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09. Juli 2026 Täuschungen in der Kirche.mp313.13 MB

Zum Abschluß dieses kleinen Exkurses in das Thema der Täuschungen, die leider Legion sind, möchte ich eine Schriftstelle zitieren, die vieles von dem, was ich gesagt habe, prägnant beschreibt (im alten Ritus wird sie am Fest des heiligen Irenäus gelesen).   “Du aber bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast. Du weißt, von wem du es gelernt hast; denn du kennst von Kindheit an die Heiligen Schriften, die dir Weisheit verleihen können, damit du durch den Glauben an Christus Jesus gerettet wirst. Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit. Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht. Weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln. Man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden. Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verkünde das Evangelium, erfülle treu deinen Dienst, so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein.”  (2 Tim 3,14–17.4,1–5)   Um für alles gerüstet zu sein, was ist und was kommen wird, gilt es, tief in der Liebe und Wahrheit verankert zu sein. Das bedeutet, das eigene Leben authentisch vor Gott zu führen und sich nichts vorzumachen. Dazu haben wir immer Gelegenheit, denn wenn wir uns verfehlen, wartet ein liebender Vater auf uns. Er kommt uns mit seiner unaussprechlichen Barmherzigkeit entgegen, erwartet jedoch von uns Vertrauen und Aufrichtigkeit. Gott wird uns auf Fehler und Fehlhaltungen aufmerksam machen, wenn wir ihn darum bitten, alles in sein Licht zu tragen. Wir brauchen vor Gott keinerlei Angst zu haben, denn er ist immer auf unser Heil ausgerichtet. Wachsam aber müssen wir uns selbst gegenüber sein, damit wir nicht den schlechten Neigungen unserer menschlichen Natur erliegen, sie rechtfertigen und auf Dauer verdrängen.   Auf weltlicher und kirchlicher Ebene gilt es zu lernen, die Dinge mit den Augen Gottes zu sehen. Normalerweise müßte die Hierarchie den Gläubigen in den aktuellen Bedrohungen mit Rat und Weisung zu Hilfe kommen. Das geschieht leider nicht, weil viele der Verantwortungsträger offensichtlich selbst getäuscht sind und daher Wölfe und Schafe immer weniger zu unterscheiden vermögen.   In dieser Situation ist uns eine Hilfe, was der Apostel Paulus so trefflich zu Timotheus sagt: “Du aber bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast!”   Das bedeutet für uns, der Heiligen Schrift und der authentischen Lehre der Kirche treu zu bleiben, denn – wie Paulus sagt – “man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden”.   Wenn wir das Gesagte beachten und auf dem Weg der Heiligkeit nicht nachlassen, dann wird uns der Herr in seiner Gnade sehend und hörend durch diese dunklen Zeiten hindurchführen, und wir werden die inneren und äußeren Täuschungen zurückweisen können.       Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:     zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/die-zurueckweisung-des-evangeliums-und-seine-folgen-3/#more-14721

