenn wir an weitere SĂŒnden gegen das sechste Gebot denken â beispielsweise an den vorehelichen Verkehr oder die Selbstbefriedigung â, dann ist heutzutage leicht die Gefahr, diese zu bagatellisieren oder gar fĂŒr »normale Gegebenheiten« zu halten.
Tragisch ist es, wenn in neuerer Zeit sogar in der Kirche die Dinge nicht mehr entsprechend der Heiligen Schrift und der authentischen Lehre eindeutig gelehrt und verkĂŒndet werden. In diesem Fall muĂ man leider davon ausgehen, daĂ der Geist der TĂ€uschung auch in die Kirche eingezogen ist und jene, die fĂŒr die Verwirrungen verantwortlich sind, in entsprechender SelbsttĂ€uschung leben.
Dies wird beim Problem der gelebten HomosexualitĂ€t sehr deutlich. Wie wir wissen, wird in manchen Staaten seit einiger Zeit versucht, die HomosexualitĂ€t und andere Formen sexueller BetĂ€tigung zu fördern. Es geht so weit, daĂ es »homosexuelle Trauungen« gibt und daĂ solche »Paare« Kinder adoptieren können und vieles mehr. Inzwischen ist in manchen LĂ€ndern, besonders in ehemals christlich geprĂ€gten LĂ€ndern, eine AtmosphĂ€re entstanden, in der die Rechte der Homosexuellen als eine Art Freiheitskampf betrachtet werden. Jede ĂuĂerung, die das in Frage stellt, erfĂ€hrt zunehmend eine gesellschaftliche Ăchtung.
Nun erleben wir nicht selten, daĂ die Verantwortlichen der katholischen Kirche nicht mehr uneingeschrĂ€nkt und in aller Deutlichkeit an der biblischen Wahrheit und somit an ihrer eigenen Lehre festhalten. Unter der Idee der »Integration aller Menschen in die Kirche« versĂ€umt man es, homosexuell praktizierende Menschen dazu anzuleiten, ihre sexuellen Neigungen unter die Herrschaft Gottes zu stellen und entsprechend seiner Gebote zu leben. Seitens der Hierarchie sind sogar BemĂŒhungen erkennbar, die praktizierte HomosexualitĂ€t als legitime Form der sexuellen BetĂ€tigung anzusehen.
Das ist jedoch eine groĂe TĂ€uschung, denn die Heilige Schrift und die Lehre der Kirche sagen eindeutig, daĂ die homosexuelle Praxis nicht dem Willen Gottes entspricht. So richtig es ist, daĂ man Menschen mit solchen Neigungen in christlicher Liebe begegnen soll und sie weder verĂ€chtlich behandeln noch in abfĂ€lliger Weise ĂŒber sie sprechen soll, so verheerend ist es jedoch, eine Praxis, die gegen Gottes Willen steht, zu relativieren oder gar zu rechtfertigen. Das wĂ€re ein groĂes Unrecht gegen die Wahrheit und damit gegen Gott, sowie gegen den Menschen selbst, der in diesen Neigungen lebt.
Welche Verwirrung!
Das Thema wird morgen fortgesetzt.
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zur Tageslesung: https://elijamission.net/gott-bleibt-sich-treu/#more-4283
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/arbeiter-fuer-den-weinberg-4/#more-17864
7. Juli 2026
DIE GROSSEN TĂUSCHUNGEN
âDie SelbsttĂ€uschungâ (IV)
Wie sich die SelbsttĂ€uschung auf das Erkennen und Einstehen fĂŒr die Wahrheit auswirken kann.
Wie wir in den letzten drei Ansprachen gesehen haben, kann die SelbsttĂ€uschung eine negative Auswirkung auf die Gabe der Unterscheidung der Geister im Allgemeinen haben. Schon im natĂŒrlichen Bereich merken wir, daĂ bei Menschen, die sich selbst ĂŒberschĂ€tzen, ihre SchwĂ€chen ĂŒbergehen, gewisse Begrenzungen nicht annehmen und sich darĂŒber hinwegsetzen, insgesamt der Blick geschwĂ€cht ist oder sogar verlorengehen kann, Dinge richtig zu beurteilen. Sie sind durch ein falsches Bild von sich selbst geblendet.
Wenn eine gewisse Blindheit fĂŒr die rechte Beurteilung der eigenen Person entstanden ist, wird es gleichzeitig schwerer, andere Personen im rechten Licht zu sehen, und Dinge und UmstĂ€nde, die auf einen zukommen, mit nĂŒchternem und klarem Blick einzuordnen.
