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13. Juni 2026 Der Philipperbrief - Einleitung.mp3
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Viele seiner Worte gilt es, gründlich aufzunehmen, denn in ihnen spricht der Heilige Geist zu uns. So vertraue ich ihm meine Versuche an, sein Schreiben an die Philipper fruchtbar werden zu lassen.   Die Gemeinde in Philippi (Ostmazedonien, heute Griechenland) war die erste Gemeinde, die Paulus in Europa gründete. Mit ihr blieb er immer verbunden und ließ sich von ihr auch unterstützen. Diesen Brief schrieb er aus dem Gefängnis. Manche meinen, er habe ihn in Ephesus geschrieben, andere vermuten, er habe ihn während seiner Gefangenschaft in Rom verfaßt. Man nennt den Brief auch den »Brief der Freude«. Möge er in uns die Freude an Gott tiefer erwecken!   Nach der Einleitung schreibt Paulus:   “Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke, indem ich allezeit in allen meinen Gebeten für euch alle mit Freuden das Gebet verrichte, wegen der Gemeinschaft mit euch für das Evangelium Christi vom ersten Tage an bis jetzt. Ich hoffe eben dies mit Zuversicht, daß der, welcher in euch das gute Werk angefangen hat, es auch vollenden wird, bis auf den Tag Christi Jesu; wie es denn billig für mich ist, solches für euch alle zu denken, weil ich euch im Herzen trage, die ihr sowohl in meinen Banden wie bei der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums insgesamt Mitgenossen meiner Freude seid” (Phil 1,3–6)   Bereits in den ersten Zeilen des Briefes spricht er von der Freude, in der er das Gebet für die Gemeinde verrichtet. Offensichtlich ist ein herzliches Band im Herrn mit der ersten Gemeinde in Europa entstanden, das sich immer mehr verfestigte und auch erhalten blieb. Der Apostel denkt mit Dankbarkeit an seine geistlichen Kinder und sieht, was der Herr an ihnen vollbracht hat und wie sie auf die Einladung der Liebe geantwortet haben. Es ist die Hoffnung und Zuversicht des Paulus, daß es nicht nur bei dem ermutigenden Anfang bleibt, sondern der Heilige Geist das Werk auch vollenden wird. Das ist eine berechtigte Sorge, denn auf dem Weg der Nachfolge braucht es Ausdauer. Eine Flamme, die schnell lodert, kann leicht auch wieder verlöschen, wenn sie keine Nahrung findet, um sich in ein andauerndes Feuer der Liebe zu verwandeln.   Noch einmal versichert Paulus der Gemeinde seine Liebe und weist dann darauf hin, in welche Richtung sein Gebet zielt.   “Gott ist mein Zeuge, wie ich mich nach euch allen sehne in der innigsten Liebe Jesu Christi. Und zwar bete ich darum, daß eure Liebe mehr und mehr zunehme an Erkenntnis und in allem Verständnis.”  (Phil 1,8–9)   Wir sehen, daß Paulus mit seinen Gebeten das Richtige erbittet. Die Liebe muß wachsen und reifen. Sie darf nicht stehenbleiben oder gar erkalten. Dies geschieht durch treues Gebet, die Arbeit am eigenen Herzen, durch gute Werke, durch den würdigen Empfang der Sakramente und den innigen Austausch der Liebe mit dem Herrn. All das –zusammen mit der Verinnerlichung des Wortes Gottes – wird helfen, daß die Erkenntnis Christi wächst, die alles übersteigt.       Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo (Fest des Unbefleckten Herzens Mariens):     zur Tageslesung: https://elijamission.net/fest-des-unbefleckten-herzen-mariens/#more-11993 zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/das-herz-mariens-2/#more-14457