9. Juli 2026   DIE GROSSEN TÄUSCHUNGEN    “Täuschungen in der Kirche”      Mit dem heutigen Text schließe ich die Reihe über »Die großen Täuschungen« ab. In den vergangenen Betrachtungen habe ich darauf hingewiesen, daß Selbsttäuschungen das Licht der Unterscheidung verdunkeln. Dadurch wird man leichter empfänglich für die Täuschungen, die in der Welt gegenwärtig sind, aber auch für jene, welche in der Kirche wirksam sind.   In der gestrigen Ansprache habe ich außerdem darauf hingewiesen, daß die Auflösung von Selbsttäuschungen nicht nur für uns persönlich und für unser glaubwürdiges christliches Zeugnis wichtig ist, sondern daß wir, wenn wir geistig blind geworden sind, auch nicht gegen die Täuschungen eines Antichristen gewappnet sind. Auch hier verweise ich auf ein Video, das vor wenigen Monaten entstanden ist: https://www.youtube.com/watch?v=kvB8GhaKK38   Aus meiner Sicht ist eine der schwerwiegendsten Täuschungen, die sich in der Kirche breitgemacht haben, die inzwischen immer häufiger formulierte Ansicht, alle Religionen seien ein Weg zu Gott. Dies wurde bereits von Franziskus, dem Vorgänger von Leo XIV., deutlich ausgesprochen. Indirekt kam es auch im »Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen« von Abu Dhabi zur Sprache. Ebenso findet es sich in der Aussage wieder, die Juden hätten einen eigenen Weg zum Heil und sollten deshalb nicht missioniert werden, sowie in anderen Erklärungen.   Eine besonders schmerzhafte öffentliche Verirrung geschah, als man meinte, man könne eine Statue der Pachamama in den vatikanischen Gärten verehren und sie mit Ehrerbietung in den Petersdom tragen.   Offensichtlich wird hier durch einen »Geist der Täuschung« versucht, die Heilsbotschaft Christi zu relativieren und damit die Kirche ihrer tiefsten Identität zu berauben. Gewiß kann und wird Gott Menschen retten, die ohne eigene Schuld nicht genügend mit der Botschaft des Herrn in Berührung kamen. Das hat die Kirche nie anders gelehrt! Gleichzeitig hat sie jedoch betont, daß Jesus in seiner Person das Heil für alle Menschen anbietet, und daß es die Aufgabe der Kirche ist, dies allen Völkern zu verkünden. Es ist der Auftrag des auferstandenen Herrn, dem sich jeder verpflichtet weiß, der den Glauben in Wahrheit angenommen hat (Mt 28,19–20).   In den genannten Beispielen begegnen wir bereits Formen der Apostasie, also des Abfalls vom wahren Glauben. Wenn man der Meinung ist, daß alle Religionen auf derselben Ebene stehen und zu Gott führen, verkündet man nicht mehr das Evangelium und kann sich somit auch nicht auf die Lehre der Kirche berufen. Man ist Opfer von Ideologien, der Anpassung an den Geist der Welt, von Fabeleien und anderen Irrtümern geworden. Wenn man solche irrigen Aussagen übernimmt, führt das zur Selbsttäuschung – wenn nicht diese Irrtümer bereits durch eine Selbsttäuschung begünstigt wurden.

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08. Juli 2026 Eine schwere Täuschung im Jahr 2020.mp311.20 MB

Kurz gefaßt: Es gab nur ein einziges allein gültiges Narrativ, das von den meisten öffentlichen Kräften – einschließlich der Medien – mit größter Intensität verbreitet wurde. Andere Informationen oder Kritik an den Methoden wurden schnell zum Gegenstand von Verdächtigungen.   Inzwischen weiß man, daß diese Impfungen großen Schaden angerichtet haben. Viele Menschen starben an den Folgen, andere wurden teilweise chronisch krank. Die Hirten der Kirche gaben bei dieser Coronakrise keine Hilfestellung. Abgesehen von einigen wenigen Stimmen, die Verantwortung übernahmen, kam von der kirchlichen Leitung keinerlei Kritik an diesen Massenimpfungen, auch nicht aufgrund der negativen moralischen Implikationen – der indirekten Verbindung mit der Abtreibungsindustrie. Im Gegenteil: Die Impfung wurde empfohlen und sogar als Akt der Nächstenliebe bezeichnet. Welch groteske Täuschung!   