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🇮🇱 Rabbi Mizrachi droht den Spaniern, dass sie bald alle als Konsequenz ihres Antisemitismus von Arabern abgeschlachtet und vertrieben werden und dies anschließend in ganz Europa passieren werde.
5 023
Gustav Gottfried Schwarzenegger (1. August 1907 – 13. Dezember 1972) war ein österreichischer Gendarmeriekommandant , Postinspektor, Mitglied der Sturmabteilung (SA) und Militärpolizist . Er war der Vater des ehemaligen Gouverneurs von Kalifornien und Schauspielers Arnold Schwarzenegger.
https://en.wikipedia.org/wiki/Gustav_Schwarzenegger
5 023
📚 Der Sklarek-Skandal
Der Sklarek-Skandal bezeichnet einen Korruptionsprozess, der mit der Verhaftung der Brüder Max, Leo und Willi Sklarek am 26. September 1929 begann, und seine Folgen. Der Skandal spielte eine große Rolle in den politischen Auseinandersetzungen vor und während der Weltwirtschaftskrise, beeinflusste die Kommunalwahlen in Berlin und wirkte fort bis zum Ende der Weimarer Republik 1933.
Der Skandal war Ende 1929 und Anfang der 1930er Jahre eines der meistdiskutierten politischen Themen Deutschlands.
1926 hatten die Brüder Sklarek, drei Söhne eines russisch-jüdischen Einwanderers, die Lager der Kleider-Vertriebsgesellschaft erworben, mit der die Stadt Berlin den Eigenbedarf ihrer Verwaltungsbeamten während des Ersten Weltkriegs gedeckt hatte. Die Brüder erhielten das Recht, die städtischen Dienststellen weiterhin zu beliefern. In den folgenden Jahren stellte das Unternehmen zahlreiche gefälschte Rechnungen aus. Als der Betrug entdeckt wurde, betrug der Schaden mehr als 10 Millionen Reichsmark.
Die Presse aller politischen Richtungen griff den Fall schnell auf, obwohl oder gerade weil die Brüder in jeder Richtung gut „vernetzt“ waren. Max Sklarek war Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP), die u. a. den Berliner Oberbürgermeister Gustav Böß stellte. Leo und Willi Sklarek waren seit 1928 Mitglieder der SPD, die in der Berliner Stadtverordnetenversammlung die größte Fraktion bildete. Bekannt gemacht wurden bald auch Spenden an die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) und die kommunistische Rote Hilfe.
Theodor Wolff, Chefredakteur des Berliner Tageblatts, schrieb am 13. Oktober 1929:
„Die drei Brüder Sklarek kannten, wie in einem späten Augenblick Wilhelm II., keine Parteien mehr. Oder… sie kannten alle… es wurde bei ihnen republikanisch soupiert, deutschnational und völkisch gesoffen, kommunistisch mit Knallbonbons geknallt.“
Als der Skandal immer weitere Kreise zog, beschloss der Preußische Landtag am 17. Oktober 1929 die Einsetzung eines parlamentarischen „Untersuchungsausschusses zur Klärung der Misswirtschaft in der Berliner Stadtverwaltung“, des ersten seiner Art. Im Zuge des Skandals musste der Berliner Oberbürgermeister Gustav Böß am 7. November 1929 zurücktreten.
Im Wahlkampf vor den Kommunalwahlen am 17. November 1929 warfen die Parteien sich gegenseitig ihre Verstrickung in den Skandal vor. Nutznießer dieser Auseinandersetzungen wurden die KPD und die NSDAP, die jeweils 13 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung hinzu gewannen. Obwohl Kommunisten und Sozialdemokraten auch weiterhin über die Mehrheit im Berliner Stadtparlament verfügten, erlitt ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit durch die scharfen und persönlichen Auseinandersetzungen während des Sklarek-Skandals nachhaltigen Schaden.
