en
Feedback
Phönix

Phönix

Open in Telegram

Ein von brennender Wahrhaftigkeit erfülltes Herz ist wie ein Phönix, den kein Käfig einsperren kann.

Show more
2 128
Subscribers
+224 hours
+27 days
+15030 days
Posts Archive
Phönix
2 128
photo content

Phönix
2 128
Teil 17 Jede deiner Rechfertigungen stärkt nicht deine Position, sondern die Vorstellungswelt deines Gegenübers. Ihr befeuert euch gegenseitig. Du hast vielleicht gestern, vielleicht vor einer Stunde Sätze gesagt wie "Du verstehst das falsch. Das war nicht so gemeint. Ich wollte doch nur!" Dabei hast du gespürt, dass du immer kleiner wurdest! Ich sage dir jetzt etwas! Du hälst den Spiegel hoch und rufst: "Hier, urteile über mich und sag mir, ob ich bestehen darf!" Das ist weniger Kommunikation, als Kapitulation. Du hast Angst. Angst davor, dass ein fremdes Bild von dir mehr zählt, als deine wirkliche Substanz. Das ist die Tyrannei der Menschen, die in Vorstellungen leben. Die Vorstellung ist die erste und zugleich die gefährlichste Falle des Bewusstseins. Stellst du dir deine Welt eigentlich so vor, wie sie ist oder ist sie so, wie du sie dir vorstellst? Ist beides die Wirklichkeit? Denk mal drüber nach. Ebenso denken ja die Menschen, dass du genau so bist, wie sie es sich vorstellen, als sei das der Maßstab der absoluten Realität. Ist das denn die Wirklichkeit? Bist du das? Nur weil du in der Schule, im Studium und in deiner Familie gelernt hast, dich jedem öffnen, dich für alles erklären zu müssen, nur weil dir erzählt wurde, dass Schweigen unhöflich sei, ist das nicht die Wirklichkeit. Was war der Preis für diese erlernten sozialen Konditionierungen im Dienste der Schwachen? Deine Durchdringlichkeit!

Phönix
2 128
photo content

Phönix
2 128
Teil 16 Alle Menschen werden als Original geboren...Die meisten sterben als Kopie, weil sie das Leben anderer leben und sich selbst dabei gänzlich verleugnen. Warum der Satz "Es ist mir egal, was andere über mich denken", in 99% aller Fälle infantilem Trotz entspringt? Jemand, der das wirklich ernst meint, spricht diesen Satz sehr selten bis gar nicht aus. Seine Präsenz reicht aus! Die 99% wissen nicht, dass Kälte keine Krankheit ist, sondern der einzige Teil in ihnen, den niemand kontrollieren kann. Jeder, der versucht, diese "Krankheit" zu heilen, weiß nicht und wird wahrscheinlich auch nie wissen, welches Instrument er in den Händen hält! Sie geben dieser Kälte Diagnosen, stecken sie in Schubladen, kleiden sie in die Gewänder des Bösen. Sie nennen es graue Leere, nennen es Pessimismus, nennen es Verneinung, ohne auch nur im Ansatz an den Begriff der absoluten Klarheit zu denken. Die Wahrheit ist, dass sie den Strampler gestrichen voll haben und ihr Dasein lieber mit dem abstrusesten Theater füllen, anstatt sich ihrer eigenen inneren "Leere" zu stellen. Sie täuschen Wärme vor, um niemanden zu erschrecken und erwarten genau diese Wärme auch als Gegenleistung, um nicht selbst erschreckt zu werden. Das ist das Theater auf knarrenden Dielen und genau hierbei haben sie die Fernbedienung längst abgegeben. Sie blöken laut, geben alles von sich preis und sind dadurch lesbar wie ein offenes Buch. Nachdem sie einen Eingangssatz herausgeschrien haben, beginnt es im Kopf, das mehrtägige Gedankenkarussel. Das Gegenüber zieht ein. "Warum hat er das über mich gesagt? Was kann ich tun, damit er seine Meinung ändert? Wie kann ich kontern? Wie kann ich ihn von mir überzeugen oder, falls das nicht funktioniert, fertig machen?" Kennste, was?