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13. Juni 2026   Biblische Betrachtungen Der Philipperbrief Einleitung (I)    Nach der Serie über die heilige Jeanne d’Arc, gefolgt von zwei Texten aus unserem Archiv der Schriftauslegungen, möchte ich mich gerne der Betrachtung eines weiteren Briefes aus dem Neuen Testament zuwenden. Es handelt sich um den Brief an die Gemeinde in Philippi. Er stammt vom heiligen Paulus, dem geliebten Apostel, dem wir, was die Ausbreitung des Evangeliums betrifft, so viel zu verdanken haben. Er war ein unermüdlicher Arbeiter im Weinberg seines Herrn und hat sogar mehr gearbeitet als die anderen Apostel, wie er selbst bezeugt (1 Kor 15,10).   Seit meiner Bekehrung hege ich eine große Zuneigung zu diesem heiligen Apostel. Es kommen viele Elemente zusammen, die mich an ihm tief beeindrucken und große Dankbarkeit erwecken. Zunächst ist es seine ungewöhnliche Bekehrung von einem Verfolger Christi zu einem Verkünder der Heilsbotschaft (Apg 9,1–9). Mich bewegt die Art und Weise, wie er sein Leben ganz unter den Gehorsam Christi stellte. Weiterhin ist er durch die Ausdauer, die er bei der Verkündigung des Evangeliums und im Aufbau der Gemeinden zeigt, ein großes Vorbild. Wir wissen aus seinem eigenen Mund, welche schweren Lasten er zu tragen hatte (2 Kor 11,23–27), und sind berührt, wie groß seine Liebe zum Herrn war, all dies zu ertragen und nicht aufzugeben.   Gewiß war es die Gnade Gottes, die ihn trug, aber sie fragt stets nach unserer Zustimmung, damit sich der Plan des Herrn entfalten kann. Mich hat auch berührt, daß er sich entschieden gegen den heiligen Petrus stellte, als dieser in Gefahr war, falsche Kompromisse einzugehen (Gal 2,11–14).   Was soll man noch alles aufzählen? Man kommt kaum an ein Ende, weil sich das Leben Christi in Paulus so reich widerspiegelt. Denken wir nur an seine theologischen Einsichten, die er uns vermittelt hat, damit wir das Heil in Christus besser verstehen (Apg 10,42–43), seine bewundernswerte Sicherheit, daß er in der Ewigkeit beim Herrn sein wird, und seine Liebe zu den Gemeinden, die ihn geneigt machte, lieber weiter auf der Erde zu verweilen, statt schon zum Herrn in die Ewigkeit aufzubrechen (Phil 1,23–25), sowie sein Martyrium …   Mächtig hat die Gnade Gottes in ihm gewirkt, sodaß die Kirche noch heute von seinen Schriften lebt und von der in ihnen enthaltenen Weisheit. Wenn wir das Loblied auf den Völkerapostel singen, dann preisen und ehren wir vor allem den, der ihn gesandt hat. Der heilige Paulus ist uns ein wunderbarer Apostel und Lehrer, ein Freund und Vorbild. Er legt uns in vielerlei Weise nahe, daß man um Jesu und seiner Berufung willen alles verlassen kann und nur noch für den Herrn lebt.
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12. Juni 2026 Die Liebe Jesu.mp3
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An diesem Fest sind wir eingeladen, besonders die Liebe Jesu zu betrachten: Einerseits im Sinne der ewigen »unerschaffenen Liebe«, in der er uns, mit dem Vater und dem Heiligen Geist, von Ewigkeit her liebt und beschlossen hat, zu unserem Heil Mensch zu werden. Andererseits in der »erschaffenen Liebe«, mit der er uns als Mensch so sehr geliebt hat, daß er für uns am Kreuz gestorben ist.   Diese Liebe begegnet uns ja jeden Tag auf verschiedensten Wegen, wenn wir sie zu entdecken vermögen.   Im heutigen Evangelium spricht der Herr besonders über seine Güte, mit der er die Menschen zu sich ruft, die unter den Lasten dieses Lebens zu leiden haben. In seinem Herzen finden sie Ruhe. Sein Herz ist der Ort, an dem sie ausruhen können, an dem sie zu Hause sind, wo sie Tröstung empfangen und wissen, daß sie nicht allein sind. Besonders schwer ist es, wenn man leidet und denkt, niemand könne das verstehen, oder wenn man befürchtet, nur noch eine Last für andere zu sein.   Der Herr versichert jedoch, daß sich das Joch für diejenigen, die zu ihm kommen, verwandelt und zu einem »sanften Joch Jesu« wird. Wenn der Herr auch nicht verspricht, daß damit alle Lasten des Lebens von uns genommen werden, so verwandelt sich doch alles durch die Liebe des Erlösers.   Diese Liebe lädt nun ein, wiedergeliebt zu werden, denn wir wissen ja, daß sich die Liebe erst dann ganz erfüllt, wenn sie beantwortet wird.   