Nochmals zur Erinnerung: Wir sind gerufen, uns selbst und auch alles, was uns begegnet, im Licht Gottes zu prĂŒfen und entsprechend zu handeln. Das gilt auch fĂŒr Ereignisse, die in der Welt geschehen. Im Folgenden möchte ich zwei Beispiele auffĂŒhren, die in groĂen Teilen der Welt selbstverstĂ€ndlich geworden sind oder gefördert werden, die aber vor Gott nicht bestehen können. Tragisch ist, daĂ die Kirche in ihrer Leitung die GlĂ€ubigen immer weniger stĂŒtzt, den Verwirrungen, die in der Welt existieren, in rechter Weise zu begegnen, und stattdessen teilweise selbst zur Verwirrung beitrĂ€gt.
Schauen wir auf zwei Beispiele.
Als Katholiken wissen wir, daĂ die Ehe ein Sakrament ist. Eine neue Ehe kann nur eingegangen werden, wenn der Ehepartner verstorben ist oder die erste Ehe fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt wurde.
Abgesehen von unserer inneren Wahrnehmung wissen wir dies durch das Wort der Heiligen Schrift und durch die Lehre der Kirche. Das gibt uns klare Unterscheidungskriterien, und wir sind gerufen, im Glauben an ihnen festzuhalten. Schwierig wird es, wenn wir in einer Umgebung leben, die diese Wahrheit nicht erkannt hat oder nicht fĂŒr verbindlich hĂ€lt â neuerdings bis in katholische Kreise hinein. Das kann sogar die nĂ€here Verwandtschaft oder Bekanntschaft betreffen.
Es bedarf nun groĂer Klarheit und Entschiedenheit, auch gegen Schwierigkeiten, BedrĂ€ngnisse und andere Meinungen am verbindlichen Glauben festzuhalten. Wenn wir jedoch in der SelbsttĂ€uschung leben â und sei es auch nur partiell â, dann sind wir in der IntegritĂ€t unserer Person geschwĂ€cht, denn das Licht der Wahrheit leuchtet nicht mehr richtig fĂŒr uns auf. An seine Stelle tritt die Verblendung, welche die Person schwĂ€cht.
Auch hier ist der Heilige Geist der SchlĂŒssel. Ihm vertrauen wir unsere unbewuĂten Tiefen an, aus denen der Widerstand erwachsen kann â sei es noch mitbedingt durch Wunden oder auch einfach, weil wir uns innerlich weigern, uns so zu sehen, wie Gott uns sieht, und uns in eigenen illusionĂ€ren Vorstellungen ĂŒber uns eingerichtet haben.
Es ist klar, daĂ dies eine Entscheidung unsererseits erfordert. Wir mĂŒssen mit unserem Willen mit Gottes Hilfe alles ausrĂ€umen wollen, was einer erwachten und realistischen Beziehung zu unserem Vater im Weg steht. Wir können auch inmitten unserer Blindheit rufen, der Herr möge uns die Augen öffnen â allein schon deshalb, weil der Psalmist sagt: âWer bemerkt seine eigenen Fehler? Sprich mich frei von Schuld, die mir nicht bewuĂt ist!â (Ps 19,13).
Wenn wir den Heiligen Geist aufrichtig bitten, dann wird dies von ihm beantwortet werden und er wird uns â je nach unserem Vermögen â behutsam aus der inneren Gefangenschaft herausfĂŒhren und die Worte des Lebens in uns eindringen lassen, sofern wir dies wollen und zulassen.
Es ist mir bewuĂt, daĂ ich hier einen Bereich streife, der insgesamt wohl weniger bekannt ist, der aber in Bezug auf die Heilung und Befreiung des Menschen wichtig werden kann. Ich habe diesen Vorgang »Tiefenevangelisierung« genannt und werde ihn gerne ein anderes Mal vertiefen. Heute spreche ich ihn nur deshalb kurz an, weil es um ein Element geht, das die SelbsttĂ€uschung negativ beeinflussen kann.
