Hadithwissenschaften | Dr. Ziberi
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Wissenschaftliche Beiträge über die Hadithwissenschaften, Überlieferungen und ihre Klassifizierung von Dr. Muhamet Ziberi. www.hadithwissenschaften.de E-Mail: info@hadithwissenschaften.de
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Für eine Angelegenheit, die dir viel bedeutet, suchst du dir gern etwas Schönes zum Anziehen aus. Auch für dein Gebet darfst du deine Kleidung wechseln und dich ein wenig herrichten, selbst wenn du ganz allein bist. Denn gepflegte und angemessene Kleidung beim Beten ist nicht für die Blicke anderer gedacht, sondern weil du vor Allah stehst und Ihm damit deine Achtung zeigst. Vielleicht hilft dir diese kleine Vorbereitung, dein nächstes Gebet wieder bewusster und mit einem schönen Gefühl zu beginnen.
[Vgl. Laṭāʾif al-Fawāʾid Nr. 62]
Viele Sünden lassen sich vermeiden, wenn man rechtzeitig innehält. Der erste Haltepunkt sind die Augen: Senke deinen Blick. Der zweite ist das Denken: Gib dem verbotenen Gedanken keinen Raum. Der dritte ist die Zunge: Sage oder schreibe nichts, was die Tür zur Sünde öffnet. Der vierte sind die Füße: Gehe nicht an Orte der Fitna. Diese Schritte mögen klein erscheinen, doch sie bewahren den Menschen vor schwerer Reue. Je früher du innehältst, desto leichter wird die Rettung.
#KrankheitHeilung #IbnAlQayyim
👤 Šāh al-Kirmānī sagte: "Wer seine Blicke von Verbotenem abwendet, seine Gelüste unter Kontrolle hält, sein Inneres ständig prüft und im Äußeren der Sunna folgt, sich daran gewöhnt, nur Erlaubtes zu essen, für den wird seine Intuition nicht der Realität widersprechen, und seine Bittgebete werden erhört."
📜 — Ḥilyat al-Awliyā, (10/237)
Wer sich darum bemüht, seinen Blick vom Verbotenen abzuwenden und seine Begierden zu zügeln, legt damit den Grundstein für ein Leben im Einklang mit der prophetischen Sunna. Indem man darauf achtet, nur das Erlaubte zu suchen und seine Blicke, Worte und Taten zu bewahren, läutert man sein Inneres und nähert sich Allah. So steigt der Diener in den Stufen der Gottesnähe auf und erlangt durch Allahs Gnade Seine Liebe und Sein Wohlgefallen.
Ein Gefährte des Propheten ﷺ sagte: „Ich werde niemals heiraten.“ Ein anderer sagte: „Ich werde niemals Fleisch essen.“ Ein weiterer sagte: „Ich werde niemals in einem Bett schlafen.“ Wieder ein anderer sagte: „Ich werde immer fasten und mein Fasten nicht brechen.“ Der Gesandte Allāhs ﷺ hörte davon, lobpries Allāh und sagte: „Was ist mit den Leuten, die solche Dinge sagen? Ich bete und schlafe, faste und breche mein Fasten, und ich heirate Frauen. Wer sich von meiner Sunna abwendet, gehört nicht zu mir.“
[Sunan an-Nasāʾī, Nr. 3217]
Als einige Gefährten extreme Vorsätze fassten, ermahnte der Prophet ﷺ sie, den Weg der Mäßigung zu gehen. Er selbst betete, schlief, fastete und heiratete und lebte damit eine ausgewogene Lebensweise vor. Der Ḥadīṯ lehrt, dass die Sunna einen ausgewogenen Weg vorgibt – fern von Übertreibung und Nachlässigkeit.
Folge der Sunna des Propheten ﷺ in Ausgewogenheit: Bete, arbeite, faste und pflege deine Beziehungen im Einklang mit seinem Vorbild.