Leo XIII. drückte es so aus: “Das heiligste Herz ist Sinnbild und Abbild der unendlichen Liebe Jesu Christi, einer Liebe, die uns zur Gegenliebe treibt.” Dorthin sollen uns das Fest und die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu führen. Vielleicht ist es ein Geheimnis, das sich nur schlichten Seelen offenbart, wie der Herr es im heutigen Evangelium sagt. Wenn die Seele jedoch beginnt zu erahnen, daß Gott die Liebe ist, dann beginnt sie auch, in das Geheimnis der unendlichen Liebe einzudringen, die sie umgibt. Sie beginnt, die Liebe Gottes zu begreifen, die Liebe Jesu zu ihr.   Durch die Erfahrung der göttlichen Liebe und unsere Antwort darauf bekommt das Leben der Nachfolge Christi einen größeren Glanz, eine andere Leichtigkeit und Beschwingtheit. Das Schwere fällt zunehmend von uns ab. Der Weg des Glaubens wird nicht mehr nur als Verpflichtung, sondern als Einladung der Liebe betrachtet. Die Liebe verleiht Flügel!
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12. Juni 2026   “Die Liebe Jesu”   Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu     Mt 11,25-30   In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles gegeben worden; niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.   Heute stellt die Kirche uns besonders die Liebe des Erlösers vor Augen. Über eine Privatoffenbarung fand die Verehrung des Herzens Jesu den Weg in die Liturgie der Kirche. Zur heiligen Margareta Maria Alacoque hat Jesus gesagt: “Siehe, dieses Herz, das die Menschen so sehr geliebt hat!”   Und in der Tat kann nie genug betont werden, wie groß die Liebe Jesu zu seinem Vater und zu uns ist. Dieser Glaube soll uns durchdringen, damit sich uns das Wesen Gottes tiefer erschließen kann. Denn wir leben von der Liebe und durch die Liebe.   Das Herz Jesu hat sich uns ja bereits am Hochfest des Leibes und Blutes Christi offenbart, denn in der heiligen Eucharistie ist das Herz Jesu immer lebendig, immer bereit, den Hunger jener zu stillen, die nicht selten unter den Bedrängnissen des Lebens leiden und auf der Suche nach Frieden und Heilung sind. Gerade in der heiligen Eucharistie begegnet uns Jesus mit großer Sanftmut und lädt uns ein, in seiner Liebe zu verweilen.   Lehrmeister des geistlichen Lebens empfehlen uns, nach dem Empfang der heiligen Kommunion noch im stillen Gebet zu verweilen. So kann sich die empfangene Gnade der eucharistischen Gegenwart des Herrn tiefer in unser Herz einsenken und wir werden empfänglicher für die Liebe Jesu. Die Einladung zur heiligen Eucharistie gilt auf unserem Weg nicht als Stärkung für uns, die wir immer arm und bedürftig sind, sondern es ist das »Hochzeitsmahl des Lammes« (Apk 19,9), zu dem wir eingeladen sind, um bereits schon auf der Erde die Gegenwart Christi aufzunehmen und uns seiner Liebe zu versichern.
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11. Juni 2026 Dem Herrn treu bleiben.mp3
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In unseren Tagen sind wir besonders aufgerufen, der Kirche treu zu bleiben. Die Welt öffnet sich antichristlichen Einflüssen und die Gebote Gottes werden immer mehr mißachtet, manchmal sogar ins Gegenteil verkehrt. Dieser antichristliche Geist – Gott sei es geklagt – dringt immer mehr in unsere Kirche ein und versucht, sie von innen heraus zu schwächen, und wenn es möglich wäre, würde er sie am liebsten zerstören! Sehr subtil ist der Einfluß, wenn man ein geistig-religiöses Gebilde errichten will –menschengemacht und damit auch von dämonischen Kräften beeinflußt –, das kaum noch als unsere heilige katholische Kirche identifizierbar sein wird.   Für solch einen Wegabschnitt der Kirche ist die Treue besonders gefragt: Die Treue zum Herrn, zum Wort Gottes, zur authentischen Lehre und Praxis der Kirche. Suchen wir beständig das Gebet, die Vertiefung unserer Beziehung zur Gottesmutter Maria, den Weg der Heiligkeit und all das, was zu unserem Glauben als Katholiken gehört.   Ohne Zweifel befinden wir uns in einer Krisenzeit, in der sich unser Glaube bewähren muß. Es wird sich zeigen, ob er wirklich auf den Herrn selbst gegründet ist. Alles kann zusammenbrechen: “Himmel und Erde werden vergehen”, einen Trost in aller Wirrnis spricht der Herr uns jedoch zu: “Meine Worte werden nicht vergehen!” (Mt 24,35).
