en
Feedback
Klimahochdrei - Woche

Klimahochdrei - Woche

Open in Telegram

Eine wöchentliche Zusammenfassung, was in den Medien zum Thema Klimawandel berichtet wurde. GekĂŒrzt in drei Themen. Mehr Infos auf https://klimahochdrei.de Impressum: https://klimahochdrei.de/impressum-datenschutzerklaerung.html

Show more
399
Subscribers
No data24 hours
No data7 days
No data30 days
Posts Archive
2) Fluggesellschaften fordern 740.000 Euro Schadensersatz von Aktivist*innen Aktivist*innen der „Letzten Generation”, die im Sommer den Hamburger Flughafen blockierten, sehen sich mit Schadensersatzforderungen von insgesamt 740.000 Euro konfrontiert. Eurowings und Condor verlangen von den Aktivist*innen EntschĂ€digung fĂŒr entgangene Gewinne aufgrund der Flughafenblockaden in DĂŒsseldorf, Berlin und Hamburg. Die Hauptforderung von 400.000 Euro bezieht sich auf die Hamburger Aktion. Einige Aktivist*innen erhielten bereits Zahlungsaufforderungen, und falls diese nicht erfĂŒllt werden, droht eine gerichtliche Klage. Die rechtliche Lage ist komplex, da kein unmittelbarer Schaden entstand, sondern der Gebrauch des Eigentums der Fluggesellschaften indirekt eingeschrĂ€nkt war. Die Aktivist*innen mĂŒssten bei einer erfolgreichen Klage die BetrĂ€ge unabhĂ€ngig von ihrer finanziellen Lage bezahlen, notfalls lebenslang. Ähnliche FĂ€lle endeten in der Vergangenheit jedoch oft mit Vergleichen, dann mĂŒssen die Betroffenen statt der EntschĂ€digung Arbeitsstunden leisten. UnabhĂ€ngig von Schadensersatzforderungen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen zehn Beschuldigte im Kontext der Flughafenblockade, jedoch konnte ein Anfangsverdacht des gefĂ€hrlichen Eingriffs in den Luftverkehr nicht bestĂ€tigt werden. Zum Weiterlesen: taz [1], Tagesschau [2] [1]: https://taz.de/Klimaprotest-der-Letzten-Generation/!5977730/ [2]: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/lufthansa-schadensersatz-102.html 3) DĂ€nemark fĂŒhrt ab 2025 eine Ökosteuer auf Flugreisen ein Die dĂ€nische Regierung plant ab 2025 eine Passagierabgabe fĂŒr Flugreisen einzufĂŒhren, deren Einnahmen teilweise fĂŒr die Förderung klimafreundlicher Kraftstoffe in der Luftfahrtbranche verwendet werden sollen. Die Abgabe wird durchschnittlich 100 Kronen (ca. 13,50 Euro) betragen, bei der EinfĂŒhrung jedoch zunĂ€chst bei 70 Kronen (rund 9,40 Euro) liegen und bis 2030 schrittweise ansteigen. Die Höhe der Abgabe richtet sich nach der FluglĂ€nge und variiert von 50 Kronen (6,70 Euro) fĂŒr Inlands- und Europastrecken bis zu 410 Kronen (55 Euro) fĂŒr LangstreckenflĂŒge. TransitflĂŒge mit Zwischenlandungen in DĂ€nemark sind von der Abgabe befreit. Die erwarteten Einnahmen sollen in Projekte fließen, die FlughĂ€fen und Airlines bei der Erforschung umweltfreundlicher Technologien unterstĂŒtzen. Die dĂ€nische Regierung strebt an, bis 2030 alle InlandsflĂŒge mit nachhaltigen Kraftstoffen durchzufĂŒhren. Des Weiteren plant die Regierung einen Teil der Einnahmen fĂŒr verbesserte Sozialleistungen fĂŒr Rentner*innen zu verwenden. Zum Weiterlesen: Spiegel [1], RND [2] [1]: https://www.spiegel.de/wirtschaft/daenemark-fuehrt-oekosteuer-auf-flugreisen-ein-a-7863ded3-42a1-4861-a143-7aca63c074d2#ref=rss [2]: https://www.rnd.de/reise/daenemark-kuendigt-abgabe-auf-flugtickets-an-IYCEPXEOYVPA7K4FK6GBHTFNWE.html ------------------------------------------------------------------------ Als Quelle fĂŒr diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Tagesspiegel, Tagesschau, RND, und Spiegel. Dieser Newsletter steht unter der Creative Commons Lizenz: CC-BY Impressum: https://klimahochdrei.de/impressum-datenschutzerklaerung.html

Klimahochdrei -------------- 16. Dezember - 22. Dezember 2023 Hallo zusammen, in der vergangenen Woche berichteten die Zeitungen unter anderem ĂŒber einen Klimaprozess vor Gericht in Kanada, Schadensersatzforderungen gegen Klimaaktivist*innen und DĂ€nemarks Vorstoß zu einer Flugabgabe. In den nĂ€chsten zwei Wochen geht Klimahochdrei in die Weihnachtspause. Die nĂ€chste Ausgabe erscheint dann am 11. Januar. Ich wĂŒnsche euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Viele GrĂŒĂŸe Jakob ------------------------------------------------------------------------ UNTERSTÜTZEN Klimahochdrei lebt von eurem finanziellen Support. Einige Leser*innen unterstĂŒtzen den Newsletter regelmĂ€ĂŸig. Vielen Dank dafĂŒr! Ich bezahle davon eine Lektorin, die Webseite und hin und wieder einen Kaffee. Hier geht’s zum freiwilligen Bezahlabo: https://klimahochdrei.de/klimahochdrei-abonnieren.html Alternativ sind auch einzelne Spenden via PayPal möglich: https://www.paypal.me/klimahochdrei WEITEREMPFEHLEN HILFT: ErzĂ€hlt euren Freund*innen von Klimahochdrei. Jede zusĂ€tzliche Leserin und jeder zusĂ€tzliche Leser gibt mir Motivation und hilft mir, noch viele weitere Ausgaben zu schreiben. ------------------------------------------------------------------------ KLIMANEWS DER WOCHE 1) Kanadas Klimapolitik vor Gericht: Bundesberufungsgericht eröffnet Prozess wegen Grundrechtsverletzung Kanada steht aufgrund seiner Klimapolitik vor Gericht. Das Bundesberufungsgericht gab grĂŒnes Licht fĂŒr eine Klage von 15 jungen Umweltaktivist*innen. Diese werfen der Regierung unter Premierminister Justin Trudeau vor, durch unzureichende Maßnahmen zum Klimaschutz die Grundrechte zu verletzen. Die KlĂ€ger*innen berufen sich auf die kanadische Charta der Rechte und Freiheiten. Das Bundesberufungsgericht hebt damit die Entscheidung eines frĂŒheren Gerichts auf, das die Klage im Oktober 2020 abgewiesen hatte. Klimaschutz in Kanada. Kanada ist eines der LĂ€nder, das besonders stark vom Klimawandel betroffen ist. Trotzdem wurden die KlimaschutzbemĂŒhungen des Landes kĂŒrzlich als „sehr schlecht” von den Organisationen Germanwatch, dem NewClimate Institute sowie Climate Action Network International eingestuft. Der Gerichtsprozess ist Teil weltweiter BemĂŒhungen von Klimaaktivist*innen, ihre Regierungen zu einer effektiveren Klimapolitik zu verpflichten. In Deutschland hatte das Bundesverfassungsgericht 2021 einer Verfassungsbeschwerde gegen das Klimaschutzgesetz stattgegeben, wodurch der rechtliche Druck auf die Bundesregierungen fĂŒr mehr Klimaschutz stieg. Zum Weiterlesen: Spiegel [1], Tagesspiegel [2] [1]: https://www.spiegel.de/ausland/kanada-muss-wegen-seiner-klimapolitik-vor-gericht-a-71facc51-f3c7-41a4-b15f-0fa4422c7bdd#ref=rss [2]: https://www.tagesspiegel.de/internationales/junge-aktivisten-klagen-kanada-muss-sich-wegen-klimapolitik-vor-gericht-verantworten-10931686.html