Der Prozess gegen die Beteiligten zog sich bis 1932 hin und endete mit der Verurteilung der Brüder Sklarek zu je vier Jahren Zuchthaus. Auch zahlreiche Politiker und Verwaltungsbeamte traten zurück, wurden aus dem Dienst entlassen oder verurteilt.
1933 schlachteten die Nationalsozialisten mit einer Wiederaufnahme des Prozesses den Fall Sklarek noch einmal für sich aus. Unter anderem wurde erneut gegen Oberbürgermeister Gustav Böß ermittelt, der jedoch nach neun Monaten Untersuchungshaft ohne Aufnahme eines Verfahrens wieder freigelassen wurde.
Kommentar: Die Sklareks waren gleichzeitig auf beiden extremen Seiten aktiv. Sie spendeten an die kommunistische Rote Hilfe und an die Deutschnationale Volkspartei (DNVP), die damals das nationalistische und völkische Lager repräsentierte und aus dem heraus später viele Kräfte zur NSDAP übergingen. Gleichzeitig waren sie in SPD und DDP organisiert und pflegten Kontakte quer durch alle Richtungen. Sie standen also nicht nur irgendwo in der Mitte, sondern bedienten bewusst beide Extreme Kommunisten und Nationalisten/Nazis parallel. Genau diese beiden Extreme (KPD und NSDAP) haben dann aus dem Skandal den grössten politischen Gewinn gezogen.
Mehr dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sklarek-Skandal
5 023
📚 Der Barmat-Kutisker-Skandal wurde in der Ufa Ton-Woche 471/1939 ebenfalls erwähnt.
Dieses Video zeigt seltenes, originales deutsches Filmmaterial aus dem Jahr 1939: Es dokumentiert das Leben von aschkenasischen und sogenannten Chasaren-Juden in damaligen Polen.
Mehr dazu:
https://en.wikipedia.org/wiki/Ufa_Ton-Woche_471/38/1939
5 023
📚 Der Barmat-Kutisker-Skandal
Der Skandal dreht sich um einen groß angelegten Betrug, bei dem die Barmat-Brüder und der Bankier David Kutisker eine Reihe von illegalen Finanztransaktionen und unlauteren Geschäftspraktiken durchgeführt haben, um von staatlichen Krediten und Subventionen zu profitieren.
Der Barmat-Kutisker-Skandal war ein Wendepunkt in der Finanz- und Politikgeschichte der Weimarer Republik. Er trug zur politischen Radikalisierung und zum Verlust des Vertrauens in das politische Establishment bei. Gleichzeitig stellte der Skandal ein Beispiel für die Korruption und Misswirtschaft in der Weimarer Zeit dar.
Beide Skandale erweckten in der damaligen Presse wie auch der sonstigen Öffentlichkeit ein lebhaftes Echo und entfalteten eine internationale Dimension. Während die rechte und rechtsradikale Presse die Fälle als prominente Beispiele für den Vorwurf grassierender Korruption in der Weimarer Republik ansah, zumal die Tatsache, dass sowohl Kutisker als auch die Barmats ostjüdischer Herkunft waren, ihr obendrein Gelegenheit zur Verbreitung antisemitischer Stereotype in Text- und Bildmedien bot.
Die linksradikale Presse erkannte im Skandal den Beweis für die Richtigkeit einer grundsätzlichen Kapitalismuskritik. Die der SPD und der Zentrumspartei nahestehenden Zeitungen bewerteten die Angriffe auf Julius Barmat als Skandalisierung durch die politischen Gegner der jungen Republik von links und rechts.