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11. Juni 2026   “Dem Herrn treu bleiben”   Fest des Heiligen Apostels Barnabas     Apg 11, 21b–26; 13, 1–3   In jenen Tagen wurden viele gläubig und bekehrten sich zum Herrn. Die Nachricht davon kam der Gemeinde von Jerusalem zu Ohren und sie schickten Bárnabas nach Antióchia. Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich im Herzen vorgenommen hatten. Denn er war ein trefflicher Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und von Glauben. So wurde für den Herrn viel Volk hinzugewonnen. Bárnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen. Er fand ihn und nahm ihn nach Antióchia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und lehrten eine große Zahl von Menschen. In Antióchia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen. In der Gemeinde von Antióchia gab es Propheten und Lehrer: Bárnabas und Símeon, genannt Niger, Lúcius von Kyréne, Mánaën, ein Jugendgefährte des Tetrárchen Heródes, und Saulus. Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Bárnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe! Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.   Wir tragen den Ehrennamen »Christen«, einen Namen, der unmittelbar aus dem Namen und Auftrag Jesu Christi hervorgeht, der unser Erlöser und Messias ist, einen Namen, “der größer ist als alle Namen” (Phil 2,9) und welcher der ganzen Welt bekanntgemacht werden soll. Dieser Name bezeugt die Erlösung, das große Geschenk Gottes an die Menschheit, die wir verkünden und in unserem Leben sichtbar machen sollen.   Hier in der Apostelgeschichte hören wir, wie in den Tagen der Verfolgung das Evangelium auch zu den Griechen kam, nachdem es zunächst nur den Juden verkündet worden war. Dort fand es gute Aufnahme: “Viele wurden gläubig und bekehrten sich zum Herrn.” Der Apostel Barnabas wurde nach Antiochia geschickt und konnte sich vom Wirken des Heiligen Geistes überzeugen. “Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich vorgenommen hatten.”   Dieses Wort ist uns ein Vermächtnis. Es geht nicht nur darum, den Herrn kennenzulernen, seine Gnade aufzunehmen und so die Früchte der Erlösung zu empfangen. Nein, wir sind gerufen, dem Herrn, dem überlieferten Glauben und der uns anvertrauten Berufung treu zu bleiben. Das beste Vorbild darin ist uns Gott selbst, der uns in einer unerschütterlichen Treue seine Liebe erweist. Die ganze Überlieferung des Alten Testamentes berichtet uns über die Treue Gottes, die leider oft im Gegensatz zur Untreue des Menschen steht.
