Zeit-fuer-einen-Mutausbruch
Open in Telegram
Ich bin auf dem Jakobsweg 840 Km von Irun nach Santiago gelaufen, an die Algarve ausgewandert und biete Klangschalen Massagen und Retreats bei mir an
Show moreThe country is not specifiedThe category is not specified
218
Subscribers
No data24 hours
No data7 days
+330 days
Posts Archive
Voller Vorfreude (ich weiĂ, man darf nicht lĂŒgen, aber es klingt besser) heute meinen Flug nach Deutschland gebucht đ©ïž
Ich brauche eine Pause.
Seit zwei Tagen bin ich ungewöhnlich mĂŒde, und heute fĂŒhlt es sich wie eine anhaltende Erschöpfung an. Ich könnte den ganzen Tag weinen, so ausgelaugt bin ich â es fĂ€llt mir sogar schwer, wach zu bleiben.
Schreibt gern mal eure aktuelle Wahrnehmung der Energien.
Ola, bom Dia
Das Retreat-Zimmer fĂŒr die nĂ€chste Auszeit Woche ab Donnerstag ist hergerichtet âïž
Blogbeitrag
Santiagos Weisheit
Teil 1: Der Schamane im Dschungel und das Ende der Suche
Manche GesprÀche sind keine GesprÀche im klassischen Sinn.
Sie sind eher wie TĂŒren, die sich von innen öffnen.
Gestern teilte Santiago mit mir eine Geschichte, die ich unbedingt mit euch teilen möchte â eine Lebensweisheit, die aus dem Amazonas stammt.
Santiago erzĂ€hlte mir von einem Mann aus Kolumbien, der auf der Suche nach dem besten Schamanen war. Es war eine Reise, die tief in den Amazonas fĂŒhrte, an Orte, die von den meisten Menschen nie betreten werden. Der Mann hatte gehört, dass ein Schamane im Dschungel ĂŒber besonderes Wissen und auĂergewöhnliche KrĂ€fte verfĂŒgte, und so machte er sich auf den Weg, diesen Schamanen zu finden.
Er wanderte tagelang durch den dichten Amazonas-Regenwald, vorbei an mĂ€chtigen BĂ€umen, rauschenden FlĂŒssen und dem GerĂ€usch exotischer Tiere, die ihn auf seiner Reise begleiteten. Endlich, nach langem Marsch, traf er auf einen Schamanen. Er fragte ihn: âBist du der beste Schamane?â
Der Schamane, mit einem Blick, der die Weite des Waldes in sich trug, antwortete ruhig: âNein, der beste Schamane ist noch weiter im Dschungel, tiefer, wo die Tiere noch wilder und die Pflanzen noch geheimnisvoller sind."
Der Mann setzte seine Reise fort, immer tiefer in den Amazonas. Nach einer weiteren Tagreise stieĂ er auf einen weiteren Schamanen, der noch weiser und Ă€lter wirkte. Der Mann stellte die gleiche Frage: âBist du der beste Schamane?â
Der Schamane antwortete ruhig, fast schĂŒchtern: âNein, den besten Schamanen findest du noch weiter, noch tiefer im Dschungel.â
Wieder zog der Mann weiter, die Tage zogen sich dahin, der Regen wurde stĂ€rker, und der Dschungel immer dichter. SchlieĂlich, nach vielen Tagen der Reise, fand er den letzten Schamanen. Voller Hoffnung fragte er: âBist du der beste Schamane?â
Der Schamane, ein alter Mann mit Augen, die wie Sterne funkelten, schĂŒttelte den Kopf und sagte: âNein. Den besten Schamanen findest du nicht hier im Dschungel. Du findest ihn in der Stadt â dort, wo alles laut ist, wo Menschen sich verlieren, wo das Chaos regiert und wo es am schwersten ist, bei sich zu bleiben."