Eine agitatorische „Nachblüte“ erlebte der Barmat-Skandal in der Endzeit der Weimarer Republik, als er von der NSDAP zusammen mit anderen Affären wie dem Sklarek-Skandal als Beleg für ihre Anwürfe gegen den Staat als „Juden-“ und „Schieberrepublik“ verwendet wurde. In der Ufa-Tonwoche Nr. 471 vom 14. September 1939 wurde der Skandal als Beispiel für den Einfluss der „Ostjuden“ in der Weimarer Republik erwähnt. Im Auftrag des Propagandaministeriums begann Hans Fallada im April 1944 mit der Arbeit an einem Roman über den Fall Kutisker. Der Roman ist nie erschienen, das Manuskript nicht überliefert. In Belgien diente der Barmat-Skandal den Rexisten um Léon Degrelle in den 1930er Jahren als Polemik gegen einen korrumpierten Staat.
Mehr dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Barmat-Skandal
5 023
Soll ich weiter machen mit der Recherche in dieser Art oder nicht? Interessiert es euch überhaupt die Hintergründe vor dem ersten und zweiten Weltkrieg zu verstehen und dessen Ursachen?
5 023
📚 Otto Glagau war ein deutscher Publizist und Antisemit.
Otto Glagau stammte aus einer Familie im Samland in Ostpreußen. Er studierte Philologie und Philosophie wahrscheinlich in Königsberg und war danach als Hauslehrer tätig.
1863 kam er nach Berlin und war dort als Publizist tätig. Er schrieb für die liberale Berliner Nationalzeitung bis 1871.
Börsenverluste 1873
1873 verlor Glagau eine große Summe Geldes, die er in Aktien des Lindenbauvereins angelegt hatte, durch den „Gründerkrach“. Danach recherchierte er intensiv zu diesen Ereignissen. Er verfasste zunächst ein Theaterstück zu diesem Thema, das jedoch von den meisten Bühnen abgelehnt wurde.
1874/75 veröffentlichte er eine Artikelserie in der bekannten Familienzeitschrift Die Gartenlaube, die große Resonanz fand und in der er führenden Personen aus Politik und Wirtschaft die Schuld an der Misere gab. Allerdings kritisierte selbst die Redaktion der Gartenlaube Glagaus Darstellung, dass die gesamte spekulierende Bevölkerung auf einen Schwindel hereingefallen sei. In einer Antwort auf den Leserbrief eines Berliners äußerte die Redaktion, dass viel eher die Aussicht auf hohe Renditen und die „übertriebene Gewinnsucht der kleinen Leute“ den Börsencrash gefördert hätten und dass es „geradezu gefährlich [sei], dieser schnöden Gewinnsucht auch noch die patriotische Märtyrerkrone aufzusetzen“[3]. „Auf Kosten einer überschaubaren Gruppe von Schuldigen boten die Artikel zum ‚Börsen- und Gründungsschwindel‘ damit ihrem Publikum die Möglichkeit, sich selbst von jeglicher Verantwortung zu entlasten.“ Trotzdem veröffentlichte Glagau 1876/77 zwei Bände des Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin, in denen er seine Artikel überarbeitet als Buch herausbrachte.
Einen erheblichen Teil der Schuld trügen Glagaus Meinung nach jüdische Unternehmer, über die er in einigen Formulierungen scharf urteilt:
„dass ein heimatloses Volk, eine physisch wie psychisch entschieden degenerierte Race, blos durch List und Schlauheit, durch Wucher und Schacher, über den Erdkreis gebietet. (...) Vom getauften Minister bis zum polnischen Schnorrer bilden sie eine einzige Kette, machen sie, fest geschlossen, bei jeder Gelegenheit Front gegen die Christen.“
Bereits 1869 hatte er sich abfällig über Ostjuden in Litauen geäußert. Seine Einstellung zu Juden in der Geschäftswelt hatte sich nach seinen finanziellen Verlusten 1873 noch erheblich verschlechtert, da die Unternehmer des Lindenbauvereins wie auch die meisten anderen Verursacher der Spekulationen und des Börsenkrachs 1873 laut Glagau jüdisch waren. Er setzte sie seitdem mit Wirtschaftsliberalismus und Kapitalismus gleich und machte sie für die Wirtschaftskrise und den moralisch-kulturellen Verfall Deutschlands verantwortlich. Glagaus Verständnis von Judentum ist seinen Äußerungen zufolge ein rassistisches und kein religiöses – die Zugehörigkeit zu der Gruppierung wird laut Glagau durch die eigenen Vorfahren bestimmt.