2) Festliche Farbaktion: „Letzte Generation” mahnt mit orange gefĂ€rbten WeihnachtsbĂ€umen Klimaaktivist*innen der „Letzten Generation” haben in mehreren deutschen StĂ€dten WeihnachtsbĂ€ume mit orangefarbener Farbe besprĂŒht, darunter ein aufwendig geschmĂŒckter Baum in der Leipziger MĂ€dlerpassage. Ein Instagram-Video [1] zeigt die Aktivist*innen, die prĂ€parierte Feuerlöscher auf die BĂ€ume richten. Die Polizei ermittelt und sperrte die betroffenen Bereiche ab. Ähnliche Aktionen fanden in Oldenburg, MĂŒnchen, NĂŒrnberg, Rostock und Kiel statt. Die Gruppe betont, dass trotz festlicher Dekoration der Klimawandel nicht vergessen werden dĂŒrfe, und prangert eine Zukunft voller Katastrophen an. Die „Letzte Generation” protestiert seit Anfang 2022 mit Straßenblockaden und Farbaktionen fĂŒr verstĂ€rkten Klimaschutz. Zum Weiterlesen: Spiegel [2], Leipziger Volkszeitung [3] [1]: https://www.instagram.com/p/C0yh6OHMNO7/?utm_source=ig_embed&ig_rid=b5a9e907-91ba-49b9-bec8-7a415b73889f [2]: https://www.spiegel.de/panorama/justiz/letzte-generation-klimaaktivisten-bespruehen-weihnachtsbaeume-mit-oranger-farbe-a-2e99c6b9-84da-4df6-be11-bb53e6ffada1#ref=rss [3]: https://www.lvz.de/lokales/leipzig/leipzig-letzte-generation-besprueht-weihnachtsbaum-in-der-innenstadt-3TGUVRUVXZFCNEP4FTQUFSUHHA.html 3) Bertelsmann-Studie: Deutsche befĂŒrworten Klimaschutz, haben aber Bedenken hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit Die Mehrheit der Deutschen spricht sich in einer Studie der Bertelsmann Stiftung [1] fĂŒr Klimaschutz aus, zeigt jedoch Bedenken in Bezug auf soziale Gerechtigkeit. Etwa 54 Prozent der Befragten Ă€ußerten große Besorgnis ĂŒber den Klimawandel. Obwohl 69 Prozent die Energiewende unterstĂŒtzen, bestehen Bedenken hinsichtlich der Umsetzung, da 55 Prozent eine Gefahr fĂŒr den gesellschaftlichen Zusammenhalt sehen. Fast 40 Prozent befĂŒrchten durch die Energiewende eine BeeintrĂ€chtigung des Wohlstands und der wirtschaftlichen LeistungsfĂ€higkeit. Nur etwa 20 Prozent empfinden die Transformation als gerecht, und die Verteilung der Kosten zwischen Gut- und Geringverdienenden sowie zwischen Unternehmen und Verbraucher*innen wird als besonders ungerecht wahrgenommen. Die Studie zeige, dass die ungebremste Klimakrise auch eine Bedrohung fĂŒr die Demokratie darstellen könne, so die Studienautorin Sara Holzmann. Die Studie basiert auf dem Sozialen Nachhaltigkeitsbarometer der Energie- und Verkehrswende von 2023, das reprĂ€sentative Daten von 6.500 online befragten Menschen verwendet. Zum Weiterlesen: Tagesschau [2], Welt [3] [1]: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2023/dezember/klimaschutz-funktioniert-nur-im-einklang-mit-sozialer-gerechtigkeit#detail-content-241483 [2]: https://www.tagesschau.de/inland/studie-klimawandel-106.html [3]: https://www.welt.de/wirtschaft/article249046452/Klimawandel-Mehrheit-fuer-Klimaschutz-aber-besorgt-um-gesellschaftlichen-Zusammenhalt.html ------------------------------------------------------------------------ Als Quelle fĂŒr diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Tagesschau, Welt, Leipziger Volkszeitung, und Spiegel. Dieser Newsletter steht unter der Creative Commons Lizenz: CC-BY Impressum: https://klimahochdrei.de/impressum-datenschutzerklaerung.html

Klimahochdrei -------------- 9. Dezember - 15. Dezember 2023 Hallo zusammen, diese Woche endete die UN-Klimakonferenz, Aktivist*innen der „Letzten Generation” protestierten in mehreren deutschen StĂ€dten und eine Bertelsmann-Studie zur Meinung der deutschen Bevölkerung zum Klimawandel erschien. Hier kommen die Klimanews der Woche. Viele GrĂŒĂŸe Jakob ------------------------------------------------------------------------ UNTERSTÜTZEN Klimahochdrei lebt von eurem finanziellen Support. Einige Leser*innen unterstĂŒtzen den Newsletter regelmĂ€ĂŸig. Vielen Dank dafĂŒr! Ich bezahle davon eine Lektorin, die Webseite und hin und wieder einen Kaffee. Hier geht’s zum freiwilligen Bezahlabo: https://klimahochdrei.de/klimahochdrei-abonnieren.html Alternativ sind auch einzelne Spenden via PayPal möglich: https://www.paypal.me/klimahochdrei WEITEREMPFEHLEN HILFT: ErzĂ€hlt euren Freund*innen von Klimahochdrei. Jede zusĂ€tzliche Leserin und jeder zusĂ€tzliche Leser gibt mir Motivation und hilft mir, noch viele weitere Ausgaben zu schreiben. ------------------------------------------------------------------------ KLIMANEWS DER WOCHE 1) Abschluss in Dubai: UN-Konferenz fordert Energiewende, ohne klaren Ausstiegsplan fĂŒr fossile Brennstoffe Auf der UN-Klimakonferenz in Dubai haben sich die teilnehmenden Staaten darauf geeinigt, erstmals einen Aufruf zur Abkehr von fossilen Brennstoffen zu formulieren. Ein klarer Ausstiegsplan fehlt der AbschlusserklĂ€rung hingegen. Der KonferenzprĂ€sident bezeichnete das Ergebnis als „historisches Paket” und betonte einen robusten Aktionsplan, um das Ziel einer Begrenzung der globalen ErderwĂ€rmung auf 1,5 Grad Celsius zu erreichen. Klima-Expert*innen und UmweltschĂŒtzer*innen hatten zuvor ihre Zweifel daran geĂ€ußert. In der AbschlusserklĂ€rung bekennen sich die Staaten dazu, sich von fossilen Brennstoffen zu distanzieren. Die ErklĂ€rung lĂ€sst jedoch Raum fĂŒr Interpretationen, einschließlich der Nutzung von Gas und umstrittenen CO2-Speicherungstechnologien. ZusĂ€tzlich beinhaltet der Text das Ziel, die erneuerbare EnergiekapazitĂ€t bis 2030 zu verdreifachen und die Energieeffizienz zu verdoppeln. Zum Weiterlesen: taz [1], Spiegel [2] [1]: https://taz.de/UN-Klimakonferenz-einigt-sich/!5980182/ [2]: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimakonferenz-cop28-abschlussentwurf-enthaelt-kein-klares-aus-fuer-fossile-brennstoffe-a-38838d8d-20a7-4933-a489-03558a666b4a#ref=rss

