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| 2 | 15. Juli 2026 Alles ist in Gottes Plan eingefügt.mp3 | 37 |
| 3 | Im Auftreten des Königs von Assur zeigt Gott seinem Volk, daß sie selbst genauso handeln: Sie berauben Gott und treten den Bund mit Füßen, wie Lehm auf den Straßen.
Wer nicht auf die Weisungen Gottes hören will, muß durch Erfahrung lernen. Doch leider braucht man selbst dann oft noch einen Propheten, der einem die Dinge und Umstände von Gott her erklärt.
Aber das Handeln des Königs von Assur wird nicht etwa dadurch gerechtfertigt, daß er als »Knüppel Gottes« handelt. Auch er beraubt Gott, indem er die von Gott zugelassene Machtfülle sich selbst zuschreibt und sich somit selbst überhöht.
Jede Art von Hoffart hat die Erniedrigung zur Folge, wie es das gute deutsche Sprichwort ausdrückt: »Der Hochmut kommt vor dem Fall«. Auch wer als Zuchtrute in den Plan Gottes eingebunden ist, hat sich und sein Tun vor dem Herrn zu verantworten.
Diese Botschaft ist für uns in mancherlei Hinsicht wichtig. Zum einen sollten wir in unserem Leben der Nachfolge Christi realisieren, daß Gott alle Ereignisse und Umstände in seinen Plan integriert. Das gilt auch für die Machenschaften des Bösen, sei es durch Menschen oder durch den Teufel selbst. Die Pläne der Finsternis sind nicht autonom, auch wenn die Ausführenden der dunklen Pläne dies oft glauben. Sie stehen den Plänen Gottes nicht gleichberechtigt gegenüber, als ob der Ausgang noch offen wäre. Wenn wir also vom Krieg zwischen den Kindern des Lichtes und den Kindern der Finsternis sprechen, ist es wichtig, sich immer wieder klarzumachen, daß die Mächte der Finsternis durch den Kreuzestod des Herrn bereits besiegt sind. Dieser Sieg des Lammes bedarf jedoch noch der vollständigen Aktualisierung und Realisierung auf der Erde.
Es ist auch tröstlich zu wissen, daß alle, die in irgendeiner Weise Autorität ausüben, von Gott zur Rechenschaft gezogen werden. Auch wenn sie die Autorität bewußt im Namen Gottes ausüben und vom Herrn dazu beauftragt sind, bleiben sie doch dem Urteil Gottes unterworfen, in welcher Weise sie diese Autorität ausgeübt haben.
Schließlich ist es für unser eigenes Leben von Bedeutung, daß wir mit all den Gaben, die Gott uns schenkt, und mit den vielen Erweisen Seiner Güte als treue Verwalter umgehen. Wir sollten nichts für uns selbst mißbrauchen! Je mehr wir von Gott auch für andere Menschen in die Verantwortung gerufen sind, desto sorgfältiger müssen wir damit umgehen, daß unser Leben und alles, was wir empfangen, der Ehre Gottes dient. Und wir sollten all das möglichst nicht aus Furcht vor Konsequenzen, sondern aus Liebe zu dem tun, von dem alles Gute kommt. | 36 |
| 4 | 15. Juli 2026
“Alles ist in Gottes Plan eingefügt”
Jes 10,5-7.13-16
So spricht der Herr: Weh Assur, dem Stock meines Zorns! Es ist der Knüppel in meiner wütenden Hand. Gegen ein ruchloses Volk schicke ich ihn, auf die Nation, der ich zürne, lasse ich ihn los, damit er Beute erbeutet und raubt wie ein Räuber, sie zertritt wie den Staub auf den Straßen. Doch Assur stellt es sich nicht so vor, sein Herz plant es anders, es hat nur Vernichtung im Sinn, die Ausrottung nicht weniger Nationen! Wehe Assur, dem Stock meines Zorns! Der Knüppel in ihrer Hand, das ist