... umhergetrieben von jedem Wind der Lehre Epheser 4,14
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Ăber den Missbrauch von MatthĂ€us 18 Teil 2
D. A. Carson
Zweifelsohne kann man sich eine aktuelle Situation ausdenken, die im ersten Moment dazu fĂŒhren könnte, dass man sich am Kopf kratzt und die Frage stellt, wie man weise handeln sollte â oder, um das Problem im Kontext der gerade zitierten Schriftstellen zu formulieren, ob man im Lichte von MatthĂ€us 18 oder Titus 1 reagieren sollte. Zum Beispiel, ein Ortspastor mag von einer Lehre eines Dozenten seines denominationellen Seminars oder theologischen Colleges hören, die ĂŒber das Bekenntnis jener Denomination hinausgeht und möglicherweise eindeutig hĂ€retisch ist. Lassen Sie uns die Situation noch weiter zuspitzen: dieser Pastor beeinflusst eine Handvoll Studenten seiner Gemeinde, die das College besuchen. Muss der Pastor laut MatthĂ€us 18 zuerst mit dem Dozenten sprechen, bevor er sich öffentlich Ă€uĂert? Diese Situation ist kompliziert, weil die vermeintlich falsche Lehre in einem Sinne öffentlich ist und in einem anderen Sinne privat. Sie ist öffentlich, weil es nicht nur eine private Meinung ist, denn sie wird sicherlich verbreitet: sie ist in dem Sinne privat, weil das Material nicht veröffentlicht wurde, obgleich sie nur im Vorlesungssaal verbreitet wird. Es scheint mir so, als ob es von dem Pastor weise wĂ€re, zuerst zu dem Dozenten zu gehen, aber nicht aus Gehorsam gegenĂŒber MatthĂ€us 18, weil diese Schriftstelle nicht auf diese Situation zutrifft, sondern um herauszufinden, welche Auffassungen der Dozent wirklich vertritt. Letztlich könnte er zu dem Schluss kommen, dass der Dozent koscher ist; es könnte auch sein, dass der Dozent missverstanden wurde (und jeder Dozent mit IntegritĂ€t wird sich darum bemĂŒhen, in der Zukunft nicht in gleicher Weise missverstanden zu werden); oder auch, dass der Dozent etwas zu verbergen hat. Er mag den Eindruck gewinnen, dass er sich an den Vorgesetzten des Dozenten oder an eine noch höhere Stelle wenden muss. Der Punkt, auf den ich hinauswill, ist jedoch, dass diese Handlungsweise nicht wirklich etwas damit zu tun hat, die Anweisungen Jesu in MatthĂ€us 18 zu befolgen. Der Pastor geht zu dem Dozenten nicht um ihn in erster Linie zu tadeln, sondern um herauszufinden, ob ein wirkliches Problem besteht, wenn die Lehre in diese zweideutige Kategorie von nicht ganz privat und nicht ganz öffentlich fĂ€llt.
(2) In MatthĂ€us 18 ist der betreffende SĂŒnder in der AutoritĂ€t der Gemeinde exkommunizierbar â aus mindestens zweifacher Hinsicht.
Erstens, das Vergehen mag so ernsthaft sein, dass die einzig verantwortliche Entscheidung, die die Gemeinde treffen kann, darin besteht, den SĂŒnder der Gemeinde zu verweisen und ihn als Unbekehrten zu betrachten (18,17). Mit anderen Worten, der SĂŒnder muss exkommuniziert werden aufgrund seines ernsthaften Vergehens. Im Neuen Testament als Ganzes gibt es drei Kategorien von SĂŒnden, die diese ernsthafte Ebene erreichen: gröĂere Irrlehren (1Tim 1,20); gröĂere moralische Vergehen (1Kor 5) und anhaltende und trennende Spaltungen (Tit 3,10). Obgleich wir nicht wissen, um welche SĂŒnde es sich handelte, war diese SĂŒnde in MatthĂ€us 18 so ernsthaft, dass die Person exkommuniziert werden musste.
| 2 | Ăber den Missbrauch von MatthĂ€us 18 Teil 1
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D. A. Carson
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Vor einigen Jahren schrieb ich eine ziemlich gemĂ€Ăigte Kritik der Emerging Church Bewegung in ihrem damaligen Zustand, bevor sie sich in ihre gegenwĂ€rtigen verschiedenen Zweige aufteilte. Dieses kleine Buch bescherte mir einige der wĂŒtendsten, bittersten Emails, die ich jemals empfing â geschweige denn die Artikel in Internetblogs. NatĂŒrlich gab es andere Reaktionen â einige zustimmend und dankbar, einige nachdenklich und dialogbereit. Aber diejenigen Reaktionen, die am heftigsten ausgefallen waren, stammte von jenen, die Ă€uĂerst entrĂŒstet waren, weil ich die Personen, die ich in meinem Buch kritisierte, nicht zuerst privat aufgesucht hatte. Was fĂŒr ein Heuchler war ich â ich kritisierte meine BrĂŒder offenkundig auf der Grundlage der Bibel, obwohl ich selbst nicht dem Gebot der Bibel folgte, eine gewisse Prozedur einzuhalten, die in MatthĂ€us 18,15-17 gut dargelegt ist.
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Zweifelsohne wird diese Art von Anschuldigung immer populĂ€rer. Sie ist gewöhnlich mit der âJetzt habe ich dich erwischt!â-MentalitĂ€t verbunden, die viele Blogger und ihre Kommentatoren zu fördern scheinen. Person A schreibt ein Buch und kritisiert das eine oder andere Element des historischen christlichen Konfessionalismus. Einige Blogger reagieren mit mehr Hitze als Licht. Person B schreibt einen Blogartikel mit Substanz und antwortet auf Person A. Die BlogosphĂ€re entzĂŒndet sich in Attacken gegen Person B, indem sie Person B ziemlich anklagend die Frage stellen: âHast du zuerst mit Person A privat gesprochen? Wenn nicht, dann bist du schuldig an dem Gebot, das Jesus in MatthĂ€us 18 dargelegt hat?â Dieses Muster von Gegenangriff ist mit kleineren Varianten auf dem Vormarsch.
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Hierzu mĂŒssen mindestens drei Dinge gesagt werden:
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(1) Die SĂŒnde im Kontext von MatthĂ€us 18,15-17 ereignet sich auf einer kleinen Ebene in einer lokalen Gemeinde (was die Worte âsage es der Gemeindeâ sicherlich meinen). Es geht nicht um eine weit verbreitete Publikation, die eine groĂe Zahl von Menschen in vielen Teilen der Welt vom historischen Konfessionalismus abbringen soll. Diese letztere Art von SĂŒnde ist sehr öffentlich und richtet bereits Schaden an; sie muss konfrontiert werden, und ihr Schaden muss in einer ebenso öffentlichen Weise wieder behoben werden. Das ist ein ziemlicher Unterschied zu einer Situation, in der bspw. ein GlĂ€ubiger herausfindet, dass ein Bruder seinen Bund der Ehe gebrochen hat und mit einer anderen als der eigenen Frau schlĂ€ft, und er geht privat zu ihm, dann mit einem weiteren Bruder, in der Hoffnung, dass echte BuĂe und Reue geschieht; nur wenn dies erfolglos bleibt, muss die Angelegenheit vor die Gemeinde gebracht werden.