2) Kipppunkte im Klimasystem: Bericht warnt vor unumkehrbaren VerĂ€nderungen und zeigt positive Trends FĂŒnf Kippelemente unseres Erdsystems gelten bei der aktuellen ErderwĂ€rmung als gefĂ€hrlich nahe am Kipppunkt, so der am Mittwoch veröffentlichte „Global Tipping Points Report”. Bei einem Kipppunkt handelt es sich laut dem Weltklimarat (IPCC) um „Schwellenwerte, nach deren Überschreitung bestimmte Folgen nicht lĂ€nger vermieden werden können, selbst wenn die Temperaturen spĂ€ter wieder gesenkt werden”. Als gefĂ€hrdete Kippelemente gelten: Korallenriffe, Eisschilde in Grönland und der Westantarktis, regionale Permafrostböden und der subpolare Wirbel im Nordatlantik. Der „Global Tipping Points Report” betont, dass diese VerĂ€nderungen irreversible Auswirkungen haben könnten. Zudem bestehe die Gefahr eines Dominoeffekts, der weitere Kippelemente auslösen könnte. Der Bericht hebt auch positive Kippelemente hervor, wie den Fortschritt in erneuerbarer Energie und pflanzenbasierter ErnĂ€hrung. Natur- und Klimaschutz könnten zu neuen sozialen Normen werden. GegenĂŒber der Zeitung „Der Standard” Ă€ußert sich der Wissenschaftler Gerrit Lohmann vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven kritisch. Wann genau Kipppunkte kippen, sei sehr schwer vorherzusagen. Der Bricht hĂ€tte klarer diese Unsicherheit kommunizieren mĂŒssen. Zum Weiterlesen: taz [1], Der Standard [2] [1]: https://taz.de/Studie-zu-Kipppunkten/!5978474/ [2]: https://www.derstandard.at/story/3000000198280/fuenf-kipppunkte-im-klimasystem-kommen-schon-bei-jetziger-erwaermung-ins-wanken?ref=rss 3) Bundesregierung beschließt Klimaaußenpolitikstrategie Die Bundesregierung hat ihre erste klimapolitische Strategie verabschiedet, die eine koordinierte Integration des Klimaschutzes in die außenpolitischen Vorhaben aller Ressorts vorsieht. Die Strategie definiert ĂŒbergeordnete Ziele wie die Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen bis 2030, eine wettbewerbsfĂ€hige und klimafreundliche Wirtschaft sowie den Schutz verwundbarer Gruppen. Die Umsetzung erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Ministerien, wobei einzelne Ministerien fĂŒr bestimmte Themenbereiche zustĂ€ndig sind. Kritik wird an der mangelnden Finanzierung der Strategie geĂŒbt und Klimaschutzorganisationen fordern Klarheit ĂŒber die Mittelbereitstellung. GrundsĂ€tzlich wird die Strategie jedoch gelobt, da auch die FDP-gefĂŒhrten Ministerien die RealitĂ€ten der Klimakrise anerkennen. Zum Weiterlesen: Zeit [1], taz [2] [1]: https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-12/bundesregierung-klimaaussenpolitik-strategie-massnahmen-klimaschutz [2]: https://taz.de/Klimastrategie-der-Bundesregierung/!5978444/ ------------------------------------------------------------------------ Als Quelle fĂŒr diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Der Standard, Zeit, und Spiegel. Dieser Newsletter steht unter der Creative Commons Lizenz: CC-BY Impressum: https://klimahochdrei.de/impressum-datenschutzerklaerung.html

Klimahochdrei -------------- 2. Dezember - 8. Dezember 2023 Hallo zusammen, rechtzeitig zur aktuellen Klimakonferenz kommt hier die 200. Ausgabe von Klimahochdrei. Die Klimakonferenz bestimmte diese Woche die Klimaberichterstattung. Olaf Scholz verkĂŒndet in Dubai den Start des Klimaklubs, ein Zusammenschluss von 36 LĂ€ndern. Eine Gruppe an Wissenschaftler*innen veröffentlichte einen Bericht ĂŒber den aktuellen Stand der Klima-Kippunkte im Erdsystem, und die Bundesregierung beschloss ihre Klimaaußenpolitikstrategie. Hier kommen die Klimanews der Woche. Viele GrĂŒĂŸe Jakob ------------------------------------------------------------------------ UNTERSTÜTZEN Klimahochdrei lebt von eurem finanziellen Support. Einige Leser*innen unterstĂŒtzen den Newsletter regelmĂ€ĂŸig. Vielen Dank dafĂŒr! Ich bezahle davon eine Lektorin, die Webseite und hin und wieder einen Kaffee. Hier geht’s zum freiwilligen Bezahlabo: https://klimahochdrei.de/klimahochdrei-abonnieren.html Alternativ sind auch einzelne Spenden via PayPal möglich: https://www.paypal.me/klimahochdrei WEITEREMPFEHLEN HILFT: ErzĂ€hlt euren Freund*innen von Klimahochdrei. Jede zusĂ€tzliche Leserin und jeder zusĂ€tzliche Leser gibt mir Motivation und hilft mir, noch viele weitere Ausgaben zu schreiben. ------------------------------------------------------------------------ KLIMANEWS DER WOCHE 1) Olaf Scholz verkĂŒndet Start des Klimaklubs in Dubai Bundeskanzler Olaf Scholz hat auf der Weltklimakonferenz in Dubai den Start des von Deutschland initiierten internationalen Klimaklubs angekĂŒndigt. Der Klub, dem bereits 36 Staaten beigetreten sind, soll eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Strategien und Standards fĂŒr eine kohlenstofffreie Industrie einnehmen. Scholz betonte, dass der Klimaklub keine Konkurrenz zum Uno-Klimaprozess und zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens sein soll. Das gemeinsame Ziel sei die Dekarbonisierung der Industrien und die Entkopplung von Wachstum und Emissionen. Der Klimaklub möchte LeitmĂ€rkte fĂŒr klimaneutrale Industrieprodukte fördern, insbesondere in Branchen wie Stahl, Zement und Aluminium. Ein Klimaklub-Sekretariat soll die ArbeitsfĂ€higkeit unterstĂŒtzen, und Deutschland und Chile werden den Fondsvorsitz bis Ende 2025 ĂŒbernehmen. Der Klub vereint EntwicklungslĂ€nder, SchwellenlĂ€nder sowie neue und alte IndustrielĂ€nder und soll eine Antwort auf die unzureichenden bisherigen Anstrengungen zur Begrenzung der ErderwĂ€rmung bieten. Zum Weiterlesen: Spiegel [1], taz [2] [1]: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/cop28-olaf-scholz-verkuendet-start-von-klimaclub-klimaneutrale-industrie-als-ziel-a-f7fba677-60f5-462b-b389-e57dce02eb8f#ref=rss [2]: https://taz.de/Weltklimakonferenz-COP28-in-Dubai/!5977436/

2) Gericht zwingt Bundesregierung zu Sofortmaßnahmen gegen Klimagase Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat die Bundesregierung verpflichtet, Sofortmaßnahmen zur Reduzierung von Klimagasen im Verkehr und in GebĂ€uden zu ergreifen. Die Deutsche Umwelthilfe und der Umweltverband BUND hatten geklagt, da sie die unzureichenden Maßnahmen der Regierung beanstandeten. Die Klage basierte auf der Überschreitung der zulĂ€ssigen Klimagasmenge in den Sektoren Verkehr und GebĂ€ude. Die Regierung hatte zuvor erklĂ€rt, dass kein Klimaschutzsofortprogramm notwendig sei. Das Gericht stellte fest, dass die bestehenden Klimaschutzmaßnahmen nicht den Anforderungen an ein Sofortprogramm entsprechen. Ein Sofortprogramm mĂŒsse "kurzfristig wirksame Maßnahmen enthalten", damit die im Klimaschutzgesetz vorgesehenen Emissionsmengen in den folgenden Jahren eingehalten wĂŒrden, teilte das Gericht mit. Deutschland hatte die festgelegten Emissionsmengen in den Jahren 2021 und 2022 verletzt. Die Bundesregierung erwĂ€gt eine Revision des Urteils, wĂ€hrend Umweltgruppen wie die Deutsche Umwelthilfe ein Tempolimit und die Abschaffung klimaschĂ€dlicher Subventionen fordern. Zum Weiterlesen: Zeit [1], Tagesschau [2] [1]: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-11/klima-klage-bund-bundesregierung-oberverwaltungsgericht-berlin-brandenburg [2]: https://www.tagesschau.de/inland/klimaschutz-regierung-100.html 3) Boom im Klimasektor: 44 Prozent mehr 'Green Jobs' in Deutschland Die Zahl der BeschĂ€ftigten im Umwelt- und Klimaschutzsektor in Deutschland ist innerhalb von zehn Jahren um 44,3 Prozent auf 341.200 Vollzeitstellen im Jahr 2021 gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt [1] mit. Die Investitionen der Industrie in Klimaschutzmaßnahmen haben sich innerhalb desselben Zeitraums um 74,3 Prozent auf 4,15 Milliarden Euro erhöht. Gesetzliche Regelungen und staatliche Förderungen trugen zu diesem Anstieg bei, insbesondere im Rahmen der Energiewende. Fast die HĂ€lfte der Investitionen entfiel auf erneuerbare Energien, gefolgt von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Energieeinsparung. Der Jobmarkt im Umweltsektor zeigt, dass etwa zwei Drittel der "Green Jobs" auf das verarbeitende Gewerbe entfallen, wĂ€hrend der Baubereich und der Dienstleistungssektor ebenfalls signifikante Anteile haben. Zum Weiterlesen: taz [2], MDR [3] [1]: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/11/PD23_N062_32.html [2]: http://www.taz.de/Beschaeftigungsboom-im-Klimasektor/!5976775/ [3]: https://www.mdr.de/wissen/industrie-investiert-klimaschutz-mehr-gruene-jobs-100.html ------------------------------------------------------------------------ Als Quelle fĂŒr diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Zeit, Tagesschau, MDR, und Spiegel. Dieser Newsletter steht unter der Creative Commons Lizenz: CC-BY Impressum: https://klimahochdrei.de/impressum-datenschutzerklaerung.html