Wie aber war eine solche Täuschung möglich? Es gab zwar vereinzelt Widerstand in Kirche und Welt und daher Menschen, die sich aus Überzeugung nicht impfen ließen. Die große Mehrheit lief jedoch blind in diese große Täuschung hinein und viele scheinen bis heute nicht zu erkennen – oder wollen es vielleicht auch nicht wissen –, daß sie getäuscht wurden. Wenn dem so ist, dann geraten sie zusätzlich in eine Selbsttäuschung, weil sie Informationen ausblenden, welche die Gefährlichkeit dieser Impfungen und deren Folgen aufzeigen würden. Dann aber besteht die Gefahr, daß die Menschen weitere Täuschungen ebenfalls nicht wahrnehmen, wenn diese auf sie zukommen.   Falls man den Impfempfehlungen gefolgt ist und ihnen vertraut hat, kann man prüfen, ob man vielleicht unreflektiert weltlichen und kirchlichen Autoritäten gefolgt ist. Oder hat man sich von der allgemeinen Angst anstecken lassen und ist dem massiven Einfluß der Medienkampagnen erlegen? Hat man sich nicht getraut, einer anderen Sicht zu folgen, weil der Druck von Familienmitgliedern oder Bekannten zu groß war? War der Arbeitsplatz bedroht?   Warum gehe ich diesen Dingen hier im Rahmen der Ansprachen nach, die sich doch primär auf Texte der Heiligen Schrift stützen und sie zum Sprechen bringen sollen?   Wenn ich das in wenigen Worten sagen soll, dann so: Ich nehme dafür einen Abschnitt aus der Apokalypse, aus dem Sendschreiben an die Gemeinde in Philadelphia.   “Du hast dich an mein Gebot gehalten, standhaft zu bleiben; daher werde ich auch zu dir halten und dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über die ganze Erde kommen soll, um die Bewohner der Erde auf die Probe zu stellen.” (Apk 3,10)   Diese “Stunde der Versuchung für den ganzen Erdkreis” kann das Auftreten des Antichristen am Ende der Zeiten bedeuten, der die Menschen täuschen wird.   Wer in Selbsttäuschungen gefangen ist und zunehmend das Licht der Unterscheidung der Geister verliert, wird es schwer haben, die subtilen Täuschungsmanöver eines Antichristen mit seinem falschen Propheten zu erkennen. Deshalb ist es wichtig, sich an die Lehre der Kirche zu halten und mit dem eigenen Leben geklärt vor Gott zu stehen. Denn Täuschungen sind – Gott sei es geklagt – auch in unsere Kirche eingezogen!      Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:     zur Tageslesung: https://elijamission.net/gott-ist-die-heimat-unseres-herzens-3/#more-14717 zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/die-vertreibung-der-boesen-geister-4/#more-17870

8. Juli 2026     DIE GROSSEN TÄUSCHUNGEN            “Eine schwere Täuschung im Jahr 2020”    Gestern sprachen wir von der Gefahr, daß wir, wenn wir in Selbsttäuschungen verhaftet sind und diese nicht überwunden werden, auch geschwächt sein können und Täuschungen in der Welt und in der Kirche, die wir eigentlich von unserem katholischen Glauben her selbstverständlich wahrnehmen müßten, nicht mehr so klar zu erkennen vermögen. Dabei ist zu realisieren, daß es sich in der Regel nicht nur um einfach menschliche Irrtümer handelt, sondern daß bei so wichtigen Themen – wie auch bereits gestern – der Vater der Lüge mitwirkt, der nichts unversucht läßt, um uns Menschen vom Weg des Heils abzuhalten oder zumindest zu erreichen, daß dieser Weg für uns erschwert wird.   