Der Mann war verwirrt. Er hatte eine lange Reise hinter sich, war erschöpft und doch fĂŒhlte er, dass diese Suche ihn nicht dorthin gebracht hatte, wo er es erwartet hatte. Und plötzlich verstand er: Die Richtung seiner Suche hatte sich umgekehrt. Nicht die Tiefe des Dschungels war das Ziel â sondern die RĂŒckkehr in die Welt, die er eigentlich verlassen wollte.
Meine Reflexion:
Diese Geschichte von Santiago hat mich tief bewegt. Sie erinnert mich daran, dass wir oft das AuĂergewöhnliche suchen, das Verborgene, das âReineâ â und dabei ĂŒbersehen, wo sich Erkenntnis wirklich bewĂ€hren muss: mitten im Leben.
Vielleicht ist die eigentliche Weisheit nicht dort zu finden, wo es still ist und alles sich zurĂŒckzieht, sondern dort, wo es laut wird, widersprĂŒchlich, fordernd. Dort, wo wir nicht aussteigen können, sondern bleiben mĂŒssen.
In den stillen Momenten hier in Portugal, inmitten der Natur, wirkt vieles klar. Doch die eigentliche Frage ist vielleicht: Bleibt diese Klarheit bestehen, wenn das Leben wieder unruhig wird?
Vielleicht ist genau das der Sinn dieser Geschichte: Nicht die Flucht in die Tiefe, sondern die RĂŒckkehr in das UnĂŒbersichtliche â und die FĂ€higkeit, dort nicht verloren zu gehen.
Wenn wir wirklich etwas ĂŒber uns selbst lernen wollen, dann vielleicht nicht nur im RĂŒckzug, sondern im Alltag, der uns stĂ€ndig herausfordert, bei uns zu bleiben.
Vielleicht ist die Weisheit nicht nur in den tiefsten Ecken des Dschungels zu finden, sondern auch in der gelebten Verbindung zwischen Körper und Geist, die wir in uns selbst aktivieren können. Doch wie genau, fragte ich mich, könnten wir diese Weisheit in uns erkennen?
https://youtu.be/vr6iYbRoe3E?is=DqDfxDpXpyb_pTyO
Eines der Lieder, welche wir gestern gesungen haben.
Teaser zur neuen Serie: "Santiagos Weisheit"
Gestern ist etwas passiert, das sich nicht einfach als âBegegnungâ beschreiben lĂ€sst.
Es war ein GesprĂ€ch â und doch hat es sich angefĂŒhlt wie ein ganzer innerer Weg.
Santiago saĂ neben mir. Und aus einem scheinbar normalen Austausch entstand etwas, das immer tiefer wurde â Schicht fĂŒr Schicht. Bis wir irgendwann nicht mehr nur gesprochen haben, sondern etwas gemeinsam betrachtet haben, das gröĂer war als Worte.
Aus genau diesem einen GesprÀch ist heute eine dreiteilige Serie entstanden, die ich zeitnah mit euch teilen werde:
"Teil 1: Der Schamane im Dschungel und das Ende der Suche"
Eine alte Geschichte, die die Idee von âSucheâ auflöst.
"Teil 2: Die Merkaba â Erinnerung an unseren inneren Lichtkörper"
Ein Symbol, das uns an etwas erinnert, das wir nie verloren haben.
"Teil 3: WirbelsĂ€ule & Herz â die Achsen des lebendigen Bewusstseins"
Ein Blick auf unseren Körper als energetisches Feld von Bewusstsein.
Drei Perspektiven.
Ein GesprÀch.
Ein Tag.
Und vielleicht am Ende nur eine einzige Erinnerung: dass vieles, wonach wir suchen, nicht gefunden werden muss.
Ich nehme dich mit hinein.
"Ambil" hingegen ist eine dunkle, dickflĂŒssige Paste aus Tabak. Sie wird in kleinen Mengen ebenfalls oral aufgenommen und gilt als TrĂ€ger der mĂ€nnlichen Energie â der Klarheit, der Ausrichtung, der Wahrheit. WĂ€hrend Mambe eher das Empfangende, Verbindende reprĂ€sentiert, steht Ambil fĂŒr das Fokussierte, Entscheidende.