Ein einziger Blick mag unbedeutend erscheinen, doch er kann der Beginn eines langen inneren Kampfes sein. Aus einem Blick entsteht ein Bild, aus dem Bild ein Gedanke, aus dem Gedanken ein Verlangen und aus dem Verlangen schließlich eine Handlung. Es ist leichter, am Anfang aufzuhören, als am Ende Reue zu empfinden. Den Blick zu senken bedeutet keinen Verlust, sondern Schutz. Allah sieht den Augenblick, in dem du deinen Blick um Seinetwillen abwendest, auch wenn kein anderer Mensch es bemerkt. Gerade dieser verborgene Widerstand kann dich vor einem schweren Fehltritt bewahren.
#KrankheitHeilung #IbnAlQayyim
👤 Ibn Taymiyyah bemerkte: „Wenn ein Diener Mängel bei der Erfüllung der Rechte seiner Verwandten, Familie, Kinder, Nachbarn und Brüder erkennt, soll er für sie um Vergebung bitten und Bittgebete sprechen.“
📜 — Maǧmūʿ al-Fatāwā, (11/698)
Wenn wir die Mängel unserer Verwandten und Mitmenschen erkennen und wissen, dass sie möglicherweise nicht allen islamischen Verpflichtungen nachgekommen sind, sollten wir ihnen mit Nachsicht begegnen, statt Härte und für ihre Vergebung bitten. Dies zeigt unsere Verbundenheit und unseren verantwortungsvollen Umgang miteinander.
Der Prophet ﷺ wurde gefragt, welche guten Taten am besten sind. Er antwortete: „Diejenigen, die regelmäßig verrichtet werden, auch wenn sie nur klein sind.“ Er fügte hinzu: „Nehmt euch selbst nicht mehr vor, als ihr bewältigen könnt.“
[Ṣaḥīḥ al-Buḫārī, Nr. 6465]
Der Prophet ﷺ erklärte, dass die besten Taten diejenigen sind, die regelmäßig verrichtet werden, auch wenn sie klein sind. Er betonte, dass Beständigkeit und Ausdauer wichtiger sind als große Taten, die nur selten verrichtet werden. Dies zeigt die Barmherzigkeit Allāhs, der von Seinen Dienern keine Überforderung verlangt und die beständige Anstrengung liebt.
Bemühe dich darum, auch kleine gute Taten regelmäßig in deinen Alltag einzubauen. Denn nicht die Größe einer Tat allein zählt, sondern vor allem die Beständigkeit, mit der du sie für Allāh verrichtest.
Manche sagen: „Ich habe doch nichts getan, ich habe nur daran gedacht.“ Doch jede Handlung beginnt mit einem Gedanken. Ein flüchtiger Gedanke kann zu einer Vorstellung werden, die Vorstellung zu einem Verlangen, das Verlangen zu einer Absicht und schließlich zu einer Tat. Der Šayṭān möchte zunächst nur Zugang zu deinem Denken erhalten; danach führt er dich Schritt für Schritt weiter. Schütze deshalb dieses Tor frühzeitig. Kommt ein verbotener Gedanke auf, handle sofort: Wechsle deinen Ort, verrichte Wuḍūʾ, suche Zuflucht bei Allah und richte deine Aufmerksamkeit auf etwas Reines.
#KrankheitHeilung #IbnAlQayyim
👤 Abū ad-Dardā’ sagte: "In meiner Niederwerfung bitte ich um Vergebung für siebzig meiner Brüder. Ich erwähne ihre Namen und die Namen ihrer Väter."
📜 — Tārīẖ Baġdād, (13/134)
Die Aussage von Abū ad-Dardāʾ zeigt die aufrichtige Fürsorge und Verbundenheit der Gläubigen untereinander. Dies deutet darauf hin, dass wahre Brüderlichkeit nicht nur darin besteht, seinem Bruder im Leben beizustehen, sondern auch darin, ihn im Verborgenen in seinen Bittgebeten nicht zu vergessen. Für seine muslimischen Geschwister um Vergebung und Gutes zu bitten, ist ein Ausdruck aufrichtiger Liebe und Fürsorge.