Glagau beförderte den Antisemitismus in seiner Zeit durch seine einfach verständlichen Schriften wahrscheinlich mehr als die bekannten Theoretiker Eugen Dühring, Wilhelm Marr und Paul de Lagarde. Otto Glagau starb 1892 im Alter von 58 Jahren in Berlin.
Mehr dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Glagau
5 023
📚 Paul Anton de Lagarde, ursprünglich Paul Anton Bötticher, war als evangelischer Theologe, Kulturphilosoph und Orientalist einer der prägenden deutschen Antisemiten des 19. Jahrhunderts.
De Lagarde gilt als eine der bedeutendsten Figuren der Völkischen Bewegung und Urheber zahlreicher Ideologeme. Als Theoretiker des radikalen Konservatismus wirkte er durch sein Eintreten für eine nationale Religion statt eines Konservatismus monarchistischer Prägung, der Überwindung von Klassengegensätzen, Konfessionen und Bildungsgegensätze in einem Volkskörper wie der Vorstellung vom verborgenen Deutschland, einem utopischen Deutschland-Ideal, welches Immanenz und Transzendenz aufheben sollte, auf Völkische, Jungkonservative und den Nationalsozialismus.
Parallel zu seinem wissenschaftlichen Werk versuchte er, eine deutsche Nationalreligion zu gründen, deren auffälligste Äußerungsformen ein aggressiver Antisemitismus und expansionistisches Denken waren.
Im zweiten Teil seines 1875 erscheinenden Buches Über die gegenwärtige Lage des deutschen Reichs. Ein Bericht schließt er daran an und konkretisiert folgendermaßen:
„Deutschland ist die Gesamtheit aller deutsch empfindenden, deutsch denkenden, deutsch wollenden Deutschen: jeder Einzelne von uns ein Landesverräther, wenn er nicht in dieser Einsicht sich für die Existenz, das Glück, die Zukunft des Vaterlandes in jedem Augenblicke seines Lebens persönlich verantwortlich erachtet, jeder Einzelne ein Held und Befreier, wenn er es tut.“
Der Historiker Ulrich Sieg ordnet seine Position wie folgt ein: „Er verachtete das seiner Ansicht nach fade und halbherzige Christentum und hoffte auf eine völkisch gefärbte Religion der Zukunft.“
In seinen Deutschen Schriften, in denen er in den ab 1878 erfolgenden Auflagen seine bereits publizierten politischen Aufsätze zusammenstellte, finden sich zahlreiche judenfeindliche Passagen, aus denen unter anderem hervorgeht, dass er Juden als größte Barriere für die deutsche Einigung ansah, während er gleichzeitig das Konzept einer deutschen Besiedlung Südosteuropas weiterverfolgte und die dort ansässige jüdische Bevölkerung nach Palästina oder Madagaskar umzusiedeln vorschlug. Denn es gab für ihn nur die Alternative der völligen Assimilation oder Auswanderung der Juden.
In seiner Schrift „Juden und Indogermanen“ 1887 schrieb er: „Es gehört ein Herz von der Härte der Krokodilshaut dazu, um mit den armen ausgesogenen Deutschen nicht Mitleid zu empfinden und – was dasselbe ist – um die Juden nicht zu hassen, um diejenigen nicht zu hassen und zu verachten, die – aus Humanität! – diesen Juden das Wort reden oder die zu feige sind, dies Ungeziefer zu zertreten. Mit Trichinen und Bazillen wird nicht verhandelt, Trichinen und Bazillen werden auch nicht erzogen, sie werden so rasch und so gründlich wie möglich vernichtet.“ Aus diesem Grund zählt er zu den Wegbereitern des modernen Antisemitismus.
