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| 2 | 24. Juni 2026 Das Zeugnis des Johannes.mp3 | 56 |
| 3 | Um sich gegen die Schwäche des Willens wehren zu können und den schlechten Neigungen nicht nachzugeben, ist es hilfreich, um die »zwei Freiheiten« zu wissen. Denn nicht immer muß es eine böse Absicht sein, daß wir das nicht umsetzen, was wir uns vorgenommen haben, wenn auch der heutige Text mehr jene in den Blick nimmt, die den Weisungen des Herrn gar nicht folgen wollen.
Worin bestehen die »zwei Freiheiten«? Bei der »ersten Freiheit« geht es darum, die richtige Entscheidung zu treffen. Ein Beispiel: Wir meiden bestimmte Internetseiten, weil sie uns sittlich gefährden können. Weil wir darum wissen, sperren wir aber auch die entsprechenden Seiten, um nicht in Versuchung zu geraten. Bei diesem Schritt aktivieren wir unsere »zweite Freiheit«, die unsere Grundentscheidung absichert.
Diese Lehre ist für unseren geistlichen Weg nicht ohne Bedeutung, denn wir sollten angesichts unserer Schwächen bewußt entsprechende Maßnahmen ergreifen, damit diese sich nicht durchsetzen, sondern bekämpft werden. Es gilt, die »innere Burg unserer Seele« zu schützen, das Leben der Gnade in uns zu bewahren und zur Entfaltung zu bringen.
Der kluge Mann hört auf die Stimme des Herrn und baut sein ganzes Vertrauen auf Gott. Er ist Tag für Tag darum bemüht, den Willen Gottes zu erkennen und zu erfüllen. Verfehlt er sich, dann bittet er um Vergebung, kehrt sofort wieder in die Einheit mit Gott zurück und lernt aus seinen Fehlern. Er bleibt nach Niederlagen in seinem geistlichen Bemühen nicht am Boden liegen, sondern wird von Gott wieder aufgerichtet, um seinen Weg weiterzugehen. Dieses Vertrauen sagt ihm, daß Gott ihn unendlich liebt und immer bereit ist, ihm in seiner Schwäche beizustehen und sein Bemühen um das Gute zu unterstützen. Deshalb baut er nicht auf seine eigene Stärke, sondern wird stark im Herrn.
Das Vertrauen in Gottes Güte hilft ihm, wenn Stürme in seinem Leben aufziehen und er von allen Seiten bekämpft wird. Er hat das Haus seines Lebens auf Gott gebaut; da steht es sicher! | 56 |
| 4 | 25. Juni 2026
“Das Haus auf das Vertrauen in Gott bauen“
Mt 7,21-29
Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes! Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört. Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der (göttliche) Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
Der Herr läßt uns nie im Unklaren, was er von uns möchte; heute stellt er uns vor Augen, daß es nicht ausreicht, allein seinen Namen anzurufen oder gar in seinem Namen Wunder zu tun. Es mag viele Menschen geben, die den Namen Jesu anrufen und auch ein emotionales Verhältnis zu Jesus haben, jedoch seine Weisungen nicht befolgen. Der Herr aber sagt: “Wer mich liebt, hält meine Gebote!“ (Joh 14,15). Glaube und Tun; das Bekenntnis zu Jesus und die entsprechenden Werke - das gehört zusammen. Ohne die Entscheidung, Gottes Gebote zu halten, kann sich das Gnadenleben nicht fruchtbar in uns entfalten und wir verfehlen den Weg.
Allerdings muß man sich auch davor hüten, den Schluß zu ziehen, daß nur die Werke zählen, das Bekenntnis zu Gott aber nicht so wichtig sei. Das wäre ein folgenschwerer Irrtum, denn unsere Werke sollen Gott verherrlichen und seinen Namen bekannt machen.