Gemeinsam schaffen sie eine Balance zwischen weiblicher und mĂ€nnlicher Energie â zwischen FĂŒhlen und AusdrĂŒcken, zwischen Herz und Klarheit.
Und genau das war in unserem GesprĂ€ch spĂŒrbar.
Dann erzÀhlte Santiago mir eine Geschichte, die mich tief bewegt hat.
Von einem Freund. Einem HollĂ€nder, der nach Kolumbien kam. Die beiden hatten eine auĂergewöhnlich tiefe Verbindung. Er beschrieb ihn als den ersten Mann, dem er wirklich in die Augen schauen und sagen konnte: âIch liebe dich.â
Eines Abends schrieb ihm dieser Freund eine Nachricht. Santiago sah sie, war aber mĂŒde und antwortete nicht. Er ging schlafen.
Am nÀchsten Tag vergaà er es.
Doch in der darauffolgenden Nacht geschah etwas.
Er bekam starke Schmerzen im Herzbereich. So intensiv, dass sie ihm Angst machten. Er konnte sie nicht einordnen.
Am frĂŒhen Morgen klingelte sein Telefon. Die Nummer seines Freundes.
Eine Frau war am anderen Ende. Sie berichtete von einem Unfall.
Santiago fragte sofort: âEs geht ihm gut, oder?â
Stille.
Sein Freund war in der Nacht gestorben. Gegen ein Uhr.
Genau zu der Zeit, als die Schmerzen einsetzten.
Als er mir das erzĂ€hlte, liefen mir die TrĂ€nen ĂŒber das Gesicht.
Weil ich es fĂŒhlen konnte.
Weil ich glaube, dass es Verbindungen gibt, die ĂŒber das hinausgehen, was wir erklĂ€ren können.
Santiago erzÀhlte mir noch eine weitere Begegnung.
An meinem Lieblingsstrand â Praia do Monte ClĂ©rigo. Ein Ort, der fĂŒr mich eine ganz eigene Energie trĂ€gt.
Er lief dort an einem Mann vorbei, der ihm seltsam vertraut vorkam. SpĂ€ter traf er ihn wieder und sprach ihn an. Dabei fiel ihm ein Armband auf â ein typisches, handgeknĂŒpftes Band aus Kolumbien.
Der Mann erzÀhlte, er habe es von einem Schamanen.
Santiago fragte nach dem Namen.
Es war derselbe Schamane, bei dem er und sein verstorbener Freund gewesen waren.
Dann fragte er vorsichtig, ob der Mann zufÀllig seinen Freund gekannt hÀtte.
Die Antwort:
Nein â aber der Schamane hatte ihm viel von ihm erzĂ€hlt. Kurz zuvor war er verunglĂŒckt.
FĂŒr Santiago war klar, dass sein Freund sich auf diesem Weg noch einmal gezeigt hatte.
Und wÀhrend ich ihm zuhörte, wusste ich:
Ich glaube daran.
So wie ich auch daran glaube, dass mein Vater sich zwei Tage vor dem Tod meiner Mutter bei mir gemeldet hat â durch einen fremden Menschen, der mir plötzlich sein Lieblingslied schickte.
Was bleibt von diesem Tag?
Dankbarkeit.
FĂŒr Begegnungen, die man nicht planen kann.
FĂŒr Menschen, die zur richtigen Zeit auftauchen.
FĂŒr GesprĂ€che, die tiefer gehen als Worte.
Und fĂŒr dieses leise, aber klare GefĂŒhl:
Dass wir alle auf eine Weise miteinander verbunden sind, die wir vielleicht nicht immer verstehen â aber manchmal ganz deutlich spĂŒren.
Blogbeitrag (fĂŒr mich einer der schönsten, den ich bislang geschrieben habe)
Wenn Fremde zu Familie werden â ĂŒber Begegnungen, die keine ZufĂ€lle sind
Seit sechs Monaten lebe ich nun an der Algarve. Eine Zeit, in der ich noch einmal ganz neu gelernt habe, mit mir selbst zu sein. Allein sein nicht als Mangel zu sehen, sondern als Raum. Als Raum fĂŒr Ruhe, fĂŒr Wachstum, fĂŒr mich.
