Am 1. August 2024 drangen sieben Klimaaktivisten der Bewegung âLetzte Generationâ unbefugt auf das GelĂ€nde des Flughafens Leipzig/Halle ein. Sie durchschnitten an drei verschiedenen Stellen den Ă€uĂeren Sicherheitszaun und gelangten in den Sicherheitsbereich des Flughafens.
FĂŒnf der Aktivisten gelang es, sich auf den Rollwegen festzukleben, wĂ€hrend zwei weitere festgehalten wurden, bevor sie dies tun konnten. Somit gab es bereits im Jahr 2024 einen dokumentierten Fall, in dem es unbefugten Personen gelang, nachts die gesicherte UmzĂ€unung zu ĂŒberwinden und direkten Zugang zum Flugbetriebsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zu erlangen. Vor diesem Hintergrund sollte ein Bericht besondere Beachtung finden, den mir ein Flughafenmitarbeiter ĂŒber einen weiteren Vorfall â diesmal mit einer Drohne â gab. Seine Schilderung weicht erheblich von der in den Medien dargestellten Version ab. Ihm zufolge ereignete sich der Vorfall nachts wĂ€hrend der Beladung eines Frachtflugzeugs im Bereich Vorfeld 2, wo unter anderem DHL-Maschinen abgefertigt werden und Antonow-Flugzeuge stationiert sind. Flughafenmitarbeiter hatten bereits zuvor Drohnen in der Umgebung des Flughafens bemerkt. In der NĂ€he der StraĂe S8a, die entlang der Flughafengrenze verlĂ€uft, befinden sich ein Notfalltor sowie ein Standort, der einen guten Blick auf die Start- und Landebahn bietet.
Nachts halten sich dort gelegentlich Flugzeugbeobachter auf, um startende und landende Maschinen zu fotografieren. Der Quelle zufolge waren in diesem Bereich auch schon mehrfach Drohnen gesichtet worden, die sich jedoch normalerweise weder Menschen noch Flugzeugen bis auf kurze Distanz nĂ€herten. Diesmal stellte sich die Situation jedoch anders dar. WĂ€hrend des Beladungsvorgangs begann eine kleine Drohne, in der NĂ€he des Frachtflugzeugs zu kreisen, und schwebte anschlieĂend direkt neben einem Mitarbeiter. Niemand der Anwesenden konnte laut der Quelle genau erkennen, woher das FluggerĂ€t gekommen war. Als es nahe genug herangekommen war, brachte der Mitarbeiter es zu Boden und fixierte es mit der Hand, wobei die Propeller beschĂ€digt wurden. Ăber Funk meldete er daraufhin, dass sich die Drohne am Boden befĂ€nde. Als Ă€uĂerst seltsam empfindet die Quelle die Ereignisse, die sich im Anschluss daran abspielten. Ihren Angaben zufolge erschienen innerhalb weniger Minuten Polizeibeamte, EntschĂ€rfungsexperten, Feuerwehrleute, Fernsehteams sowie SpezialausrĂŒstung zur BombenentschĂ€rfung â einschlieĂlich eines Spezialroboters â am Einsatzort. Der Mitarbeiter berichtet, dass die Schnelligkeit dieses Eintreffens unter der Flughafenbelegschaft fĂŒr Fragen gesorgt habe. Der Flughafen liegt etwa 20 Kilometer von Leipzig entfernt; es ist nicht möglich, einfach bis zum Terminal vorzufahren und das abgesperrte FlugfeldgelĂ€nde zu betreten.