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Vieles im Leben der Jungfrau erinnert an unseren Herrn Jesus: Die ungerechten Anklagen der Pharisäer begegnen uns in den Anklagen des Tribunals, die öffentliche Kreuzigung und Demütigung des Herrn spiegelt sich im Akt der öffentlichen Verbrennung der Jungfrau auf dem Marktplatz in Rouen wider. Es gab nur eine kurze Zeit des öffentlichen Wirkens des Erlösers. Auch Jeanne hatte nur wenig Zeit für ihre Mission. Den Sohn Gottes, der Tote erweckte, Besessene befreite und Kranke heilte, beschuldigten damals ihm feindlich gesinnte religiöse Führer, dies mithilfe des Teufels getan zu haben. Und Jeanne? Wir wissen es und kennen ihre Geschichte.   Am 30. Mai, ihrem Todestag, begann ich diese Serie und schrieb in der ersten Betrachtung, daß man nach der Verbrennung Jeannes sogar ihr Herz in die Seine warf, damit nichts von ihr übrigbliebe. Ich fügte noch hinzu: Wer sich jedoch auf die Suche nach dem Herz der heiligen Jeanne d'Arc macht, wird es finden und sich an das Wort aus dem Hohelied erinnern:   "Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm! Stark wie der Tod ist die Liebe, die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt. Ihre Gluten sind Feuergluten, gewaltige Flammen. Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen; auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses, nur verachten würde man ihn.”  (Hld 8,6-7)   Wo finden wir das Herz der Heiligen, das unzerstörbar ist, weil es von der Liebe Gottes entflammt wurde? Selbst wenn man meinte, es physisch vernichten zu können, konnte dies nicht gelingen.   Das Herz der Jungfrau lebt in jenen, die Gott über alles lieben. Es lebt in jenen, die bereit sind, um seinetwillen alles zu verlassen. Es lebt in jenen, die nach der Gerechtigkeit Ausschau halten und sich von Ungerechtigkeit nicht einschüchtern lassen. Es lebt in jenen, die bereit sind, für die Wahrheit zu kämpfen. Es lebt in jenen, die ihre Mission auf der Erde vollbringen wollen und wieder aufstehen, wenn sie unterwegs schwach geworden sind. Es lebt in jenen, die bereit sind, für den Herrn in den Tod zu gehen. Es lebt in jenen, die wissen, daß alles von Gott kommt und sich der Armen erbarmen.   Es ist das Herz Gottes, das in ihnen schlägt. So haben sie ein Herz, das sich nicht mehr selbst gehört, sondern zum Tempel Gottes geworden ist.   So war unsere Jungfrau von Orléans, die, als sie in den Flammen starb, siebenmal den Namen unseres Erlösers ausrief.   Der Kantor Jean Roquier aus Rouen bezeugte von ihrem Tod:   Magister Jean Alespée, der damals Domherr von Rouen war, stand neben mir. Ich hörte ihn weinend sagen: “Wollte Gott, meine Seele wäre dort, wo ich glaube, daß die ihre ist.”   Diesem Wort des Domherrn schließe ich mich an und hoffe, daß sie in der Ewigkeit diejenigen in Empfang nehmen wird, in denen ihr Herz gebrannt hat!
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10. Juni 2026    ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC   »Abschließende Betrachtung« (XII)    Ich freue mich für und mit jedem, der den zwölf Betrachtungen über die heilige Jungfrau von Orléans gefolgt ist. Es ist nicht das erste Mal, daß ich darüber schreibe, und es wird – so Gott will - auch nicht das letzte Mal sein. Und in der Tat: Jedes Mal, wenn ich über sie schreibe, ist es wie neu. Das hängt damit zusammen, daß es sich bei der Jungfrau von Orléans um eine Gläubige handelt, die eine Mission Gottes durchführte. Diese kann man nie genug verstehen. Ich lade jeden ein, je nach Neigung, frühere Publikationen von mir anzuhören, beispielsweise den Vortrag: »Jeanne d'Arc und die heutige Situation«:  https://www.youtube.com/watch?v=MomWp9xSRow oder das Hörspiel, das zu ihrer Ehre entstanden ist: https://www.youtube.com/watch?v=62OMBIyvqRg   Aus der Überschrift dieser Serie »Zu Ehren der Heiligen Jeanne d'Arc« geht hervor, um was es mir ging. Ich wollte die »Pucelle« ehren, die den schrecklichen Tod der öffentlichen Verbrennung für ihre Mission erlitt. Leider wird das in der Darstellung ihrer Person oft wenig verstanden, und noch weniger, daß zuerst Gott die Ehre gebührt, der durch sie in die Geschichte Frankreichs eingriff und dieses Werk mit ihrer Hilfe vollbrachte. Wenn wir dies vergessen oder es zu sehr in den Hintergrund tritt, dann haben wir das Wesentliche nicht verstanden und wir bleiben in der Betrachtung der Ereignisse um Jeanne d'Arc im Menschlichen befangen.   