Und doch spĂŒre ich, wie sich gerade etwas verĂ€ndert.
Langsam kommen die Menschen.
Nicht viele. Aber die richtigen.
Vor ein paar Wochen war Charly aus England bei einer meiner Klangreisen. Am nĂ€chsten Tag trafen wir uns zufĂ€llig â oder eben nicht zufĂ€llig â wieder am Strand. Er erzĂ€hlte mir, dass er an diesem Tag einen starken inneren Impuls hatte, genau dorthin zu fahren. Und dann saĂ ich da.
Diese Begegnung war eine von diesen seltenen Momenten, in denen man sofort weiĂ: Hier muss nichts gespielt werden. Keine Masken. Kein ZurĂŒckhalten. Einfach sein.
Einige Zeit spĂ€ter schrieb mir Charly eine WhatsApp. Ob ich Lust hĂ€tte, am gestrigen Samstag zu einer Poolparty mit anschlieĂendem Singkreis zu kommen. Jeder bringt etwas Veganes mit, spĂ€ter wird gemeinsam gesungen.
Ich hatte keine Erwartungen. Ich hatte nichts vor. Also sagte ich zu.
Und manchmal sind genau diese spontanen Entscheidungen die, die alles verÀndern.
Es war heiĂ an diesem Tag, als ich vom Strand zu seinem Haus fuhr. Alles begann ruhig, fast unscheinbar. Doch im Laufe des Tages wurde mir klar, dass diese Einladung ein Geschenk war.
Ein Kreis aus Menschen aus Costa Rica, Kolumbien, Portugal, England, Holland und Deutschland entstand. Es wurde gesungen â auf Spanisch, Englisch, Portugiesisch. Vier Menschen hatten Gitarren und Ukulelen dabei, und die Lieder⊠sie hĂ€tten nicht schöner gewĂ€hlt sein können.
Und dann passierte etwas Magisches:
Ich verstand die Lieder.
Nicht mit dem Kopf. Sondern mit dem Herzen.
Kennst du das? Wenn Worte keine Rolle mehr spielen, weil die Energie dahinter alles sagt?
Am Ende des Abends waren diese Menschen keine Fremden mehr. Es fĂŒhlte sich an wie Familie. Eine tiefe, ehrliche Verbindung, die mich mitten ins Herz traf.
Ich wollte etwas zurĂŒckgeben. Also ging ich zu meinem Van, holte meinen Gong, meine Muschelrasseln und Koshi-Klangspiele â und schloss diesen besonderen Tag mit einer spontanen Klangreise ab.
Doch das eigentliche Geschenk begann schon frĂŒher.
Am Nachmittag setzte sich Santiago aus Kolumbien neben mich. Ein kurzer Blick, eine BegrĂŒĂung â und plötzlich waren wir mitten in einem GesprĂ€ch, das tiefer ging, als ich es erwartet hĂ€tte.
Ein GesprĂ€ch, das mich mehrfach zu TrĂ€nen rĂŒhrte.
Santiago.
Wie hĂ€tte er auch anders heiĂen können?
Meine eigene Reise, die mein Leben damals komplett verĂ€ndert hat, fĂŒhrte mich nach Santiago de Compostela. Und nun saĂ hier dieser Mensch neben mir, der mich auf eine ganz andere Weise berĂŒhren sollte.
Er erzĂ€hlte mir von seiner Frau, die er hier in Portugal kennengelernt hatte. Und davon, dass er ihr schon am zweiten Tag sagte, dass sie die Mutter seiner Kinder werden wĂŒrde. Nicht aus Leichtsinn â sondern aus einem tiefen inneren Wissen heraus.
Ohne Angst vor ihrer Reaktion. Ohne ZurĂŒckhaltung.
Einfach Wahrheit.
Unser GesprÀch wurde immer tiefer. Ehrlicher. Offener.
Wir lieĂen uns gegenseitig in unsere Seelen blicken.