Klimahochdrei -------------- 25. November - 1. Dezember 2023 Hallo zusammen, diese Woche gab es ungewöhnlich positive Klimanews: Eine Überraschung beim Start der Klimakonferenz, ein Gerichtsurteil fĂŒr mehr Klimaschutz und boomendes Gewerbe im Klimasektor. Hier kommen die Klimanews der Woche. Viele GrĂŒĂŸe Jakob ------------------------------------------------------------------------ UNTERSTÜTZEN Klimahochdrei lebt von eurem finanziellen Support. Einige Leser*innen unterstĂŒtzen den Newsletter regelmĂ€ĂŸig. Vielen Dank dafĂŒr! Ich bezahle davon eine Lektorin, die Webseite und hin und wieder einen Kaffee. Hier geht’s zum freiwilligen Bezahlabo: https://klimahochdrei.de/klimahochdrei-abonnieren.html Alternativ sind auch einzelne Spenden via PayPal möglich: https://www.paypal.me/klimahochdrei WEITEREMPFEHLEN HILFT: ErzĂ€hlt euren Freund*innen von Klimahochdrei. Jede zusĂ€tzliche Leserin und jeder zusĂ€tzliche Leser gibt mir Motivation und hilft mir, noch viele weitere Ausgaben zu schreiben. ------------------------------------------------------------------------ KLIMANEWS DER WOCHE 1) Durchbruch bei Klimakonferenz Die Weltklimakonferenz in Dubai startete mit einem Durchbruch, als Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) eine ĂŒberraschende Allianz bildeten. Gemeinsam kĂŒndigten sie an, 200 Millionen Dollar fĂŒr den umstrittenen Loss and Damage Fonds bereitzustellen, um wirtschaftlich schwache LĂ€nder bei den Folgen des Klimawandels zu unterstĂŒtzen. Deutschland ĂŒbernimmt die HĂ€lfte dieser Summe. Dieser Schritt, der die bisherige Einteilung zwischen Industrie- und EntwicklungslĂ€ndern herausfordert, könnte nicht nur den Fonds beleben, sondern auch Druck auf große CO2-Emittenten wie China und die USA ausĂŒben. Expert*innen sehen darin eine strategische Allianz und hoffen auf eine positive Auswirkung auf die gesamten Klimaverhandlungen. Die Zusage der VAE markiert einen PrĂ€zedenzfall, da erstmals ein sogenanntes Entwicklungsland in den Loss and Damage Fonds einzahlt. Eine Übersicht der Inhalte, die auf der diesjĂ€hrigen Klimakonferenz diskutiert werden, bietet die Zeit [1]. Zum Weiterlesen: Spiegel [2], Zeit [3] [1]: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2023-11/cop28-dubai-weltklimakonferenz-un-streitpunkte [2]: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/dubai-weltklimakonferenz-startet-mit-durchbruch-a-d26a20a2-b673-4db4-92af-d7dfa5a63113 [3]: https://www.zeit.de/news/2023-11/30/cop28-200-millionen-us-dollar-fuer-klimaschaeden

2) Landgericht MĂŒnchen stuft „Letzte Generation” als kriminelle Vereinigung ein Das Landgericht MĂŒnchen I hat die Klimaschutzgruppe „Letzte Generation” rechtskrĂ€ftig als kriminelle Vereinigung eingestuft. Die Gruppe habe den Zweck, Straften zu begehen. Das bewiesen etwa Blockaden von Straßen und FlughĂ€fen durch die Aktivist*innen. Auch wenn Straftaten nicht der Hauptzweck der Gruppe seien, genĂŒge dies zur Einstufung als kriminelle Vereinigung. Das Gericht betonte, dass Straftaten wie Nötigungen von Verkehrsteilnehmer*innen und SachbeschĂ€digungen erhebliche Gefahren fĂŒr die öffentliche Sicherheit darstellen. Es unterstrich, dass Straftaten keine legitimen Wege fĂŒr demokratische Diskussionen seien, sondern Ausdruck krimineller Energie. Im Zuge der Entscheidung wies das Gericht zehn Beschwerden von Klimaaktivist*innen gegen Durchsuchungen und Beschlagnahmungen als unbegrĂŒndet zurĂŒck. Zum Weiterlesen: Zeit [1], Deutschlandfunk [2] [1]: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2023-11/letzte-generation-landgericht-muenchen-kriminell-klimaprotest [2]: https://www.deutschlandfunk.de/letzte-generation-als-kriminelle-vereinigung-eingestuft-100.html 3) Hamburgs Klimaschutzgesetz mit Solarpflicht fĂŒr öffentliche GebĂ€ude verschĂ€rft Die SPD und GrĂŒnen in Hamburg haben kurz vor der BĂŒrgerschaftsabstimmung das Klimaschutzgesetz verschĂ€rft. Ein Zusatzantrag sieht ab dem 1. Januar 2024 eine Solardachpflicht fĂŒr öffentliche GebĂ€ude vor, um den schleppenden Solarausbau zu beschleunigen. Die Novelle umfasst auch CO2-neutrale Fahrzeugbeschaffungen fĂŒr den öffentlichen Fuhrpark, regulatorische Anpassungen an das GebĂ€udeenergiegesetz des Bundes und ein neues Kommunikationsmedium, genannt Klima-Roadshow. Hamburg reagierte damit auf das Bundesnetzagentur-Urteil, das Hamburg als Schlusslicht beim erneuerbaren Energien-Ausbau zeigte. Bisher sind nur etwa drei Prozent der stĂ€dtischen DĂ€cher mit Solaranlagen ausgestattet. Die Überarbeitung soll auch private und öffentliche Photovoltaik-Projekte bĂŒndeln und Hindernisse wie FachkrĂ€ftemangel und LieferengpĂ€sse vermeiden. Kritik kommt von der CDU wegen hoher Sanierungskosten, wĂ€hrend Umweltgruppen Zweifel an der Wirksamkeit Ă€ußern und konkrete Maßnahmen vermissen. Zum Weiterlesen: taz [1], Zeit [2] [1]: http://www.taz.de/Solaranlagen-auf-oeffentlichen-Daechern/!5971380/ [2]: https://www.zeit.de/news/2023-11/21/neue-informationsplattform-zeigt-klimafolgen-in-hamburg-auf ------------------------------------------------------------------------ Als Quelle fĂŒr diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Deutschlandfunk, Zeit, und Spiegel. Dieser Newsletter steht unter der Creative Commons Lizenz: CC-BY Impressum: https://klimahochdrei.de/impressum-datenschutzerklaerung.html

Klimahochdrei -------------- 18. November - 24. November 2023 Hallo zusammen, die Medienberichterstattung drehte sich diese Woche unter anderem um einen Oxfam-Bericht. Dieser zeigte, dass wohlhabende Menschen deutlich mehr Treibhausgase ausstoßen als finanzarme Menschen. Außerdem berichteten die Zeitungen ĂŒber ein Urteil des Landgerichts MĂŒnchen zur „Letzten Generation”. Außerdem verschĂ€rfte die Hamburger Regierung ihr Klimaschutzgesetz. Hier kommen die Klimanews der Woche. Viele GrĂŒĂŸe Jakob ------------------------------------------------------------------------ UNTERSTÜTZEN Klimahochdrei lebt von eurem finanziellen Support. Einige Leser*innen unterstĂŒtzen den Newsletter regelmĂ€ĂŸig. Vielen Dank dafĂŒr! Ich bezahle davon eine Lektorin, die Webseite und hin und wieder einen Kaffee. Hier geht’s zum freiwilligen Bezahlabo: https://klimahochdrei.de/klimahochdrei-abonnieren.html Alternativ sind auch einzelne Spenden via PayPal möglich: https://www.paypal.me/klimahochdrei WEITEREMPFEHLEN HILFT: ErzĂ€hlt euren Freund*innen von Klimahochdrei. Jede zusĂ€tzliche Leserin und jeder zusĂ€tzliche Leser gibt mir Motivation und hilft mir, noch viele weitere Ausgaben zu schreiben. ------------------------------------------------------------------------ KLIMANEWS DER WOCHE 1) Klima-Ungerechtigkeit: Reiche sind Hauptverursacher von Treibhausgasen Reiche Menschen leben um ein Vielfaches klimaschĂ€dlicher als finanzarme Menschen, so der neue Oxfam-Bericht „Climate Equality: A Planet for the 99 Percent”. Der Treibhausgasausstoß steigt mit dem privaten Einkommen und Vermögen. Ursache sind unter anderem hĂ€ufigere Flugreisen, grĂ¶ĂŸere HĂ€user sowie insgesamt stĂ€rkerer klimaschĂ€dlicher Konsum. - Das reichste Prozent der Weltbevölkerung verursachte 2019 16 Prozent der weltweiten Emissionen, mehr als doppelt so viel wie die Ă€rmere HĂ€lfte der Weltbevölkerung. - Die reichsten zehn Prozent waren fĂŒr die HĂ€lfte der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Hierzu zĂ€hlt etwa halb Deutschland. - Das reichste Prozent in Deutschland verursacht durchschnittlich 83,3 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr – mehr als fĂŒnfzehnmal so viel wie ein Mensch aus der Ă€rmeren HĂ€lfte Deutschlands. Oxfam betont, dass der extreme Konsum der Reichen die Klimakrise anheizt und die Lebensgrundlagen von milliarden Menschen gefĂ€hrdet, insbesondere in einkommensschwachen LĂ€ndern des Globalen SĂŒdens. Zum Weiterlesen: Spiegel [1], taz [2] [1]: https://www.spiegel.de/ausland/oxfam-bericht-reiche-leben-um-ein-vielfaches-klimaschaedlicher-als-arme-menschen-a-1c82bb72-b5db-42ad-ba17-8527f333fda5#ref=rss [2]: http://www.taz.de/Soziale-Ungleichheit/!5971181/

