Täglich ein Nietzsche-Zitat / A Nietzsche quote a day
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Der Unterleib ist der Grund dafür, dass der Mensch sich nicht so leicht für einen Gott hält.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 141)
The belly is the reason why man does not so readily take himself for a God.
[tr.: Helen Zimmern]
Rath als Räthsel. — „Soll das Band nicht reissen, — musst du erst drauf beissen.“
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 140)
ADVICE AS A RIDDLE.--"If the band is not to break, bite it first--secure to make!"
[tr.: Helen Zimmern]
In der Rache und in der Liebe ist das Weib barbarischer, als der Mann.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 139)
In revenge and in love woman is more barbarous than man.
[tr.: Helen Zimmern]
Wir machen es auch im Wachen wie im Traume: wir erfinden und erdichten erst den Menschen, mit dem wir verkehren — und vergessen es sofort.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 138)
We do the same when awake as when dreaming: we only invent and imagine him with whom we have intercourse--and forget it immediately.
[tr.: Helen Zimmern]
Im Verkehre mit Gelehrten und Künstlern verrechnet man sich leicht in umgekehrter Richtung: man findet hinter einem merkwürdigen Gelehrten nicht selten einen mittelmässigen Menschen, und hinter einem mittelmässigen Künstler sogar oft — einen sehr merkwürdigen Menschen.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 137)
In intercourse with scholars and artists one readily makes mistakes of opposite kinds: in a remarkable scholar one not infrequently finds a mediocre man; and often, even in a mediocre artist, one finds a very remarkable man.
[tr.: Helen Zimmern]
Der Eine sucht einen Geburtshelfer für seine Gedanken, der Andre Einen, dem er helfen kann: so entsteht ein gutes Gespräch.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 136)
The one seeks an accoucheur [male midwife] for his thoughts, the other seeks some one whom he can assist: a good conversation thus originates.
[tr.: Helen Zimmern]
Der Pharisäismus ist nicht eine Entartung am guten Menschen: ein gutes Stück davon ist vielmehr die Bedingung von allem Gut-sein.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 135)
Pharisaism is not a deterioration of the good man; a considerable part of it is rather an essential condition of being good.
[tr.: Helen Zimmern]
Von den Sinnen her kommt erst alle Glaubwürdigkeit, alles gute Gewissen, aller Augenschein der Wahrheit.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 134)
From the senses originate all trustworthiness, all good conscience, all evidence of truth.
[tr.: Helen Zimmern]
Wer den Weg zu seinem Ideale nicht zu finden weiss, lebt leichtsinniger und frecher, als der Mensch ohne Ideal.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 133)
He who cannot find the way to HIS ideal, lives more frivolously and shamelessly than the man without an ideal.
[tr.: Helen Zimmern]
Man wird am besten für seine Tugenden bestraft.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 132)
Gebet zu Menschen. — „Vergieb uns unsere Tugenden“ — so soll man zu Menschen beten.
(Menschliches, Allzumenschliches II, „Vermischte Meinungen und Sprüche“, 405)
One is punished best for one's virtues.
[tr.: Helen Zimmern]
Prayer to Mankind. — “Forgive us our virtues”—so should we pray to mankind.
[tr.: Paul V. Cohn]
Was Jemand ist, fängt an, sich zu verrathen, wenn sein Talent nachlässt, — wenn er aufhört, zu zeigen, was er kann. Das Talent ist auch ein Putz; ein Putz ist auch ein Versteck.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 130)
What a person IS begins to betray itself when his talent decreases,--when he ceases to show what he CAN do. Talent is also an adornment; an adornment is also a concealment.
[tr.: Helen Zimmern]
Der Teufel hat die weitesten Perspektiven für Gott, deshalb hält er sich von ihm so fern: — der Teufel nämlich als der älteste Freund der Erkenntniss.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 129)
The devil has the most extensive perspectives for God; on that account he keeps so far away from him:--the devil, in effect, as the oldest friend of knowledge.
[tr.: Helen Zimmern]
Je abstrakter die Wahrheit ist, die du lehren willst, um so mehr musst du noch die Sinne zu ihr verführen.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 128)
The more abstract the truth is that you would teach, the more you have to seduce the senses to it.
[tr.: thenietzschechanneldotcom]
Ein Volk ist der Umschweif der Natur, um zu sechs, sieben grossen Männern zu kommen. — Ja: und um dann um sie herum zu kommen.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 126)
A people is a detour of nature to get to six or seven great men.— Yes: and then to get round them.
[tr.: thenietzschechanneldotcom]
Wer auf dem Scheiterhaufen noch frohlockt, triumphirt nicht über den Schmertz, sondern darüber, keinen Schmerz zu fühlen, wo er ihn erwartete. Ein Gleichniss.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 124)
He who rejoices even at the stake triumphs not over pain but at the fact that he feels no pain where he had expected to feel it. A parable.
[tr.: thenietzschechanneldotcom]
Der Wille, einen Affekt zu überwinden, ist zuletzt doch nur der Wille eines anderen oder mehrer anderer Affekte.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 117)
The will to overcome an emotion, is ultimately only the will of another, or of several other, emotions.
[tr.: Helen Zimmern]
„Du willst ihn für dich einnehmen? So stelle dich vor ihm verlegen —“
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 113)
"You want to prepossess him in your favour? Then you must be embarrassed before him."
[tr.: Helen Zimmern]
Wer sich zum Schauen und nicht zum Glauben vorherbestimmt fühlt, dem sind alle Gläubigen zu lärmend und zudringlich: er erwehrt sich ihrer.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 112)
To him who feels himself preordained to contemplation and not to belief, all believers are too noisy and obtrusive; he guards against them.
[tr.: Helen Zimmern]
Unsre Eitelkeit ist gerade dann am schwersten zu verletzen, wenn eben unser Stolz verletzt wurde.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 111)
Our vanity is most difficult to wound just when our pride has been wounded.
[tr.: Helen Zimmern]
Die Advokaten eines Verbrechers sind selten Artisten genug, um das schöne Schreckliche der That zu Gunsten ihres Thäters zu wenden.
(Jenseits von Gut und Böse, „Sprüche und Zwischenspiele“, 110)
The advocates of a criminal are seldom artists enough to turn the beautiful terribleness of the deed to the advantage of the doer.
[tr.: Helen Zimmern]