Phönix
2 128
photo content

Phönix
2 128
Teil 15 Es gibt eine Unzahl an Menschen, die auf eine bestimmte Art und Weise gesehen werden wollen, gerade und insbesondere von denen, die in keinster Weise Interesse an ihnen haben, weil die Musterspiele, in denen es vornehmlich darum geht, Aufmerksamkeit und Bestätigung zu erlangen, sie nicht reizen, sondern langweilen. Denkst du, dass diese Menschen gute Miene zum bösen Spiel machen sollten, einfach nur, um "nett" zu sein? Wie kommt es denn an, wenn man dem Geltungsdrang eines anderen keinen Applaus schenkt und ihn womöglich eiskalt abblitzen lässt? Ich sag es dir: Es kommt nicht besonders gut an. Hier, in dieser Welt, täuschen die Menschen nicht nur sich selbst, sondern sie erwarten von anderen, dass sie mitspielen. Verschonst du meine Maske, verschone ich deine, lobst du mich über den Klee, lobe ich dich über den Klee. Das ist der Deal, der Nerven kostet, weswegen man sich auch von Zeit zu Zeit in ein stilles Eckchen verkrümelt, um sich von den darstellenden Künsten erholen zu können. Nicht nur von denen der anderen, sondern auch von den eigenen. Man verschafft sich eine kleine Verschnaufpause von den äußeren Reizen und dem Erwartungsdruck. Daran ist nichts verkehrt. Es ist so ähnlich, als ob ein Mensch, der keine Lust hat, zu duschen, sich mit einem Deo einsprüht. Kurzfristig funktioniert es, langfristig eher nicht. Die Alternative wäre, sich die Maske vom Gesicht zu ziehen, aber davor haben die meisten Menschen Angst, weil sie befürchten, dass sich hinter der Fassade eine Fratze verbirgt, die asozial ist. Wer nicht bemüht ist, mit allen klar zu kommen, der ist nicht gleich auf Streit aus und wer nicht weichgespült ist, ist nicht automatisch gewalttätig. So oder so ähnlich denken nur Menschen, die im Entweder-Oder-Modus verhaftet sind. Und das ist die absolute Mehrheit. Wer die eigenen Denkmuster durchbrochen hat, merkt sofort, wenn sein Gegenüber es noch nicht getan hat, ganz gleich, wie gut es schauspielern mag, ganz gleich, wie schön die Lügen und wie verführerisch die Lippenbekenntnisse auch klingen mögen. Die Stille, die so groß gepriesen wird, fühlt man oder man fühlt sie nicht. Wir alle leben Momente, von daher existiert keine Stagnation, solange wir leben - auch nicht in inneren Erlebniswelten. Du wirst niemals ein Dauerabonnement auf Stille und inneren Frieden haben, solange du ein fühlender Mensch mit einem Sinn für Recht und Unrecht bist.

Phönix
2 128
photo content

Phönix
2 128
Teil 14 Jedes "Ich" ist Sklave des Willens mit dem grössten W! Dieser Wille ist die eigentliche wilde Natur, die eigentliche undurchdringbare und unerbittliche blinde Kraft ohne eine Zweite hinter jedem Wachsen und Sterben, hinter jedem Begehren und Verzichten, hinter dem Herzschlag der Biene, wie auch hinter dem Ehrgeiz des Brigadegenerals. Dieser Wille kennt kein Ziel, bis auf das Weiterdrängen selbst. Aus dieser Erkenntnis könnte man nun über eine grundlegende Eitelkeit, zugleich auch über die Nichtigkeit des menschlichen Daseins sprechen. Das möchte natürlich niemand hören, weil die meisten Menschen ja große Ziele haben und die Inhalte ihrer Erfahrung hier als Aufgabe betrachten. Doch was wäre, wenn nicht die Inhalte, sondern lediglich das Leben selbst eine abzuarbeitende Aufgabe ohne Aufgabensteller ist? Was wäre, wenn all der Lärm, die Geschäftigkeit und das ewige triviale Geschwätz um dich herum lediglich dazu dienten, die Langeweile zu übertünchen und eine Deprogrammierung, eine aufkommende Leere zu meiden, aus der etwas viel grösseres erwachsen könnte, insofern man sich ihr wahrhaftig stellt? Würde dich diese Erkenntnis, würde dich die Abwesenheit einer übergeordneten kosmischen Sinn"haft"igkeit von all deinem Streben, wie auch von all den Geschichten, an die du einst glaubtest, erlösen, dich lethargisch und passiv machen oder würdest du nun erst recht mutiger werden und dein Leben mit Projekten füllen, die deinem Innersten Ausdruck verleihen? Der Abwasch wartet. Der Staubsauger auch. Du musst essen und trinken. Dafür brauchst du immer noch Geld. Wenn dein Kessel dampft, will Druck entweichen. Die ästhetische Kontemplation, die Kunst wartet und in der Kunst liegt eine grosse Möglichkeit, dass der Wille mit dem größten W'eh sich durch dich ungehindert Ausdruck verleiht, weil du für einen kurzen Moment in ihm aufgehst und die Klappe hälst. Merkst du, dass nach der Erkenntnis auch vor der Erkenntnis ist?