2) Bundesverfassungsgericht untersagt Umschichtung von Coronahilfen in Klimafonds Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat den Nachtragshaushalt der deutschen Ampel-Regierung von Ende 2021 fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt. Die geplante Umschichtung von 60 Milliarden Euro nicht benötigter Kredite aus der BewĂ€ltigung der Coronakrise in den Klimafonds wurde beanstandet. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte erfolgreich gegen das Haushaltsgesetz geklagt, da es ihrer Ansicht nach die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse umging. Das Gericht stellte fest, dass die Coronapandemie zwar eine Aussetzung der Schuldenbremse rechtfertigte, aber die Verschiebung der Mittel in den Energie- und Klimafonds nicht verfassungskonform war. Die Ampel-Regierung verhĂ€ngte daraufhin eine Ausgabensperre fĂŒr den Klimafonds und plant einen neuen Wirtschaftsplan. Welche Folgen die Entscheidung fĂŒr weitere Klimapolitik hat, beschreibt die Tagesschau in einem FAQ-Artikel [1]. Zum Weiterlesen: Der Standard [2], taz [3] [1]: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/urteil-klimafonds-faq-100.html [2]: https://www.derstandard.de/story/3000000195297/berliner-verfassungsgericht-beanstandet-klimaruecklage-von-ende-2021 [3]: https://taz.de/Urteil-des-Bundesverfassungsgerichts/!5973169/ 3) WMO warnt: Rekordmengen an Treibhausgasen in der AtmosphĂ€re Laut einem Bericht der Weltorganisation fĂŒr Meteorologie (WMO) [1] war die Konzentration von Treibhausgasen in der ErdatmosphĂ€re im Jahr 2022 so hoch wie nie zuvor. Erstmals ĂŒberstieg die Konzentration von Kohlendioxid (CO2), welche am stĂ€rksten zur globalen ErwĂ€rmung beitrĂ€gt, das vorindustrielle Niveau um 50 Prozent. Die WMO prognostiziert, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Nicht nur CO2, sondern auch Methan und Lachgas verzeichnen Rekordwerte, letzteres mit dem stĂ€rksten jemals gemessenen Anstieg. Der WMO-GeneralsekretĂ€r warnt vor einem Temperaturanstieg ĂŒber die im Pariser Klimaabkommen festgelegten Schwellenwerte hinaus. Der Bericht betont, dass selbst bei Null-Emissionen das bereits in der AtmosphĂ€re befindliche CO2 fĂŒr Jahrhunderte erhalten bleibt und Klimaschutzmaßnahmen nur zukĂŒnftige Emissionen reduzieren können. Zum Weiterlesen: Zeit [2], taz [3] [1]: https://public.wmo.int/en/media/press-release/greenhouse-gas-concentrations-hit-record-high-again [2]: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2023-11/treibhausgase-erdatmosphaere-anstieg-wmo-bericht [3]: https://taz.de/Bericht-der-Weltwetterorganisation/!5969797/ ------------------------------------------------------------------------ Als Quelle fĂŒr diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: Wirtschaftswoche, taz, Zeit, Tagesschau, Der Standard, und Spiegel. Dieser Newsletter steht unter der Creative Commons Lizenz: CC-BY Impressum: https://klimahochdrei.de/impressum-datenschutzerklaerung.html

Klimahochdrei -------------- 11. November - 17. November 2023 Hallo zusammen, in der vergangenen Woche kĂŒndigten China und die USA neue Ziele fĂŒr den Ausbau erneuerbarer Energien an, das Bundesverfassungsgericht fĂ€llte ein Urteil zur Verwendung von Corona-Finanzhilfen in der Klimapolitik und die Weltorganisation fĂŒr Meteorologie veröffentlichte neue Messungen zu Treibhausgasen in der AtmosphĂ€re. Hier kommen die Klimanews der Woche. Viele GrĂŒĂŸe Jakob ------------------------------------------------------------------------ UNTERSTÜTZEN Klimahochdrei lebt von eurem finanziellen Support. Einige Leser*innen unterstĂŒtzen den Newsletter regelmĂ€ĂŸig. Vielen Dank dafĂŒr! Ich bezahle davon eine Lektorin, die Webseite und hin und wieder einen Kaffee. Hier geht’s zum freiwilligen Bezahlabo: https://klimahochdrei.de/klimahochdrei-abonnieren.html Alternativ sind auch einzelne Spenden via PayPal möglich: https://www.paypal.me/klimahochdrei WEITEREMPFEHLEN HILFT: ErzĂ€hlt euren Freund*innen von Klimahochdrei. Jede zusĂ€tzliche Leserin und jeder zusĂ€tzliche Leser gibt mir Motivation und hilft mir, noch viele weitere Ausgaben zu schreiben. ------------------------------------------------------------------------ KLIMANEWS DER WOCHE 1) China und USA: Gemeinsames Ziel fĂŒr den Ausbau erneuerbarer Energien Die USA und China haben sich im Vorfeld des Treffens von PrĂ€sident Joe Biden und Staatschef Xi Jinping auf einen verstĂ€rkten Ausbau erneuerbarer Energien geeinigt. Beide LĂ€nder wollen bis 2030 die KapazitĂ€ten fĂŒr erneuerbare Energien weltweit verdreifachen und die Nutzung fossiler Brennstoffe reduzieren. Es fehlt in den AbsichtserklĂ€rungen allerdings eine klare Absage Chinas an neue Kohlekraftwerke. Neue Reduktionsziele fĂŒr alle Treibhausgase plant das Land jedoch immerhin. Bisher gab es diese nur fĂŒr Kohlendioxid, nicht aber fĂŒr Methan und Lachgas. Beide Staaten bekennen sich zum Pariser Klimaabkommen von 2015 und kĂŒndigten an, den Klimagipfel COP28 in Dubai zu einem Erfolg machen zu wollen. China und die USA gehören zu den grĂ¶ĂŸten Emittenten von Treibhausgasen, wobei China seine Emissionen erst ab 2030 reduzieren will. Zum Weiterlesen: Spiegel [1], Wirtschaftswoche [2] [1]: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/usa-und-china-wollen-ausbau-erneuerbarer-energien-verdreifachen-a-9d0121d2-03ea-4f0b-a834-ccecb8a14211#ref=rss [2]: https://www.wiwo.de/politik/ausland/vor-weltklimakonferenz-china-und-usa-verpflichten-sich-zu-mehr-kooperation-beim-klimaschutz/29502052.html

