Zeit-fuer-einen-Mutausbruch
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Ich bin auf dem Jakobsweg 840 Km von Irun nach Santiago gelaufen, an die Algarve ausgewandert und biete Klangschalen Massagen und Retreats bei mir an
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Es ist interessant, wie deutlich der Körper sprechen kann, wenn man beginnt, wirklich hinzuhören.
Seit ĂŒber einer Woche ist meine rechte KörperhĂ€lfte taub. Am Hinterkopf, im Nacken, ĂŒber die Schulter, die Brust bis in den Arm hinein ist es besonders prĂ€sent. Im Bein und FuĂ wird es etwas leiser â als wĂŒrde die IntensitĂ€t langsam abflachen, ohne ganz zu verschwinden. FrĂŒher hĂ€tte mich das sehr beunruhigt. Heute betrachte ich es eher wie eine Sprache, eine Kommunikation zwischen meinem Körper und mir.
Gestern habe ich mich ganz bewusst hingesetzt und innerlich das GesprĂ€ch gesucht. Mit meinem Körper. Ich habe ihm erlaubt, mĂŒde zu sein. Ihm gesagt, dass er ruhen darf. Dass ich da bin und auf ihn achte. Kein DrĂ€ngen mehr, kein Funktionieren mĂŒssen. Einfach ein EinverstĂ€ndnis.
Vielleicht beginnt Heilung genau dort.
SpĂ€ter bin ich noch einmal ins Hospiz gegangen. In den Garten. Dorthin, wo meine Mutter auf einer kleinen Schieferplatte verewigt ist, direkt neben dem Wasser. Es war kein schwerer Moment. Eher ein leises Hallo. Und ein ebenso leises TschĂŒss.
Ein AbschlieĂen, das sich nicht dramatisch anfĂŒhlt, sondern ruhig. Klar.
Die Sonne scheint ĂŒber Landau, die Vögel zwitschern. Alles wirkt leicht, fast unberĂŒhrt. Und gleichzeitig spĂŒre ich: Es ist nicht mehr meins. Und das ist okay.
Am Montag werde ich meinem Bruder begegnen. Auch hier fĂŒhlt es sich nach einem Abschied an. Als Kind habe ich zu ihm aufgeschaut. Er war groĂ, stark, irgendwie unantastbar. Heute sehe ich ihn anders. Ich verstehe mehr â warum er ist, wie er ist. Und trotzdem darf ich ehrlich sein: Er tut mir nicht gut.
In den letzten Jahren hatte ich oft das GefĂŒhl, dass ich mich selbst zurĂŒckstellen musste, um Raum fĂŒr ihn zu lassen. Dass ich â bewusst oder unbewusst â geopfert wurde, damit ein Gleichgewicht bestehen bleibt. Aber dieses Gleichgewicht hat mich Kraft gekostet.
Und ich möchte das nicht mehr.
Manchmal sind es keine groĂen Konflikte, sondern einfach unterschiedliche Frequenzen. Wir senden beide, aber wir empfangen uns nicht. Kein richtig oder falsch â nur ein Nicht-Zusammenpassen.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem Loslassen beginnt.
Am Dienstag geht es zurĂŒck nach Hause. Und mein Körper ist gerade mein ehrlichster Begleiter. Vor ein paar Tagen hatte ich einen Termin in der Osteopathie, und dort wurde mir etwas sehr klar: Mein System ist noch immer im Ăberlebensmodus.
Diese Erkenntnis wirkt nach.
Ich darf noch achtsamer werden. Mir Zeit geben. Mein Nervensystem regulieren, statt es weiter anzutreiben. Und vielleicht gehört genau dazu auch, Menschen gehen zu lassen, die mich immer wieder aus dieser Regulation herausziehen.
Es fĂŒhlt sich nicht wie Verlust an.
Eher wie ein leises Ordnen.
Ein ZurĂŒckkommen zu mir selbst.
Schlaflos in Deutschland â Eine glĂŒckliche FĂŒgung fĂŒr meine Unterkunft im Juni an der Algarve
Es war um 5 Uhr morgens, als ich plötzlich wach wurde und nicht mehr einschlafen konnte. Da ich noch keine Unterkunft fĂŒr den Juni an der Algarve habe, nutzte ich die Gelegenheit und stellte eine Anfrage in einer regionalen Gruppe. Bis ich um 9:30 Uhr wieder aufwachte, hatte ich bereits eine Nachricht erhalten. Die Schreiberin bot mir eine Wohnung an, die nur 300 Meter von meiner aktuellen Unterkunft entfernt ist. Fotos waren leider keine dabei, also fragte ich nach. Als sie mir die Bilder schickte, war es ein Volltreffer â genau mein Geschmack! Nun habe ich also ausgerechnet in Deutschland meine Unterkunft fĂŒr Juni an der Algarve gefunden.