Phönix
2 128
photo content

Phönix
2 128
Teil 13 Wie viele Menschen kennst du, die in der Lage wären, dich in Gänze aus-zu-halten, wenn du dich tiefergehend öffnen würdest? Wie viele könnten dem Schmerz deiner Lebensgeschichte lauschen, ohne ihn mit eigenen Gedanken zu übertönen? Gibt es welche oder behälst du vieles für dich, weil du weißt, dass die meisten Menschen dir nicht mal fünf Minuten zuhören könnten, ohne dich schnellstmöglich ablenken oder beschwichtigen zu wollen? Weißt du, was ich meine? Oft kann man es schon an ihren Gesichtern ablesen. Du erzählst von dem, was dich zutiefst bewegt und merkst, dass die Konzentration deines Gegenübers schwindet und der interessierte Ausdruck mehr und mehr zu einer Leidensmiene mutiert, so als würde das Zuhören schon Schmerzen bereiten und traumatisieren. Dabei hast du erst drei Sätze gesprochen. Manchmal reicht das schon, insbesondere wenn dein Gegenüber stark tut, aber in Wirklichkeit sehr instabil oder aufmerksamkeitsbedürftig ist. Und am Ende bist du dann gerufen, denjenigen zu trösten, der dir zur Seite stehen wollte, weil es ihm so viel schlechter zu gehen scheint, als dir. Kommt dir das bekannt vor? Sehr bekannt vielleicht sogar? Die ultimative existentielle Einsamkeit ist der engste Begleiter derjenigen, die Kraft und Resilienz verkörpern. Wer die absolute Stütze für andere ist, hat oft selbst keine Wand im Rücken, an die er sich anlehnen kann. Wenn die stabilisierende Kraft fällt, reißt sie das mit sich, was sie zuvor zusammengehalten hat. Und das ist ihr eigentliches Dilemma. Wenn dein Umfeld darauf aufbaut, dass du der oder die Starke bist, geraten die Menschen in Panik, sobald du Schwäche zeigst. Sie können dich nicht halten, weil sie in deiner Schwäche den Untergang ihrer eigenen Sicherheit sehen. Deshalb drängen sie dich unbewusst immer wieder in die vorgesehene Rolle. Sie suchen nach der unerschütterlichen Energie, um sich selbst daran aufzurichten oder orientieren zu können. Kannst du daran etwas ändern und andere liebevoll in ihre eigene Kraft schubsen? Nein, du kannst niemanden entwickeln, kannst nicht mal dich selbst entwickeln. Du denkst also, du müsstest Unsummen für deine Persönlichkeitsentwicklung bezahlen? Der nächste Satz nimmt der milliardenschweren Charakter- Selbsthilfe-Industrie den Boden weg. Dein Charakter ist intelligibel, was bedeutet,  dass er fest geschrieben steht, sich nicht umschreiben lässt und nur sich selbst tiefer erkennen kann oder eben nicht. Selbst die Empowermentbewegung ist nichts weiter, als leisetreterisches Gift, als heimlicher Groll im Fitnesstudio, insofern sie nur darauf aus ist, sich innerhalb der Herde durch oberflächlichen Status zu behaupten. Rennt nur um euer Leben. Der Tod kommt früh genug. Für dich bedeutet Entwicklung, einen Schritt nach vorne zu gehen, ein unbedingtes und willentliches Ziel zu erreichen, bedeutet eine Umschreibung eines bestehenden Programms. Für mich bedeutet Entwicklung, alle Schritte zurück zu gehen bis an den Nullpunkt. Mich interessiert es nicht, wie du aussiehst und wie fit du dich körperlich fühlst, sondern wieviel Wahrheit du wirklich ertragen kannst. Ein starker Mensch ist sich der Rückabwicklung bewusst. Er weiß auch, dass seine Stärke mit einem schwachen Umfeld einhergeht. Nenn es kosmisches Gesetz oder einfach Ausgleichsprinzip, wenn dich das tröstet und von dem Irrtum befreit, dass dein Wille das große Ganze maßgeblich beeinflussen könnte. Solltest du nach jemandem Ausschau halten, der stärker ist als du, wirst du fast immer auf Menschen treffen, die dich einfangen und unterwerfen wollen, um dich und deine Kraft kontrollieren und formen zu können. Die meisten sind nur gut darin, ihre eigene Unsicherheit hinter einer Maske der Dominanz zu verstecken. Sobald sie mit dir auf Tuchfühlung gehen, beginnt ihre Fassade zu bröckeln und es werden Machtkämpfe inszeniert, um von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken und dich zu unterwerfen. Verwechsele das nicht mit Liebe. Sie jagen dich. Da sie dich aber nicht greifen können, verbrennen sie früher oder später im Feuer ihrer eigenen Besessenheit.