Wenn wir diese mahnenden Worte Jesu hören, dann erkennen wir die große Aufgabe, das Wort des Herrn so tief wie nur möglich in uns aufzunehmen, damit unser Wille sich ganz unter die Führung des Heiligen Geistes stellt. Dabei müssen wir uns der Schwäche unseres Willens bewußt sein. Sie ist ja eine Folge der Erbsünde. Deshalb braucht der Wille eine asketische Schulung, damit er uns in der Gnade Gottes besser dient und nicht ständig unserer Schwäche erliegt. Der Heilige Paulus macht uns darauf aufmerksam, daß in seinen Gliedern ein anderes Gesetz als in seiner Vernunft lebt, und nur der Herr ihn aus diesem gespaltenen Zustand erretten kann (Röm 7,23-25). | 46 |
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| 6 | 23. Juni 2026 Der schmale Weg.mp3 | 84 |
| 7 | Was würde geschehen, wenn jemand die Menschen darauf ansprechen würde, daß sie eigentlich nicht die heilige Kommunion empfangen können, wenn sie die Voraussetzungen dafür nicht erfüllen? Könnte es sein, daß sie sich dann gegen denjenigen wenden, der sie auf diesen Umstand aufmerksam macht?
Der Weg der Nachfolge Christi ist nicht breit und bequem, wie der Herr es sagt: “Das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal.” Wenn auch die Liebe Gottes unendlich groß ist, wenngleich sie alles versucht, um die Menschen zu erreichen und es ihnen so leicht wie möglich zu machen, so bleibt doch die Ernsthaftigkeit der Anforderungen an die Nachfolge bestehen: Der Ruf zur Umkehr bedeutet, sein Leben unter die Herrschaft Gottes zu stellen.
Eine wahrhaftige Erkenntnis Gottes führt immer dazu, seine Gebote zu halten und seinen Weisungen zu folgen. In seiner unendlichen Liebe wird Gott daran festhalten und dies nicht etwa verändern, weil die Menschen heute anders darüber denken.
Es ist gut, sich in der heutigen Zeit die klaren Worte Jesu immer wieder vor Augen zu stellen. Wir dürfen nicht glauben, die Barmherzigkeit Gottes sei so zu verstehen, daß sie jede Herausforderung aufheben würde, das Leben ändern zu müssen. Das wäre ein falsches Verständnis. Wenn wir die Gnade des Herrn erfahren haben, sind wir umso mehr angefragt, ihr zu entsprechen: “Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden” (Lk 12,48). Das ist die Konsequenz. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, mit dem empfangenen Gut verantwortlich umzugehen.
So könnten wir auch die Mahnung am Ende des heutigen Evangeliums verstehen. So sehr wir Gott und seiner Liebe auch vertrauen dürfen: Jede falsche Selbstsicherheit kann frevelhaft werden und uns in die Irre führen. Es gilt, wachsam zu sein, damit wir auf dem schmalen Weg bleiben, den der Herr uns führt. Er ist breit genug, daß viele Menschen auf ihm wandeln können, aber nicht so breit, daß auch jene, die Gottes Weisungen und Gebote mißachten, darauf Platz hätten! | 70 |
| 8 | 23. Juni 2026
“Der schmale Weg”
Mt 7,6.12-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen. Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten. Geht ein durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.
Was könnte unser Herr damit gemeint haben, daß wir das Heilige nicht den Hunden vorwerfen sollen? Mit den »Hunden« waren damals jene gemeint, die nicht zum Volk Israel gehörten. Wir erinnern uns alle an die Stelle im Evangelium, als der Herr mit der kanaanäischen Frau sprach und sagte: “Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen.” (Mt 15,26). Die herrliche Antwort der Frau kennen wir.
Was kann das Wort bedeuten, wenn wir es in den Kontext unserer heutigen Zeit übertragen?
Ich denke dabei an den Umgang mit der heiligen Eucharistie. Sie ist ja, zusammen mit den anderen Sakramenten, das große Gut der Kirche. In früheren Zeiten haben sich Katechumenen oder Konvertiten lange vorbereitet, um die heilige Kommunion zu empfangen. Auch wurde vor dem Kommunizieren ein längeres eucharistisches Fasten verlangt, was heute nur noch bei unseren orthodoxen Brüdern und Schwestern üblich ist. Die ganze Heilige Messe mit dem Empfang der heiligen Kommunion war in einen sakralen Raum eingebettet; man empfing in der katholischen Kirche die heilige Hostie kniend aus der Hand des Priesters und vieles mehr.
