Das darf ich aus der Akte veröffentlichen: BUNDESTAGS-ABGEORDNETER DR. RAINER ROTHFUSS PACKT AUS
Dieser Mann weiß, worum es geht: Der Diplom-Geograf und ehemalige Juniorprofessor für Entwicklungsländerforschung an der Uni Tübingen hat Teile seines Studiums im südamerikanischen Venezuela absolviert, spricht fließend Spanisch und verfolgt seit jeher die Lage im Land. Er ist einer der besten Landeskenner unter den Bundestagsabgeordneten und hat nun vor Gericht in meiner Sache eine vernichtende Sachverständigen- und Zeugenaussage über die zerstörerische Außenpolitik der Bundesregierung in Südamerika abgegeben:
Sie habe - so sagte er es schon 2018/19 - einen (gescheiterten) Putschversuch vor Ort unterstützt und damit alle deutschen Staatsbürger vor Ort in Gefahr gebracht. Den früheren BRD-Botschafter in Venezuela - Daniel Kriener - nennt er einen „politischen Aktivisten“, der damals zu Recht des Landes verwiesen worden sei. Rothfuß wörtlich: „Gegenüber keinem anderen Land ergriff die Führung Venezuelas seinerzeit eine derart ernste Maßnahme.“
Nachdem damals klar geworden war, dass mich die Bundesregierung bewusst in der politischen Haft zu halten suchte, entbrannten innerhalb der AfD Initiativen zu meiner Befreiung: Rothfuß und der Abgeordnete Hemmelgarn entschieden sich schließlich dafür, nach Venezuela zu reisen, um vor Ort tätig zu werden. Die erfolgreiche Initiative der Bystrons, den russischen Außenminister zu aktivieren, kam dem zuvor.
Rainer Rothfuß erinnert sich auch noch genau an sein Treffen mit dem venezolanischen Botschafter in Berlin, der „sehr verwundert darüber (war), dass sich die Bundesregierung erstaunlich wenig für Herrn Six eingesetzt habe und insbesondere einen Prozess statt einer Freilassung verlangte“. Genau an diesem Punkt wird es spannend.
Denn: Die Bundesregierung schickt den früheren BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel als Zeugen gegen mich ins Rennen. Dieser hat ausgesagt (Original darf nicht gezeigt werden), dass der venezolanische Botschafter ihm gegenüber die Bundesregierung gelobt habe. Die AfD, der Henkel 2014/15 selbst angehört hatte, habe den Fall dagegen instrumentalisiert. Was stimmt denn nun?
Henkel hat offene Rechnungen mit der „Alternative für Deutschland“, die er heute erbittert bekämpft. Allerdings ist aus den Akten zu ersehen, dass er sich als EU-Abgeordneter und engagierter Förderer von „Amnesty International“ sehr energisch für meine Freilassung eingesetzt hatte und die über Wochen fehlende Berichterstattung „der meisten deutschen Medien“ als „skandalöse Ignoranz“ charakterisierte. In der Kommunikation mit ihm - wobei ich mich herzlich bedankte - wurde mir klar, dass er von BRD-Botschafter Kriener mit Märchen eingelullt worden ist.
Und das Rätsel um den Chefdiplomaten der Latinos in Berlin? Ramón Orlando Maniglia Ferreira war Marine-Admiral und Verteidigungsminister unter Chávez. Ich halte ihn für einen Apparatschik, der im Zweifel jedem erzählt, was er hören will.
Am Ende bleibt der Streit darum, was der Botschafter wirklich dachte, eine weitere bittere Note in einem durch und durch kafkaesken Verfahren: Wären wir Deutschen nicht so gestraft mit einer antideutschen Bundesregierung und kaltherzigen Behörden, die ihr eigenes Volk verachten, wäre von Anfang an niemals ein so überflüssiger Wust entstanden, der nun mit der Aufarbeitung immer umfangreicher wird. Ein normaler Staat hätte - wie es seinerzeit alle anderen Botschaften in Caracas taten - einfach angerufen und sich für die Freilassung eingesetzt. Die BRD dagegen lehnte meine Freilassung ab, bevor nicht „die Vorwürfe“ juristisch geklärt wären.
Rainer Rothfuß jedenfalls ist ein Mann des Volkes geblieben: Schon damals half er, Teile meines Gepäcks zurück nach Deutschland zu retten - ohne einen Vorteil davon zu haben. Als früherer CSU-Lokalpolitiker und Initiator der „Druschba-Friedensfahrten“ nach Russland macht er die AfD darüber hinaus als Volkspartei über gesellschaftliche Grenzen hinweg anschlussfähig.
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