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Um diese Sache anders auszudrĂŒcken, nach dem Lesen von MatthĂ€us 18 erkennt man, dass es sich bei der SĂŒnde, um die es sich handelt, um eine Missetat geht, die zunĂ€chst nicht öffentlich ersichtlich ist (im Gegensatz zu der Veröffentlichung eines törichten aber einflussreichen Buches). Es geht um etwas relativ Privates, das nur von ein oder zwei GlĂ€ubigen bemerkt wird und doch ernsthaft genug ist, um vor die ganze Gemeinde gebracht zu werden, sofern derjenige, der den Fehltritt begangen hat, sich weigert, BuĂe zu tun. Wenn die Autoren des Neuen Testaments im Gegensatz hierzu mit falscher Lehre konfrontiert sind, schlagen sie einen anderen Ton an: ein gottesfĂŒrchtiger Ăltester âhĂ€lt sich an das zuverlĂ€ssige Wort, wie es der Lehre entspricht, damit er imstande ist, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu ĂŒberfĂŒhrenâ (Titus 1,9). | 253 |
| 3 | PrÀsident Trumps zweite Ehefrau: AnhÀngerin der Kabbala und Vermittlerin der Kabbala in der Familie Trump
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David Cloud
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Der folgende Auszug stammt aus dem Artikel âMarla Maplesâ auf Israel 365 News vom 10. August 2026:
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âMarla Maples, Donald Trumps zweite Ehefrau, verriet in einem neuen Interview, dass der PrĂ€sident eine aramĂ€ische Ausgabe des Buches Pinchas aus dem Sohar unter seiner Kleidung bei sich trĂ€gt, direkt an sein Herz gedrĂŒckt. Im GesprĂ€ch mit Jonathan Rieger von Channel 12 sagte Maples, der mystische Text diene einem bestimmten Zweck in Trumps Leben: âSchutz und Heilung.â ... Maples beschrieb ein umfassendes spirituelles Leben, das durch zwei Jahrzehnte des Studiums am Kabbala Center geprĂ€gt wurde. Sie sagte, sie halte sich seit mehr als zwanzig Jahren an die koscheren Speisevorschriften und befolge seit Jahren auch den Sabbat. Trumps Tochter Ivankas Konversion zum Judentum habe dazu gefĂŒhrt, dass Donald ,viel damit in BerĂŒhrung kamâ. ... Maples, die als Southern Baptist in Cohutta, Georgia, aufgewachsen ist, identifiziert sich weiterhin mit dem Christentum. The Daily Beast berichtete, dass sie regelmĂ€Ăig in die Kirche geht, dabei aber den Sabbat einhĂ€lt, sich koscher ernĂ€hrt und Kabbala studiert.â
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ANMERKUNG DER REDAKTION: Dieser Bericht beschreibt die Folgen der Aufhebung klarer dogmatischer und geistlicher Grenzen im Evangelikalismus. Diese Vermischung wird zu einer BrĂŒcke zu jeglicher HĂ€resie und falscher Religion. Der Zohar ist ein grundlegender Aspekt der Kabbala, der esoterischen oder okkulten (geheimen) Lehre alter jĂŒdischer Rabbiner. Sie lehnt sich stark an heidnischen Okkultismus wie Astrologie und Numerologie an und gilt als dritte oder âverborgeneâ Tora (âTorat Ha-Nistarâ), die Mose offenbart worden sein soll. Die Kabbala basiert auf einer allegorischen Auslegung der Heiligen Schrift, die geheime und âinnereâ Bedeutungen in den Wörtern und sogar Buchstaben der Schrift findet. Es gibt keine einzige offizielle oder ârichtigeâ Kabbala-Lehre. Sie besteht aus einer verwirrenden Vielfalt an Lehren und Praktiken. Der Schwerpunkt der Kabbala liegt darauf, sich an Gott zu binden und eins mit ihm zu sein, doch es handelt sich dabei um den Gott der menschlichen Vorstellungskraft. Der persönliche Gott der Heiligen Schrift wird durch Ein-sof oder Ain-sof [das Unendliche] ersetzt, eine unpersönliche, allmĂ€chtige Energie und unendliche Weisheit. Die panentheistische Sichtweise von Gott wird im chassidischen Judentum, einer bedeutenden Kabbala-Sekte, betont. (Weitere Informationen zur Kabbala finden Sie in âJews in Fighter Jets: Israel Past, Present, and Futureâ, erhĂ€ltlich im Bereich âBĂŒcherâ auf wayoflife.org.)
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FRIDAY CHURCH NEWS NOTES, VOLUME 27, ISSUE 33, AUGUST 14, 2026.
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Deutsche Ăbersetzung: Georg Walter    Â
Copyright: David Cloud  âȘïžÂ  www.wayoflife.org
Ăbersetzung mit freundlicher Genehmigung | 395 |
| 4 | Das höchste Ziel der Gemeinde
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Eine verweichlichte, degenerierte Form des Christentums unter den Heiden zu verbreiten ist nicht die ErfĂŒllung des Missionsbefehls Christi
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A. W. Tozer
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Die allgemeine Ăberzeugung, dass die höchste Pflicht der Gemeinde darin besteht, das Evangelium bis in die entferntesten Teile der Erde zu verbreiten, ist falsch. Ihre erste Pflicht besteht darin, geistlich wĂŒrdig zu sein, das Evangelium zu verbreiten. Unser Herr sagte âGeht hinâ, aber er sagte auch âwartetâ, und das Warten kam vor dem Gehen. WĂ€ren die JĂŒnger als Missionare losgezogen vor Pfingsten, wĂ€re es ein totales spirituelles Desaster geworden, denn sie hĂ€tten nicht mehr erreicht, als Bekehrte zu machen, die ihnen gleich waren, und dies hĂ€tte die ganze Geschichte der westlichen Welt zum Schlechteren gewendet mit Konsequenzen fĂŒr die nachfolgenden Jahrhunderte.
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A. W. Tozer, Of God and Men. | 392 |
| 5 | Die SĂŒnde nicht mehr liebhaben
Paul Humburg
Wer sich mit dem Gesetz einlĂ€sst, um es zu erfĂŒllen und dadurch Gott zu gefallen, der stirbt am Gesetz. Zum Leben kommen wir nur durch die Gnade. Wir werden geschenkweise gerecht, oder wir werden ĂŒberhaupt nicht gerecht, sondern es ist aus mit uns, und wir sind verloren. Die aber durch die Gnade gerecht geworden sind, werden erneuert durch den Heiligen Geist. Nicht, dass sie keine SĂŒnde mehr hĂ€tten oder tĂ€ten! Gottes Kinder sind nicht Menschen, die keine SĂŒnde mehr haben, sondern Menschen, die keine SĂŒnde mehr liebhaben. Ihr tĂ€gliches Gebet ist: »Kein SĂŒnde tun, ach Gott, verhĂŒt's!« »Ewig entsag' ich der SĂŒnde.« | 1 665 |
| 6 | Kann ein Christ sein Heil wieder verlieren?
von Prof. Dr. Erich Mauerhofer
Es gibt â namentlich im Neuen Testament â Bibelstellen ĂŒber den Heilsstand des Wiedergeborenen, die sich bei oberflĂ€chlicher Betrachtung zu widersprechen scheinen. Ich greife zwei davon exemplarisch heraus; weiter unten in diesem Artikel werde ich andere wichtige Stellen anfĂŒhren:
Joh 10, 27.28: «Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmerÂmehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reiĂen.»
Joh 15, 2.6: «Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie mĂŒssen brennen.»