Vor allem war es wichtig, daß der Gläubige richtig vorbereitet war. Es war klar, daß man die heilige Kommunion nur im Stand der Gnade empfangen konnte, denn sie galt als das hohe Gut der Kirche, das nur Gläubige empfangen durften. Auch der Glaube an die reale Gegenwart Christi war eine selbstverständliche Voraussetzung für den Kommunionempfang, denn sonst hätte es sich ja nur um ein Gedächtnismahl gehandelt, wie es bei den Protestanten üblich ist.
Heute gibt es eine Tendenz, die Feier der Heiligen Eucharistie immer mehr aus dem sakralen Raum des Opfers Christi herauszulösen. Dadurch wird sie – zumindest in bestimmten Ländern – eher zu einem »gemeinsamen Erlebnis«, an dem alle teilhaben können, wie man es nicht selten z.B. bei einer Taufe oder einer Hochzeit sieht, bei der Menschen anwesend sind, die der Kirche eigentlich fernstehen. Je mehr aber die Heilige Messe ihres sakralen Charakters beraubt wird, desto leichter treten auch Menschen zum Empfang der heiligen Kommunion hinzu, die gar nicht dafür disponiert sind. | 62 |
| 9 | 没有文字... | 72 |
| 10 | 22. Juni 2026 Das Maß Gottes.mp3 | 99 |
| 11 | Ein einfaches Beispiel: Jemand stiehlt. Diese Handlung ist falsch und wir müssen sie auch als solche betrachten. Das Urteil wäre also: Es ist eine falsche Handlung. Wir wissen jedoch nicht die ganzen Umstände des Stehlens. Vielleicht stand nicht nur Habgier, sondern Not hinter der Tat. Vielleicht wurde der Dieb sogar genötigt, zu stehlen!
Deshalb sollten wir ihn mit unserem Urteil nicht für immer als einen Dieb festlegen. Vielleicht hat er ja sogar seinen Fehler schon erkannt und bereut.
Auch mit dem anderen Beispiel, welches im heutigen Evangelium genannt wird, müssen wir richtig umgehen, denn Jesus hat uns nicht angewiesen, die Fehler anderer grundsätzlich zu übersehen. Er hat uns den rechten Weg gezeigt, wie wir damit umgehen sollen. Es würde ja sogar gegen die Liebe und die Wahrheit verstoßen, wenn wir den Bruder in seinem Fehler belassen, obwohl wir die Möglichkeit hätten, ihn darauf aufmerksam zu machen. Wir sollen ja »Hüter unseres Bruders« sein (vgl. Gen 4,9).
Ich möchte dies an einem Beispiel aufzeigen: Unsere Hebamme Margaretha von der Gemeinschaft Agnus Dei hatte ein Beratungsgespräch mit einer Frau, die sich mit der Frage beschäftigte, ob sie abtreiben soll oder nicht. Nach einem langen Gespräch hat sie sich für das Kind entschieden und erzählte später, was das Entscheidende für sie war: Es war das Wort unserer Hebamme, daß sich ihre Entscheidung nach der Wahrheit richten müsse, und die Wahrheit wisse sie ja von ihrem christlichen Glauben her (die Betreffende hatte christliche Wurzeln) – nämlich, das Kind leben zu lassen. Infolgedessen müsse sie diese Entscheidung für ihr Kind auch gegen den Willen ihres Freundes treffen.
In der Folge konnte sie ein ganzes Ja zu ihrem Kind sprechen. Auch der Freund ist dieser Entscheidung gefolgt und sie freuten sich gemeinsam auf das Kind.
Der Kern der Aussage des Herrn im heutigen Evangelium ist, den Primat der Liebe geltend zu machen. Die Begegnung mit den anderen Menschen und mit unseren Brüdern und Schwestern soll von jenem Geist erfüllt sein, mit dem Gott uns begegnet. Um diesen Geist können wir ständig bitten und unser eigenes Herz reinigen lassen. Dann wird die rechte Haltung gegenüber den anderen Menschen in uns Raum gewinnen. | 71 |
| 12 | 22. Juni 2026
“Das Maß Gottes”
Mt 7,1-5
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge merkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Laß mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen- und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.