Die Täuschung, auf die ich heute eingehen möchte, betrifft die Welt und die Kirche gleichermaßen. In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, daß ich diese Themen relativ ausführlich im Blog meiner Website https://elijamission.net/blog/ behandelt habe und sie hier im Rahmen der täglichen Ansprachen nur so weit behandle, wie sie als Beitrag zum Thema Selbsttäuschung und Täuschung dienlich sind. Ich empfehle jedoch aufgrund ihrer Wichtigkeit, diese Themen auf meiner Website nachzulesen. Hier die entsprechenden Links:   Reflexion über die Impfung gegen Covid-19: https://elijamission.net/blog-post/impfbroschuere/ Die große Täuschung: https://elijamission.net/blog-post/die-grosse-taeuschung/ Aktualisierung: Reflexion über die Impfung: https://elijamission.net/blog-post/aktualisierung-reflexion-ueber-die-impfung-gegen-covid-19/   Auch das Thema der moralischen Verwirrungen, das gestern zur Sprache kam, wurde auf der Website unter meinen Beiträgen zu Amoris laetitia (https://elijamission.net/blog-post/amoris-laetitia-eine-gretchenfrage-teil-1/ und Fiducia supplicans https://elijamission.net/blog-post/fiducia-supplicans-die-geisselung-des-herrn/ angesprochen.   Zum heutigen Thema zitiere ich aus meinem Schreiben vom Jahr 2020: Eine unheilvolle Allianz   https://elijamission.net/blog-post/fuenfte-wunde-eine-unheilvolle-allianz/   Es war Anfang des Jahres 2020. Wie ein großer, mächtiger Schatten legte sich die Corona-Krise über diese Welt und veränderte sie innerhalb weniger Tage auf eine bis dahin unvorstellbare Weise.   So schnell wie möglich sollte der gesamten Weltbevölkerung eine »Impfung« verabreicht werden, um das Virus zu bekämpfen. Doch die Versprechungen, die gemacht wurden, und die falschen Hoffnungen, die geweckt wurden, hielten der Realität nicht stand.   Bald stellte sich heraus, daß man nach der Injektion weder selbst vor einer Ansteckung geschützt war noch andere vor einer Ansteckung schützen konnte. Auch die zum Schutz verordneten Masken halfen nicht, sondern hatten eher gesundheitsgefährdende Auswirkungen. Für das Bild eines freiheitlichen Staates entstand eine sehr befremdliche Atmosphäre: Wissenschaftler, die vor der geplanten Injektion gewarnt, ihre negativen Folgen vorausgesagt und bis dahin hohes Ansehen genossen hatten, wurden plötzlich ausgegrenzt. Sie galten quasi als falsche Propheten oder Anhänger von Verschwörungstheorien. Andere Behandlungsmethoden als die geplante Masseninjektion wurden zurückgewiesen oder gar verboten, weil sie angeblich einer wissenschaftlichen Prüfung nicht standhielten.

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07. Juli 2026 Die Selbsttäuschung (IV).mp312.23 MB

Erinnern wir uns: Anstatt sich der eigenen Sündhaftigkeit und Schwäche bewußt zu sein und von Gott in seiner Barmherzigkeit und Gnade gestärkt zu werden, tritt ein Nebel in unser Leben. Das kann dazu führen, daß wir weder die Kraft noch den Willen haben, an der Wahrheit festzuhalten. Im schlimmsten Fall lassen wir uns dann sogar von unserer Umgebung und dem allgemeinen Zeitgeist täuschen. Wenn wir an weitere Sünden gegen das sechste Gebot denken – beispielsweise an den vorehelichen Verkehr oder die Selbstbefriedigung –, dann ist heutzutage leicht die Gefahr, diese zu bagatellisieren oder gar für »normale Gegebenheiten« zu halten.   Tragisch ist es, wenn in neuerer Zeit sogar in der Kirche die Dinge nicht mehr entsprechend der Heiligen Schrift und der authentischen Lehre eindeutig gelehrt und verkündet werden. In diesem Fall muß man leider davon ausgehen, daß der Geist der Täuschung auch in die Kirche eingezogen ist und jene, die für die Verwirrungen verantwortlich sind, in entsprechender Selbsttäuschung leben.   