Das scheinbare Problem lĂ€sst sich nur lösen, wenn man die Spannung zwischen Ermutigung und Trost einerseits und Ermahnung andererseits genau beachtet. âŠ
⊠weiterlesen hier: https://horst-koch.de/kann-ein-christ-sein-heil-verlieren/ | 491 |
| 7 | Musik und Mystik Teil 2
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Ăber das Wesen der Musik, âreligiöseâ GefĂŒhle zu erzeugen
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Larry DeBruyn
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Der Okkultist Wilburn Burchette berichtete, wie er als kleiner Junge durch Musik einen âDurchbruchâ erlebte. Er berichtet: âIch kam an den Punkt, wo mein Denken leer war. Ich erinnere mich, wie das Bewusstsein sich verĂ€nderte und ich hatte das GefĂŒhl, als ob ich jenseits der Zeit wĂ€re. Ich fĂŒhlte mich so, als ob ich in der Zeit vorwĂ€rts und zurĂŒck gehen könne. Diese Erfahrung ist ein Orgasmus der Seele, weil du in einer vollkommenen, absoluten Einheit bist. Du erweiterst dein Denken und verlĂ€sst diese Dimension, und bumm! Du empfĂ€ngst ein Verstehen jenseits aller Worte. Wenn du in diese andere Dimension hinĂŒbergehst, teilst du dich in zwei Personen, und doch bist du eine Person. Das haben alle Alchemisten erkundet: du teilst dich in zwei Personen, und doch bist du eine. FĂŒr die meisten Leute klingt dies ziemlich verrĂŒckt, aber du bist zwei Personen, du bist zu einem anderen Wesen geworden, dass das Absolute erfahren kann, das Göttliche. Diese beiden Personen in dir sind in einer vollkommenen Einheit.â
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Ein Vertreter der kontemplativen Bewegung beschreibt seine Erfahrung: âDie Wirkung der Musik, die mein Nervensystem beeinflusst, erzeugt ein HochgefĂŒhl in mir, eine körperliche Leichtigkeit, die mich sofort tief in und auĂerhalb meines Körpers eindringen lĂ€sst und mich gleichzeitig auf drei Ebenen versetzt: ein Körper mit einem Geist, ein Geist ohne Körper und ein Geist, der sie in ekstatischer Weise miteinander verbindet.â Wer ist diese Person und wo befand sie sich, als sie diese mystische Ekstase erlebte? Der Autor ist ein Gitarrist, der 15 Jahre lang Rock and Roll spielte, und was er beschrieb, war seine Erfahrung bei dem Konzert der Rockband Creed [creed bedeutet Glaubensbekenntnis] wĂ€hrend eines spirituellen Einkehrtages in einem Kloster!
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Dennoch kann Musik selbst keine echten und anhaltenden Gotteserfahrungen hervorbringen, wie das Harfenspiel Davids vor Saul deutlich macht (1Sam 16,14-23). Die Musik Davids nahm Saul fĂŒr kurze Zeit seine Angst, aber sie heilte sie nicht. Im Gegensatz zu undefinierbaren GefĂŒhlen an sich, können âgeistliche Lieder,â die das Evangelium und Gottes Wort erheben, geistliche Erfahrungen und ein gottesfĂŒrchtiges Leben fördern. Wahre geistliche Erfahrungen in und unter Christen haben ihre Ursache in dem âErfĂŒlltwerden mit dem Geist,â das zum Ausdruck kommt, wenn sie âzueinander reden mit Psalmen und LobgesĂ€ngen und geistlichen Liedernâ (Eph 5,19). Solche geistlichen Lieder haben die Person und das Werk Jesu Christi zum Mittelpunkt (Jo 1,1), wie die Schrift (2Petr 1,19) und der Heilige Geist bezeugen (Jo 15,26). Bleibende geistliche Erfahrungen, die durch Musik hervorgerufen werden, zeugen von der Bibel. Sie sind nicht subjektive und mystische Ziele in sich selbst.
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Obgleich Musik mystische Erfahrungen hervorrufen kann, gibt es keine Musik, die wahre geistliche GefĂŒhle an sich beinhaltet. Wenn man menschliche GefĂŒhle manipuliert, können sie von der Anbetung des allmĂ€chtigen Gottes ablenken. Die Aufmerksamkeit des Anbeters kann sich auf sich selbst in einem besonderen Augenblick von Ekstase richten. Auf der anderen Seite lenkt göttliche Musik die Aufmerksamkeit der Menschen von sich weg auf Gott und seine wunderbare Erlösung, die er durch den Herrn Jesus Christus vollbracht hat. GottesfĂŒrchtige Lieder sind ein Schutz fĂŒr unsere Emotionen, was wir auch immer zu einem gewissen Zeitpunkt fĂŒhlen mögen, da diese Lieder unser Denken und unser Herz auf Jesus Christus ausrichten, wĂ€hrend der Heilige Geist Jesus bezeugt und die Worte der Lieder das Evangelium und das Wort Gottes in unseren Seelen bestĂ€tigt.
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Larry DeBruyn, The Music and the Mystical - On music's native ability to engender "religious" feelings. | 433 |
| 8 | Musik und Mystik Teil 1
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Ăber das Wesen der Musik, âreligiöseâ GefĂŒhle zu erzeugen
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Larry DeBruyn
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Musik hĂ€ngt von individuellen Impulsen ab, sie ist Geschmackssache und abhĂ€ngig von ihren jeweiligen Komponisten, KĂŒnstlern und Konsumenten; Musik ist vielfach kreativ und Ă€therisch (himmlisch, flĂŒchtig), und sie erzeugt Erfahrungen. Aber wie jede Stilrichtung von den MilitĂ€rmĂ€rschen bis zu den Liebesliedern ihre besondere Eigenart hat, besitzt eine gewisse Art von Musik eine geheimnisvolle, wenn nicht okkulte, Macht, die Seele zu bewegen. Die einzige Frage, die sich fĂŒr den christlichen GlĂ€ubigen stellt, ist: Sind seine musikalischen Vorlieben, Gewohnheiten und Erfahrungen ein Hindernis fĂŒr das Werk des Heiligen Geistes in ihren Seelen (siehe Eph 5,18-19)?
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In einem Interview mit dem ehemaligen Rockmusiker Tom Beadoin macht er Aussagen, die die Rockmusik mit mystischer âSpiritualitĂ€tâ in Verbindung bringen. Beachten Sie das Folgende: âdie digitale Umgebung der CD,â schreibt er, âist die plastische, virtuelle âWeltâ der jungen Generation von heute⊠die GröĂe und IntimitĂ€t Gottes.â Er spricht von der âinhĂ€renten ReligiositĂ€t der Rockmusik.â Er sagt, dass âsowohl die Rockmusik selbst als auch religiöse Erfahrungen mögen fĂŒr VerĂ€nderung noch offen sein;â er erlĂ€utert, dass âdie âFrucht des Geistesâ (Gal 5,22) oftmals durch die Rockmusik erfahren werden kannâ und dass âRockmusik eine Form von religiöser Erfahrung ist und religiöse Erfahrungen und religiöse Erkenntnisse vermitteln kann.â Aber welche Religion wird durch die Rockmusik transportiert? FĂŒr mich klingt dies wie der Rhythmus des Mystizismus.
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Vielleicht erklĂ€rt dies ein wenig die Anziehungskraft von Musik - das gĂ€nzlich Geheimnisvolle und das sinnliche Wohltuende auf die menschliche Seele. Von âleichter Musikâ ĂŒber âgemĂ€Ăigte Rockmusikâ bis zum âHardrockâ und einigen klassischen StĂŒcken gibt es eine undurchsichtige und undefinierbare Verbindung zwischen dem Sinnlichen und dem Spirituellen, die versteckten sexuellen Anspielungen von Ravels Bolero und vieles in der Rockmusik ist ein Beweis hierfĂŒr. Wer Rockmusik hört, indem er ein Rockkonzert besucht oder Rockmusik ĂŒber einen iPod oder CD-Player hört, kann bestĂ€tigen, dass diese Musik mystische Erfahrungen in der empfindsamen Seele bewirken kann.