Sehr behutsam sollen wir, nach Jesu Worten, mit den Fehlern anderer Menschen umgehen. Der Herr kennt uns Menschen sehr gut und weiß um die Versuchung, die eigenen Fehler nicht wahrzunehmen, sie kleinzureden, zu relativieren, möglichst von ihnen nicht viel wissen zu wollen. Hingegen kann es leicht geschehen, daß wir die Fehler anderer Menschen zu unserem großen Anliegen machen und sehr aufmerksam auf sie sind. Es kann sogar geschehen, daß wir uns gerade über jene Fehler anderer Menschen besonders erregen, die unseren eigenen, mehr verborgenen und nicht offen vor uns liegenden Fehlern ähnlich oder gar identisch mit ihnen sind. So kann man sagen: Selbsterkenntnis schützt vor der Torheit, sich über andere Menschen zu erheben.
Mit dem Richten, besonders mit dem lieblosen Richten, ist gemeint, ein Urteil über den anderen Menschen zu sprechen, ihn zu verurteilen. Dies ist ein äußerst liebloser Akt, der aus einem unversöhnten Herzen kommt, einem Herzen, das in der Regel selbst noch nicht richtig die vergebende Liebe Gottes erfahren und verinnerlicht hat. Wäre das nämlich geschehen, und hätte man die rechte Selbsterkenntnis, dann könnte man gar nicht lieblos verurteilen. Man wüßte, wie Gott uns begegnet, und würde sich danach richten.
Das ist der Schlüssel für die Begegnung mit anderen Menschen und unser Maßstab. Nehmen wir ihn an, dann beginnen wir, mit dem Maß Gottes zu messen und nach seinem Maß zuzuteilen. Dann wird sich unser Richten immer an der Weise Gottes orientieren.
Hier muß man jedoch einen Unterschied ziehen: Selbstverständlich müssen wir beurteilen können, ob eine Handlung dem Maß Gottes entspricht oder nicht. Das Wort des Herrn darf nicht so verstanden werden, daß wir sozusagen alles zu akzeptieren haben, was andere Menschen tun. Wir müssen also klar unterscheiden zwischen der Handlung und der Person, die handelt. | 62 |
| 13 | In diesem Video betrachten wir das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das Jesus uns erzählt hat. Nachdem dieser alles verloren hat, bereut er und bricht nach Hause auf. Dort wird er von seinem liebenden Vater erwartet. Wir widmen dieses Video allen „verlorenen Söhnen und Töchtern” in dieser Welt. Sie sollen wissen, dass Gott, unser himmlischer Vater, auf sie wartet und sich nichts mehr wünscht, als dass sie zu ihm heimkehren!
https://youtu.be/bmpLVTB2sms | 69 |
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| 15 | 21. Juni 2026 Furchtlos im Herrn.mp3 | 91 |
| 16 | Gott erwartet dies von uns und befähigt uns auch dazu. Das bedeutet nicht, daß wir nicht klug mit dem uns anvertrauten Gut umgehen und vorsichtig sein sollten, sondern daß wir nicht aus Angst unseren Glauben verleugnen dürfen. Und das gilt nicht nur für jene Länder, in denen der Glaube offen verfolgt wird, sondern auch für die sog. freien Demokratien, in denen sich ebenfalls die Elemente der Verfolgung vermehren.
Sich zu Jesus bekennen bedeutet auch, die christlichen Werte und Überzeugungen aufrechtzuerhalten und sie auch zu bezeugen, wenn der Geist der Welt die Sünde nicht mehr Sünde nennt; wenn die Abtreibung als Menschenrecht proklamiert wird; wenn Lebensformen, die der Schöpfungsordnung entgegenstehen, mit der Ehe gleichgesetzt werden sollen; wenn die absurde Ideologie des Genderismus eingeführt wird und vieles mehr. Besonders eklatant wird es, wenn sogar die Kirche sich von diesem Geist der Welt infizieren läßt, der im Kern ein antichristlicher Geist ist.