Phönix
2 128
photo content

Phönix
2 128
Teil 12 Mit dem Maßstab geistiger Trägheit lässt sich wahre Intelligenz weder messen noch erfassen. Ein Betriebssystem erkennt nur, was sein eigenes Programm zu erkennen und zu berechnen erlaubt. Alles, was den Rahmen vorgestellter Kapazität sprengt, wird bei standardisierten Messungen nicht berücksichtigt. Doch genau dort, außerhalb dieser Standards, bewegt sich intelligentes Leben. Intelligenz hat nichts mit Bildung zu tun, ebenso wenig mit der Fähigkeit, Geschichten ordnen und etikettieren zu können. Sie zeigt sich vielmehr darin, dass ihr Träger in der Lage ist, sich für einen kurzen Moment aus allen Glaubensvorstellungen, Prägungen und Identifikationen herauszulösen. Wer selbstständig denkt, sucht nicht mehr nach geistiger Befruchtung durch andere. Er hört irgendwann auf, den gedanklichen Spuren anderer zu folgen und sich Gruppen anzuschließen, weil Konformität ihn langweilt. Er sind in der Lage, seine Sichtweise ohne Widerhall zu tragen. Und genau hier scheitern viele Menschen, weil sie die Halt- und Orientierungslosigkeit fürchten. Sie brauchen einen Schwarm, dem sie sich moralisch angleichen können. Apropos Moral. Der Vereinzelte, der Individuierte benötigt keine Rückendeckung, keine verlogene Immunität durch die Herde. Der gute Befindlichkeitsvirtuose braucht seine schützenden Eseleien, braucht seine tröstlichen Lügen, braucht seine halbseidenen Seilschaften, ebenso wie der gute Blockwart sein Monokel, der Feldherr seine strategische List, wie der Sadist, der Macht- und Geldgierige, wie der Polit- und Lobbyclown, wie der Finanzmagnat, der Demagoge und Kriegstreiber das Leid des anderen braucht, um sich mächtig zu fühlen. Diese Machtlust entspringt aus nach innen gefressener Angst unerkannter biologischer Imperative. Zwischen dem stumpfen menschähnlichen Tier und dem durch die Priesterknute beschämten und selbstverachtenden Gewissenskrüppel steht der souveräne, steht der autogen mündige Mensch. Sie rufen! Hörst du sie oder bist du einer dieser Rufenden? "Ich bin wach. Die anderen schlafen. Ich gehöre nicht dazu. Ich denke selbst." Wirklich? In 99 von 100 Fällen sind diese Sprüche reines Herdengeplänkel. Die moderne Herde ist nicht nur die laute und konformistische Mehrheit der Dummen und Ignoranten. Die moderne Herde hat sich in mehrere Unterherden aufgespalten und alle fühlen sich der Herde Namens Massenmensch überlegen. Es gibt politische Herden, intellektuelle Herden, ideologische Herden, ästhetische Herden, spirituelle Herden und elitäre Herden. Um diese "Krisenherden" zu sehen, muss man in der Tiefe verstehen, was es wirklich bedeutet, selbst zu denken. Du denkst selbst, wenn deine Gedanken immer wieder im Konflikt dazu stehen, was diejenigen denken,  die dir am Nächsten sind. Ist das nicht der Fall, handelt es sich um ein permanentes gegenseitiges Spiegeln und Kalibrieren, nicht um selbstständiges Denken.