Dies wird beim Problem der gelebten Homosexualität sehr deutlich. Wie wir wissen, wird in manchen Staaten seit einiger Zeit versucht, die Homosexualität und andere Formen sexueller Betätigung zu fördern. Es geht so weit, daß es »homosexuelle Trauungen« gibt und daß solche »Paare« Kinder adoptieren können und vieles mehr. Inzwischen ist in manchen Ländern, besonders in ehemals christlich geprägten Ländern, eine Atmosphäre entstanden, in der die Rechte der Homosexuellen als eine Art Freiheitskampf betrachtet werden. Jede Äußerung, die das in Frage stellt, erfährt zunehmend eine gesellschaftliche Ächtung.   Nun erleben wir nicht selten, daß die Verantwortlichen der katholischen Kirche nicht mehr uneingeschränkt und in aller Deutlichkeit an der biblischen Wahrheit und somit an ihrer eigenen Lehre festhalten. Unter der Idee der »Integration aller Menschen in die Kirche« versäumt man es, homosexuell praktizierende Menschen dazu anzuleiten, ihre sexuellen Neigungen unter die Herrschaft Gottes zu stellen und entsprechend seiner Gebote zu leben. Seitens der Hierarchie sind sogar Bemühungen erkennbar, die praktizierte Homosexualität als legitime Form der sexuellen Betätigung anzusehen.   Das ist jedoch eine große Täuschung, denn die Heilige Schrift und die Lehre der Kirche sagen eindeutig, daß die homosexuelle Praxis nicht dem Willen Gottes entspricht. So richtig es ist, daß man Menschen mit solchen Neigungen in christlicher Liebe begegnen soll und sie weder verächtlich behandeln noch in abfälliger Weise über sie sprechen soll, so verheerend ist es jedoch, eine Praxis, die gegen Gottes Willen steht, zu relativieren oder gar zu rechtfertigen. Das wäre ein großes Unrecht gegen die Wahrheit und damit gegen Gott, sowie gegen den Menschen selbst, der in diesen Neigungen lebt.   Welche Verwirrung!   Das Thema wird morgen fortgesetzt.       Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:     zur Tageslesung: https://elijamission.net/gott-bleibt-sich-treu/#more-4283 zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/arbeiter-fuer-den-weinberg-4/#more-17864

7. Juli 2026   DIE GROSSEN TÄUSCHUNGEN   “Die Selbsttäuschung” (IV)     Wie sich die Selbsttäuschung auf das Erkennen und Einstehen für die Wahrheit auswirken kann.   Wie wir in den letzten drei Ansprachen gesehen haben, kann die Selbsttäuschung eine negative Auswirkung auf die Gabe der Unterscheidung der Geister im Allgemeinen haben. Schon im natürlichen Bereich merken wir, daß bei Menschen, die sich selbst überschätzen, ihre Schwächen übergehen, gewisse Begrenzungen nicht annehmen und sich darüber hinwegsetzen, insgesamt der Blick geschwächt ist oder sogar verlorengehen kann, Dinge richtig zu beurteilen. Sie sind durch ein falsches Bild von sich selbst geblendet.   Wenn eine gewisse Blindheit für die rechte Beurteilung der eigenen Person entstanden ist, wird es gleichzeitig schwerer, andere Personen im rechten Licht zu sehen, und Dinge und Umstände, die auf einen zukommen, mit nüchternem und klarem Blick einzuordnen.   Nochmals zur Erinnerung: Wir sind gerufen, uns selbst und auch alles, was uns begegnet, im Licht Gottes zu prüfen und entsprechend zu handeln. Das gilt auch für Ereignisse, die in der Welt geschehen. Im Folgenden möchte ich zwei Beispiele aufführen, die in großen Teilen der Welt selbstverständlich geworden sind oder gefördert werden, die aber vor Gott nicht bestehen können. Tragisch ist, daß die Kirche in ihrer Leitung die Gläubigen immer weniger stützt, den Verwirrungen, die in der Welt existieren, in rechter Weise zu begegnen, und stattdessen teilweise selbst zur Verwirrung beiträgt.   