Die Aufforderung, sich furchtlos zum Herrn zu bekennen, besteht für uns Christen immer. Der Herr wird sich dann zu uns bekennen und wird uns vor seinem Vater im Himmel nicht verleugnen müssen.
Jetzt ist wohl die Zeit gekommen, in besonderer Weise Zeugnis für den Herrn abzulegen, wenn beispielsweise in unserer Kirche die Tendenz besteht, alle Religionen als gleichwertig zu betrachten, und man sich dem Wunsch hingibt, mit ihnen gemeinsam den Frieden bauen zu können.
Hier sollte man sich an das Wort des Herrn erinnern:
“Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht!” (Joh 14,27)
Wahrer Friede kommt durch die Versöhnung mit Gott durch Jesus Christus. Deshalb dient man dem Frieden am meisten, wenn man das Evangelium in Wort und Tat verkündet. So hat Gott es vorgesehen. Das erfordert heute Furchtlosigkeit, denn der Geist dieser Welt, wo immer er wirksam wird, möchte das Zeugnis des Erlösers auslöschen, verwandeln, relativieren oder gar pervertieren. Dem gilt es in kluger Weise entgegenzutreten und Jesus als den einzigen Erlöser der Welt zu verkündigen und das Lob der Heiligsten Dreifaltigkeit zu singen.
In der von mir sehr geschätzten und von der Kirche anerkannten Botschaft von Gott Vater an Mutter Eugenia Ravasio heißt es in Bezug auf andere Religionen:
“Auch Ihr, die ihr keine andere Religion kennt als jene, die man euch seit eurer Geburt gelehrt hat und die nicht die wahre Religion ist: Öffnet auch ihr die Augen und erkennt: Hier ist euer Vater, der euch erschaffen hat und erlösen will. Zu euch komme ich, um euch die Wahrheit zu bringen und mit ihr das Heil.”
Als wahre Jünger des Herrn sind wir also gerufen, furchtlos den zu verkünden, der allein von sich sagen kann: “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich.” (Joh 14,6) | 81 |
| 17 | 21. Juni 2026
“Furchtlos im Herrn”
Mt 10,26-33
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.
Furchtlosigkeit ist eines der Kennzeichen für »Krieger des Lichtes«, die wir als Christen alle in dem uns aufgetragenen Kampf sein sollten. Furchtlosigkeit ist nicht etwa Leichtsinn, Optimismus oder Überzeugtsein von der eigenen Stärke, wie es bestimmte Helden verkörpern. Leichtsinn und Optimismus wissen die Situation oft nicht richtig einzuschätzen, erkennen die tatsächlichen Gefahren nicht oder blenden sie aus und sind von einem mehr oberflächlichen Lebensgefühl bestimmt. Die Furchtlosigkeit, von der Jesus spricht, bedeutet, ganz im Vertrauen auf Gott zu leben und in dem Wissen zu handeln, daß Gott alles in den Händen hält.
Das heutige Evangelium steht im Zusammenhang mit der Aussendung der Jünger, und Jesus weiß wohl, welche Gefahren, Ablehnungen, Verfolgungen und Leiden auf sie zukommen werden.
Die Mächte der Zerstörung und der Auflehnung tun ihr Werk zwar in der Regel mit großer Bosheit und wollen Schrecken um sich verbreiten, doch sind sie nicht allmächtig. Bei all ihrer Bosheit und Hinterlist werden sie letztlich in den Plan Gottes eingebunden, was sie aber in ihrer Verblendung nicht zu erkennen vermögen.
Die Furchtlosigkeit, die hier gemeint ist, resultiert aus dem Bewußtsein, von Gott getragen und gesandt zu sein, um eine wichtige Mission zu erfüllen. Das Wort muß verkündet werden, und wenn es “von den Dächern” verkündet wird! Auch wenn es unter Verfolgung und einer konkreten Ablehnung steht, muß es sich seinen Weg bahnen. Der vom Herrn gesandte Jünger steht unter dem besonderen Schutz Gottes und Gott wird stets gegenwärtig sein, wie auch immer alles ausgehen mag!