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Heute endet ein einwöchiger Retreat mit drei Frauen. Es ist schön zu sehen, dass sie wertvolle EindrĂŒcke und Erfahrungen aus dieser Zeit mitnehmen können. Gemeinsam machen wir uns spĂ€ter auf den Weg zum Flughafen und fliegen mit derselben Maschine nach Baden-Baden.
Noch ein Abendspaziergang bevor Morgen mein Flug nach Deutschland geht.
Das erste Mal war ich als Hiking-Guide unterwegs â mit Gong und Vesper. Das Vesper trug ich in meinem Rucksack, der mich bereits ĂŒber 1100 Kilometer auf meinen beiden Jakobswegen begleitet hat.
Heute die Pastora (SchÀferin) gefragt, ob sie fotografiert werden darf.
Der Song den ich gestern bei der mystischen Stimmung beim sunset coastal walk gespielt habe.
https://youtu.be/wsl-KHGe4Kk?is=Df-IEz9HzLWAASTQ
Na, solche RĂŒckmeldungen machen doch Freude đđâïžđŽ
"Hi Andreas, I had the most amazing day at Fishermenâs trail. Thank you for recommending đ
All the best for you, it was inspiring meeting you.
If you have the song you played last night, Iâd love to receive it.
Say hi to the ladies and thank them for the time spend together."
Ilse, Belgium
Blogbeitrag
Wenn der Körper spricht, bevor wir es tun
Die rechte Seite meines Körpers ist seit drei Tagen weitestgehend taub. Pelzig. Wie abgeschnitten â und gleichzeitig ĂŒberdeutlich da.
Ich spĂŒre mich und spĂŒre mich nicht.
Der Körper hat eine eigene Sprache.
Leise, solange wir hinhören.
Deutlich, wenn wir uns ĂŒbergehen.
Und irgendwann unĂŒberhörbar.
Ich stehe kurz vor einem Flug nach Deutschland.
Ein Land, das einmal Zuhause war.
Oder vielleicht eine Version von mir, die dort gelebt hat.
Pflichten, Geschichten, alte Kapitel â sie liegen dort noch wie offene Briefe auf dem Tisch.
Und hier?
Hier ist die Algarve.
Weite. Licht. Ein anderes Atmen.
Ein Ort, an dem ich mich nicht erklÀren muss.
Vielleicht ist es kein Zufall, dass ausgerechnet jetzt meine rechte KörperhĂ€lfte âaussteigtâ.
Die rechte Seite â oft verbunden mit Handeln, mit Vorangehen, mit dem âTunâ in der Welt.
Mit Struktur, Pflicht, Richtung.
Und genau das steht an: funktionieren, reisen, zurĂŒckkehren, Erwartungen erfĂŒllen.
Und trotzdem:
Ich werde diesen Flug antreten.
Nicht, weil nichts in mir sich strÀubt.
Sondern obwohl es das tut.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Bewegung:
Nicht blind dem Widerstand folgen â aber ihn auch nicht mehr ĂŒbergehen.
Ich nehme ihn mit.
In den Flieger.
In die GesprÀche.
In alles, was dort auf mich wartet.
Nicht als Störfaktor,
sondern als Teil von mir, der gehört werden will.
Der Körper ist kein Gegner.
Er ist auch kein Zufall.
Er ist ein Kompass.
Und ein Kompass sagt nicht immer: âGeh nicht.â
Manchmal sagt er einfach:
âGeh bewusst.â
Ich gehe.
Aber nicht mehr wie frĂŒher.
Ich gehe mit einem feineren GespĂŒr dafĂŒr, wo meine Grenzen sind.
Wo ich mich verliere.
Und wo ich beginnen darf, mich selbst ernst zu nehmen.
Vielleicht ist das der eigentliche Unterschied:
Nicht der Ort, an dem ich bin â
sondern die Art, wie ich bei mir bleibe, egal wo ich hingehe.
Und vielleicht beginnt genau so ein neues Kapitel:
Nicht zwischen zwei LĂ€ndern,
sondern zwischen dem alten und dem ehrlicheren Ich.
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Gestern fand mein erster sunset coastal walk statt. Vier Teilnehmer und insgesamt eine sehr schöne Premiere und positive Reaktionen. Sunset war es nicht wirklich dafĂŒr aber eine magische, fast schon mystische AtmosphĂ€re.