Wenn wir durch die Gnade Gottes im Heiligen Geist aus einer SelbsttĂ€uschung herausgefĂŒhrt werden, die auch nur partiell auftreten und in bestimmten Bereichen besonders wirksam werden kann, dann werden wir auch gegenĂŒber TĂ€uschungen aller Art von auĂen sehr wachsam. Jedes Abweichen von der Wahrheit, jede Relativierung vermögen wir im Heiligen Geist stĂ€rker zu erkennen, denn er hat uns die Augen geöffnet. Wir bekommen Augen, um besser zu sehen, und Ohren, um besser zu hören. So werden wir TĂ€uschungen, Verstellungen und illusionĂ€re Vorstellungen aller Art leichter identifizieren. Damit wird die Ăberwindung der SelbsttĂ€uschung auch zu einem wichtigen Instrument der Unterscheidung der Geister. Wie wichtig dies ist, das werden uns einige Beispiele in den folgenden Ansprachen zeigen.
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zur Tageslesung: https://elijamission.net/gottes-liebe-wirbt-um-uns-3/#more-9273
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/wachstum-im-glauben-4/#more-17850
6. Juli 2026
DIE GROSSEN TĂUSCHUNGEN
âDie SelbsttĂ€uschungâ (III)
In Bezug auf die SelbsttĂ€uschung haben wir darauf hingewiesen, daĂ es sich dabei durchaus um einen gefĂ€hrlichen Zustand handelt, der auch anfĂ€llig machen kann fĂŒr TĂ€uschungen, die in der Welt und in der Kirche geschehen. Bevor ich morgen nĂ€her darauf eingehe, möchte ich zuvor erlĂ€utern, welche weiteren UmstĂ€nde dazu fĂŒhren können, daĂ eine SelbsttĂ€uschung entsteht.
Es ist zu bedenken, daĂ manche Blindheit in Bezug auf die Selbsterkenntnis auch durch seelische Wunden mitbedingt ist. Wenn jemand beispielsweise in der Erziehung durch seinen Vater wegen jedem Fehler unverhĂ€ltnismĂ€Ăig streng zurechtgewiesen oder körperlich ĂŒbermĂ€Ăig gezĂŒchtigt wurde, wird er sich schwerer tun, Gott als liebenden Vater zu erkennen, dem er sich vorbehaltlos öffnen kann, um seine Fehler und SĂŒnden vor ihm zu bekennen. Es braucht dann einen Weg der inneren Heilung, denn die nicht verarbeiteten Wunden können im UnbewuĂten einen Widerstand gegen Gott als gĂŒtigen Vater hervorrufen. Dieser so wesentlichen Erkenntnis Gottes stehen Erfahrungen entgegen, die noch nicht genĂŒgend ĂŒberwunden sind.
Es ist nicht ausgeschlossen, daĂ bei manchen Menschen durch negative Erfahrungen sogar der Zugang zum christlichen Glauben insgesamt erschwert wird und sie sich unter UmstĂ€nden anderen religiösen Systemen leichter zuwenden. Nun ist aber die Erkenntnis unseres liebenden Vaters und ein vertrauensvolles VerhĂ€ltnis zu ihm ungemein wichtig, um sich von seinen negativen Neigungen, von den Dunkelheiten des Herzens und jeder Form von Selbstbesitz lösen und sie offen vor Gott bringen zu können. Auch ist es wichtig, Blockaden durch nicht geheilte Wunden zu ĂŒberwinden.
Hier hilft es, Verletzungen im Gebet beharrlich zu Gott zu bringen mit der Bitte um den Heiligen Geist. Sich in die Liebe Christi versenken und die stille Gegenwart vor dem Allerheiligsten aufnehmen, welche die Seele wie eine Sonne erwĂ€rmt, das vermag diese Wunden zu lindern und sie mit der Zeit gar ganz zu heilen. Geschieht dies, dann werden die teilweise unbewuĂten Sperren weggerĂ€umt und ein freier und offener Zugang zu Gott wird leichter ermöglicht. Dadurch wird auch der Weg freier, die eigenen SĂŒnden und Verfehlungen Gott anzuvertrauen, und wir erwachen mehr zur RealitĂ€t des Daseins. Hier ist es wichtig zu betonen, daĂ wir vielleicht mit unserem Verstand und vom Glauben her schon bejaht haben, daĂ ein liebender Vater ĂŒber uns wacht und wir uns ihm ohne Zögern anvertrauen können. Aus der Tiefe kann jedoch ein noch nicht ĂŒberwundener Widerstand erwachsen. Diese Dunkelheit gilt es, vom Licht Gottes berĂŒhren zu lassen.
Es ist möglich, daà wir diesen Widerstand gegen Gott bereits dunkel wahrnehmen, aber alles mehr wie »im Nebel« bleibt. Doch dies bewirkt weiterhin eine Sperre in uns, sodaà wir uns nicht in die rechte Beziehung der Liebe und des Vertrauens zu unserem Vater fallenlassen können!