Deshalb werden wir aufgefordert, uns vor den Menschen zu Christus zu bekennen und nicht zurückzuschrecken, wenn uns Gleichgültigkeit oder Feindschaft entgegenkommen. | 68 |
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| 19 | 20. Juni 2026 Die Beendigung des Briefes.mp3 | 80 |
| 20 | Diese Freude soll auch die Gemeinde kennenlernen und immerzu in ihr leben. Mit dem Blick auf den Herrn und im großen Vertrauen, daß Gott alle Umstände zum Guten wenden und sich in allem verherrlichen wird, wird diese Freude Tag für Tag genährt! Es ist die Freude an Gott und in Gott.
Nachdem Paulus in seinem Brief noch persönliche Grüße eingeflochten hat, beendet er ihn mit hilfreichen Mahnungen.
In engem Zusammenhang mit der Freude steht die Aufforderung zur Sorglosigkeit. Die aus der vertrauten Beziehung mit Gott wachsende Sorglosigkeit wird zunehmend zu einem Quell der Freude, denn man entdeckt dabei immer stärker, wie sehr Gott um die Seinen besorgt ist. Aus der Dankbarkeit für die liebende Fürsorge des himmlischen Vaters erwächst eine innere Sicherheit des Lebens, welche die Seele mit Freude erfüllt. Das Leben erhält eine größere Leichtigkeit, die Seele konzentriert sich mehr auf das Wesentliche und der ganze innere Zustand wird gelöster. Damit einher geht das vertrauende Gebet zu Gott, durch das man ihm alles Innere und alle Lebensumstände darbringt. So zieht jener Friede in das Herz ein, der von Gott kommt, und der bleibt. Dieser Friede befähigt, wahren Frieden zu stiften, denn es ist jener Friede, den die Welt nicht geben kann (Joh 14,27). Es ist der Friede in Einheit mit Gott, der uns in ihm bewahrt.
Dann folgt die Mahnung, nach den Tugenden zu streben und die Werte im Leben zu entfalten, die Gott bezeugen, die für die Menschen Hinweise auf die Gegenwart Gottes sind und zudem heilsam werden können. Denn wen würde nicht die Güte eines anderen Menschen berühren, der wahrhaftig in seinem Wort und Wesen ist, liebenswert ist und bei dem man Lauterkeit erkennt?
Auch diese Weisungen des heiligen Paulus gewinnen noch mehr an Wert, wenn wir sie im Zusammenhang mit der ihm anvertrauten Mission sehen. Man kann es als Evangelisierung durch das Lebenszeugnis betrachten, wenn die Umstände es beispielsweise kaum erlauben, das Wort zu verkünden. Durch die verinnerlichten Werte unseres Glaubens kann Gott die Menschen auch auf diesem Weg berühren, wenn eine Verkündigung nicht mehr möglich ist.
Am Ende des Briefes erinnert der Apostel die Gemeinde noch einmal an sein Beispiel, dem man nachstreben soll, und verweist darauf, daß er im Herrn gelernt hat, mit jeder Situation zurechtzukommen. Wir können hier auch von einer Gelassenheit in Gott sprechen, die sich immer – auch in Bedrängnissen – von Gott getragen weiß.
Dieses Beispiel sollte nicht nur für die Gemeinde in Philippi gelten, denn das haben auch wir Jahrhunderte später noch genauso zu lernen. Aber die Briefe des Paulus sind uns ja – dem Herrn sei Dank! – überliefert worden. So gewinnt seine Lehre von damals aktuellen Bezug für jeden, der Jesus mit ganzem Herzen nachfolgen will. Wir haben nicht nur ein überliefertes Wort, sondern auch das Zeugnis eines heiligen Lebens des Völkerapostels, dem wir so viel zu verdanken haben!
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zur Tageslesung: https://elijamission.net/die-gnade-des-neuen-bundes/#more-9126
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/gottesliebe-und-sorglosigkeit-2/#more-14552 | 85 |
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