meine Wut. Gegen eine gottlose Nation sende ich ihn und gegen das Volk meines Grimms entbiete ich ihn, um Beute zu erbeuten und Raub zu rauben, um es zu zertreten wie Lehm in den Gassen. Denn er hat gesagt: Das habe ich mit der Kraft meiner Hand und mit meiner Weisheit getan, denn ich bin klug. Und ich beseitige die Grenzen zwischen den Völkern, ihre Schätze plündere ich und stoße wie ein Held die Bewohner hinab. Gleich einem Vogelnest hat meine Hand nach dem Reichtum der Völker gelangt und wie man verlassene Eier sammelt, so habe ich die ganze Welt eingesammelt. Da war keiner, der mit den Flügeln schlug, keiner, der den Schnabel aufriß und piepste. Prahlt denn die Axt gegenüber dem, der mit ihr hackt, oder brüstet die Säge sich vor dem, der mit ihr sägt? Das wäre, wie wenn der Stock den Mann schwingt, der ihn hochhebt, oder wie wenn der Knüppel den hochhebt, der nicht aus Holz ist. Darum schickt Gott, der Herr der Heerscharen, gegen seine Fetten die Schwindsucht und statt seiner Pracht wird ein Brand brennen wie der Brand eines Feuers.
Heute schenkt uns die Tageslesung einen Einblick in das Handeln Gottes an seinem Volk und an seinen Feinden.
Um diese Passage richtig zu verstehen, braucht es zunächst die Erkenntnis, daß Gott sich immer um sein Volk kümmert und ständig bemüht ist, es auf den rechten Pfad zu führen. Aus vielen Zeugnissen der Heiligen Schrift wissen wir aber nur zu gut, daß das schon immer ein schwieriges Unterfangen war und auch heute noch ist.
Leicht irrte das Volk von den Weisungen des Herrn ab und geriet so auf die falsche Bahn. Wenn es aber nicht mehr auf die Weisung des Herrn hört, gerät es unter den Einfluß feindlicher Mächte, seien es geistige Mächte oder fremde Könige, die es angreifen, wie hier im Text. Gott steht jedoch den feindlichen Mächten nicht einfach mehr oder weniger hilflos gegenüber, sondern weiß sie in seine Pläne einzubinden.
So wird der König von Assur zur »Zuchtrute Israels« oder, wie es hier heißt, zum Knüppel, der nun unter der Zulassung Gottes Israel wegen seiner Vergehen heimsucht. Was tut er? Er kommt, “um Beute zu erbeuten und Raub zu rauben, um es zu zertreten wie Lehm in den Gassen”. Was will der Herr damit zeigen?
Israel begeht selbst Raub an Gott. Denn was ist es anderes als Raub, wenn man ein Gut anvertraut bekommt und es sich dann selbst aneignet! Denken wir an das Gleichnis von den Winzern (Mt 21,33–44). Der Besitzer des Weinbergs wird von denen beraubt, denen er ihn anvertraut hat. In diesem Fall sagt Jesus sogar voraus, daß sie auch den Sohn des Besitzers, den Erben, töten werden, und spricht damit über seinen eigenen Tod. | 35 |
| 5 | 没有文字... | 75 |
| 6 | 14_Juli_2026_Der_Heilige_Bonaventura_der_seraphische_Lehrer.mp3 | 74 |
| 7 | Der Heilige Bonaventura schenkt uns folgenden Text, der aus seinem Büchlein stammt: “Der Weg des Geistes zu Gott”:
“Christus ist der Weg und die Tür. Christus ist die Leiter, er ist das Gefährt, gleichsam der Gnadenthron auf der Bundeslade; er ist das Geheimnis, das seit ewigen Zeiten verborgen war (vgl. Kol 1,26).”
Der Heilige lädt uns ein, den Gekreuzigten “mit Glauben, Hoffnung, Liebe, Hingabe, Bewunderung und Freude, Wertschätzung, Lob und Jubel” anzuschauen und so den Übergang zum inneren Leben zu vollziehen.