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Pastor Rob Bell beschreibt eine solche Erfahrung. âIch erinnere mich an das erste Mal, als ich in wahrer Gottesfurcht vor Gott stand,â schreibt er. âZum ersten Mal in meinem Leben erfuhr ich etwas so Gewaltiges und Liebevolles und Transzendentes und⊠Wahres. Etwas, dem ich mich sicherlich anvertrauen konnte. Besonders erinnere ich mich daran, dass ich zu der Ăberzeugung kam, dass das Universum sicher war, trotz all der schrecklichen und tragischen Dinge in dieser Welt. Ich erinnere mich, wie ich von dem Wort wahrhaftig ĂŒberwĂ€ltigt war. Das gesamte Leben war irgendwie gut⊠und ich war 16 Jahre alt auf dem Konzert von U2. Es war die Joshua Tree Tournee. Als sie anfingen, das Lied âWhere the Streets have No Nameâ (Wo die StraĂen keine Namen haben) zu singen, dachte ich, ich wĂŒrde spontan vor Freude explodieren. Das war real. Hier geschah etwas. Was immer es war, ich wollte mehr. Nie zuvor hatte ich mich so gefĂŒhlt.â | 372 |
| 9 | đ sehr gut | 1 |
| 10 | Wahre Bekehrung
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A W Tozer
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Was sollte bei einer echten Bekehrung geschehen? Was sollte ein Mann oder eine Frau erfahren, wenn er oder sie von neuem geboren wird?
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Da sollte dieser wahre und echte Schmerzensruf sein. Darum liebe ich die Art von Evangelisation nicht, die versucht, Menschen durch das Unterschreiben einer Karte in die Gemeinschaft mit Gott zu fĂŒhren.
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Es muss eine neue Geburt im Inneren des Menschen stattfinden. Es sollte die Gottesfurcht vorhanden sein, die dem SĂŒnder den Kontrast zu einem heiligen, heiligen, heiligen Gott vor Augen malt. Wenn wir nicht in dieser Weise ĂŒberfĂŒhrt werden und innerlichen Schmerz empfinden, dann bin ich mir nicht sicher, wie tief und real unsere Bekehrung jemals sein wird.
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Heute geht es nicht um die Frage, ob wir die Reinheit Jesajas haben, sondern es geht darum, ob wir das empfinden, was Jesaja empfand. Er war unrein und Gott sei Dank hatte er dafĂŒr auch ein Empfinden. Aber die Welt heute ist unrein und scheint sich dessen ĂŒberhaupt nicht bewusst zu sein.
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Wenn wir unsere Unreinheit jedoch empfinden, wird dies weit reichende Konsequenzen haben. Hier liegt der Fehler in der Gemeinde Jesu und im Protestantismus. Unser Problem ist die Verderbtheit, die man noch unter den Gerechten findet, unter jenen, die man Heilige nenntâŠ
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Wir mögen Jesajas Vision und seine Selbsterkenntnis. Aber was uns weniger gefÀllt, ist die brennende Kohle, mit der seine Lippen gereinigt wurden.
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Reinigung durch das Blut und das Feuer. Jesajas Lippen, Symbol seiner ganzen gefallenen Natur, wurden durch Feuer gereinigt. Erst dann konnte Gott zu ihm sagen: âDeine Schuld ist gewichen.â | 904 |
| 11 | Neben VerfĂŒhrung auch manches Richtige
Rudi Holzhauer
Wir haben allen Grund, den Wunderwirkungen der Gegenwart mit Ablehnung zu begegnen, und den Menschen, die uns die Wunderdinge im christlichen Gewand prÀsentieren.
Yonggi Cho, der koreanische Wunderpastor, hat herausgefunden, dass Gott keine unbestimmten Gebete erhört!
Erst seitdem er konkrete und prĂ€zise Angaben ĂŒber seine GebetsgegenstĂ€nde macht, antwortet âGottâ mit erstaunlichen âErhörungenâ: Gott möchte alle unsere WĂŒnsche erfĂŒllen, sieht sich aber auĂerstande, weil wir keine detaillierten Angaben machen!
Eine Frau hatte zehn Jahre vergeblich um einen Ehemann gebetet. Erst als Y. Cho sie darauf aufmerksam macht, dass sie es unterlassen habe, ihre genauen Vorstellungen betreffs ihres zukĂŒnftigen Ehegatten bei Gott einzureichen, kam sie mit Gott âins GeschĂ€ftâ. NationalitĂ€t, KörpergröĂe, Statur, Beruf, Hobby, insgesamt zehn Punkte wurden auf einer Wunschliste aufgefĂŒhrt und bei Gott eingereicht mit der MaĂgabe:
ââSie mĂŒssen Ihren Ehemann schon klar vor sich sehen, bevor sie zu beten beginnen, denn Gott erhört keine unbestimmten Gebete.â Also kniete sie nieder, und ich legte meine HĂ€nde auf sie (!) und betete: â O Gott, sie kennt jetzt ihren Ehemann. Ich kenne ihn, Du kennst ihn. Wir geben ihn in Auftrag im Namen Jesu Christi.ââ
Ich muss gestehen, dieses Gottesbild finde ich in meiner Bibel nicht. Dr. Cho kennt offenbar nicht Worte wie âEuer himmlischer Vater weiĂ, was ihr bedĂŒrfet, ehe ihr Ihn bittet.â
Ein Prinzip in der SchwĂ€rmerliteratur ist, bestimmte Bibelworte, die ihr Schema scheinbar stĂŒtzen, ohne RĂŒcksicht auf den Textzusammenhang und auf ihren geschichtlichen Hintergrund methodisch-magisch anzuwenden. Der SchwĂ€rmer klopft die Bibel nach wunderhaften Partien ab und reiĂt alles an sich, was ihm fĂŒr den Augenblick nĂŒtzlich und brauchbar erscheint. Wie ein SĂ€ugling alles in den Mund steckt, was irgend greifbar ist, so gehen die subjektivistischen Charismatiker mit dem Heiligen Wort Gottes um. Sie sind geradezu belustigt ĂŒber die âeintönigen, knorrtrockenen Dispensationalistenâ (die die Bibel in ihren Heilszeitabschnitten sehen). Harold Hill hĂ€lt solche Einteilung fĂŒr das Haupthindernis zu einem âsiegreichen Lebenâ, sie sei die âParalyse durch Analyseâ (LĂ€hmung durch Gliederung). Ihn interessieren nur die wundertrĂ€chtigen Abschnitte, gleichgĂŒltig wem sie gegeben sind.
EigenmĂ€chtigkeit im Umgang mit der Bibel kann durchaus erfolgreich sein. Sie hat ihre Wirkungen â und zwar magische! Erinnern wir uns an Mose, der in der WĂŒste den Felsen schlug, als er noch nur zu ihm reden sollte. Das Wasser floss in Strömen, aber Mose durfte nicht ins verheiĂene Land; oder an MatthĂ€us 7,21-23. Wo die erfolgreichen Charismatiker im Endgericht verworfen werden!
Der manchmal eigenartige Erfolg der Charismatiker ist kein Beweis fĂŒr ihre göttliche Legitimation. Hier können dĂ€monische MĂ€chte handeln.
Die eigentliche Gefahr der schwarmgeistigen WunderbĂŒcher, die neben VerfĂŒhrung auch manches Richtige enthalten, aber ist, dass einfĂ€ltige und unwissende GlĂ€ubige verunsichert werden. Sie verlangen nach weiterer, Ă€hnlich gelagerter Literatur und strecken sich nun selbst nach ĂŒbersinnlichen Erfahrungen aus. Hier brechen gerne die finsteren, okkulten MĂ€chte ein, und ein neuer Charismatiker ist geboren!