Wenn man Jeanne jedoch zuhört, gewinnt man die richtige Sicht. Sie hat immer – bis in ihren Tod hinein – bezeugt, daß sie von Gott beauftragt wurde und alles, was sie tat, auf Geheiß Gottes geschah. Wie der Herr Jesus selbst, der davon sprach, daß er alles im Auftrag des Vaters getan hat, berief sich Jeanne auf Gott, der sie durch ihre Heiligen führte und den sie liebte.   Gerade die ungewöhnlichen Umstände ihres Erscheinens in der Geschichte Frankreichs erfragen von uns den Glauben! Gott kann in eine aussichtslose Situation, wie sie im damaligen Frankreich bestand, eingreifen und dies auf eine völlig unerwartete Weise tun. Das sollten wir auch in der gegenwärtigen Weltsituation nicht vergessen, die in so vielen Bereichen unheil und auch fremdbestimmt wirkt.   Wir haben gehört, mit welchen furchtbaren Anschuldigungen Jeanne in Rouen von ihren Richtern verurteilt wurde. Es gab fast nichts, was man nicht gegen sie verwendete, und eine teuflische Verdrehung ihrer Sendung wurde erkennbar. Man erschrickt, mit welcher Rücksichtslosigkeit dieser »Prozeß der Schande« durchgeführt wurde. Gott sei Dank hat sie auf Anraten ihrer Stimmen mutig gesprochen, sodaß wir wenigstens Protokolle der Sitzungen in Rouen haben. Das erlaubt uns, ein besseres Bild von der Person Jeannes zu gewinnen, da wir sie selbst hören können.
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09_Juni_2026_ZU_EHREN_DER_HEILIGEN_JEANNE_D’ARC_XI_Jeannes_größter.mp3
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Es war am 30. Mai auf dem Marktplatz von Rouen, als Jeanne d’Arc von der kirchlichen Autorität an den weltlichen Arm übergeben wurde. Dieser ließ das Todesurteil vollstrecken. Die Jungfrau von Orléans wurde als Hexe und Ketzerin verbrannt. Die Engländer hatten ihr Ziel erreicht und das Tribunal von Rouen hatte ihnen den Weg dafür bereitet. Und Jeanne d’Arc? Sie hatte ihren größten Sieg errungen. Nachdem sie ihre Mission der Befreiung Frankreichs physisch nicht bis zum Ende durchführen konnte, vollendete sie diese durch ein heiliges Martyrium. Durch ihren zwischenzeitlichen Widerruf fällt kein Schatten auf sie, denn sie hat nicht nur bereut, sondern sich auch erneut vor ihren Anklägern zur Wahrheit bekannt und somit ihren Widerruf für nichtig erklärt. Jetzt bezeugte sie die Wahrheit im klaren Wissen um das drohende Martyrium des Feuertodes, vor dem sie immer schon Angst gehabt hatte. Manches deutet darauf hin, daß sie zuvor vielleicht noch eine Zeitlang hoffte, befreit zu werden. Zudem deutete sie das von ihren Heiligen verkündete Martyrium als mit dem Leiden im Gefängnis verbunden. Doch jetzt wußte sie genau, was auf sie zukam. Das macht das Bekenntnis zur Wahrheit ihrer Mission noch wertvoller. Die Erfahrung ihrer Schwäche und Verwirrung angesichts des drohenden Todes wird sie in Demut gehalten und befähigt haben, sich noch mehr an Gott zu halten. So geschah es dann auch! Die Heiligen hatten ihr gesagt, daß sie durch einen großen Sieg befreit werde. Dieser Sieg stand jetzt vor ihr. Er führte durch das Feuer hindurch. So neigen wir uns vor einer Heiligen, die entscheidend dazu beitrug, daß sich das Geschick ihres geliebten Frankreichs änderte, und die bereit war, dafür ihr Leben zu geben. Gott hat sich durch ihr Leben und Sterben verherrlicht. Es entspricht der Ehre Gottes und der Heiligen, soweit die Gnade dazu geschenkt wird, zu versuchen, ihre Mission im rechten Licht aufleuchten zu lassen. Das war der Versuch meiner Darlegungen. Wenn wir die Heiligen ehren, dann ehren wir Gott, der sie befähigt hat, ihre Aufgabe auf der Erde zu erfüllen. Am 7. Juli 1456 wurde der schändliche Prozeß, der zur Verurteilung von Jeanne d’Arc geführt hatte, seitens der Kirche für ungültig erklärt. Am 16. Mai 1920 wurde sie von Papst Benedikt XV. heiliggesprochen. Nach der Einnahme von Bordeaux durch die Franzosen endete der Hundertjährige Krieg im Jahr 1453 praktisch. Es ist unbestritten, daß durch das Eingreifen der Heiligen die Wende zum späteren Sieg Frankreichs kam. Morgen werde ich die Serie zu Ehren der heiligen Jeanne d’Arc mit einer Nachbetrachtung beenden.
