[08.08.2026 11:50] MyKosmos: Können wir Deutsche nicht endlich mit jenen Resten von Autokratie brechen, welche das Heil nur in Negativismen wie Verboten und Unterdrückungen quellenden Lebens sieht? Will es uns denn gar nicht gelingen, in allem, was geschieht, das Positive zu finden und einen höheren Sinn zu erkennen? Können wir nicht in dem Drang so vieler Abiturienten zum Medizinstudium ein Symptom geistiger Entwicklung, ein erfreuliches Aufstreben zu umfassender Bildung, zum Eindringen in die Geheimnisse von Natur und Mensch erkennen? 30000 überschüssige Ärzte müssen ja nicht unbedingt eine Praxis ausüben, zumal heute ein Facharbeiter ebensoviel verdient wie mancher Kassenarzt. Das Wort „Arzt“ hat einen viel weiteren Sinn; denn Krankheiten gibt es nicht nur beim Menschen, sondern auch in Politik, Wirtschaft und Kultur. Der Arzt, der den Mikrokosmos Mensch in seiner Organisation genau kennt, braucht nur die richtige Umschaltung vorzunehmen, um sofort alle Organisationen der Welt zu verstehen, und kann jede Berufsart in der er wirkt, durch das spezifisch Ärztliche heben und damit wertvoller und rentabler machen. Es kann gar nicht genug Ärzte geben, die mit ihrer hohen Bildung in andere Berufe übergehen und diesen eine größere Bedeutung für das Volkswohl geben. Wo findet man nicht überall Juristen! Es gibt kein Hirn, welches voraussehen kann, welche ganz neuen Berufe die niemals überflüssigen, sondern überall unentbehrlichen Ärzte erdenken und neuschöpfen werden. Wer will es wagen, eine solche Entwicklung einfach abzuwürgen? Auf den Einwand, dass jeder Medizinstudent den Staat angeblich DM 10000,-- kostet, wird erwidert, dass das ja niemand verlangt hat; auch erscheint das Zustandekommen dieser Summe in vieler Hinsicht zweifelhaft.
Wir sollten einmal davon abkommen, im Studium nur eine Fachausbildung zu sehen! Jedes Studium, und ganz besonders das medizinische, ist eine Ausweitung der Allgemeinbildung in Richtung Vergeistigung, wie sie unsere Zeit für alle Berufe fordert. Nicht Drosselung eines Studiums darf die Lösung sein, sondern ganz im Gegenteil mehr Studienmöglichkeiten, mehr Hochschulen mit Tag- und Abendkursen für Jedermann! Wenn der Staat da nicht mitkommt, dann soll er wenigstens den Weg freigeben für die private Initiative, die auch hier wirtschaftlicher arbeiten und neuen Tausenden die Möglichkeit geistiger Entwicklung schaffen wird. Die besten Köpfe sitzen nicht in den Amtsstuben, sondern im heißen, drängenden, unsicheren Leben. Wir haben die Schwelle einer neuen Zeit überschritten und wollen nicht bei jedem neuen Schritt den unbeholfenen Staatsbüttel im Wege stehen sehen, dessen Denk-Kodex aus der Zeit des alten Fritz, Martin Luthers oder gar Karls des Großen stammt. Wir fordern freie Bahn für alle, die studieren wollen, und Freiheit für jede Art von Schule. Der Staat, der dazu hilft, wird geliebt und geachtet werden. Ein Unterdrücker-Staat aber lädt millionenfachen Hass auf sich.
https://t.me/DrmedHWill
https://t.me/premmanis