Während Paul de Lagarde heute mehr oder weniger vergessen ist, waren sein unmittelbares Nachleben und sein Nachruhm bis in die Zeit des Nationalsozialismus von intensiver Breitenwirkung im deutschen Bürgertum.
Zu seinen bekanntesten Lesern zählten Houston Stewart Chamberlain, der in de Lagarde einen seiner wichtigsten Gewährsmänner sah, der Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes Heinrich Claß, Adolf Hitler, Karl Lamprecht, Julius Langbehn, Friedrich Nietzsche, Alfred Rosenberg, der von de Lagarde die Idee zum so genannten Madagaskarplan übernahm, Artur Dinter, der ihm seinen Roman Die Sünde wider die Liebe (1922) widmete, Hans Rothfels, Richard Wagner, aber auch Thomas Mann (vgl. Betrachtungen eines Unpolitischen) und Martin Buber. Anlässlich seines 50. Todestages am 22. Dezember 1941 sollen deutschlandweit 180 de Lagarde-Feiern stattgefunden haben.
Kommentar: Interessant, der Madagaskarplan stammt also von ihm und die Nazis haben ihn von ihm übernommen später.
Mehr dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_de_Lagarde
5 023
📚 Eugen Dühring (1833–1921) war ein deutscher Philosoph, Ökonom und Sozialist, der in den 1870er Jahren erheblichen Einfluss auf die deutsche Sozialdemokratie ausübte.
Seine Ideen wurden von Persönlichkeiten wie August Bebel, Johann Most und dem jungen Eduard Bernstein aufgegriffen, da sie als verständlichere und eigenständige Alternative zu den damals schwer zugänglichen Theorien von Karl Marx erschienen. Sein wachsender Einfluss veranlasste Friedrich Engels auf Drängen von Marx zur Abfassung der Streitschrift „Anti-Dühring“, die später zu einem Grundwerk des Marxismus wurde.
Bekannt wurde Dühring bereits 1868 durch den sogenannten „Sozialskandal“. Nachdem ein von ihm verfasstes Positionspapier zur sozialen Frage ohne seine Zustimmung unter dem Namen eines Beraters Otto von Bismarcks veröffentlicht worden war, verklagte er den Verantwortlichen erfolgreich. Der öffentliche Sieg machte ihn insbesondere unter Sozialisten zu einer bekannten Figur und zu einem Symbol des Widerstands gegen das preußische Establishment.
1877 wurde Dühring von der Universität Berlin entlassen. Offiziell wurden seine polemischen Angriffe auf andere Wissenschaftler als Grund genannt. Die Entscheidung löste jedoch große Proteste aus: Hunderte Studenten unterzeichneten Petitionen, Tausende Bürger beteiligten sich an Kundgebungen, und selbst Sozialdemokraten verteidigten ihn als „Märtyrer der Wissenschaft“. Dennoch zerbrach sein Bündnis mit Studenten und Sozialisten bald aufgrund seines autoritären Auftretens und persönlicher Konflikte. Ende 1877 war er sowohl von der akademischen Welt als auch von der sozialistischen Bewegung weitgehend isoliert.
Nach seiner Entlassung begann eine radikalere Phase seines Denkens. Finanziell abgesichert durch eine Erbschaft widmete er sich verstärkt dem Schreiben. Sein Werk entwickelte sich zunehmend in eine antisemitische Richtung und gipfelte 1881 in dem Buch „Die Judenfrage als Racen-, Sitten- und Culturfrage“. Das Werk erschien in mehreren Auflagen und gilt als ein einflussreicher Text des modernen rassistischen Antisemitismus. Dühring vertrat darin die Auffassung, dass Juden beziehungsweise die von ihm definierte „semitische Rasse“ einen schädlichen Einfluss auf Gesellschaft und Kultur ausübten.