Im mystischen Leben, also in der innerlichen Gotteserfahrung, ist nicht der menschliche Verstand der Führer, sondern der Heilige Geist, der das Feuer der Liebe in uns entzündet. Dieses Feuer soll uns “bis ins Mark hinein entflammen”.
“Fragst du, wie das geschieht, dann frage die Gnade, nicht die Lehre; die Sehnsucht, nicht den Verstand; das Stammeln des Gebetes, nicht das Studium der Lesung; den Bräutigam, nicht den Lehrer; Gott, nicht den Menschen; die Glut, nicht die Helligkeit; nicht das Licht, sondern das Feuer, das die Seele ganz entflammt und in ekstatischer Ergriffenheit und in glühenden Gemütsbewegungen zu Gott hinüberträgt. Dieses Feuer ist Gott selbst, der in Zion einen Feuerherd hat (Jes 31,9) (…). Kein Mensch kann Gott sehen und am Leben bleiben (Ex 33,20). Laßt uns also sterben und in das Dunkel hineingehen. Laßt uns den Sorgen, Begierden und Einbildungen Schweigen gebieten. Laßt uns mit dem gekreuzigten Christus aus dieser Welt zum Vater hinübergehen, auf daß er uns den Vater zeige und wir mit dem Apostel Philippus sagen können: ‘Das genügt uns’ (Joh 14,8).”
Beim Heiligen Bonaventura verbindet sich Gelehrsamkeit mit der Fähigkeit, zu führen und zu ordnen. Gespeist wird sein Leben von der innigsten Begegnung mit dem Gekreuzigten, der sein Herz durch den Heiligen Geist mit großer Liebe entflammte. Gesunde Mystik und Tätigkeiten ergänzen sich sehr gut, wie man es bei diesem gelehrten Heiligen wahrnehmen kann. Ein großer Dank an den Herrn für das Geschenk dieses Heiligen! Und an den Heiligen Bonaventura, daß er seinem Ruf gefolgt ist!
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zur Tageslesung: https://elijamission.net/202/4/2/
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/202/5/2/ | 73 |
| 8 | 14. Juli 2026
DAS LEBEN DER HEILIGEN
“Der Heilige Bonaventura - Der seraphische Lehrer”
(1221 bei Viterbo - 1274 in Lyon)
Eine der »Leuchten am kirchlichen Himmel«, wie die Heiligen auch bezeichnet werden, ist der Heilige Bonaventura. Im Alten Ritus wird sein Fest am 14. Juli gefeiert, im Neuen Ritus einen Tag später.
Er war ein Mann, der reiche Gaben des Verstandes und des Geistes besaß und diese ganz für das Reich Gottes einsetzte. Er wurde um 1221 in Bagnoregio bei Viterbo in Italien geboren und starb am 15. Juli 1274 in Lyon, Frankreich. Er war ein Schriftgelehrter, der wie die Sonne leuchtete (vgl. Mt 13,43). Aufgrund seiner glühenden Liebe zum Herrn nannte man ihn den »seraphischen Lehrer«.
Der Heilige Bonaventura wurde als Kind – so wird erzählt – von Gott durch den Segen des Heiligen Franziskus geheilt. Dieselbe Quelle berichtet, daß er seinen Namen ebenfalls von Franziskus bekommen hat. Die Mutter brachte das geheilte Kind zu dem sterbenden Franziskus, der ausrief: “Oh, buona ventura!” – oh, gute Fügung! Dies wurde später sein franziskanischer Ordensname – Bonaventura.
Dreh- und Angelpunkt seines Denkens und Glaubens ist das Wort Gottes als Quelle der Gotteserkenntnis, als Garten, in dem wir Nahrung finden, als das Herz Gottes, als Mund, Zunge und Griffel Gottes. Seiner Meinung nach sollte man jedoch darauf achten, nicht zu viel “philosophisches Wasser” in den“Wein der Heiligen Schrift” zu gießen. Papst Leo XIII. nannte den Heiligen Bonaventura den »Fürst aller Mystiker«.
