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Friedrich der Große

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Kobold, Ketzer, Kartoffelkoch, Flötenspieler. Der königlichste Mensch und der menschlichste König. Alter Fritz, wo ist dein Geist, der den Weg nach Deutschland weist?

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Rauchs Friedrichsdenkmal. Unter den Linden, Berlin. Dasselbe Jahr, das Menzels Friedrichsbuch erscheinen sah, brachte auch der Bildnerkunst eine folgenreiche Entscheidung. Schon seit zwei Menschenaltern wurde in Berlin der Plan eines Denkmals für den großen König hin und her erwogen. Tassaert und Schadow, Schinkel und Rauch hatten in Vorschlägen gewetteifert, in der Mannigfaltigkeit dieser Pläne spiegelte sich der Wandel der Kunstempfindungen eines suchenden Jahrhunderts treulich wieder. Als Rauch endlich mit der Ausführung beauftragt wurde, da sah er alsbald, daß Friedrichs stolze Wahrhaftigkeit sich mit klassischem Pomp sogar noch weniger vertrug als die schlichte Größe der Feldherren des Befreiungskrieges. Den alten Fritz, dessen Gestalt noch in aller Gedächtnis lebte, auf eine Trajanssäule stellen oder in einen Tempel oder als Triumphator auf eine Quadriga, wie noch Schinkel vorgeschlagen hatte, das hieß das Volksgefühl beleidigen; und von der volkstümlichen Wirksamkeit der Kunst war Rauch ebenso tief überzeugt wie sein Liebling Rietschel, der dem Meister ermutigend schrieb: vom Volke begriffen werden, es erheben, begeistern, hierdurch erhält ein Kunstwerk die wahre Autorität. Auf Rauchs Antrag genehmigte der alte König ein halbes Jahr vor seinem Abscheiden die Errichtung eines großen Reiterstandbilds; es war die letzte gute Tat, die der anspruchslose und doch so still sinnige Mäcenas der deutschen Kunst erwies. Enthusiastisch ging der Nachfolger auf den Gedanken ein; er erlaubte, den Plan zu erweitern, am Sockel des Königsstandbilds den ganzen Heldenkreis der friderizianischen Zeiten in mächtigen Erzgestalten darzustellen und suchte dem Meister selbst bei der Komposition zu helfen. Künstler, Gelehrte, Offiziere wurden befragt, wer einen Platz auf dem Sockel verdiene. Die langwierigen Verhandlungen erschienen fast wie ein historischer Familienrat des preußischen Volks; man empfand die Macht einer noch in der Gegenwart fortwirkenden großen Geschichte, alle die alten Soldatengeschlechter setzten ihren Stolz darein, daß ihre Ahnen auf dem nationalen Ehrendenkmal nicht fehlen sollten. Das geistvolle, dem Maler so willkommene Gesicht des großen Königs ließ sich unbeschattet vom Bildhauer kaum darstellen, da der Ausdruck ganz in den mächtigen Augen lag und das Profil nur zwei scharfe Linien zeigte. Darum mußte Rauch den Kopf Friedrichs mit dem Hute bedecken, wie die Hellenen den Zwiebelkopf ihres Perikles unter dem Helme verbargen. Als eine Erinnerung gleichsam an die früheren antikisierenden Entwürfe blieb nur der schwere Krönungsmantel, der dem Herrscher um die Schultern geschlagen zu dem Dreispitz, dem Krückstock, der Uniform wenig stimmte. Streng in der Tracht der Zeit wurden die Bildwerke des Sockels gehalten: die vier Reitergestalten der ersten Heerführer des Königs aus den Ecken hervorsprengend, dazwischen die dichte Schar der Generale, auf der Rückseite auch die Staatsmänner und Denker. Welch' eine Zumutung an den greisen Künstler, der soeben noch in der hellen Schönheit seiner Walhalla-Viktorien geschwelgt hatte, „diese sämtlich von einem Friseur mit gleicher Lockenzahl über dem Ohr frisierten Menschen“ mit ihrer häßlichen Tracht zu bekleiden; er fühlte sich zuweilen „geistig fertig“. Doch sein eiserner Wille hielt stand bei der ungeheueren Arbeit. Jedem der Köpfe, die er zumeist nur aus schlechten Bildnissen kannte, verstand er ein kräftiges persönliches Leben einzuhauchen; die bald ganz frei, bald halbrund, bald flach aus dem Sockel heraustretenden Gestalten ordnete er so glücklich hinter= und nebeneinander, daß die Überzahl der Arme und Beine verdeckt blieb; die ruhige Gruppe der Männer des Friedens hob sich wirksam ab von den bewegteren der Kriegshelden. Das Werk reichte an die Majestät des Schlüterschen Kurfürstenstandbildes nicht ganz heran und erschien etwas steif durch den allzu hohen Aufbau; aber in diesem Jahrhundert war der deutschen Bildnerkunst noch nie eine so großartige Schöpfung gelungen. Treitschke, Dt. Geschichte im 19. Jhd., Band 5. @derGrosseFriedrich
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Die Werke Friedrichs des Großen. Digitale Ausgabe der Universitätsbibliothek Trier http://friedrich.uni-trier.de/de/volz/toc/
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