In den späten 1880er- und 1890er-Jahren entstand die sogenannte „Dühring-Bewegung“. Anhänger sammelten über 20.000 Unterschriften zu seiner Unterstützung und gründeten 1893 den Sozialitären Bund sowie die Zeitschrift „Der Moderne Völkergeist“, um seine Ideen zu verbreiten. Die Bewegung zerfiel jedoch noch vor Ende des Jahrhunderts durch interne Konflikte.
Trotz seines späteren Bedeutungsverlusts beeinflusste Dühring verschiedene bekannte Denker. Friedrich Nietzsche setzte sich mit seinen philosophischen Argumenten auseinander, insbesondere im Zusammenhang mit dem Konzept der ewigen Wiederkunft. Auch Theodor Herzl, der Begründer des modernen Zionismus, studierte seine Werke während seiner Studienzeit. Eduard Bernstein würdigte später zudem Dührings wirtschaftliche und sozialpolitische Ansätze.
Kommentar:
Meiner Meinung nach zeigt dieses Beispiel, wie sich der Nationalsozialismus entwickelte, nämlich mit Wurzeln, die im linken Spektrum des 19. Jahrhunderts zu finden sind. Eugen Dühring bewegte sich ursprünglich im sozialistischen Umfeld und beeinflusste Teile der Sozialdemokratie, entwickelte später jedoch Positionen, die heute vor allem mit völkischem Nationalismus in Verbindung gebracht werden. Daraus lässt sich erkennen, dass Ideen und Strömungen, die später von den Nationalsozialisten aufgegriffen wurden, nicht ausschliesslich aus dem konservativen oder nationalistischen Milieu stammten, sondern Berührungspunkte zu sozialistischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts hatten.
Mehr dazu:
https://en.wikipedia.org/wiki/Eugen_D%C3%BChring
5 023
📚 Eugen Dühring (1833–1921) war ein deutscher Philosoph, Ökonom und Sozialist, der in den 1870er Jahren erheblichen Einfluss auf die deutsche Sozialdemokratie ausübte. Seine Ideen wurden von Persönlichkeiten wie August Bebel, Johann Most und dem jungen Eduard Bernstein aufgegriffen, da sie als verständlichere und eigenständige Alternative zu den damals schwer zugänglichen Theorien von Karl Marx erschienen. Sein wachsender Einfluss veranlasste Friedrich Engels auf Drängen von Marx zur Abfassung der Streitschrift „Anti-Dühring“, die später zu einem Grundwerk des Marxismus wurde.
Bekannt wurde Dühring bereits 1868 durch den sogenannten „Sozialskandal“. Nachdem ein von ihm verfasstes Positionspapier zur sozialen Frage ohne seine Zustimmung unter dem Namen eines Beraters Otto von Bismarcks veröffentlicht worden war, verklagte er den Verantwortlichen erfolgreich. Der öffentliche Sieg machte ihn insbesondere unter Sozialisten zu einer bekannten Figur und zu einem Symbol des Widerstands gegen das preußische Establishment.
1877 wurde Dühring von der Universität Berlin entlassen. Offiziell wurden seine polemischen Angriffe auf andere Wissenschaftler als Grund genannt. Die Entscheidung löste jedoch große Proteste aus: Hunderte Studenten unterzeichneten Petitionen, Tausende Bürger beteiligten sich an Kundgebungen, und selbst Sozialdemokraten verteidigten ihn als „Märtyrer der Wissenschaft“. Dennoch zerbrach sein Bündnis mit Studenten und Sozialisten bald aufgrund seines autoritären Auftretens und persönlicher Konflikte. Ende 1877 war er sowohl von der akademischen Welt als auch von der sozialistischen Bewegung weitgehend isoliert.