Man könnte nun sehr viele Begebenheiten aus seinem reichen und fruchtbaren Leben aufzählen: wie er den Orden der Franziskaner führte, wie er Gregor X. als Papst vorschlug, der dann auch gewählt wurde, wie Papst Gregor ihn zum Kardinal und Bischof ernannte, wie er das zweite Konzil von Lyon vorbereitete und bis zu seinem Tod leitete, und vieles mehr.
Wir wollen uns jedoch mehr seinen geistlichen Einsichten widmen und etwas von seiner inneren Gotteserfahrung verkosten.
Es gibt ein wunderbares Wort des Heiligen Bonaventura über die Musik. Da die täglichen Betrachtungen immer durch die Gesänge von Harpa Dei bereichert werden und wir heute den vom Heiligen Bonaventura geschriebenen Hymnus zum Heiligsten Herzen Jesu hören, sei dieses Wort vorangestellt:
“Den Sterbenden ist die Musik verschwistert, sie ist der erste süße Laut vom fernen Jenseits, und die Muse des Gesangs ist die mystische Schwester, die zum Himmel zeigt.”
Hören wir einen Auszug des Textes dieses Hymnus:
“O Herz, Du Lade, deren Schrein die Tafeln des Gesetzes birgt.
Doch nicht der Knechtschaft, nein des Heils, der Huld und der Barmherzigkeit.
Die Liebe wollte, daß in Dir der Speerstoß eine Wunde riß;
so ehren fromm die Liebe wir, die sich in diesen Wunden birgt.
Wer liebt nicht den, der so geliebt; wer liebt ihn nicht, der uns erlöst?
Wer möcht' nicht wohnen immerdar in dieses Herzens heerem Zelt?”
Wie alle wahren Mystiker, war auch der Heilige Bonaventura in Liebe entflammt. Sie ist das Feuer, das in unseren Herzen brennt und alles verzehrt, was ihr im Weg steht.
In dieser Liebe vermögen wir “die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt.” (Eph 3,18–19) | 56 |
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| 10 | 13. Juli 2023 Gott gebührt der erste Platz.mp3 | 71 |
| 11 | Weil diese Grundentscheidung so wesentlich ist, kann es zu Spaltungen bis in die engsten Familienkreise hinein kommen. Nehmen wir als Beispiel die Abtreibung. Aus christlicher Sicht kann diese niemals gerechtfertigt werden. Wer den Geboten Gottes verbindlich folgt, kann eine solche Tat nicht befürworten und wird dem Druck, der evtl. von der eigenen Familie oder auch vom Staat ausgehen kann, mit Gottes Hilfe standhalten. Er wird das Leben des ungeborenen Kindes nicht preisgeben. Es ist aber möglich, daß schon in der engsten Verwandtschaft eine andere Sicht existiert und über diese Frage gar eine Feindschaft entsteht.
Diese Situation läßt sich leicht auf andere Bereiche übertragen, denn wer dem Herrn nachfolgt, wird nicht selten Überzeugungen haben, die denen entgegenstehen, die mehr von der Welt und ihrem Denken geprägt sind.
Die Feindschaft, von der Jesus spricht, ist also jene, die der Herr selbst erleben mußte: “Das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfaßt” (Joh 1,5). Mit Jesus kommt dieses Licht unmittelbar zu uns, denn er ist das Licht der Welt, und wer ihm nachfolgt, wandelt nicht in der Finsternis (vgl. Joh 8,12).
Wir sind immer gerufen, der Wahrheit zu folgen, auch wenn das von unserer Umwelt oder sogar von Menschen, die uns sehr nahestehen, nicht verstanden oder abgelehnt wird. Diese Situation kann im schlimmsten Fall im engsten Familienkreis auftreten und schwerwiegende Entscheidungen von uns fordern.
Doch ist Gott nichts vorzuziehen, und deshalb kann nichts die Stelle Gottes in unserem Leben beanspruchen oder gar einnehmen, ohne daß eine große geistliche Unordnung entstehen würde.