âDie Heiligen aber, welche die Umkehr zu Gott bis in die Tiefe ihrer Seele vollzogen haben und sich dessen auch durchaus bewuĂt sind, geben in allem Gott die Ehre, weil sie wissen: Alles Gute, was sie an sich haben, ist ein Geschenk der göttlichen GĂŒte, wĂ€hrend ihre SchwĂ€chen und die SĂŒnden ihres Lebens, ob sie groĂ oder gering sind, kennzeichnend dafĂŒr sind, was sie aus sich selbst sind und haben. Daher kann eine heilige Margarete Alacoque bekennen: »Von meiner Bosheit habe ich alles zu fĂŒrchten, von Deiner GĂŒte habe ich alles zu hoffen«. Im Lichte dieser Erkenntnisse ist die Ăberwindung der weithin unbewuĂten SelbsttĂ€uschung, welche das Fundament jeder Selbstgerechtigkeit ist, die Voraussetzung fĂŒr ein fruchtbares Leben und Wirken.â
Um der Gefahr der SelbsttĂ€uschung zu entgehen und sie zu ĂŒberwinden, sind ein richtiges Gottesbild, demĂŒtige Selbsterkenntnis und die Ăberwindung der Menschenfurcht wesentlich.
In Bezug auf Gott kann man nicht oft genug betonen, daĂ wir uns ihm im vollsten Vertrauen und ohne Angst nĂ€hern können. Gott will und kann uns die widerlichsten SĂŒnden vergeben, wenn wir sie ihm aufrichtig bekennen. GewiĂ ist es schlimm, daĂ wir ihn durch unsere SĂŒnden beleidigen und unsere Seele der Dunkelheit ausliefern. Davon soll nichts weggenommen werden. Doch Gottes Liebe ist weit gröĂer, und gerade dies bewuĂt anzuerkennen, lĂ€Ăt uns Gott noch mehr lieben. Es gibt genug Stellen in der Heiligen Schrift, die uns bezeugen, daĂ Gott die SĂŒnden hinter seinen RĂŒcken wirft (vgl. Jes 38,17), daĂ er sich nicht mehr an sie erinnern will (Jes 43,25) und uns mit Liebe anschaut. Die VergegenwĂ€rtigung dieser Liebe, die er uns in seinem Wort, im Sakrament und auf vielen anderen Wegen anbietet, soll uns helfen, unser Herz niemals vor Gott zu verschlieĂen und uns seines Erbarmens sicher zu sein. Selbst Judas hĂ€tte nach seinem Verrat noch zu Jesus kommen können.
Was die Selbsterkenntnis betrifft, ist diese an zweiter Stelle wichtig. Hier wird das aktuell, was Pater Sladek angesprochen hat. Wenn keine wirkliche Selbsterkenntnis vorhanden ist, wenn man sich also nicht im Licht Gottes prĂŒft und seine SchwĂ€chen, den Eigenwillen, den Stolz und all das, was im Herzen des Menschen an Dunkelheit vorhanden ist, nicht erkennt, dann lebt man zunehmend in der SelbsttĂ€uschung. Das, was uns objektiv von Gott trennt, ist dann ins UnbewuĂte verschoben. Dort hĂ€lt man es fest. Dies mag keine bewuĂte Entscheidung sein, doch der im UnbewuĂten wirkende Wille bewirkt dies. Es treten in der Folge Verhaltensweisen auf, die ein illusionĂ€res (perfektes) Bild von der eigenen Person erzeugen. Es ist schwer, aus dieser SelbsttĂ€uschung aufzuwachen. Gleichzeitig kostet es groĂe Anstrengung, einem solchen kĂŒnstlichen Bild von sich selbst zu entsprechen. Auch andere Menschen werden darunter zu leiden haben. Das Tragische ist, daĂ sich die Gottesbeziehung nicht organisch und liebend entfalten kann, weil der Zugang Gottes zum eigenen Herzen wie blockiert ist.
Es wĂ€re noch die Menschenfurcht zu erwĂ€hnen, die uns ebenfalls hindern kann, uns so zu sehen, wie wir wirklich vor Gott sind, wenn wir vor anderen schon ein gewisses Bild von uns aufgebaut haben, das nicht einstĂŒrzen darf.
Morgen setzen wir das Thema fort.
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/das-joch-jesu-3/#more-17933