Schauen wir auf zwei Beispiele.   Als Katholiken wissen wir, daß die Ehe ein Sakrament ist. Eine neue Ehe kann nur eingegangen werden, wenn der Ehepartner verstorben ist oder die erste Ehe für ungültig erklärt wurde.   Abgesehen von unserer inneren Wahrnehmung wissen wir dies durch das Wort der Heiligen Schrift und durch die Lehre der Kirche. Das gibt uns klare Unterscheidungskriterien, und wir sind gerufen, im Glauben an ihnen festzuhalten. Schwierig wird es, wenn wir in einer Umgebung leben, die diese Wahrheit nicht erkannt hat oder nicht für verbindlich hält – neuerdings bis in katholische Kreise hinein. Das kann sogar die nähere Verwandtschaft oder Bekanntschaft betreffen.   Es bedarf nun großer Klarheit und Entschiedenheit, auch gegen Schwierigkeiten, Bedrängnisse und andere Meinungen am verbindlichen Glauben festzuhalten. Wenn wir jedoch in der Selbsttäuschung leben – und sei es auch nur partiell –, dann sind wir in der Integrität unserer Person geschwächt, denn das Licht der Wahrheit leuchtet nicht mehr richtig für uns auf. An seine Stelle tritt die Verblendung, welche die Person schwächt.

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06. Juli 2026 Die Selbsttäuschung (III).mp311.25 MB

Auch hier ist der Heilige Geist der Schlüssel. Ihm vertrauen wir unsere unbewußten Tiefen an, aus denen der Widerstand erwachsen kann – sei es noch mitbedingt durch Wunden oder auch einfach, weil wir uns innerlich weigern, uns so zu sehen, wie Gott uns sieht, und uns in eigenen illusionären Vorstellungen über uns eingerichtet haben.   Es ist klar, daß dies eine Entscheidung unsererseits erfordert. Wir müssen mit unserem Willen mit Gottes Hilfe alles ausräumen wollen, was einer erwachten und realistischen Beziehung zu unserem Vater im Weg steht. Wir können auch inmitten unserer Blindheit rufen, der Herr möge uns die Augen öffnen – allein schon deshalb, weil der Psalmist sagt: “Wer bemerkt seine eigenen Fehler? Sprich mich frei von Schuld, die mir nicht bewußt ist!” (Ps 19,13).   Wenn wir den Heiligen Geist aufrichtig bitten, dann wird dies von ihm beantwortet werden und er wird uns – je nach unserem Vermögen – behutsam aus der inneren Gefangenschaft herausführen und die Worte des Lebens in uns eindringen lassen, sofern wir dies wollen und zulassen.   Es ist mir bewußt, daß ich hier einen Bereich streife, der insgesamt wohl weniger bekannt ist, der aber in Bezug auf die Heilung und Befreiung des Menschen wichtig werden kann. Ich habe diesen Vorgang »Tiefenevangelisierung« genannt und werde ihn gerne ein anderes Mal vertiefen. Heute spreche ich ihn nur deshalb kurz an, weil es um ein Element geht, das die Selbsttäuschung negativ beeinflussen kann.   Wenn wir durch die Gnade Gottes im Heiligen Geist aus einer Selbsttäuschung herausgeführt werden, die auch nur partiell auftreten und in bestimmten Bereichen besonders wirksam werden kann, dann werden wir auch gegenüber Täuschungen aller Art von außen sehr wachsam. Jedes Abweichen von der Wahrheit, jede Relativierung vermögen wir im Heiligen Geist stärker zu erkennen, denn er hat uns die Augen geöffnet. Wir bekommen Augen, um besser zu sehen, und Ohren, um besser zu hören. So werden wir Täuschungen, Verstellungen und illusionäre Vorstellungen aller Art leichter identifizieren. Damit wird die Überwindung der Selbsttäuschung auch zu einem wichtigen Instrument der Unterscheidung der Geister. Wie wichtig dies ist, das werden uns einige Beispiele in den folgenden Ansprachen zeigen.      Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:     zur Tageslesung: https://elijamission.net/gottes-liebe-wirbt-um-uns-3/#more-9273 zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/wachstum-im-glauben-4/#more-17850