2) Rekordmonat: Heißester Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen weltweit Der Oktober 2023 bricht alle Rekorde als weltweit wĂ€rmster Monat seit Messbeginn 1940, laut dem EU-Klimawandeldienst Copernicus. - Die durchschnittliche OberflĂ€chentemperatur im Oktober 2023 betrug 15,30 Grad Celsius. - Dies entspricht einer Abweichung von 1,7 Grad Celsius ĂŒber dem geschĂ€tzten Durchschnitt fĂŒr den vorindustriellen Referenzzeitraum von 1850 bis 1900. - Der bisherige Rekord vom Jahr 2019 wurde demnach um 0,4 Grad Celsius gebrochen. Expert*innen prognostizieren, dass 2023 das wĂ€rmste Jahr ĂŒberhaupt wird, mit einer aktuellen Abweichung von 1,43 Grad Celsius ĂŒber dem vorindustriellen Durchschnitt. Die Hauptursache fĂŒr diese Temperaturrekorde sind die anhaltende Zunahme von Treibhausgasemissionen, die 2022 trotz weltweiter Klimaschutzmaßnahmen ein historisches Hoch erreichte. Hinzu kommt das WetterphĂ€nomen El Niño, das das OberflĂ€chenwasser im östlichen Pazifik erwĂ€rmt. Zum Weiterlesen: taz [1], Spiegel [2] [1]: https://taz.de/Oktober-so-warm-wie-nie/!5968587/ [2]: https://www.spiegel.de/wissenschaft/klimawandel-waermster-oktober-seit-beginn-der-aufzeichnungen-a-085b4fce-f94f-4532-ac40-3ea6f5efcb48#ref=rss 3) Vor COP28: Neuer EntschĂ€digungsfonds fĂŒr KlimawandelschĂ€den Die bevorstehende COP28-Klimakonferenz verzeichnet einen Durchbruch in den Verhandlungen ĂŒber einen neuen EntschĂ€digungsfonds fĂŒr SchĂ€den und Verluste durch den Klimawandel. Der Fond soll finanzielle UnterstĂŒtzung fĂŒr LĂ€nder ermöglichen, die besonders vom Klimawandel betroffen sind. Laut dem deutschen UnterhĂ€ndler Jochen Flasbarth haben Delegationen aus verschiedenen Weltregionen die Grundstruktur des Fonds kurz vor dem Treffen in Dubai vereinbart. Dies könnte eine schnelle Entscheidung auf der anstehenden Klimakonferenz ermöglichen. Eine breite Basis an LĂ€ndern soll fĂŒr die Finanzierung des Fonds verantwortlich sein, sodass nicht nur die IndustrielĂ€nder einzahlen, sondern auch die Golfstaaten oder LĂ€nder wie China. Die Weltbank verwaltet den Fonds fĂŒr zunĂ€chst vier Jahre. Eine Studie aus dem letzten Jahr schĂ€tzte die klimabedingten Verluste in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf etwa 525 Milliarden Dollar fĂŒr 55 stark betroffene LĂ€nder. Zum Weiterlesen: taz [1], Deutschlandfunk [2] [1]: http://www.taz.de/Klimakonferenz-COP28/!5970805/ [2]: https://www.deutschlandfunk.de/bundesregierung-stellt-einigung-auf-entschaedigungsfonds-fuer-arme-laender-in-aussicht-102.html ------------------------------------------------------------------------ Als Quelle fĂŒr diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Deutschlandfunk, Rheinische Post, Spiegel, und Zeit. Dieser Newsletter steht unter der Creative Commons Lizenz: CC-BY Impressum: https://klimahochdrei.de/impressum-datenschutzerklaerung.html

Klimahochdrei -------------- 4. November - 10. November 2023 Hallo zusammen, Frankreich erlebte diese Woche Überschwemmungen nach extremen RegenfĂ€llen, der EU-Klimawandeldienst verzeichnete neue Rekordtemperaturen in diesem Oktober und die ersten Einigungen wurden auf den Vorverhandlungen der diesjĂ€hrigen Klimakonferenz erzielt. Hier kommen die Klimanews der Woche. Viele GrĂŒĂŸe Jakob ------------------------------------------------------------------------ UNTERSTÜTZEN Klimahochdrei lebt von eurem finanziellen Support. Einige Leser*innen unterstĂŒtzen den Newsletter regelmĂ€ĂŸig. Vielen Dank dafĂŒr! Ich bezahle davon eine Lektorin, die Webseite und hin und wieder einen Kaffee. Hier geht’s zum freiwilligen Bezahlabo: https://klimahochdrei.de/klimahochdrei-abonnieren.html Alternativ sind auch einzelne Spenden via PayPal möglich: https://www.paypal.me/klimahochdrei WEITEREMPFEHLEN HILFT: ErzĂ€hlt euren Freund*innen von Klimahochdrei. Jede zusĂ€tzliche Leserin und jeder zusĂ€tzliche Leser gibt mir Motivation und hilft mir, noch viele weitere Ausgaben zu schreiben. ------------------------------------------------------------------------ KLIMANEWS DER WOCHE 1) Extreme RegenfĂ€lle: Nordfrankreich erlebt schlimmste Flut seit 30 Jahren Heftige Überschwemmungen in Nordfrankreich fĂŒhren zur Schließung von 74 Schulen und bedrohen 192.000 Menschen. Anhaltender Regen hat kleine FlĂŒsse ĂŒber die Ufer treten lassen; die Feuerwehr hat bereits 860 EinsĂ€tze verzeichnet. Rund 5200 Menschen sind von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten, wĂ€hrend Helfer*innen Wasser in Flaschen verteilen. In 60 ĂŒberfluteten HĂ€usern wurde der Strom aus SicherheitsgrĂŒnden abgestellt. Der Wetterdienst MĂ©tĂ©o France berichtet, dass in den vergangenen 20 Tagen dreimal so viel Regen wie ĂŒblich gefallen ist. Die Regenmenge entspricht in manchen Regionen dem, was normalerweise im gesamten November gemessen wird. Durch den Klimawandel werden extreme RegenfĂ€lle, wie wir sie derzeit in Frankreich erleben, hĂ€ufiger und intensiver. Zum Weiterlesen: Zeit [1], Rheinische Post [2] [1]: https://www.spiegel.de/panorama/frankreich-ueberschwemmungen-nach-extremen-regenfaellen-bedrohen-knapp-200-000-menschen-a-82165a29-c5d4-47eb-b3c2-d9855b1681e7#ref=rss [2]: https://rp-online.de/panorama/ausland/nordfrankreich-regen-bedroht-fast-200000-menschen-mit-ueberschwemmungen_aid-101135239

2) Antisemitismus bei Fridays for Future Die Klimabewegung Fridays for Future (FFF) veröffentlichte auf ihrem internationalen Instagram Kanal ein Statement zum Krieg zwischen Israel und der Hamas, das heftige Kritik auslöste. Im Statement behaupteten die Autor*innen, dass westliche Medien GehirnwĂ€sche betreiben wĂŒrden, um die Bevölkerung dazu zu bringen, sich mit Israel zu solidarisieren. Sie bezeichneten Israel als "Apartheid-System" und den Konflikt als "Genozid". Der Beitrag verkennt die RealitĂ€t und ĂŒbertrĂ€gt das antisemitische Narrativ, JĂŒd*innen seien an ihrer Verfolgung selbst schuld auf die staatliche Ebene: Israel sei an dem Angriff der Hamas selbst schuld. Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat sich im Namen von Fridays for Future Deutschland klar von antisemitischen Äußerungen auf dem internationalen Account der Klimaschutzbewegung distanziert. In den internationalen Netzwerken der Bewegung gĂ€be es keine klaren Strukturen und einzelne Personen verwalten die Social Media PrĂ€senz. Der antisemitische Instagram Beitrag gehe auf den Missbrauch von Einzelpersonen zurĂŒck. Zum Weiterlesen: taz1 [1], taz2 [2], WDR [3] [1]: http://www.taz.de/Antisemitismus-bei-Fridays-for-Future/!5964505/ [2]: http://www.taz.de/Antisemitismus-bei-Fridays-for-Future/!5969958/ [3]: https://www1.wdr.de/nachrichten/fridays-for-future-vorwurf-israel-palaestinenser-100.html 3) Letzte Generation markiert Kanzleramt und kritisiert Scholz wegen Klimapolitik Aktivist*innen der Gruppe "Letzte Generation" haben das Bundeskanzleramt in Berlin mit orangener Farbe besprĂŒht und "Olaf lĂŒgt" auf die Wand geschrieben. Sie werfen Bundeskanzler Olaf Scholz vor, nicht ausreichend gegen die Klimakatastrophe vorzugehen. Etwa 70 Demonstrant*innen versammelten sich vor dem Kanzleramt und hielten Transparente mit Ă€hnlichen Aussagen wie "Olaf lĂŒgt" hoch. Uniformierte Polizist*innen und SicherheitskrĂ€fte in Zivil schritten ein und gingen dabei teils mit körperlicher Gewalt gegen die Aktivist*innen vor. FĂŒr einen Polizeibeamten könnte es nach einem Polizeieinsatz am Bundeskanzleramt in Berlin zu disziplinarischen Konsequenzen kommen. Die Letzte Generation bezeichnete Scholz' Behauptungen, die Regierungsmaßnahmen gegen die Klimakatastrophe seien ausreichend, als "lebensgefĂ€hrliche LĂŒge". Die Aktivist*innen hatten zuvor bereits Straßen blockiert und SehenswĂŒrdigkeiten in Berlin mit Farbe besprĂŒht, darunter das Brandenburger Tor und die Weltzeituhr am Alexanderplatz. Zum Weiterlesen: Zeit1 [1], Zeit2 [2], Tagesschau [3] [1]: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2023-11/letzte-generation-polizei-kanzleramt [2]: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2023-10/letzte-generation-berlin-kanzleramt-scholz-klima [3]: https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/polizei-ermittelt-gegen-eigenen-beamten-100.html ------------------------------------------------------------------------ Als Quelle fĂŒr diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, WDR, Tagesschau, und Zeit. Dieser Newsletter steht unter der Creative Commons Lizenz: CC-BY Impressum: https://klimahochdrei.de/impressum-datenschutzerklaerung.html