Blogbeitrag
Santiagos Weisheit â Teil 2
Die Merkaba â und das, was sich nicht erklĂ€ren lĂ€sst
Manche Begegnungen bringen keine Antworten.
Sondern stellen die richtigen Fragen.
Die Geschichte, die Santiago mir erzĂ€hlt hat â von dem Mann, der immer tiefer in den Dschungel ging, nur um am Ende zu erkennen, dass die eigentliche Antwort nicht dort lag, wo er gesucht hat â wirkt noch immer nach.
Nicht laut.
Eher wie etwas, das im Hintergrund weiterarbeitet.
Und genau dieses âWeiter in mirâ tauchte wieder auf, als Santiago etwas zeigte, das auf den ersten Blick ganz anders wirkte â und doch aus derselben Tiefe zu kommen schien.
WÀhrend unseres GesprÀchs fiel mein Blick immer wieder auf seine Kette.
Ein geometrisches Symbol, ruhig, klar aufgebaut.
Die Merkaba.
Ich kannte dieses Zeichen. Zumindest dachte ich das.
Doch zwischen etwas âwissenâ und etwas wirklich verstehen liegt oft ein stiller Abstand.
Ich fragte ihn danach.
Nicht, weil ich eine ErklÀrung wollte.
Sondern weil ich spĂŒren wollte, was es fĂŒr ihn bedeutet.
Seine Antwort war einfach. Unaufgeregt.
Fast so, als wĂŒrde dieses Symbol keiner groĂen Worte bedĂŒrfen.
SpÀter habe ich begonnen, mich wieder bewusst damit zu beschÀftigen.
Die Merkaba wird hÀufig als Form der sogenannten heiligen Geometrie beschrieben.
Zwei ineinander verschrĂ€nkte Tetraeder â also zwei dreidimensionale Pyramidenformen.
Eine zeigt nach oben.
Eine nach unten.
Schon dieses Bild trÀgt etwas in sich, das sich nicht sofort intellektuell greifen lÀsst:
Zwei Richtungen.
Zwei Bewegungen.
Zwei Pole, die gleichzeitig existieren.
Oben und unten.
Geist und Materie.
Innen und AuĂen.
Nicht getrennt â sondern ineinander verschrĂ€nkt.
In manchen spirituellen Traditionen wird die Merkaba als ein energetisches Feld beschrieben, das den Menschen umgibt.
Ein Feld in Bewegung, dynamisch, nicht statisch.
Manchmal wird gesagt, dass dieses Feld durch innere Ausrichtung âaktiviertâ werden kann â durch Atem, PrĂ€senz oder Bewusstheit.
Und dass sich dadurch die Wahrnehmung verÀndert.
Nicht als Flucht aus der RealitÀt.
Sondern als Erweiterung dessen, was RealitĂ€t ĂŒberhaupt ist.
Ich merke, wie schnell solche Begriffe groà werden können.
Vielleicht zu groĂ.
Denn das, was wirklich in mir hÀngen geblieben ist, hatte nichts SpektakulÀres.
Kein Ereignis.
Keine plötzliche Erkenntnis.
Nur ein GefĂŒhl von innerer Ordnung.
Als wĂŒrde etwas in mir bereits in Bewegung sein, ohne dass ich es erzeugen muss.
Vielleicht ist die Merkaba kein Zustand, den man erreicht.
Sondern ein Bild fĂŒr etwas, das lĂ€ngst da ist â und sich nur zeigt, wenn man still genug wird, es wahrzunehmen.
Und vielleicht ist genau hier die Verbindung zu der Geschichte vom Dschungel wieder spĂŒrbar:
Dass wir oft glauben, wir mĂŒssten weiter hinaus.
Weiter suchen.
Weiter verstehen.
Bis wir irgendwann merken,
dass sich die Richtung nicht verlÀngert.
Sondern dreht.
ZurĂŒck nach innen
Hier werden wir vespern, dem Gong lauschen und den Sonnenuntergang verfolgen.
Am Montag findet mein erster sunset coastal walk in Arrifana statt. GefĂŒhrte Wanderung zu einem schönen Spot direkt am Meer mit Snack, Gong Aurareinigung und Sonnenuntergang ĂŒber dem Atlantik.
Blogbeitrag
Nur fĂŒnf Tage
Donnerstag bis Dienstag.
Nur fĂŒnf Tage.
Noch einmal zurĂŒck.
In mein Geburtsland.
In meine Heimatstadt.
In eine Wohnung, in der ich lange selbst wohnte.
In die Wohnung meiner verstorbenen Mutter.
Nur fĂŒnf Tage.
Und dennoch fĂŒhlt es sich nicht nach einem einfachen Weg an.