Wir sollten den Denkmethoden dieser pseudo-erfolgreichen SchwÀrmer keinen Zentimeter Raum geben. | 2 429 |
| 12 | Kein Adam â kein Christus: Was geschieht, wenn wir leugnen, dass 1Mose 1â3 Geschichte ist? Teil 5
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Alan Morrison
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Wenn Sie zu denen gehören, die glauben, dass 1Moses 1â3 rein allegorisch und nichts als Metaphern sind, dann besteht das Problem darin, dass, sobald man beschlieĂt, dass alles allegorisch ist, die ErzĂ€hlung fĂŒr jede Interpretation offen wird, die in den Augen eines Menschen richtig erscheint, und es so viele Interpretationen geben wird, wie es Menschen gibt. Tatsache ist, dass uns die betreffenden Schriftstellen von Gott auf diese Weise ĂŒberliefert wurden und dass die Bedeutung, die Er uns damit vermitteln will, sehr klar ist â insbesondere im Vergleich zu anderen Schriftstellen, die sich direkt auf die von mir hier untersuchten beziehen. Die Schöpfung und der SĂŒndenfall wurden uns von Gott so dargestellt, wie wir es in der Bibel vorfinden, und entscheidend ist, dass dies die faktische Grundlage fĂŒr so vieles andere bildet â nicht zuletzt dafĂŒr, dass der reale Mensch, Adam, persönlich dem realen Menschen, Christus, gegenĂŒbergestellt wird â eine notwendige theologische Wahrheit (Rö 5,12â21; 1Kor 15,21â28; 45â49), und Adam und Eva werden uns in der inspirierten Schrift als reale Personen dargestellt (Lk 3,38; 2Kor 11,3; 1Tim 2,13â14; Judas 1,14), ganz zu schweigen davon, dass Satan, die alte Schlange, ĂŒberall im Alten Testament (15 Mal) und im Neuen Testament (47 Mal) als der groĂe Widersacher Gottes und seines Christus dargestellt wird.
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FAZIT
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Wenn diejenigen, die sich zum Christentum bekennen, aber die historische Genauigkeit der Bibel leugnen, auch nur einen Moment lang ĂŒber die tiefgreifenden Auswirkungen ihrer Haltung âdie Heilige Schrift im Lichte der modernen Wissenschaft und des gesunden Menschenverstandsâ nachdenken wĂŒrden, wĂŒrde ihre Welt zusammenbrechen. Nun, ich wĂŒrde dieses Ereignis wirklich gerne herbeifĂŒhren! Es könnte keinen gröĂeren Dienst fĂŒr die Christenheit des 21. Jahrhunderts geben, als die groĂen IrrtĂŒmer unserer Zeit zu entlarven.
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Lassen wir uns also niemals von dem scheinbar groĂen Intellekt der verschiedenen Wissenschaftler und Philosophen einschĂŒchtern, die diese IrrtĂŒmer ĂŒber die Erschaffung der Welt vertreten. Sie mögen unzĂ€hlige Titel hinter ihren Namen haben (worauf sie oft nur allzu gerne hinweisen); sie mögen wunderschöne Stolen um den Hals und Roben ĂŒber den Schultern tragen (was sie oft nur allzu gerne zur Schau stellen, vgl. Mt 23,5â7); sie mögen groĂartige Redner sein, die Tausende mit ihren cleveren Witzen ĂŒber die Bibel in den GĂ€ngen zum Lachen bringen können; ihre Namen mögen oft an der Spitze gelehrter Artikel in âApostianity Todayâ [Abfall heute] oder dem âJournal of Evanjellycal Theologyâ [Journal fĂŒr evangelikale Wackelpuddingtheologie] stehen; aber wir wissen, an wen wir geglaubt haben; und WIR sind es, die die wahre Logik auf unserer Seite haben!
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Wenn es keinen Adam gibt, gibt es keinen Christus. Wenn es keinen Christus gibt, gibt es kein Christentum. Wenn es kein Christentum gibt, dann tut sich unter uns ein Abgrund des Nihilismus auf, der unendlich tiefer ist als der winzige Puerto-Rico-Graben!
Â
Alan Morrison, No Adam â No Christ: What Happens When we Deny that Genesis 1-3 is History? | 1 014 |
| 13 | Kein Adam â kein Christus: Was geschieht, wenn wir leugnen, dass 1Mose 1â3 Geschichte ist? Teil 4
Â
Alan Morrison
Â
3) WENN WIR LEUGNEN, DASS 1MOSE 1â3 GESCHICHTE IST, ZERSTĂRT DAS DIE âADAM-CHRISTUSâ-VERBINDUNG, AUF DER DER GESAMTE CHRISTLICHE GLAUBE BERUHT
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Die Bibel zeigt deutlich, dass Christus in die Welt kam, um erfolgreich zu vollbringen, was Adam versĂ€umt hatte. Als der Herr Jesus sagte: âDer FĂŒrst dieser Welt [d. h. Satan] kommt, und er hat keine Macht ĂŒber michâ (Jo 14,30), so lautet die unausgesprochene, ergĂ€nzende Aussage hier: WĂ€hrend Satan beim ersten Menschen Adam reichlich Anklagepunkte finden konnte, gab es beim Herrn Jesus Christus keine (wie wir anschaulich an der Versuchung in der WĂŒste sehen können, Lk 4,1â13). Deshalb bezeichnet die Schrift Christus als den âzweiten Menschenâ und den âletzten Adamâ. Dieser Kontrast zwischen diesen beiden Vertretern der Menschheit wird im Brief an die Römer und im ersten Brief an die Korinther ausfĂŒhrlich behandelt (bitte lies Rö 5,12â21 und 1Kor 15,21â28; 45â49). Der erste Adam hat versagt, also âsandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frauâ (Gal 4,4) als direkte ErfĂŒllung der Prophezeiung, die im göttlichen Urteil ĂŒber Satan nach dem SĂŒndenfall gegeben wurde (1Mo 3,15). NatĂŒrlich wurde Gott vom SĂŒndenfall unserer ersten Eltern nicht ĂŒberrascht. Dieser Akt der Erlösung war bereits vor der Erschaffung der Welt geplant worden (Mt 25,34; Eph 1,4; 1. Petr 1,20; Offb 13,8; 17,8). Adam versagte klĂ€glich bei der PrĂŒfung des Gehorsams. Der Sohn wurde als der Mensch Christus Jesus in die Welt gesandt und bestand diese PrĂŒfung des Gehorsams auf glorreiche Weise. All dies war als gewaltige kosmische Lektion fĂŒr die Menschheit gedacht, um die mĂ€chtige Wahrheit zu verdeutlichen, dass wir ohne den Herrn nichts tun können (vgl. Jo 15,5).
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Es ist daher der Gipfel der Unvernunft, sich als âChristâ zu bezeichnen und gleichzeitig die historische RealitĂ€t der Kapitel 1â3 des Ersten Buches Mose anzuzweifeln. Die historische Wahrheit ĂŒber Christus, wie sie in den Evangelien geschildert wird, hĂ€ngt eng mit der historischen Wahrheit ĂŒber Adam zusammen, wie sie in 1Mose geschildert wird â dass er zu Beginn der Schöpfung von Gott aus dem Nichts erschaffen wurde und dass Eva von Gott aus seiner Seite geschaffen wurde. Wenn es keinen Adam gibt, kann es auch keinen Christus geben. Wenn es keinen Christus gibt, kann es auch kein Christentum geben. Mit anderen Worten: Es ist der gröĂte Unsinn, in die Kirche zu gehen und sich zum Christentum zu bekennen, wenn man nicht an die historische RealitĂ€t von Adam und Eva glaubt, wie sie in der Bibel beschrieben wird, denn ohne diese RealitĂ€t sind deine Ăberzeugungen wirklich nichts als Mythen! | 915 |
| 14 | Kein Adam â kein Christus: Was geschieht, wenn wir leugnen, dass 1Mose 1â3 Geschichte ist? Teil 3
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Alan Morrison
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2) WENN WIR LEUGNEN, DASS 1MOSE 1â3 GESCHICHTE IST, BEDEUTET DAS, DASS MAN DER BIBEL NICHT VERTRAUEN KANN
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Es ist offensichtlich, dass nicht nur der Herr Jesus, sondern auch seine Apostel und die anderen Verfasser der Heiligen Schrift an die Wahrheit von 1Mose 1â3 als historische Darstellung glaubten. So sagte Paulus beispielsweise, dass jeder Mensch von einem einzigen Menschen abstamme (Apg 17,26). Er erklĂ€rte auch unmissverstĂ€ndlich, dass Frauen in Gemeinden keine FĂŒhrungsrolle ĂŒbernehmen oder als WortverkĂŒndiger auf der Kanzel tĂ€tig sein dĂŒrfen, weil Eva als Zweite aus dem Mann geschaffen wurde und weil sie ursprĂŒnglich von Satan verfĂŒhrt wurde (1Tim 2,11â14) â ein klarer Verweis auf die ErzĂ€hlung in 1Mo 1â3. An anderer Stelle verwies er ebenfalls auf die Tatsache, dass Eva von der Schlange verfĂŒhrt wurde (2Kor 11,3), und erkannte dies eindeutig als historisches Ereignis an. Diese Schlange wird in der Schrift ganz klar als Satan identifiziert (Offb 12,9; 20,2).