6. Juli 2026   DIE GROSSEN TÄUSCHUNGEN   “Die Selbsttäuschung” (III)     In Bezug auf die Selbsttäuschung haben wir darauf hingewiesen, daß es sich dabei durchaus um einen gefährlichen Zustand handelt, der auch anfällig machen kann für Täuschungen, die in der Welt und in der Kirche geschehen. Bevor ich morgen näher darauf eingehe, möchte ich zuvor erläutern, welche weiteren Umstände dazu führen können, daß eine Selbsttäuschung entsteht.   Es ist zu bedenken, daß manche Blindheit in Bezug auf die Selbsterkenntnis auch durch seelische Wunden mitbedingt ist. Wenn jemand beispielsweise in der Erziehung durch seinen Vater wegen jedem Fehler unverhältnismäßig streng zurechtgewiesen oder körperlich übermäßig gezüchtigt wurde, wird er sich schwerer tun, Gott als liebenden Vater zu erkennen, dem er sich vorbehaltlos öffnen kann, um seine Fehler und Sünden vor ihm zu bekennen. Es braucht dann einen Weg der inneren Heilung, denn die nicht verarbeiteten Wunden können im Unbewußten einen Widerstand gegen Gott als gütigen Vater hervorrufen. Dieser so wesentlichen Erkenntnis Gottes stehen Erfahrungen entgegen, die noch nicht genügend überwunden sind.   Es ist nicht ausgeschlossen, daß bei manchen Menschen durch negative Erfahrungen sogar der Zugang zum christlichen Glauben insgesamt erschwert wird und sie sich unter Umständen anderen religiösen Systemen leichter zuwenden. Nun ist aber die Erkenntnis unseres liebenden Vaters und ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihm ungemein wichtig, um sich von seinen negativen Neigungen, von den Dunkelheiten des Herzens und jeder Form von Selbstbesitz lösen und sie offen vor Gott bringen zu können. Auch ist es wichtig, Blockaden durch nicht geheilte Wunden zu überwinden.   Hier hilft es, Verletzungen im Gebet beharrlich zu Gott zu bringen mit der Bitte um den Heiligen Geist. Sich in die Liebe Christi versenken und die stille Gegenwart vor dem Allerheiligsten aufnehmen, welche die Seele wie eine Sonne erwärmt, das vermag diese Wunden zu lindern und sie mit der Zeit gar ganz zu heilen. Geschieht dies, dann werden die teilweise unbewußten Sperren weggeräumt und ein freier und offener Zugang zu Gott wird leichter ermöglicht. Dadurch wird auch der Weg freier, die eigenen Sünden und Verfehlungen Gott anzuvertrauen, und wir erwachen mehr zur Realität des Daseins. Hier ist es wichtig zu betonen, daß wir vielleicht mit unserem Verstand und vom Glauben her schon bejaht haben, daß ein liebender Vater über uns wacht und wir uns ihm ohne Zögern anvertrauen können. Aus der Tiefe kann jedoch ein noch nicht überwundener Widerstand erwachsen. Diese Dunkelheit gilt es, vom Licht Gottes berühren zu lassen.   Es ist möglich, daß wir diesen Widerstand gegen Gott bereits dunkel wahrnehmen, aber alles mehr wie »im Nebel« bleibt. Doch dies bewirkt weiterhin eine Sperre in uns, sodaß wir uns nicht in die rechte Beziehung der Liebe und des Vertrauens zu unserem Vater fallenlassen können!