Noch einmal rĂŒckwĂ€rts blicken.
Und gleichzeitig die Sicherheit spĂŒren, dass ich heute genau dort bin, wo ich sein möchte.
Letzten Winter war ich schon einmal hier.
Sechs Monate.
Und ich bin mit TrĂ€nen in den Augen ânach Hauseâ gefahren.
In das falsche Zuhause.
Oder vielleicht besser gesagt: in das ehemalige Zuhause.
Ein Ort, der einmal meiner war.
Vertraut. Nah.
Und doch nicht mehr der Ort, an dem ich hingehöre.
Ich will nicht im Groll zurĂŒckblicken.
Und dennoch weià ich, dass sich etwas verÀndert hat.
Zuhause ist heute an einem anderen Ort.
In einem anderen Land.
Und gleichzeitig spĂŒre ich:
Zuhause ist kein Ort.
Etwas hat mich hierher gefĂŒhrt.
Und etwas hat mich auch weitergefĂŒhrt.
Die Reisen der letzten Jahre waren mehr als nur Ortswechsel.
Sie waren Wege zu mir selbst.
Schritt fĂŒr Schritt.
Stadt fĂŒr Stadt.
Abschied fĂŒr Abschied.
Bis ich verstanden habe:
Zuhause bin ich.
Zuhause ist in mir.
Und vielleicht sind diese fĂŒnf Tage genau dafĂŒr da.
Noch einmal zurĂŒckzugehen, um wirklich loslassen zu können.
Ohne Groll.
Ohne Zweifel.
Nur mit dem leisen Wissen, dass ich lÀngst angekommen bin.
Blogbeitrag
Es fÀllt ab, was nicht zu uns gehört
Manchmal geschehen Dinge im Leben, die sich nicht logisch erklĂ€ren lassen â und vielleicht auch gar nicht erklĂ€rt werden mĂŒssen.
Mein Vater war schwer krank. Ein Hauttumor unter seinem rechten Auge, der spĂ€ter gestreut hat und schlieĂlich auch Metastasen im Gehirn verursachte. Unser VerhĂ€ltnis war nicht einfach. Und doch habe ich mich entschieden, ihn in seinen letzten Wochen zu begleiten. Da zu sein. Zu tragen, was zu tragen war â auch wenn es nicht immer leicht war.
Diese Rolle war nicht dankbar. Sie war fordernd, manchmal auch ĂŒberfordernd. Vieles davon habe ich einfach ausgehalten.
Ein Jahr nach seinem Tod, bei meinem ersten lÀngeren Aufenthalt an der Algarve, zeigte sich plötzlich etwas an genau der Stelle meines eigenen Körpers: unter meinem rechten Auge bildete sich ein Muttermal.
Ich habe das damals nicht ĂŒberbewertet, aber innerlich war da ein leiser Gedanke, der sich nicht ganz wegschieben lieĂ. SpĂ€ter habe ich im Rahmen einer Familienaufstellung das GefĂŒhl bekommen, dass es sich dabei nicht um mein âEigenesâ handelt. Eher um etwas, das in einem gröĂeren Zusammenhang steht â gebunden, nicht ganz zu mir gehörend.
Ein Jahr spÀter. Ich lebe mein Leben, die Sonne, das Meer, das Ankommen in einem neuen Land.
Und dann verÀnderte sich etwas.
Vor ein paar Tagen, am Strand, hat sich die Stelle plötzlich leicht geöffnet und war kurz blutunterlaufen. Nichts Dramatisches, aber sichtbar. Ich habe es wahrgenommen.
Am nÀchsten Morgen, im Bad, schaute ich in den Spiegel.
Die Stelle war weg.
Einfach verschwunden.
Keine groĂe Dramatisierung in mir. Kein BedĂŒrfnis, etwas âhineinzulesenâ. Und doch ein stilles GefĂŒhl von: etwas hat sich gelöst.
Ich erzĂ€hle das nicht, um eine Wahrheit zu verkĂŒnden. Nicht, um zu beweisen oder zu erklĂ€ren.
Eher als Moment.
Als Erinnerung daran, dass wir Dinge tragen, die nicht immer nur uns selbst gehören. Geschichten, Emotionen, Bindungen â manchmal ĂŒber Generationen hinweg.
Und dass es vielleicht Augenblicke gibt, in denen etwas davon einfach nicht mehr bleibt.
Nicht, weil wir es aktiv wegmachen.
Sondern weil es gegangen ist.
Und was bleibt, ist oft kein groĂes Wissen.
Eher ein leiseres GefĂŒhl von:
Es ist gut so.
Es darf weitergehen.