Phönix
2 128
photo content

Phönix
2 128
Teil 11 Wirkliche Intelligenz kann nicht erworben werden. Sie entfaltet sich erst dann tiefgreifend, wenn der Mensch die Zerstörung der eigenen Persönlichkeitsstrukturen erlebt hat und dieses Erleben ins Zellgedächtnis eingesickert ist. Aus Raupenmatsch entwickelt sich ein Schmetterling, wenn der natürliche Bauplan es so vorsieht. Das "Ich" kann hier gar nichts bestimmen. Die meisten winden sich um diese Erkenntnis herum, indem sie Anmaßung betreiben und ihre imaginären Schmetterlingsflügel bewundern, während sie durch die Weltgeschichte kriechen. Im Gespräch, wenn man sie provoziert und herausfordert, wird es schnell offensichtlich. Sie verschließen sich, lenken ab oder entziehen sich auf andere Art und Weise, um Konfrontation zu vermeiden, an der sich ihr Scheinbild aufreiben würde. Ihr starrer Fokus, der aus Widerständen geboren wird, begrenzt ihre Wahrnehmung und den Radius der Erkenntnismöglichkeit. Ausgeprägte kognitive Fähigkeiten beinhalten eine hohe Auffassungsgabe, die weder durch Erfahrung noch durch Studium ersetzt werden kann. Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass ein jedweder fester "Glaube" Intelligenz blockiert, weil Glaubebssätze inklusive aller Überzeugungen von Abwehrmechanismen begleitet werden. Je weniger innere Widerstände der Mensch gegen das reale Leben mobilisiert, desto weniger wird seine Sicht eingeschränkt. Das muss man aushalten können. Und das kann eben nicht jeder. Die meisten überlagern Selbst-und Weltbild mit Vorstellungen, um sich selbst vorzugaukeln, dass sie über den Dingen stehen und alles sich zum Guten wenden wird. "Wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht zu Ende". Was, wenn es gar kein wirkliches Ende gibt? "Willst" du noch tiefer gehen?