Nach seiner Entlassung begann eine radikalere Phase seines Denkens. Finanziell abgesichert durch eine Erbschaft widmete er sich verstärkt dem Schreiben. Sein Werk entwickelte sich zunehmend in eine antisemitische Richtung und gipfelte 1881 in dem Buch „Die Judenfrage als Racen-, Sitten- und Culturfrage“. Das Werk erschien in mehreren Auflagen und gilt als ein einflussreicher Text des modernen rassistischen Antisemitismus. Dühring vertrat darin die Auffassung, dass Juden beziehungsweise die von ihm definierte „semitische Rasse“ einen schädlichen Einfluss auf Gesellschaft und Kultur ausübten.
In den späten 1880er- und 1890er-Jahren entstand die sogenannte „Dühring-Bewegung“. Anhänger sammelten über 20.000 Unterschriften zu seiner Unterstützung und gründeten 1893 den Sozialitären Bund sowie die Zeitschrift „Der Moderne Völkergeist“, um seine Ideen zu verbreiten. Die Bewegung zerfiel jedoch noch vor Ende des Jahrhunderts durch interne Konflikte.
Trotz seines späteren Bedeutungsverlusts beeinflusste Dühring verschiedene bekannte Denker. Friedrich Nietzsche setzte sich mit seinen philosophischen Argumenten auseinander, insbesondere im Zusammenhang mit dem Konzept der ewigen Wiederkunft. Auch Theodor Herzl, der Begründer des modernen Zionismus, studierte seine Werke während seiner Studienzeit. Eduard Bernstein würdigte später zudem Dührings wirtschaftliche und sozialpolitische Ansätze.
Kommentar:
Meiner Meinung nach zeigt dieses Beispiel, wie sich der Nationalsozialismus entwickelte, nämlich mit Wurzeln, die im linken Spektrum des 19. Jahrhunderts zu finden sind. Eugen Dühring bewegte sich ursprünglich im sozialistischen Umfeld und beeinflusste Teile der Sozialdemokratie, entwickelte später jedoch Positionen, die heute vor allem mit völkischem Nationalismus in Verbindung gebracht werden. Daraus lässt sich erkennen, dass Ideen und Strömungen, die später von den Nationalsozialisten aufgegriffen wurden, nicht ausschliesslich aus dem konservativen oder nationalistischen Milieu stammten, sondern Berührungspunkte zu sozialistischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts hatten.
Mehr dazu:
https://en.wikipedia.org/wiki/Eugen_D%C3%BChring
5 023
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🔎 Der Léman-Bund war ein jungdeutscher Geheimbund in der Schweiz der 1840er-Jahre, der von Hermann Döleke und Julius Standau im Frühjahr 1843 gegründet wurde. Er diente politischen Emigranten als konspiratives Netzwerk, bevor er von radikalen Denkern umgeformt wurde.
Schweizerischer Arbeiterbund: Aus dem Umfeld des Léman-Bundes gründete Marr 1844 den geheimen Schweizerischen Arbeiterbund.
Kommentar: Leider findet man im Internet kaum Informationen dazu. Selbst ein Wikipedia-Eintrag existiert nicht. Anbei möchte ich noch anmerken, dass mir durchaus bewusst ist, dass Wikipedia nicht neutral ist und viele Themen aus einer bestimmten Perspektive dargestellt werden. Dennoch eignet es sich meiner Ansicht nach durchaus, um sich einen ersten groben Überblick über ein Thema zu verschaffen. Genau deshalb gestalte ich meine Beiträge auch so. Sie sollen Denkanstösse liefern und Interesse wecken. Die eigentliche Recherche und die endgültige Meinungsbildung sollte ohnehin jeder selbst übernehmen und sich auf Grundlage verschiedener Quellen seine eigenen Gedanken machen.
5 023
📚 Friedrich Wilhelm Adolph Marr war ein deutscher Journalist. Er propagierte im deutschen Sprachraum als Erster den Anarchismus. Später vertrat er radikaldemokratische Positionen. 1879 gründete er die erste antisemitische politische Vereinigung des deutschen Kaiserreichs, die Antisemitenliga.