Dabei hatte Santiago zwei kleine BehÀlter bei sich: Mambe und Ambil.
Beides sind traditionelle, spirituell genutzte Pflanzenzubereitungen aus indigenen Kulturen Kolumbiens.
"Mambe" ist ein feines, grĂŒnes Pulver aus gerösteten und gemahlenen Coca-BlĂ€ttern, oft gemischt mit Pflanzenasche. Es wird im Mund gehalten und steht sinnbildlich fĂŒr die Verbindung zur Erde, zur Gemeinschaft und zur klaren, herzlichen Kommunikation. Es hilft, Worte bewusster zu wĂ€hlen und GesprĂ€che auf einer tieferen Ebene zu fĂŒhren.
Diese Woche habe ich einen Beitrag geschrieben, in dem ich meine persönliche Wahrnehmung geteilt habe: FĂŒr mich wirkt das AuĂen im Moment wie leicht verschwommen, nicht ganz greifbar, nicht ganz scharf gestellt.
Ich nehme die gegenwÀrtigen Energien als herausfordernd wahr, beinahe wie eine dichte, bewegte Strömung, die alles ein wenig schwerer macht.
Ich spĂŒre ein starkes BedĂŒrfnis nach Ruhe, nach Schlaf, nach RĂŒckzug in das Leise. Und in meiner ganz eigenen inneren Wahrnehmung ist der Shift, auf den viele warten, bereits geschehen â oder er entfaltet sich gerade weiter, still und unaufhaltsam. Auch darĂŒber habe ich kĂŒrzlich geschrieben.
Das ist keine absolute Wahrheit, sondern nur das, was sich in mir zeigt und was ich gerade wahrnehme.
+1
Eine Frage, die ich mir im Vorfeld meiner Auswanderung selbst gestellt habe â und die mir auch immer wieder von auĂen begegnet: Wie ist es, alleine in ein fremdes Land zu gehen, ganz ohne Bekannte und Freunde?
Im Grunde ist es gar nicht so anders als in Deutschland. Man lernt Menschen kennen, kommt ins GesprĂ€ch, und wenn es passt, entstehen daraus neue Kontakte. So habe ich zum Beispiel Charlie aus England kennengelernt, der mich heute Nachmittag zu sich zu einer Poolparty mit Singkreis eingeladen hat. Jeder Gast bringt etwas fĂŒr ein gemischtes Buffet mit.
Ich habe mich fĂŒr einen frischen Tomaten-Avocado-Salat mit WalnĂŒssen und Koriander entschieden, dazu eine Galia-Melone und einen PfĂ€lzer Wermut.
Wenn die Welt heller wird â Gedanken ĂŒber Sehen, Wahrnehmung und innere Balance
Seit einiger Zeit beobachte ich etwas, das sich schwer greifen lĂ€sst â und doch sehr prĂ€sent ist: Meine Wahrnehmung hat sich verĂ€ndert. Genauer gesagt, meine Augen. Oder vielleicht sogar mehr als das.
Es begann ganz subtil. Momente, in denen ich das GefĂŒhl hatte, nicht mehr richtig scharf stellen zu können. Als wĂŒrde mein Blick nicht sofort âeinrastenâ. Dann kam etwas Neues dazu: Das AuĂen wirkte plötzlich heller, intensiver, fast grell. Meine Augen reagierten darauf, indem sie sich automatisch zusammenzogen â als wollten sie sich schĂŒtzen.
NatĂŒrlich liegt die naheliegendste ErklĂ€rung auf der physischen Ebene. Vielleicht hat sich meine Sehkraft einfach verĂ€ndert. Vielleicht ist es Zeit fĂŒr eine Brille.
Und dennoch.
Wenn man beginnt, bewusster zu leben, alte Strukturen hinter sich zu lassen und sich neuen Umfeldern zu öffnen, verĂ€ndert sich oft mehr als nur der Ă€uĂere Rahmen. Wahrnehmung wird feiner. Sensibler. Man beginnt, Dinge anders zu sehen â im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich habe mich gefragt: Was ist, wenn meine Augen nicht nur âschlechterâ sehen â sondern anders?