Und genau solche Nachrichten erreichen mich aus der Leserschaft von Abu M. Ein anonymes Profil mit vier Followern beschimpft mich als „Mushrik“, schreibt von meiner angeblichen „Jahm-ibn-Safwān-Religion“ und meint, auf diese „Religion“ urinieren zu wollen.
Das ist die Frucht eines Diskurses, in dem Menschen leichtfertig mit Begriffen wie Kufr, Jahmiyyah und Schirk um sich werfen.
Ich habe oft genug vor dieser Art von religiöser Internetkultur gewarnt. Hier sieht man, wohin Fanatismus und maßloses Gerede über den Īmān anderer Menschen führen können.
Šayḫ al-Islām Ibn Taymiyya رحمه الله sagte:
„Die Salaf dieser Umma und ihre Imame sind sich darüber einig, dass der erhabene Schöpfer von Seinen Geschöpfen getrennt (bāʾin) ist. Nichts von Seinen Geschöpfen befindet sich in Seinem Wesen und nichts von Seinem Wesen befindet sich in Seinen Geschöpfen.“
An anderer Stelle erklärt Ibn Taymiyya ausdrücklich, dass Allah über Seinen Himmeln und über Seinem Thron ist, von Seiner Schöpfung getrennt und zugleich vollkommen unabhängig vom Thron und von allem Geschaffenen. Sein Istiwāʾ darf nicht mit dem Istiwāʾ der Geschöpfe verglichen werden.
Maǧmūʿ al-Fatāwā, Bd. 5, S. 263. (islamweb.net)
Ein Einfaltspinsel und Schwätzer schreibt tatsächlich über mich, ich würde den Istiwāʾ Allahs leugnen und meine Aussage sei sogar „klarer Unglaube“ und die Aussage der Jahmiyyah. Anschließend fragt er seine Leser auch noch, ob sie keine Angst vor Allah hätten, mich weiterhin als Muslim zu bezeichnen!
Dabei habe ich ausdrücklich geschrieben, dass Allah frei von einem physischen, d. h. erschaffenen Ort ist, an den Er gebunden wäre. Wo genau soll darin die Leugnung des Istiwāʾ liegen?
Man muss schon geistig stark eingeschränkt sein, um aus diesem Satz eine Leugnung des Istiwāʾ herauszulesen. Er legt mir eine Aussage in den Mund, die ich weder gesagt noch geschrieben habe, und baut anschließend seinen Takfīr auf genau dieser selbst konstruierten Aussage auf.
Das Absurde daran: Er widerlegt nicht meine tatsächliche Position, sondern seine eigene Fantasievorstellung davon. Erst wird eine Bedeutung in meine Worte hineingelesen, dann wird mir diese Bedeutung zugeschrieben und anschließend wird von „klarem Kufr“ gesprochen.
Dabei habe ich in genau diesem Artikel den Ḥadīṯ al-Ǧāriya ausführlich und auf einem etwas höheren wissenschaftlichen Niveau auf Deutsch verteidigt – entsprechend dem Verständnis der Ahl al-Ḥadīṯ. Wer den Artikel vollständig liest, erkennt sofort, welche Position ich tatsächlich vertrete und verteidige.
Und wenn hier schon mit Begriffen wie „klarer Kufr“ um sich geworfen wird: Allah einen physischen, erschaffenen Ort zuzuschreiben, in dem Er sich befinden und an den Er gebunden sein soll, ist etwas völlig anderes als die Bestätigung des Istiwāʾ gemäß der Verständnis der Salaf.
Wer derart leichtfertig mit Takfīr umgeht und sogar andere dafür angreift, einen Muslim weiterhin als Muslim zu bezeichnen, sollte sich zuerst mit den Grundlagen dieses gewaltigen Themas beschäftigen, bevor er im Internet über den Īmān anderer Menschen urteilt.