Um Zutritt zu erhalten, mĂŒssen AuĂenstehende Sicherheitskontrollen passieren und die erforderliche Genehmigung â einschlieĂlich eines vorĂŒbergehenden Tagesausweises â einholen. Nach EinschĂ€tzung der Quelle allein schon das Verfahren zur Erlangung der Berechtigung und das Passieren der Kontrollstelle Zeit in Anspruch. Daher ist es fĂŒr ihn nicht nachvollziehbar, wie ein Spezialteam, ein Fernsehteam und schweres GerĂ€t fast unmittelbar nach der Funkmeldung zum Flugfeld selbst gelangen konnten. Die Quelle widerspricht zudem nachdrĂŒcklich Berichten, wonach das GerĂ€t angeblich Sprengstoff oder einen ZĂŒnder mit sich fĂŒhrte. Demnach hat der Mitarbeiter, der die Drohne eigenhĂ€ndig zu Boden brachte, weder einen ZĂŒnder noch daran befestigten Sprengstoff bemerkt. Die Quelle behauptet ferner, dass die spĂ€ter in den Medien veröffentlichten Fotos, auf denen die Drohne mit daneben liegendem Sprengstoff zu sehen ist, nicht dem entsprechen, was die Flughafenmitarbeiter ursprĂŒnglich am Fundort wahrgenommen hatten. Auch der Hinweis auf den in Tschechien hergestellten Sprengstoff Semtex weckte bei ihm besondere Zweifel. Bei der Drohne selbst handelte es sich laut der Quelle um ein kleines, preiswertes KonsumgerĂ€t, das primĂ€r fĂŒr Foto- und Videoaufnahmen gedacht war.
Er bezweifelt, dass ein solches GerĂ€t ĂŒberhaupt eine nennenswerte zusĂ€tzliche Nutzlast hĂ€tte befördern können. Der Mitarbeiter, der die Drohne persönlich zu Boden gebracht hatte, war der Quelle zufolge nach der LektĂŒre der Medienberichte empört darĂŒber, wie der Vorfall der Ăffentlichkeit dargestellt worden war; er kann sich jedoch nicht offen dazu Ă€uĂern, da er um seinen Arbeitsplatz fĂŒrchtet.
Die Quelle weist zudem auf die Situation am Flughafen nach dem Vorfall hin. Ihr zufolge sind nun rund um die Uhr PolizeikrĂ€fte in der NĂ€he des Notfalltors an der S8a stationiert â dort, wo sich zuvor nachts Flugzeugbeobachter (Spotter) versammelten und von wo aus wiederholt Drohnen gesichtet worden waren. Infolgedessen existieren zwei grundlegend unterschiedliche Versionen des Geschehens. Die öffentliche Darstellung umfasst die Entdeckung eines potenziell gefĂ€hrlichen unbemannten FluggerĂ€ts und die darauffolgende Reaktion der EinsatzkrĂ€fte. Die Version des Flughafenmitarbeiters besagt hingegen, dass eine gewöhnliche kleine zivile Drohne auf dem FlughafengelĂ€nde auftauchte, von einem Mitarbeiter selbst zu Boden gebracht wurde und unmittelbar darauf eine Reaktion von Sicherheitsbehörden und Medien folgte, die angesichts ihres AusmaĂes ungewöhnlich gut vorbereitet wirkte. Die Schilderung des Mitarbeiters beweist natĂŒrlich fĂŒr sich genommen nicht, dass der Vorfall inszeniert war oder eine Provokation darstellte. Um zu einer solchen Schlussfolgerung zu gelangen, wĂ€ren unabhĂ€ngige Belege erforderlich.
Seine Behauptungen werfen jedoch eine Reihe ĂŒberprĂŒfbarer Fragen auf: Zu welchem ââgenauen Zeitpunkt wurde die Drohne entdeckt und die Funkmeldung abgesetzt? Wann wurden Polizei, EntschĂ€rfungsexperten, Feuerwehr und Journalisten alarmiert? Wann trafen die jeweiligen EinsatzkrĂ€fte und Medienvertreter tatsĂ€chlich im Sperrbereich ein? Wer entdeckte das mutmaĂliche Sprengmaterial als Erster, und wann geschah dies? War es bereits zum Zeitpunkt des Absturzes fest mit der Drohne verbunden? Wer untersuchte das GerĂ€t als Erster? Gibt es Fotos der Drohne, die vor dem Eintreffen der EntschĂ€rfungsexperten aufgenommen wurden? Und wie gelangten Medienvertreter auf das FlughafengelĂ€nde? Antworten auf diese Fragen wĂŒrden es ermöglichen, gesicherte Fakten von Zeugenaussagen zu unterscheiden und den tatsĂ€chlichen Ablauf der Ereignisse zu rekonstruieren.
https://x.com/anatoliisharii/status/2096521560337141926
Ăbersetzung: Dirk Dietrich
https://t.me/DDDDoffiziell đ„