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Der Evangelist und âoffizielleâ Kirchenhistoriker Lukas betrachtete Adam ebenfalls als historische Person, die zu Beginn der Menschheitsgeschichte als Vater von Seth lebte (Lk 3,38). DarĂŒber hinaus glaubte der Halbbruder des Herrn Jesus Christus, Judas, eindeutig, dass Adam eine reale Person war, wie er in seinem Brief in der Bibel schrieb (Jud 1,14).
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Wenn die Berichte ĂŒber die Schöpfung und den SĂŒndenfall lediglich Mythen und keine aufgezeichneten historischen Ereignisse sind (natĂŒrlich in gekĂŒrzter Form und nicht bis ins kleinste Detail), dann stecken wir in ernsthaften Schwierigkeiten, denn das bedeutet, dass wir den Worten von Menschen wie Jesus, Lukas, Paulus und Judas nicht vertrauen können. Denn wenn schon ein Teil der Heiligen Schrift unzuverlĂ€ssig ist, wie können wir dann ĂŒberhaupt irgendetwas davon glauben? Und wenn es in der Bibel so gravierende Fehler geben könnte, welche Botschaft wĂŒrde das uns ĂŒber Gott, den Heiligen Geist, vermitteln, dem persönlich zugeschrieben wird, dass er sie durch verschiedene Menschen verfasst hat (z. B. Mk 12,36; Apg 28,25â27; Hebr 10,15â17; vgl. 2Tim 3,16â17)? Noch einmal: Die grundlegende GlaubwĂŒrdigkeit der Bibel als Ganzes und die Fundamente unseres Glaubens werden bedeutungslos, wenn wir leugnen, dass die Kapitel 1â3 des Ersten Buches Mose Geschichte sind.
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Alan Morrison, No Adam â No Christ: What Happens When we Deny that Genesis 1-3 is History? | 932 |
| 15 | Kein Adam â kein Christus: Was geschieht, wenn wir leugnen, dass 1Mose 1â3 Geschichte ist? Teil 2
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Alan Morrison
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1) WENN WIR LEUGNEN, DASS 1MOSE 1â3 GESCHICHTE IST, MACHT DAS DEN HERRN JESUS CHRISTUS ENTWEDER ZU EINEM LĂGNER, ZU EINEM UNWISSENDEN ODER EINFACH NUR ZU EINEM VERFĂHRTEN
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Menschen, die sich als Christen bezeichnen, tragen den Namen Christi. WĂ€re Christus nicht der gewesen, fĂŒr den er sich ausgab, oder wĂ€re das, was er sagte, nicht wahr, gĂ€be es kein Christentum. Der Herr Jesus glaubte ganz klar an die HistorizitĂ€t und RealitĂ€t der Schöpfung und des SĂŒndenfalls in den Kapiteln 1â3 des Ersten Buches Mose. ZunĂ€chst sagte er, dass Adam und Eva von Gott âam Anfang der Schöpfungâ erschaffen worden seien und nicht erst nach Milliarden von Jahren der Evolution. Das vollstĂ€ndige Zitat in Markus 10,6â8 lautet wie folgt: âAber von Anfang der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hĂ€ngen, und die zwei werden ein Fleisch seinâŠâ Jesus (der hier 1Mose 2,24 zitierte) glaubte ganz klar an die spontane Erschaffung des ersten Mannes und der ersten Frau durch Gott, genau wie es in 1Mose 1,26â28 steht. Er hatte keinen Zweifel an der HistorizitĂ€t dieser Begebenheit. Und warum sollte er auch? Denn er war selbst bei der Schöpfung dabei gewesen und hatte an der Seite des Vaters gewirkt âals geschickter Handwerker ⊠der sich an seiner ganzen Welt erfreuteâ (Spr 8,30â31; vgl. Jo 1,1â3). Jesus sagte auch, dass Satan âvon Anfang anâ ein Mörder und âder Vaterâ der LĂŒge sei (Jo 8,44â45) â ein klarer Hinweis auf die HistorizitĂ€t des SĂŒndenfalls in 1Mose 3. Der Apostel Johannes [der Christus am nĂ€chsten stand] stimmt dem zu, wenn er sagt, dass der Teufel ein moralisch verantwortliches Wesen war, das âvon Anfang an gesĂŒndigtâ hatte, und dass der Sohn Gottes gerade deshalb Mensch geworden war, um âdie Werke des Teufels zu zerstörenâ. Daher ist es unmöglich, Christ zu sein und nicht an die HistorizitĂ€t von 1Mose 1â3 zu glauben. Jesus glaubte daran; und wenn er sich geirrt hĂ€tte, wĂ€re er entweder ein LĂŒgner, unwissend oder verblendet gewesen.
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Und wenn das der Fall ist, dann kann Er unmöglich der sĂŒndlose göttliche Messias sein. Und wenn Er nicht der sĂŒndlose göttliche Messias ist, fĂŒr den Er sich ausgegeben hat, dann ist unser Glaube eine völlige TĂ€uschung, und wir sind die bedauernswertesten aller Menschen.
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Alan Morrison, No Adam â No Christ: What Happens When we Deny that Genesis 1-3 is History? | 946 |
| 16 | Kein Adam â kein Christus: Was geschieht, wenn wir leugnen, dass 1Mose 1â3 Geschichte ist? Teil 1
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Alan Morrison
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EINLEITUNG
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Eines der bemerkenswertesten PhĂ€nomene in den heutigen Gemeinden ist, wie wenige Menschen tatsĂ€chlich glauben, dass der Mann Adam und seine Frau Eva jemals existiert haben oder dass sie, wie es in Genesis 2 heiĂt, erschaffen wurden â und dass dies gleich zu Beginn der Menschheitsgeschichte geschah und nicht erst nach Milliarden von Jahren der Evolution.
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Wenn Sie die Geistlichkeit und die Bibeltreue einer heutigen Gemeinde in diesen Fragen auf die Probe stellen wollen, gehen Sie einfach dorthin und predigen Sie ĂŒber das Thema âMĂ€nner und Frauen â EhemĂ€nner und Ehefrauenâ, wobei Sie Genesis 2,15â3,20 als Textgrundlage nehmen. Sie werden ĂŒber die Reaktionen staunen. Wenn Sie das Wort âUnterordnungâ in Bezug auf die Rolle der Frau verwenden, werden das Schlucken und Stöhnen auf einer Richterskala messbar sein. Und wenn Sie von âmĂ€nnlicher Leitungsrolleâ sprechen, wird wahrscheinlich das Dach abheben. Aber der mit Abstand gröĂte Aufruhr wird dem Moment vorbehalten sein, in dem Sie sagen, dass die ersten Menschen sich nicht aus Affen entwickelt haben, sondern zu Beginn der Geschichte des Universums â was NICHT vor Milliarden von Jahren war â kurzerhand von Gott erschaffen wurden. Ich kann dir garantieren, dass in diesem Moment der Boden unter den FĂŒĂen wegbricht. Wenn du als Prediger die feindseligen Gesichter vieler in der Gemeinde siehst, musst du dich immer wieder an die tröstenden Worte des Herrn an Jeremia erinnern: FĂŒrchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. So gĂŒrte nun deine Lenden und mache dich auf und predige ihnen alles, was ich dir gebiete. Erschrick nicht vor ihnen, auf dass ich dich nicht erschrecke vor ihnen! (Jeremia 1,8.17).