Es gibt die Idee, dass der Körper eine Sprache spricht. Dass Symptome Hinweise sein können. Keine Fehler â sondern Botschaften.
Was also, wenn die Augen uns etwas zeigen wollen?
Vielleicht geht es gar nicht darum, dass ich schlechter sehe.
Vielleicht geht es darum, wie ich sehe.
Gibt es Dinge, die ich bisher ĂŒbersehen habe?
Oder Dinge, die ich nicht mehr sehen möchte?
Oder öffnet sich gerade ein neuer Blickwinkel auf mein Leben?
Besonders spannend finde ich in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob unsere Augen nicht nur nach auĂen gerichtet sind â sondern auch eine Art Zugang (ein Portal) nach innen darstellen. Eine Verbindung zwischen Ă€uĂerer Welt und innerem Erleben.
Hinzu kommt, dass wir aktuell in einer Zeit leben, in der viele Menschen von intensiveren Wahrnehmungen berichten. Stichworte wie SonnenstĂŒrme oder VerĂ€nderungen in der Schumann-Resonanz tauchen immer hĂ€ufiger auf. Ob man diesen Themen nun wissenschaftlich oder eher intuitiv begegnet â sie laden zumindest dazu ein, die eigene Wahrnehmung bewusster zu hinterfragen.
Ein kleines, aber wiederkehrendes Detail begleitet mich ebenfalls: Ein leichtes Kratzen im linken Auge, als wĂ€re etwas darin â obwohl medizinisch nichts festgestellt wurde. Es kommt und geht. Nicht dramatisch, aber spĂŒrbar. Auch hier stellt sich die Frage: Reiner Zufall? Oder ein leiser Hinweis, genauer hinzuschauen?
Was ich fĂŒr mich mitnehme, ist weniger eine Antwort â sondern eine Haltung:
Neugier statt Bewertung.
Wahrnehmen statt sofort Einordnen.
Und die Bereitschaft, sowohl die körperliche als auch die feinere Ebene ernst zu nehmen.
Denn vielleicht liegt die Wahrheit â wie so oft â irgendwo dazwischen.
Und vielleicht ist genau das ein Teil dieser Reise:
Nicht nur neue Orte zu entdecken, sondern auch eine neue Art zu sehen.
Hast du vielleicht Àhnliche oder andere VerÀnderungen an Deinen Augen, an Deinem Sehen wahrgenommen?
âIch lasse los, was mich hĂ€lt, damit mich halten kann, was mich trĂ€gt.â
Vielleicht spĂŒrst du es auch gerade: Diese seltsame Dichte. Diese Momente, in denen deine bewĂ€hrten Strategien plötzlich im Sand verlaufen. Der Verstand rattert, zweifelt, will rĂŒckrudern und noch mehr Kontrolle erzwingen.
Wir versuchen so oft, die Energie mit aller Kraft zu halten, wie einen Ball, den wir unter Wasser drĂŒcken. Wir versuchen, âverlĂ€sslichâ zu sein, âseriösâ zu bleiben und die alten Lösungen auf neue Probleme zu werfen.
Aber die Wahrheit ist: Wir haben ganz einfach eine andere Frequenz als das, was wir bisher gelebt haben.
In dieser Zeit geht es um die radikale Erlaubnis, alles sein zu lassen. Nicht, weil wir aufgeben, sondern weil wir ES sind.
Wenn du aufhörst, dich an den Rettungsringen deiner alten IdentitĂ€t festzuklammern, passiert die Magie: Du merkst, dass das Wasser dich trĂ€gt. Dass der Fluss genau weiĂ, wohin er flieĂt, auch wenn dein Verstand die Karte nicht lesen kann.
Bist du bereit, dich fallen zu lassen? In das All-Ein-Sein, das dich schon immer gehalten hat, wĂ€hrend du noch geglaubt hast, dich selbst halten zu mĂŒssen.
Alles Liebe,
Priska