Phönix
2 128
photo content

Phönix
2 128
Teil 10 Dass alle Menschen im Grunde ihres Herzens gut sind, ist eine tröstliche Fiktion. Das Böse im ach so Guten klar zu erkennen, ist vielleicht eine der grössten Bürden der Menschen. Über Gut und Böse als ein von Menschen erfundenes Konzept hinauszuwachsen, ist die vielleicht grösste Herausforderung. Intelligente Menschen erkennen, wie sehr menschliches Verhalten von parasitärem Egoismus, wie sehr es von Grausamkeit und Gleichgültigkeit geprägt ist. Sie bemerken, wie Gesellschaften Gräuletaten entschuldigen, wie Menschen Leid ignorieren, wenn es zu unbequem ist, es anzuerkennen. Sie erkennen, wie sich diese Muster immer wieder wiederholen, und zwar über sehr lange Zeiträume. Und hier wird es ganz deutlich: Um etwas in Gänze erfassen zu können, braucht es die Fähigkeit, sich in Muster hineinversetzen zu können. Das kann verdammt weh tun, weil der intelligente Mensch sich selbst nicht von seiner Erkenntnis subtrahiert, wie es so viele hochtrabende Selbste gerne tun. Das Problem ist, dass die meisten Menschen keinen blassen Schimmer davon haben, was das Menschsein wirklich bedeutet. Sie strotzen vor völlig überzogenen Vorstellungen. Genau deswegen sind sie so unfassbar leicht zu manipulieren. Wenn ich etwas sage, was in dir Anklang findet, ganz gleich, ob es positiv oder negativ ist, dann wirst du mir vertrauen und glauben. Und wenn ich es jetzt darauf anlege, dich einer Gehirnwäsche zu unterziehen, dann tätige ich fünf Aussagen, denen du bedenkenlos zustimmen kannst. Ich scanne dich und das Umfeld blitzschnell und bringe einfach das zum Ausdruck, was für dich offensichtlich ist. Morgen mach ich es nochmal. Übermorgen ebenfalls. Na ja, fast. Ich erzähle dir vier Wahrheiten und eine Lüge. Am Tag darauf dann drei Wahrheiten und zwei Lügen. Du wirst es nicht merken, versprochen. Der Übergang ist lieblich und sacht, dein Untergang im Lügenmeer erfolgt völlig schmerzfrei. Du wirst ihn wie eine Erlösung feiern. Du glaubst mir nicht? Das musst du auch nicht. Warum ich dir davon erzähle? Weil ich keine Vorsichtsmaßnahmen treffen muss. Das, was ich einige Zeilen zuvor beschrieben habe, hat sich längst verwirklicht. Nimm es nicht persönlich, denn letztendlich geht es nicht um dich allein. So wichtig bist du nicht. Ich bin es auch nicht. Der Unterschied zwischen uns beiden ist, dass ich mir dessen bewusst bin und gelassen mit dieser Erkenntnis umgehe, während du versuchst, dir und deinen Taten Bedeutung zu verleihen. Du folgst einem "höheren Prinzip" und nennst es Sinngebung, ich weiß. Das klingt auch ein bisschen weniger narzisstisch. Ich kenn dich besser, als du glaubst, was vor allem daran liegt, dass ich die Mechanismen blicke, die den Menschen innewohnen. Du bist dein ganzes Leben damit beschäftigt, die dir angeborene Primitivität zu unterdrücken und dir ein Leben zu erträumen, das dich in seinen Armen wiegt und dir währenddessen einen Nobelpreis fürs Stillhalten verleiht. Das Nichtstun ist die Geheimwaffe des bequemen Menschen. Er macht sich die Patschehändchen nicht dreckig und stellt sich mit allen gut, in dem Glauben, dass das Leben schon alles regeln und irgendwann, eines fernen Tages, das "Gute" über das "Böse" siegen würde. Ich vertraue dir jetzt mal ein Geheimnis an... Das, was du "das Gute" nennst, wird niemals über das, was du "das Böse" nennst, siegen, weil es Grenzen wahrt, die von den destruktiven Kräften einfach niedergetrampelt werden. Sie werden sich eines Tages selbst zerstören, das stimmt, aber erst, wenn alles andere platt gemacht worden ist. Steh ruhig grinsend daneben und beweihräuchere dich selbst. Schieb alle Verantwortung weit von dir und den sogenannten Dunkelmächten zu. In meiner Wahrnehmung bist du kontrollierender Gefängniswächter und zugleich observierter Inhaftierter. Genau das lässt dich ver-zwei-feln. Um dich ansatzweise frei fühlen zu können, musst du nicht an den Gitterstäben rütteln, sondern deinen Beruf an den Nagel hängen.