Klimahochdrei -------------- 28. Oktober - 3. November 2023 Hallo zusammen, diese Woche berichteten deutsche Zeitungen unter anderem ĂŒber einen neuen Antisemitismus-Skandal rund um Fridays for Future, eine Protestaktion der Letzten Generation sowie die Forderung nach einem Ausschluss von Lobbyist*innen der Kohle-, Öl- und Gasindustrie von der UN-Klimakonferenz Ende November in Dubai. Hier kommen die Klimanews der Woche. Viele GrĂŒĂŸe Jakob ------------------------------------------------------------------------ UNTERSTÜTZEN Klimahochdrei lebt von eurem finanziellen Support. Einige Leser*innen unterstĂŒtzen den Newsletter regelmĂ€ĂŸig. Vielen Dank dafĂŒr! Ich bezahle davon eine Lektorin, die Webseite und hin und wieder einen Kaffee. Hier geht’s zum freiwilligen Bezahlabo: https://klimahochdrei.de/klimahochdrei-abonnieren.html Alternativ sind auch einzelne Spenden via PayPal möglich: https://www.paypal.me/klimahochdrei WEITEREMPFEHLEN HILFT: ErzĂ€hlt euren Freund*innen von Klimahochdrei. Jede zusĂ€tzliche Leserin und jeder zusĂ€tzliche Leser gibt mir Motivation und hilft mir, noch viele weitere Ausgaben zu schreiben. ------------------------------------------------------------------------ KLIMANEWS DER WOCHE 1) Mediziner:innen fordern Ausschluss fossiler Lobbyist:innen von UN-Klimakonferenz Gesundheitsexpert*innen aus aller Welt haben in einem offenen Brief gefordert, dass Lobbyist*innen der Kohle-, Öl- und Gasindustrie von der bevorstehenden UN-Klimakonferenz ausgeschlossen werden. Sie argumentieren, dass die Interessen der fossilen Industrie bei den Klimaverhandlungen keine Rolle spielen sollten, Ă€hnlich wie bei der Regulierung von Tabakprodukten die Tabakindustrie nicht mitreden dĂŒrfe. Im letzten Jahr waren hunderte Lobbyist*innen fĂŒr fossile Brennstoffe auf der Klimakonferenz in Ägypten prĂ€sent. Die unterzeichnenden Organisationen, darunter der WeltĂ€rztebund, vertreten 46 Millionen Gesundheitsexpert*innen und Mediziner*innen. Sie appellieren an Regierungschef*innen weltweit, einen schnellen Ausstieg aus fossilen EnergietrĂ€gern zu unterstĂŒtzen, um Gesundheit und ökonomischen Wohlstand fĂŒr alle zu sichern. Zum Weiterlesen: Zeit [1] [1]: https://www.zeit.de/wissen/2023-11/un-klimakonferenz-mediziner-auschluss-oel-kohle-gas

2) TV-Publikum wĂŒnscht tĂ€gliche Klima-Updates Eine Studie [1] der MaLisa-Stiftung in Zusammenarbeit mit ARD, ZDF, ProSiebenSat.1 und RTL Deutschland zeigt, dass sich die Mehrheit der TV-Zuschauer*innen eine verstĂ€rkte Berichterstattung ĂŒber Klimawandel und BiodiversitĂ€t wĂŒnscht. Untersucht wurden die Programme von 20 deutschen Fernsehsendern im Zeitraum 1.9.-31.10.2022. Außerdem wurde eine reprĂ€sentative Umfrage durchgefĂŒhrt. - 62 Prozent der Befragten möchten hĂ€ufiger ĂŒber den Klimawandel informiert werden, - 40 Prozent fordern tĂ€gliche Updates zu diesen Themen im TV, - 65 Prozent gaben an, dass die Berichterstattung ĂŒber Extremwetter-Ereignisse ihre Wahrnehmung vom Klimawandel verĂ€ndert habe. - Das Thema Klimawandel ist in rund 1,8 % aller Sendeminuten im analysierten TV-Programm prĂ€sent. Zum Weiterlesen: Zeit [2], DWDL [3] [1]: https://malisastiftung.org/klimawandel-und-biodiversitaet-im-tv/ [2]: https://www.zeit.de/kultur/film/2023-10/malisa-stiftung-fernsehzuschauer-klimakrise-interesse [3]: https://www.dwdl.de/nachrichten/95264/klimawandel_im_tv_zwischen_wunsch_nach_mehr_und_verdruss/?utm_source=&utm_medium=&utm_campaign=&utm_term= **3) Wissenschaftler*innen rufen die WHO auf, die Klimakrise als Gesundheitsnotstand anzuerkennen** Über 200 wissenschaftliche Fachjournale, darunter renommierte Publikationen wie The Lancet und The British Medical Journal (BMJ), haben einen Aufruf fĂŒhrender Wissenschaftler*innen veröffentlicht, in dem sie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu auffordern, die Klimakrise und BiodiversitĂ€tskrisen als Gesundheitsnotstand zu erklĂ€ren. Sie fordern, diesen vor der nĂ€chsten Weltgesundheitsversammlung im FrĂŒhjahr 2024 auszurufen. Der Aufruf beschreibt verschiedene gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels, darunter die Verbreitung ansteckender Krankheiten aufgrund steigender Temperaturen und Extremwetter, Umweltverschmutzung, Versauerung der Meere und den RĂŒckgang der Artenvielfalt. Die Wissenschaftler*innen betonen die Rolle von Gesundheitsexpert*innen bei der Vermittlung dieser Botschaft und der Einflussnahme auf politische EntscheidungstrĂ€ger*innen, um dringende Maßnahmen zu ergreifen. Der Gesundheitsnotstand ist die höchste Alarmstufe, die die WHO verhĂ€ngen kann. Sie tat dies beispielsweise im Rahmen der Corona-Pandemie. Zum Weiterlesen: Zeit [1], Deutschlandfunk [2] [1]: https://www.zeit.de/gesundheit/2023-10/gesundheitsnostand-klima-who-cop-aufruf [2]: https://www.deutschlandfunk.de/wissenschaftler-wollen-dass-who-klima-und-naturkrise-zum-gesundheitsnotstand-erklaert-100.html ------------------------------------------------------------------------ Als Quelle fĂŒr diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Tagesschau, DWDL, Deutschlandfunk, und Zeit. Dieser Newsletter steht unter der Creative Commons Lizenz: CC-BY Impressum: https://klimahochdrei.de/impressum-datenschutzerklaerung.html