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05. Juli 2026 Über die Selbsttäuschung (II).mp311.58 MB

“Die Heiligen aber, welche die Umkehr zu Gott bis in die Tiefe ihrer Seele vollzogen haben und sich dessen auch durchaus bewußt sind, geben in allem Gott die Ehre, weil sie wissen: Alles Gute, was sie an sich haben, ist ein Geschenk der göttlichen Güte, während ihre Schwächen und die Sünden ihres Lebens, ob sie groß oder gering sind, kennzeichnend dafür sind, was sie aus sich selbst sind und haben. Daher kann eine heilige Margarete Alacoque bekennen: »Von meiner Bosheit habe ich alles zu fürchten, von Deiner Güte habe ich alles zu hoffen«. Im Lichte dieser Erkenntnisse ist die Überwindung der weithin unbewußten Selbsttäuschung, welche das Fundament jeder Selbstgerechtigkeit ist, die Voraussetzung für ein fruchtbares Leben und Wirken.”   Um der Gefahr der Selbsttäuschung zu entgehen und sie zu überwinden, sind ein richtiges Gottesbild, demütige Selbsterkenntnis und die Überwindung der Menschenfurcht wesentlich.   In Bezug auf Gott kann man nicht oft genug betonen, daß wir uns ihm im vollsten Vertrauen und ohne Angst nähern können. Gott will und kann uns die widerlichsten Sünden vergeben, wenn wir sie ihm aufrichtig bekennen. Gewiß ist es schlimm, daß wir ihn durch unsere Sünden beleidigen und unsere Seele der Dunkelheit ausliefern. Davon soll nichts weggenommen werden. Doch Gottes Liebe ist weit größer, und gerade dies bewußt anzuerkennen, läßt uns Gott noch mehr lieben. Es gibt genug Stellen in der Heiligen Schrift, die uns bezeugen, daß Gott die Sünden hinter seinen Rücken wirft (vgl. Jes 38,17), daß er sich nicht mehr an sie erinnern will (Jes 43,25) und uns mit Liebe anschaut. Die Vergegenwärtigung dieser Liebe, die er uns in seinem Wort, im Sakrament und auf vielen anderen Wegen anbietet, soll uns helfen, unser Herz niemals vor Gott zu verschließen und uns seines Erbarmens sicher zu sein. Selbst Judas hätte nach seinem Verrat noch zu Jesus kommen können.   Was die Selbsterkenntnis betrifft, ist diese an zweiter Stelle wichtig. Hier wird das aktuell, was Pater Sladek angesprochen hat. Wenn keine wirkliche Selbsterkenntnis vorhanden ist, wenn man sich also nicht im Licht Gottes prüft und seine Schwächen, den Eigenwillen, den Stolz und all das, was im Herzen des Menschen an Dunkelheit vorhanden ist, nicht erkennt, dann lebt man zunehmend in der Selbsttäuschung. Das, was uns objektiv von Gott trennt, ist dann ins Unbewußte verschoben. Dort hält man es fest. Dies mag keine bewußte Entscheidung sein, doch der im Unbewußten wirkende Wille bewirkt dies. Es treten in der Folge Verhaltensweisen auf, die ein illusionäres (perfektes) Bild von der eigenen Person erzeugen. Es ist schwer, aus dieser Selbsttäuschung aufzuwachen. Gleichzeitig kostet es große Anstrengung, einem solchen künstlichen Bild von sich selbst zu entsprechen. Auch andere Menschen werden darunter zu leiden haben. Das Tragische ist, daß sich die Gottesbeziehung nicht organisch und liebend entfalten kann, weil der Zugang Gottes zum eigenen Herzen wie blockiert ist.   Es wäre noch die Menschenfurcht zu erwähnen, die uns ebenfalls hindern kann, uns so zu sehen, wie wir wirklich vor Gott sind, wenn wir vor anderen schon ein gewisses Bild von uns aufgebaut haben, das nicht einstürzen darf.   Morgen setzen wir das Thema fort.        Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:     zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/das-joch-jesu-3/#more-17933