Linker Demokrat und Anarchist
Er arbeitete im Léman-Bund mit, einen jungdeutschen Geheimbund und vertrat anarchistische und atheistische Positionen, die von den Junghegelianern Bruno Bauer und Ludwig Feuerbach beeinflusst waren.
Bis 1861 war bei Marr keine judenfeindliche Haltung erkennbar. 1862 verfasste er aber den antisemitischen Artikel Der Judenspiegel. Darin behauptete er: Juden seien unfähig zur Assimilation. Sie bildeten aufgrund ihres religiösen Exklusivitätsanspruchs einen „Staat im Staate“. (Deepstate)
Im Februar 1879 erschien in Berlin Marrs Propagandaschrift Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet, die bis zum Jahresende 12 Auflagen erlebte. Darin fasste Marr schon länger bekannte Stereotype der „aufgeklärten“ Judenfeindschaft zu einer Ideologie zusammen:
Der Titel stellt Juden den Germanen, nicht den Christen, gegenüber. Der Text beschreibt einen unüberwindbaren, ewigen Gegensatz zweier „Rassen“.
Juden seien „orientalische Fremdlinge“ einer „semitischen Race“ und mit der „Geldmacht“ identisch. Indem er Juden als Semiten bezeichnete, deutete er einen ursprünglich auf eine Sprachfamilie bezogenen Begriff rassistisch um.
Das Religionsgesetz der Juden verlange Feindschaft gegen alle Nichtjuden.
Ihre wesensmäßige „destruktive Spannkraft“ habe im Altertum ständige Konflikte der Israeliten mit ihren Nachbarvölkern, dann einen ständigen Kulturkampf der zerstreuten Juden mit Europas Völkern erzeugt.
Sie seien arbeitsscheu, aber listig und geschäftstüchtig und hätten durch ihre städtische Konzentration Dominanz über die Wirtschaft erlangt. Das habe den mittelalterlichen Judenhass erzeugt.
Ihre exklusive Abschließung, Geldgeschäfte und theokratischer Fanatismus hätten eine „Verjudung“ des Germanentums bewirkt. Damit habe der „jüdische Geist“ in Form eines „abstrakten Realismus“ unbemerkt die Welt erobert.
Die Revolution 1848/1849 habe die schon bestehende „Fremdherrschaft“ der Juden gesetzlich legitimiert, auf alle Gesellschaftsbereiche ausgedehnt und ihnen auch den Staat ausgeliefert.
Marr bezeichnete seinen Essay als „Schmerzensschrei“ („Es ist der Schmerz eines unterdrückten Volkes, der aus meiner Feder spricht, eines Volkes, welches unter eurer Herrschaft heute seufzt, wie ihr unter unserer Herrschaft geseufzt“). Gleichzeitig stellt Marr fest, dass die Enthüllung der vermeintlichen verborgenen Wahrheit für den Enthüller Konsequenzen habe: Das „Verdächtigen gegen anders Denkende“, der Vorwurf des „Glaubenshasses“ und das Verlangen, man solle „alles wie dünnes Glas behandeln“, hätten derartige Ausmaße angenommen, dass keine „freie Meinungsäußerung“ in der Presse mehr gegeben sei.
Marr prägte Schlagworte und damit die wesentlichen Klischees über Juden in Europa, die weit über seinen persönlichen Erfolg hinaus weiterwirkten und die Diskussion um die „Judenfrage“ bestimmten. So legte er 1880 mit seiner Schrift Goldene Ratten und rothe Mäuse laut Wolfgang Benz die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in Mein Kampf vertrat.
Kommentar: Schon interessant, wie stark sich die Begriffe „links“ und „rechts“ im Laufe der Zeit verändert haben. Viele Positionen, die früher in linken oder sozialistischen Kreisen vertreten wurden, würden heute als rechts eingeordnet werden.
Mehr dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Marr
5 023
📚 Das Geheimnis der jüdischen Weltverschwörung - Richard Kunze (Das Deutsche Wochenblatt)