Klimahochdrei -------------- 21. Oktober - 27. Oktober 2023 Hallo zusammen, in der vergangenen Woche kam es zu einem Jahrhundert-Hochwasser an der Ostsee, es wurde eine Studie zur TV-Berichterstattung ĂŒber den Klimawandel veröffentlicht und Wissenschaftler*innen fordern, dass die Klimakrise als Gesundheitsnotstand anerkannt wird. Hier kommen die Klimanews der Woche. Viele GrĂŒĂŸe Jakob ------------------------------------------------------------------------ UNTERSTÜTZEN Klimahochdrei lebt von eurem finanziellen Support. Einige Leser*innen unterstĂŒtzen den Newsletter regelmĂ€ĂŸig. Vielen Dank dafĂŒr! Ich bezahle davon eine Lektorin, die Webseite und hin und wieder einen Kaffee. Hier geht’s zum freiwilligen Bezahlabo: https://klimahochdrei.de/klimahochdrei-abonnieren.html Alternativ sind auch einzelne Spenden via PayPal möglich: https://www.paypal.me/klimahochdrei WEITEREMPFEHLEN HILFT: ErzĂ€hlt euren Freund*innen von Klimahochdrei. Jede zusĂ€tzliche Leserin und jeder zusĂ€tzliche Leser gibt mir Motivation und hilft mir, noch viele weitere Ausgaben zu schreiben. ------------------------------------------------------------------------ KLIMANEWS DER WOCHE 1) Jahrhundert-Hochwasser an der Ostsee verursacht MillionenschĂ€den Bei einem Jahrhundert-Hochwasser an der Ostsee, welches unter anderem Regionen wie Flensburg, Eckernförde und Schlei betraf, kam es zu WasserstĂ€nden bis zu 2,27 Metern ĂŒber dem Normalmaß und SchĂ€den in Millionenhöhe. Nun beginnt das AufrĂ€umen. Deiche brachen, Straßen wurden ĂŒberflutet, und sogar die kleinste Stadt Deutschlands, Arnis, musste evakuiert werden. In Kiel wurde der Sporthafen Schilksee stark in Mitleidenschaft gezogen, und zahlreiche FĂ€hren fielen aufgrund von Niedrigwasser aus. Die Landesregierung verspricht schnelle Hilfe, betont aber die Notwendigkeit einer gemeinsamen Anstrengung von Bund und Land im KĂŒstenschutz. Langanhaltende Wetterlagen begĂŒnstigen extreme Wetterereignisse wie das derzeitige Hochwasser. Forscher*innen zeigten bereits 2021 in ihrer Studie [1], dass solche Wetterlagen durch den Klimawandel hĂ€ufiger auftreten. Zum Weiterlesen: taz [2], Tagesschau [3] [1]: https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/zu-trocken-zu-heiss-oder-zu-nass-mehr-lang-anhaltende-wetterlagen-im-europaeischen-sommer [2]: http://www.taz.de/Jahrhundert-Hochwasser-an-der-Ostsee/!5967816/ [3]: https://www.tagesschau.de/inland/hochwasser-ostsee-sturmflut-100.html

2) Weltzeituhr auf Berliner Alexanderplatz von Klimaaktivist:innen orange markiert Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation” haben die Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz mit oranger Farbe markiert. Die Aktion beinhaltete das VersprĂŒhen von Farbe aus Feuerlöschern sowie das AufhĂ€ngen eines Transparents mit der Aufschrift „Uns lĂ€uft die Zeit davon.” Die Aktivist*innen kritisierten die Bundesregierung fĂŒr unzureichende Klimaschutzmaßnahmen: „Die Bundesregierung verschwendet kostbare Zeit mit fadenscheinigen Klimaschutzmaßnahmen und verlogenen Lippenbekenntnissen.” Die Polizei stellte Personalien von neun Demonstrant*innen. Die Aktion erregte in sozialen Medien Empörung und Diskussion. Die Weltzeituhr, ein Wahrzeichen von 1969, steht unter Denkmalschutz und zeigt Zeitzonen und StĂ€dte der Welt. Zuvor hatten Mitglieder der Gruppe Ă€hnliche Aktionen an UniversitĂ€tsgebĂ€uden in Freiburg und LĂŒbeck durchgefĂŒhrt. Zum Weiterlesen: Zeit [1], Spiegel [2] [1]: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2023-10/klimaprotest-letzte-generation-weltzeituhr-farbe-berlin-alexanderplatz [2]: https://www.spiegel.de/panorama/berlin-letzte-generation-besprueht-weltzeituhr-auf-alexanderplatz-mit-farbe-a-1d838358-9305-4fa6-89ff-07792650e027#ref=rss 3) EU-Umweltminister:innen einigen sich auf strengere CO2-Ziele fĂŒr Lkw und Busse Die EU-Umweltminister haben eine gemeinsame Verhandlungsposition fĂŒr die 28. UN-Klimakonferenz (COP28) festgelegt. Die neuen CO2-Ziele sehen vor, dass Lkw bis 2030 45 Prozent weniger CO2 ausstoßen sollen und Stadtbusse bis dahin zu 85 Prozent emissionsfrei sein sollen, wobei bis 2035 eine vollstĂ€ndige Emissionsfreiheit angestrebt wird. Zudem ist das Ziel, die CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen bis 2040 um 90 Prozent zu reduzieren. Bundesumweltministerin Steffi Lemke begrĂŒĂŸte die strengeren Ziele als positiv fĂŒr die LuftqualitĂ€t und die Förderung der ElektromobilitĂ€t. Auf DrĂ€ngen einiger MitgliedslĂ€nder wurde die vollstĂ€ndige Umstellung der Stadtbusse auf emissionsfreie Technologien von 2030 auf 2035 verschoben. Die Idee synthetischer Kraftstoffe fand keine Mehrheit. Das bei den UN hinterlegte Klimaziel bleibt unverĂ€ndert bei einer CO2-Reduktion bis 2030 von mindestens 55 Prozent im Vergleich zu 1990. Der Gesetzentwurf geht nun in Verhandlungen mit dem Europaparlament. Zum Weiterlesen: Tagesschau [1], taz [2] [1]: https://www.tagesschau.de/ausland/eu-co2-ausstss-lkw-busse-100.html [2]: https://taz.de/Vor-der-COP28/!5963706/ ------------------------------------------------------------------------ Als Quelle fĂŒr diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Tagessschau, Zeit, und Spiegel. Dieser Newsletter steht unter der Creative Commons Lizenz: CC-BY Impressum: https://klimahochdrei.de/impressum-datenschutzerklaerung.html

Klimahochdrei -------------- 14. Oktober - 20. Oktober 2023 Hallo zusammen, diese Woche berichtete die US-Klimabehörde NOAA von neuen Temperaturrekorden, Aktivist*innen kritisierten die Bundesregierung fĂŒr zu langsamen Klimaschutz und EU-Minister*innen einigten sich auf neue CO2-Einsparungen fĂŒr Lkw, Busse und Nutzfahrzeuge. Hier kommen die Klimanews der Woche. Viele GrĂŒĂŸe Jakob ------------------------------------------------------------------------ UNTERSTÜTZEN Klimahochdrei lebt von eurem finanziellen Support. Einige Leser*innen unterstĂŒtzen den Newsletter regelmĂ€ĂŸig. Vielen Dank dafĂŒr! Ich bezahle davon eine Lektorin, die Webseite und hin und wieder einen Kaffee. Hier geht’s zum freiwilligen Bezahlabo: https://klimahochdrei.de/klimahochdrei-abonnieren.html Alternativ sind auch einzelne Spenden via PayPal möglich: https://www.paypal.me/klimahochdrei WEITEREMPFEHLEN HILFT: ErzĂ€hlt euren Freund*innen von Klimahochdrei. Jede zusĂ€tzliche Leserin und jeder zusĂ€tzliche Leser gibt mir Motivation und hilft mir, noch viele weitere Ausgaben zu schreiben. ------------------------------------------------------------------------ KLIMANEWS DER WOCHE 1) Rekordjahr: 2023 auf dem Weg zum heißesten Jahr aller Zeiten Die US-Klimabehörde NOAA [1] ist zu ĂŒber 99 Prozent sicher, dass 2023 weltweit das wĂ€rmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor 174 Jahren sein wird. Von Januar bis September brach das Jahr bereits Temperaturrekorde, wobei Juni bis September die heißesten Monate waren. Besonders der September stach hervor, mit einer globalen Durchschnittstemperatur von 1,44 Grad Celsius ĂŒber dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Der EU-Klimawandeldienst Copernicus berichtete sogar von einer Abweichung von 1,75 Grad Celsius ĂŒber dem vorindustriellen Referenzzeitraum (1850 bis 1900). Im ganzen Jahr 2023 lagen die durchschnittlichen Temperaturen bisher 1,4 Grad Celsius ĂŒber dem vorindustriellen Niveau, nur 0,1 Grad unter dem ersten Grenzwert des Pariser Klimaabkommens. Auch Deutschland verzeichnete den wĂ€rmsten September seit Aufzeichnungsbeginn. El Niño, ein natĂŒrliches KlimaphĂ€nomen, verschĂ€rft die ohnehin steigenden Temperaturen durch die Klimakrise weiter. Zum Weiterlesen: taz [2], Zeit [3] [1]: https://www.noaa.gov/news/topping-charts-september-2023-was-earths-warmest-september-in-174-year-record [2]: http://www.taz.de/US-Behoerde-zu-99-Prozent-sicher/!5966391/ [3]: https://www.zeit.de/news/2023-10/14/us-behoerde-2023-bricht-wohl-temperaturrekord