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Hat Mose in seinem Schöpfungsbericht gesagt, dass die Frau aus Adams Seite geschaffen wurde, weil er nur ĂŒber unzureichende Kenntnisse der menschlichen Biologie verfĂŒgte? Viele bekennende Christen wĂŒrden dies bejahen. Sind die Inhalte der ersten drei Kapitel des Buches Genesis zu 100 % religiöse Mythen? Viele bekennende Christen wĂŒrden dies bejahen. Wurden diese Kapitel so verfasst, weil Mose nicht auf die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft zurĂŒckgreifen konnte, um sein Denken zu untermauern? Viele bekennende Christen wĂŒrden âJaâ sagen.
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Wenn man diese Fragen heute in vielen christlichen Kreisen stellt â sogar in vielen evangelikalen Gemeinden â, wird man feststellen, dass man ganz von vorne anfangen und den Menschen die tiefgreifenden Auswirkungen aufzeigen muss, die es hat, wenn man die TatsĂ€chlichkeit der ersten drei Kapitel des Ersten Buches Mose nicht glaubt. Was sind also die Konsequenzen, wenn man die ersten drei Kapitel des Ersten Buches Mose nicht als Tatsache akzeptiert â und insbesondere die Erschaffung von Adam und Eva, wie sie in 1Mose 2 am Anfang der Menschheitsgeschichte dargestellt wird?
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Alan Morrison, No Adam â No Christ: What Happens When we Deny that Genesis 1-3 is History?
https://diakrisis-project.com/2026/04/10/no-adam-no-christ-what-happens-when-we-deny-that-genesis-1-3-is-history/ | 1 202 |
| 17 | Was fordert die Lage unseres Volkes von unserer evangelischen Christenheit? Teil 3
Adolf Schlatter, 1929
Was hat Christus geboten? Folge mir nach! Wohin? Ins Himmelreich, nicht in den Gemeinderat oder in den Landtag oder in einen politischen Verein. Eins ist not; rette deine Seele. Diese Sorge sieht richtig, dass das ĂbermaĂ von Politik, mit dem wir alle durch unsere Zeitungen tagtĂ€glich belastet werden, zerstreut, verflacht und die Seele verdirbt. Die Mahnung: enthalte dich; sperre die Zeitung aus; rette deine Seele! ist wohl begrĂŒndet. ⊠Das ist zugleich das Nötigste und Heilsamste, was wir fĂŒr unser Volk tun können.
Wie steht es aber mit den Antichristen, mit der Gottlosigkeit eines Clemenceau und PoincarĂ©, eines Lenin und Trotzki? Kommt von ihnen fĂŒr unser Volk das Heil? Wer das, was wir erlebten, wirklich miterlebt hat und gesehen hat, wie mĂ€chtig das religiöse oder irreligiöse Verhalten der Handelnden die Politik beherrscht und das Schicksal der Völker bestimmt hat, der kann unserer evangelischen Christenheit nicht mehr raten: Schlaf! Jesus hat seine JĂŒnger an ihr Werk geschickt mit dem Gebet: âVergib uns unsere Schuld und fĂŒhre uns nicht in Versuchung.â Nicht das Nichtstun machte er zu ihrer Pflicht, weil sie durch ihr apostolisches Werk zu Schuldnern wurden, sondern er gab ihnen den Blick auf die göttliche Vergebung und Bewahrung mit.
Wenn sie [die evangelische Christenheit] will, dass unsere Jugend nicht verdorben werde, dass unsere Kinos nicht schmutzig seien und unsere Schule Lehrern anvertraut werde, die fruchtbar arbeiten, dann werden wir unsere Jugend schĂŒtzen können. Wenn unsere evangelische Christenheit will, dass keine Ausbeutung der Dienstboten und der Arbeitenden unter uns geschehe und ihnen der Sonntag nicht geraubt werde, so werden wir dies weithin verhindern. Wenn eine evangelische Christenheit ernsthaft der Trunksucht widerstehen will, also fĂŒr die RĂ€ume sorgen will, in denen ein von Trunk und Schmutz freier Verkehr stattfinden kann, ein Haus fĂŒr unsere mĂ€nnliche Jugend, fĂŒr unsere weibliche Jugend, fĂŒr unsere Arbeiter, so hat sie es. Voraussetzung ist nur, dass eine Gemeinde begreift, weshalb sie arbeitet und Geld verdient, nicht dazu, damit sie es habe und vermehre, sondern damit sie es gebrauche.
Es liegt eine ernste Wahrheit in dem Satz, dass jede Gemeinde dasjenige Rathaus habe, das sie verdient. Auf die ZustĂ€nde unseres Volkes hat die Presse groĂen Einfluss. Welch ein Arbeitsgebiet, wie schwierig ist es und eben deshalb wie lockend! Man denke an die Annoncen, an das Feuilleton mit seinen schwĂŒlen Ehebruchsgeschichten, an die absichtliche Vereinseitigung der Leser durch die immer wiederholte Eintönigkeit der politischen Betrachtungen. Die evangelische Christenheit wĂ€re nicht mehr evangelisch, wenn sie bei alledem hier nur wie ein mĂŒrrischer und immer scheltender Zuchtmeister aussĂ€he. Aber von Wehrhaftigkeit ist hier die Rede, die Verwerflichem widerspricht, und von Hilfsbereitschaft, die offene Augen hat. Das sind doch keine Neuigkeiten, sagt man uns. O nein! Das sind Lebensfunktionen der Christenheit.
Aber unser heutiger Staat ist ein anderer als der frĂŒhere, und unser Schicksal ist das unsere, nicht das frĂŒherer Geschlechter, und eine neue Lage bringt neue Pflichten. Ich möchte, dass man mir darin zustimmt: Verpflichtung ist Gnade, Arbeit ist Geschenk. Das theologische Lehramt, in dessen AusĂŒbung ich rede, ist kein leichtes Amt. Ich empfand es nie, auch jetzt nicht, als leicht. Ich glaube aber, dass man mir zugestehen darf, dass ich mit dem klaren Blick ins volle, unverkĂŒrzte Evangelium und mit redlicher Liebe zu unserem ganzen Volk in allen seinen Teilen gesprochen habe.
Rede fĂŒr den Christlichen Volksdienst, gehalten in TĂŒbingen am 18.02.1929, erschienen in dem Buch âGesunde Lehre â Reden und AufsĂ€tze von Adolf Schlatterâ, Freizeiten-Verlag Velbert, 1929, auszugsweise. | 1 279 |
| 18 | das Buch The Serpent and the Cross (1045 Seiten) steht zum kostenlosen Download hier zur VerfĂŒgung: https://diakrisis-project.com/2026/08/20/the-serpent-the-cross-is-now-available-for-download-as-a-free-ebook/ | 460 |
| 19 | Was fordert die Lage unseres Volkes von unserer evangelischen Christenheit? Teil 2
Adolf Schlatter, 1929
Es bleibt beim apostolischen Wort: âWir haben Gemeinschaft miteinander, wenn wir im Licht wandeln.â Der Staat ist der TrĂ€ger der Macht. Immer aber ist der Besitzer der Macht in Gefahr, sie zur UnterdrĂŒckung der Freiheit zu missrauchen. Ohne diese kann aber die Christenheit nicht leben, der einzelne Christ nicht, weil er in seinem Umgang mit den Menschen seinem Bekenntnis treu bleiben muss, und auch die Gemeinde nicht, weil sie fĂŒr ihr Zusammenleben und fĂŒr ihre Arbeit freien Raum haben muss. Lassen Sie sich von einem russischen Christen erzĂ€hlen, was Gewaltherrschaft im Dienst des Atheismus fĂŒr Folgen hat.