Die Nachfolge Christi spricht den ganzen Menschen an und möchte uns dorthin führen, daß wir den Herrn lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all unseren Gedanken (Mt 22,37). So lädt uns der Herr auch ein, aus Liebe zu ihm täglich das Kreuz zu tragen, welches auf unserem Weg liegt (vgl. Lk 9,23)! Es kann das Kreuz sein, daß wir um seinetwillen und um der Wahrheit willen liebgewonnene Menschen und vertraute Lebenssituationen zu verlassen haben, um seinem Ruf zu folgen. Es kann das Kreuz sein, um Jesu willen sogar Feindschaft von Menschen ertragen zu müssen, von denen wir uns das nie hätten vorstellen können.
Wenn wir ihm treu bleiben, wird Gott uns helfen, das Kreuz zu tragen. Wir werden sogar daran wachsen, unsere Liebe zu Jesus wird tiefer, und wir werden seine Liebe noch mehr empfangen können.
Das Wichtigste ist und bleibt, Gott den Platz in unserem Leben zukommen zu lassen, der ihm gebührt. Und das ist der erste Platz! | 71 |
| 12 | 13. Juli 2026
“Gott gebührt der erste Platz”
Mt 10,34-11,1
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – amen, ich sage euch: Er wird gewiß nicht um seinen Lohn kommen. Als Jesus die Unterweisung der zwölf Jünger beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen.
Immer wieder begegnen wir neuen Dimensionen des Herrn. Manche davon sind überraschend und im ersten Moment nicht leicht zu verstehen. Der heutige Text gehört zu einer solchen Dimension, denn wir sind gewohnt, den Herrn als denjenigen zu betrachten, der den wahren Frieden bringt. Das bleibt auch bestehen, denn der Herr ist der “Fürst des Friedens” (vgl. Jes 9,5) und bringt den Frieden mit Gott, den Frieden untereinander und auch den inneren Frieden.
Doch wahrer Friede ist nur unter der Bedingung der Wahrheit zu empfangen, sonst ist es ein falscher oder Scheinfriede, der jederzeit wieder gebrochen werden kann.
Unter diesem Aspekt sind die Worte des Herrn zu verstehen. Mit ihm und durch die Begegnung mit ihm kommt die entscheidende Stunde, ob sich der Mensch der Liebe und Wahrheit Gottes öffnet oder nicht. Öffnet er sich, so wird wahrer Friede bei ihm einziehen können. Tut er es nicht, dann kann er diese Qualität des Friedens, die nur Gott geben kann, nicht erlangen. | 69 |
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| 14 | 12_Juli_2026_Der_heilige_Johannes_Gualbertus_Stifter_des_Vallombrosaner.mp3 | 87 |
| 15 | Dem einen Wunder der Bekehrung unseres Heiligen folgte das Wunder, daß auch der Vater von seinem Zorn abließ und seinen Sohn den Weg ins Kloster gehen ließ.
Es ist das wunderbare Eingreifen Gottes in ein Leben, um es an sich zu ziehen, und oft geht von solchen Menschen ein großer Eifer aus, wie es ja auch beim Heiligen Paulus war.
»Weiterhin war sein Leben vom Eifer für die Ordensdisziplin bestimmt, die er in großer Bußfertigkeit vollzog. Als nach dem Tod des Abtes ein unwürdiger Abt die Leitung übernahm, zog sich der Heilige auf Rat des frommen Tenzo zurück und begab sich nach Camaldoli zum heiligen Romuald, der ihm riet, sich im einsamen Vallombrosa niederzulassen – dem Schattental –, wo er zwei treffliche Einsiedler finden werde. So geschah es; diese vier Männer lebten nun miteinander in solcher Vollkommenheit, daß mehrere Geistliche und Laien sich zu ihnen gesellten und den Bau eines Klosters notwendig machten. Zu diesem Zweck schenkte ihnen die Äbtissin von St. Hilarius Wiesen, Weinberge und Waldungen. Nach Vollendung des Baues wählten sie trotz seines Widerstrebens Gualbertus zu ihrem Abt und gelobten, die Regel des heiligen Benedikt nach ihrer ursprünglichen Strenge zu halten.