Ich habe immer wieder davor gewarnt, dass heute völlig unbekannte Menschen aus dem Nichts auftauchen, sich im Internet als Autoritäten aufspielen und irgendeinen Blödsinn von sich geben. Und genau hier sehen wir wieder ein Paradebeispiel dafür.
Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wer hundertmal am Tag Subḥān Allāhi wa biḥamdih sagt, dem werden seine Sünden vergeben, selbst wenn sie so zahlreich wären wie der Schaum des Meeres.“
[Sahīh al-Buḫārī, Nr. 6405]
Der Prophet ﷺ lehrte uns, dass das hundertmalige Sagen von „Subḥān Allāhi wa biḥamdih“ am Tag eine gewaltige Belohnung mit sich bringt und ein Grund für die Vergebung der kleinen Sünden ist. Selbst wenn diese Sünden so zahlreich wären wie der Schaum des Meeres, kann Allah sie durch Seine Barmherzigkeit vergeben. Die großen Sünden hingegen erfordern eine aufrichtige Reue (Tawbah).
Gedenke Allah regelmäßig und unterschätze keine noch so kleine gute Tat. Ein einfacher Dhikr, den du in wenigen Minuten sprechen kannst, kann ein großer Grund für die Vergebung deiner kleinen Sünden sein.
Manche Tage verbringst du mit Gebet, liest einige Verse des Qurʾān und erfüllst deine Pflichten, und dennoch fühlst du dich, als stünde eine Glasscheibe zwischen dir und Allah. Du siehst das Licht, doch es erreicht dein Herz nicht. Diese Barriere kann eine Sünde sein, die du unterschätzt hast, eine verborgene Gewohnheit, ein verbotener Blick oder ein Gedanke, den du wachsen ließest. Denn die Sünde beginnt nicht immer mit der Tat; manchmal beginnt sie mit einem Gedanken, den man immer wieder zulässt. Die Heilung liegt nahe: Tawba, Ḏikr, Duʿāʾ und der Qurʾān, gelesen mit einem wachen und aufrichtigen Herzen.
#KrankheitHeilung #IbnAlQayyim
👤 Als man al-Ḥasan al-Baṣrī sagte, dass die Menschen sich nicht schämen sollten, ihren Herrn um Vergebung zu bitten, selbst wenn sie wiederholt sündigen, antwortete er: „Genau das ist die Taktik, die Satan hofft, bei euch zu funktionieren. Hört niemals auf, um Vergebung zu bitten.“
📜 — At-Tawba von Ibn Abī ad-Dunyā, S. 119
Shayṭān möchte den Menschen nach wiederholten Sünden in Verzweiflung treiben und ihn glauben lassen, dass seine Sünden unverzeihlich seien, damit er aufhört, Allāh um Vergebung zu bitten und den Weg der Reue verlässt, doch der Diener soll niemals aufhören, zu Allāh zurückzukehren und Ihn um Vergebung zu bitten.
Wenn du fällst, dann kehre zu Allah zurück. Wenn du erneut fällst, dann kehre erneut zurück. Deine wiederholte Sünde bedeutet nicht, dass Allahs Barmherzigkeit aufgehört hat.
Der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Bittet euren Herrn um alles, was ihr benötigt, und sei es nur Salz oder der Riemen einer Sandale, wenn er reißt.“
[Gāmiʿ at-Tirmidhī, Nr. 3604 j]
Der Prophet ﷺ ermutigte dazu, selbst für die kleinsten Bedürfnisse Allāh um Hilfe zu bitten. Kein Anliegen ist zu unbedeutend, um es Ihm anzuvertrauen. Dieser Hadith stärkt das Vertrauen in Allāhs Fürsorge und erinnert uns daran, Ihn in allen Lebenslagen um Hilfe zu bitten.
Wende dich auch in den kleinsten Angelegenheiten an Allāh, denn nichts ist zu unbedeutend für Seine Hilfe und Fürsorge.