Phönix
2 128
photo content

Phönix
2 128
Teil 9 Man hat dich vielleicht gelehrt, dass die besten Sammler das Gold auch an der Oberfläche finden und dass Intelligenz etwas Omnipräsentes sei, insofern man nur die passenden Bedingungen schafft. Ich halte das für eine der grössten Lügen der Menschheit. Es ist offensichtlich, dass die meisten Menschen nicht zum Denken, sondern nur zum Glauben befähigt sind. Sie leben auf einem kognitiven Niveau, das es kaum über den Instinkt hinausschafft und verteidigen Programme, die sie nie selbst gewählt haben. Sie merken, wiederholen, reproduzieren Erlerntes, verweisen auf Allgemeinplätze, ohne je davon etwas in der Tiefe hinterfragt zu haben. Der Rest wird konfabuliert, was bedeutet, dass Erinnerungsbruchstücke mit schlüssig klingenden Geschichten ergänzt werden. Pseudologia fantastica -die unbewusste Lüge. Grosses Thema. Wo Wahrheit zu Tage tritt, treten Emotionen und Meinungskorridore zwischen Licht und Dunkelheit in den Hintergrund. Wo die mehrschichtige Wirklichkeit zu Tage tritt, zählen alte Glaubenssätze nicht mehr. Echte Intelligenz ist die Fähigkeit zu abstraktem Denken und zur mehrperspektivisch logischen Analytik. Du vermisst das Gefühl? Nur, wenn in dir Zwietracht herrscht. Wahre Logik existiert dort, wo der Einklang von Gedanken und Gefühlen Klarheit hervorbringt. Emotionsgeladene Glaubenskonstrukte haben hier keinen Platz. Bewusstsein ist ein Fluch. Intelligente Menschen sind sich ihres Bewusstseins bewusst und analysieren ständig ihre Analysen, um nicht in Zirkelschlüsse zu geraten. Sie können nicht einfach leben, ohne über das Leben nachzudenken. Diese Metakognition ist sowohl Quelle ihrer Erkenntnisse, als auch ihres Leidens. Sie wissen, dass das Verhalten der Menschen größtenteils von unbewussten biologischen Trieben gesteuert wird, die dann als bewusste Entscheidungen rationalisiert werden. Der "freie Wille". Sie bemerken die Diskrepanz zwischen Worten und Taten. Sie erkennen in dem lauten Geblöke all die Muster sozial ritualisieter Schmiermittel, die weniger einen Austausch an Information fördern, sondern lediglich dazu da sind, um oberflächliche Kompatibilität zu schaffen, die nach Macht über den anderen oder nach Bestätigung durch den anderen, die nach Manipulation oder Statusstreben giert. Intelligente Menschen wissen, dass Gesellschaft letztlich eine reine Fiktion darstellt, weil sie nicht existieren kann, wenn jeder auf seiner "Wahrheit" beharrt, ohne die Wirklichkeit in ihrer Tiefe erforschen zu können. Ignorante Menschen erleben die Welt im Allgemeinen als verständlich, wobei sie gelegentliche Unklarheiten auf eine mangelnde Erklärung anderer, als auf die eigene Unzulänglichkeit abwälzen.

Phönix
2 128
photo content

Phönix
2 128
Teil 8 Schauen wir uns die Oberflächenstrukturen etwas tiefgreifender an? Die meisten Menschen funktionieren auf einem Niveau, das weit unter dem liegt, was man dich zu erwarten gelehrt hat. Das tun sie nicht aus Bosheit, sondern weil sie fundamentale Beschränkungen in ihren kognitiven Fähigkeiten haben. Sobald du diese Wahrheit akzeptierst, wirst du aufhören, an der Kluft zwischen deinen Erwartungen und ihren Grenzen zu leiden. Ich habe nun mittlerweile Jahrzehnte damit verbracht, menschliche Dummheit zu analysieren und trage meine Erkenntnisse mit brutalster Direktheit und ohne tröstende Ausflüchte vor. Ich klebe keine Pflaster auf offene Brüche! "Nein" ist immer noch ein vollwertiger Hauptsatz und falls du dazu noch einen Nebensatz benötigst, bitteschön... Nein, ich werde hier nicht so tun, als könnte jeder kritisch denken, wenn er sich nur genug anstrengt. Hier geht es nicht um Elitarismus um meiner Selbst Willen. Ich präsentiere diese Analyse hier nicht, um mich und vielleicht auch dich über den Rest der Menschheit zu stellen. Es geht mir weder darum, dir zu zeigen, wie du die Strassen wieder zum Leuchten bringst wie MJ in Billy Jean, noch darum, dass du auf alles mit steinerner Miene herablickst, wie der Mount Rushmore. Nein, ich präsentiere das nicht, um dich arrogant zu machen, sondern um dir einen Kompass zu geben für die Navigation in einer Welt, in der echte Intelligenz eben nicht von der Stange kommt. Seltenheit ist keine Besonderheit, sondern einfach nur Seltenheit. Sobald du diese Ideen verinnerlichst, ändert sich alles und du wirst aufhören, enttäuscht zu sein, wirst aufhören, Energie in Interaktionen zu stecken, die von vornherein schon zum Scheitern verurteilt waren.