Der Ruf des heiligen Lebens der Mönche von Vallombrosa, deren Orden Papst Alexander II. im Jahr 1070 kirchlich bestätigt hatte, zog viele Bischöfe und Fürsten dahin. Die einen baten um Hilfe, verfallene Klöster nach ihren Grundsätzen neu zu beleben, die andern boten Güter an, neue zu gründen.
Gualbertos Eifer für die Ehre Gottes und für das Heil der Seelen kannte keine Ermüdung. In kurzem blühten zwölf neue Klöster, schon bestehende nahmen die Verbesserung an und traten der Kongregation bei, die unter Papst Innozenz III. über sechzig Klöster zählte und bis zum 17. Jahrhundert der Kirche zwölf Kardinäle, ungefähr vierzig Bischöfe, über hundert Schriftsteller und mehrere Heilige und Selige gab.«
Ein fruchtbares Leben ging zu Ende, und man kann Gott nur preisen für das, was durch die Umkehr eines Menschen möglich ist, der zudem noch Spitäler gründete. Auch als Abt blieb Johannes Gualbertus sehr einfach und lebte bis zu seinem Tod überzeugend die freiwillige Armut der Mönche.
»Das Volk pflegte zu sagen: Wenn man wissen wolle, wer Abt in Vallombrosa sei, so brauche man nur zu sehen, wer unter den dortigen Mönchen der demütigste, geduldigste und frömmste sei.«
Johannes Gualbertus starb am 12. Juli 1073, im Alter von 88 Jahren.
Papst Coelestin III. erhob ihn 1193 feierlich zur Ehre der Altäre.
(Quelle: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 523–525)
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zur Tageslesung: https://elijamission.net/das-wort-gottes-teil-1/#more-8499
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/das-wort-des-herrn-4/#more-17986 | 68 |
| 16 | 2. Juli 2026
DAS LEBEN DER HEILIGEN
Der heilige Johannes Gualbertus - Stifter des Vallombrosaner-Ordens
(† 12. Juli 1073)
Welch herrliche Blumen gibt es im Garten Gottes! Wenn man darunter das Leben der Heiligen versteht, das uns überliefert ist, kann man sie nicht genug bewundern. Die Kirche ist sehr reich an Heiligen, und jedes Leben und auch jeder Tod erzählen uns die Geschichte der Liebe Gottes zu seinen Kindern, die seine Wege gegangen sind.
Manche von ihnen taten das jedoch nicht von Anfang an. So war es auch beim heiligen Johannes Gualbertus.
»Im Jahre 985 zu Florenz geboren, stammte er aus adeligem Geschlecht und war von Jugend an zum Militärdienst bestimmt. Sein Vater war ein Kriegsmann. Er erzog den gar lebhaften Knaben in den schönen Wissenschaften und pflegte in ihm das kriegerische Selbst- und Ehrgefühl; aber von einer Anleitung zu Religiosität und christlicher Tugend wird nichts berichtet.«
Gualbertus war reich, kam aus vornehmem Stand und genoß das auch. Nichts deutete darauf hin, daß er später ein eifriger Ordensmann werden würde.
Doch der Herr wußte, wie er sein Herz erreichen konnte. Zwar war es ein trauriger Umstand, den der Herr aber für seine Pläne mit ihm in den Dienst genommen hat.
Hugo, sein einziger Bruder, wurde ermordet. Der Vater schwor Rache und beauftragte wohl den Sohn, den Mörder zu töten.