Vielleicht sind einige hier, die erwidern: âDas Widerchristliche wollt ihr abwehren; das könnt ihr nicht; der Antichrist muss kommen, und er ist nahe.â Meine Gegenfrage lautet: Wozu verwendest du diese Weissagung? Dazu, um zu verzagen und untĂ€tig zu bleiben, weil die antichristliche Woge unabwendbar auch ĂŒber unser Volk rolle? Wir gebrauchen kein Schriftwort richtig, wenn es uns nur lĂ€hmt. Vom Antichristen kann nur der sprechen, der auf den Christus hofft, auf den, der seine Knechte fragt, ob sie das von ihm Empfangene bewahrten. Zur Treue der Christenheit gehört, dass sie tut, was sie kann, um dem widerchristlichen Wesen zu widerstehen.
Bedeutet das, dass wir die Staatsgewalt fĂŒr unsere religiösen Ziele ausnĂŒtzen wollen? Wollten wir das, so wĂ€ren wir nicht mehr evangelisch, nicht mehr christlich. Christlich denken bedeutet Anschluss an den Gekreuzigten, und damit steht ein fĂŒr alle mal fest, dass wir die Geltung des Evangeliums nicht durch staatliche Gesetzgebung und Zwangsgewalt begrĂŒnden.
Wenn wir uns gegen die tyrannisch missbrauchte Staatsgewalt, gegen eine die Menschen schĂ€digende Wirtschaft, gegen eine die Völker entzweiende Politik wenden, so betrifft das unsere eigensten Angelegenheiten, aber sie sind nicht nur die unsrigen, sondern die des ganzen Volkes. FĂŒr die Regelung dieser VorgĂ€nge hat es aber die gröĂte Wichtigkeit, wer sie besorgt, ob der Politiker nur seinen natĂŒrlichen und menschlichen Interessen gehorcht, oder ob er nach Gottes Willen fragt und sein Wirken auf Gottes Werk grĂŒndet. Immer muss es in der Christenheit solche geben, die sagen: Weil es so ist, weil die Politik ihren Stoff in den natĂŒrlichen Dingen hat, liegt sie tief unter uns.
Klar ist dabei aber, dass wir Widerchristliches nicht abwehren könnten, wenn wir selbst Unchristliches tĂ€ten, und es wĂ€re unchristlich, wenn wir den Streit, der unser Volk schwĂ€cht, vermehrten. Der christliche Volksdienst hat aber mit GezĂ€nk und Streit nichts zu tun. Wir stellen vielmehr das GezĂ€nk der Parteien zu den unchristlichen Dingen, von denen wir unser Volk befreien möchten. âAberâ, wendet man ein, âihr grĂŒndet ja selbst eine Partei.â Es wĂ€re nicht Sophistik, wenn ich antwortete: Die Christenheit ist keine Partei; es fehlen ihr ja die Merkmale, die fĂŒr die Parteien wesentlich sind: ein Parteiprogramm, ein Parteibeherrscher, eine Parteipresse, eine Parteikasse und vor allem der Parteifanatismus. Nehmt das von der Partei weg, was bleibt dann noch von ihr? Was uns einigt, sind einfach die christlichen Ăberzeugungen und, um aktiv zu werden, bedĂŒrfen wir nicht des Kommandos eines ParteifĂŒhrers, sondern die christliche Ăberzeugung hat in sich selbst die Eigenschaft, dass sie uns aktiv macht. Wir wollen aber nicht um Worte streiten.
Rede fĂŒr den Christlichen Volksdienst, gehalten in TĂŒbingen am 18.02.1929, erschienen in dem Buch âGesunde Lehre â Reden und AufsĂ€tze von Adolf Schlatterâ, Freizeiten-Verlag Velbert, 1929, auszugsweise. | 512 |
| 20 | Was fordert die Lage unseres Volkes von unserer evangelischen Christenheit? Teil 1
Adolf Schlatter, 1929
Es wĂŒrde mich freuen, wenn die Antwort lautete: Gebet. O ja! Das Evangelium gibt uns das Gebetsecht und damit auch die Gebetspflicht fĂŒr unser Volk. Wir können das mit gutem Grund das Höchste nennen, das wir unserem Volk geben können; aber es kann nicht das einzige sein. Ein echtes Gebet ist ein Kind der Liebe, und unserer Liebe ist gesagt: âLasst uns nicht lieben mit Worten und mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.â Wer ein Beter fĂŒr unser Volk ist, wird auch ein TĂ€ter sein, der Zeit und Kraft willig fĂŒr die Arbeit zur VerfĂŒgung stellt, die fĂŒr unser Volk geschehen muss. Was muss geschehen? Nie haben die evangelischen Theologen dieser Frage die Antwort versagt; sie haben es immer zu ihrer Amtspflicht gerechnet, der Christenheit zu sagen, was sie zu tun habe. Sie haben in langer Reihe einhellig gesagt: Was geschehen muss, ist einzig das, was Paulus in Römer 13,1 geboten hat: âJedermann sei den Obrigkeiten untertan.â
Wer aber mit Römer 13,1 beweisen will, dass wir uns auch Widerchristlichem unterwerfen sollen, der kennt Paulus nicht und treibt Unfug. Wie soll aber Widerchristliches in der Wirtschaft, in der Schule, in der Justiz, im Völkerverkehr ausbleiben, wenn die Christenheit schweigt, untĂ€tig bleibt und ihre Pflicht unserem Volke gegenĂŒber mit passiver UnterwĂŒrfigkeit erfĂŒllt zu haben meint? Mit gutem Gewissen kann nur der leiden, der gehandelt hat. Entsteht Widerchristliches durch die Politik? Wer daran zweifelt, den muss man fragen: SchlĂ€fst du? Da Christus der Herr aller ist, besteht seine Kirche in allen Völkern, und sie ist ĂŒberall, wo sie ist, die eine und dieselbe. Gibt es nicht eine Politik, die die eine Kirche in einander hassende Nationen zerreiĂt, so dass jedes Volk sich am UnglĂŒck des anderen freut und keines dem anderen sein Gedeihen gönnt? Der Staat greift nach unseren Kindern und presst ihnen die von ihm gewollte Bildung ein. Ist es Einbildung, dass diese Bildung Gottlosigkeit und Zuchtlosigkeit, Erziehung zum LĂŒgen und zur erhitzten Ichsucht, nicht Kultur, sondern Barbarei erzeugen kann? Der Staat ordnet durch seine Gesetzgebung und Verwaltung den Gang der Wirtschaft. Ist es nicht offenkundig, dass in der Weise, wie wir wirtschaften, Mammonismus entstehen kann, Ăberordnung des Gelderwerbs ĂŒber jedes andere Ziel, Missachtung und Ausbeutung der Menschen, damit Geld erworben werde? Die Politik macht es notwendig, dass bestĂ€ndig gesprochen wird, in den Parlamenten, in der Presse, allĂŒberall. Dient dieses Gerede der Wahrheit oder befreit es sich von der Wahrheitspflicht?
Und ist es gleichgĂŒltig, dass unser Volk bestĂ€ndig ans LĂŒgen gewöhnt wird und dies durch das Beispiel der fĂŒhrenden StĂ€nde, der Reakteure, der Advokaten, der Lehrer, der Regierenden? Wo die LĂŒge regiert, stirbt das Vertrauen, und wo kein Vertrauen gedeihen kann, zerfĂ€llt die Volksgemeinschaft.
Rede fĂŒr den Christlichen Volksdienst, gehalten in TĂŒbingen am 18.02.1929, erschienen in dem Buch âGesunde Lehre â Reden und AufsĂ€tze von Adolf Schlatterâ, Freizeiten-Verlag Velbert, 1929, auszugsweise. | 699 |