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9. Juni 2026    ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC    »Jeannes größter Sieg« (XI)     Was war geschehen mit der heldenhaften Jeanne d’Arc, die so viele Prüfungen bestanden und nie an ihrer Sendung gezweifelt hatte?   Denken wir an den heiligen Petrus. Hat dieser nicht immer wieder Jesus seine Liebe gezeigt? Hatte er nicht alles verlassen, um ihm nachzufolgen? Hatte er nicht gesagt, daß er für Jesus sterben wolle? Und was geschah dann? Wir wissen es. In der Stunde der Gefahr verleugnete er Jesus und bereute es dann bitterlich.   Wie war es bei Jeanne?   Einige Tage nach ihrem Widerruf kam Bischof Cauchon mit einigen Begleitern zu ihr ins Gefängnis.  Er fragte sie, ob sie seit Donnerstag, dem Tag ihres Widerrufs, ihre Stimmen gehört habe.   Jeanne bejahte und sagte: “Gott hat mir durch die heilige Katharina und die heilige Margaretha den großen Jammer meines Verrats wissen lassen, in den ich eingewilligt habe mit meiner Abschwörung. Von diesem Donnerstag hatten mir meine Stimmen angekündigt, was ich tun würde, und das habe ich auch an jenem Tag getan. Sie sagten mir auf dem Gerüst, auf dem ich stand, ich solle dem Prediger unerschrocken antworten. Aber ich nenne diesen Prediger einen falschen Prediger, denn er hat gesagt, ich hätte Dinge getan, die ich nicht begangen habe. Wenn ich sagen würde, Gott hätte mich nicht gesandt, so würde ich mich selbst verdammen. Es ist die Wahrheit, daß Gott mich geschickt hat. Meine Stimmen haben mir seither gesagt, daß ich eine große Schlechtigkeit begangen habe, als ich gestand, ich hätte nicht mit gutem Recht gehandelt. Es war aus Angst vor dem Feuer, daß ich das gesagt habe.”   Hier finden wir unsere Jeanne d’Arc wieder. Durch ihre Heiligen wird sie zur rechten Erkenntnis ihres Tuns geführt und sie bereut. Wie der heilige Petrus hatte auch sie aus Angst gehandelt.   Der Bischof will sie daran erinnern, daß sie auf dem Gerüst doch erklärt habe, lügnerisch geprahlt zu haben, daß ihr die Heiligen erschienen seien. Doch Jeanne war mit Hilfe ihrer Stimmen entschlossen, sich wieder entschieden zu ihrer Mission zu bekennen, und antwortete dem Bischof:   “Ich habe es nicht so verstanden. Ich habe nicht vermeint, meinen Erscheinungen, das heißt der heiligen Katharina und der heiligen Margaretha abzuschwören. Alles, was ich getan habe, geschah aus Angst vor dem Feuer. Was ich widerrufen habe, war gegen die Wahrheit. Ich will lieber meine Buße auf einmal tun und sterben, als noch länger die Leiden des Gefängnisses ertragen. Ich habe nie etwas gegen Gott oder den Glauben getan, obwohl Ihr mich gezwungen habt, zu widerrufen. Von dem, was in der Abschwörungsurkunde steht, habe ich nichts verstanden. Ich hatte nicht im Sinn, etwas zu widerrufen, außer wenn es Gott gefalle.”   Damit hatte Jeanne ihr Todesurteil gesprochen. Am folgenden Tag versammelte sich das Tribunal. Bischof Cauchon berichtete über das Geschehen und holte die Meinung der Anwesenden ein. Sie bezeichneten Jeanne als rückfällige Ketzerin, die den Tod verdient habe.
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