Folgendes wird überliefert:
»Es war gerade am heiligen Karfreitag, als der junge Edelmann Gualbertus dem lang aufgesuchten Mörder seines lieben Bruders Hugo, dem er nach Sitte der damaligen Zeit Blutrache geschworen, in einem Hohlwege bei Florenz begegnete. Zornentbrannt zückte er das Schwert gegen den Wehrlosen. Dieser, nicht imstande zu fliehen, kniete nieder, kreuzte die Arme über der Brust und flehte: “Um Jesu willen, der heute am Kreuz seinen Mördern verziehen, erbarme dich meiner. Wenn ich ein Mörder bin, wolle du es nicht auch werden. Wenn ich im Sturme der Leidenschaft unschuldiges Blut vergossen, so schone du in ruhiger Besonnenheit des Schuldigen und vergib dem Reumütigen.” Gualbertus fühlte sich wie gelähmt, so sehr hatte diese Bitte sein Herz erschüttert, und nachdem er eine Weile mit sich selbst gekämpft, warf er das Schwert fort, reichte dem Knienden die rechte Hand mit dem Ausruf: “Um was du am Karfreitag im Namen Jesu bittest, kann ich dir nicht abschlagen: möge Gott auch mir meine Sünden verzeihen!” Er umarmte und küßte ihn und eilte von dannen. Wunderbar im Gemüt aufgeregt kam er zur Klosterkirche St. Minias, schickte seinen Begleiter mit den Pferden heim, trat in die Kirche und kniete vor dem Bild des Gekreuzigten nieder zum Gebet. Als er sein tränenfeuchtes Auge zum heiligen Bild emporrichtete, schien der gekreuzigte Jesus voll Huld und Gnade das Haupt zu neigen und freundlich zu sagen: “Weil du verziehen hast, will auch Ich dir verzeihen.” «
Es war die große Wende in seinem Leben. Von nun an konnte er sein altes Leben nicht mehr fortsetzen. Er flehte den Abt an, ihn ins Kloster aufzunehmen. Dieser aber zögerte zunächst noch, erlaubte ihm aber, in weltlicher Kleidung am Nachtgottesdienst teilzunehmen.
Weiter wird berichtet:
»Als der Vater dies alles erfuhr, sprengte er voll Zorn ins Kloster und verlangte unter schweren Drohungen den Sohn zurück. Der Abt erzählte ihm ruhig das Vorgefallene, erklärte sich zu allem bereit und führte ihn zum Sohn. Dieser hatte inzwischen von der Ankunft des zürnenden Vaters gehört, sich selbst schnell die Haarlocken abgeschnitten, ein altes Ordenskleid angezogen, sich in die Kirche geflüchtet und erwartete vor dem Altare kniend die ihn Suchenden. Wie der Vater sein Kind in dem heiligen Kleide auf den Knien vor dem Altar sah, stürzten Tränen aus seinen Augen. Sprachlos bekämpfte er seine Gefühle, schritt auf ihn zu, streckte seine Hand aus und – segnete ihn zum Dienst Gottes.« | 61 |
| 17 | Es ist das wunderbare Eingreifen Gottes in ein Leben, um es an sich zu ziehen, und oft geht von solchen Menschen ein großer Eifer aus, wie es ja auch beim Heiligen Paulus war. | 1 |
| 18 | 12. Juli 2026
DAS LEBEN DER HEILIGEN
Der heilige Johannes Gualbertus - Stifter des Vallombrosaner-Ordens
(† 12. Juli 1073)
Welch herrliche Blumen gibt es im Garten Gottes! Wenn man darunter das Leben der Heiligen versteht, das uns überliefert ist, kann man sie nicht genug bewundern. Die Kirche ist sehr reich an Heiligen, und jedes Leben und auch jeder Tod erzählen uns die Geschichte der Liebe Gottes zu seinen Kindern, die seine Wege gegangen sind.
Manche von ihnen taten das jedoch nicht von Anfang an. So war es auch beim heiligen Johannes Gualbertus.
»Im Jahre 985 zu Florenz geboren, stammte er aus adeligem Geschlecht und war von Jugend an zum Militärdienst bestimmt. Sein Vater war ein Kriegsmann. Er erzog den gar lebhaften Knaben in den schönen Wissenschaften und pflegte in ihm das kriegerische Selbst- und Ehrgefühl; aber von einer Anleitung zu Religiosität und christlicher Tugend wird nichts berichtet.«
Gualbertus war reich, kam aus vornehmem Stand und genoß das auch. Nichts deutete darauf hin, daß er später ein eifriger Ordensmann werden würde.
Doch der Herr wußte, wie er sein Herz erreichen konnte. Zwar war es ein trauriger Umstand, den der Herr aber für seine Pläne mit ihm in den Dienst genommen hat.
Hugo, sein einziger Bruder, wurde ermordet. Der Vater schwor Rache und beauftragte wohl den Sohn, den Mörder zu töten.
Folgendes wird überliefert:
»Es war gerade am heiligen Karfreitag, als der junge Edelmann Gualbertus dem lang aufgesuchten Mörder seines lieben Bruders Hugo, dem er nach Sitte der damaligen Zeit Blutrache geschworen, in einem Hohlwege bei Florenz begegnete. Zornentbrannt zückte er das Schwert gegen den Wehrlosen. Dieser, nicht imstande zu fliehen, kniete nieder, kreuzte die Arme über der Brust und flehte: “Um Jesu willen, der heute am Kreuz seinen Mördern verziehen, erbarme dich meiner. Wenn ich ein Mörder bin, wolle du es nicht auch werden. Wenn ich im Sturme der Leidenschaft unschuldiges Blut vergossen, so schone du in ruhiger Besonnenheit des Schuldigen und vergib dem Reumütigen.” Gualbertus fühlte sich wie gelähmt, so sehr hatte diese Bitte sein Herz erschüttert, und nachdem er eine Weile mit sich selbst gekämpft, warf er das Schwert fort, reichte dem Knienden die rechte Hand mit dem Ausruf: “Um was du am Karfreitag im Namen Jesu bittest, kann ich dir nicht abschlagen: möge Gott auch mir meine Sünden verzeihen!” Er umarmte und küßte ihn und eilte von dannen. Wunderbar im Gemüt aufgeregt kam er zur Klosterkirche St. Minias, schickte seinen Begleiter mit den Pferden heim, trat in die Kirche und kniete vor dem Bild des Gekreuzigten nieder zum Gebet. Als er sein tränenfeuchtes Auge zum heiligen Bild emporrichtete, schien der gekreuzigte Jesus voll Huld und Gnade das Haupt zu neigen und freundlich zu sagen: “Weil du verziehen hast, will auch Ich dir verzeihen.” «
Es war die große Wende in seinem Leben. Von nun an konnte er sein altes Leben nicht mehr fortsetzen. Er flehte den Abt an, ihn ins Kloster aufzunehmen. Dieser aber zögerte zunächst noch, erlaubte ihm aber, in weltlicher Kleidung am Nachtgottesdienst teilzunehmen.
Weiter wird berichtet:
»Als der Vater dies alles erfuhr, sprengte er voll Zorn ins Kloster und verlangte unter schweren Drohungen den Sohn zurück. Der Abt erzählte ihm ruhig das Vorgefallene, erklärte sich zu allem bereit und führte ihn zum Sohn. Dieser hatte inzwischen von der Ankunft des zürnenden Vaters gehört, sich selbst schnell die Haarlocken abgeschnitten, ein altes Ordenskleid angezogen, sich in die Kirche geflüchtet und erwartete vor dem Altare kniend die ihn Suchenden. Wie der Vater sein Kind in dem heiligen Kleide auf den Knien vor dem Altar sah, stürzten Tränen aus seinen Augen. Sprachlos bekämpfte er seine Gefühle, schritt auf ihn zu, streckte seine Hand aus und – segnete ihn zum Dienst Gottes.«
Dem einen Wunder der Bekehrung unseres Heiligen folgte das Wunder, daß auch der Vater von seinem Zorn abließ und seinen Sohn den Weg ins Kloster gehen ließ. | 1 |
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| 20 | 11. Juli 2026 Sende Deine Propheten!.mp3 | 95 |
