Co-Abhängigkeit & Helfersyndrom
Wenn man sich wie ein Kind behandelt fühlt.
Wenn Frauen bei ihrem Partner die Mutterrolle übernehmen,
machen es sich Männer gern in der Hilflosigkeit bequem.
"Wir essen sehr gern nicht zu spät."
"Gehen wir lieber hinein, wir verkühlen uns nämlich sehr leicht."
Man kennt diese Art von symbiotischen Paaren,
in deren Vokabular das Wort "
Ich" abgeschafft wurde.
Meist ist in diesen Formationen die weibliche Hälfte das Sprachrohr,
während die männliche Hälfte dabei oft schweigt.
Die Rollenverteilung ist oft so:
Die Frau übernimmt den Part der fürsorglichen,
alles unter Kontrolle habenden Mutter,
während der Mann es sich in dem des zu versorgenden
& hilflosen Kindes gemütlich macht.
Meist ist so eine Rollenverteilung nicht bewusst.
Schuldzuweisungen haben keinen Sinn,
beide müssen sich bewusst sein,
dass dieses Mutter-Kind-Muster
einer Beziehung erheblichen Schaden zufügen kann.
Vor allem die Sexualität bliebe auf Dauer auf der Strecke.
Die Initialzündung für den Eintritt in ein solches Muster
wird oft durch Familienzuwachs gesetzt.
Frauen zeigen dann die Tendenz,
ihren Ehemann wie ein zusätzliches Kind zu behandeln
& ihn dann auch im Bett wie ein Kind,
das Aufmerksamkeit braucht, zu empfinden.
Das tötet das Begehren auf beiden Seiten.
Frauen, die ihren Männern die Koffer packen,
die Flugtickets buchen,
ihre Arzttermine vereinbaren oder, im Falle ihrer Absenz,
jede Mahlzeit vorbereiten, bauen ihnen so ein Umfeld,
in dem sie "die erworbene Hilflosigkeit" ausleben können.
Denn schließlich festige ein Partner im Rollenfach
des ewigen Kindes auch dessen Abhängigkeit
& damit die Machtstellung der Mutter-Frau.
Der Mensch, der solche Beziehungsmuster lebt,
leidet häufig am sogenannten Helfersyndrom.
Menschen, die schon früh gelernt haben,
ihren Selbstwert von der Anerkennung anderer abhängig zu machen
& von ihren Eltern nur durch Leistungen wertgeschätzt zu werden,
entwickeln dieses Syndrom,
indem sie sich für ihr Gegenüber bis zur Selbstaufgabe unentbehrlich machen.
Betroffene suchen sich hilfsbedürftige Partner
& hängen oft über Jahre in unglücklichen Beziehungen,
weil sie der Meinung sind,
nur sie allein wären in der Lage,
diesen so hilfsbedürftigen Menschen zu ändern, retten oder heilen.
In der Psychologie wird dieses Phänomen auch als "
Co-Abhängigkeit" bezeichnet.
In dem Moment, in dem der schwache Partner zur Selbsthilfe schreitet
& womöglich auch noch gesund wird,
bricht das Konstrukt zusammen.
LÖSUNGSANSÄTZE:
Wenn man sich wie ein Kind behandelt fühlt,
kann man sich bemühen, diese Gedanken zu hinterfragen
& sich selbst die Verantwortung für seine eigene Erfahrung geben.
Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein & erkennen Sie Ihr eigenes Potential.
"Ich bin stark, mächtig & behandle mich selbst mit Respekt."
"Ich bin wertvoll & verdienen Liebe und Achtung."
"Ich bin ein erwachsener & verantwortlicher Mensch
& handele dementsprechend."
Hermetische betrachtet man das Helfersyndrom
als ein Beispiel für die falsche Überzeugung,
dass man durch anderen Menschen glücklich
& erfüllt werden kann, anstatt aus eigener Kraft.
Diese Überzeugung kann zu einem Muster führen,
in dem man sich selbst vernachlässigt & andere übermäßig unterstützt,
was letztendlich zu Erschöpfung & Unzufriedenheit führt.
Hermetische Lehre empfiehlt, die eigene Kraft
& die eigene Verantwortung für das eigene Glück & Wohl
zu erkennen, anstatt andere dafür verantwortlich zu machen.
Laut
Louise L. Hay ist Co-Abhängigkeit auf einen tieferen Mangel
an Selbstliebe & Selbstakzeptanz basiert.
Sie empfiehlt, damit zu beginnen, sich selbst zu heilen,
indem man positive Selbstgespräche führt & Affirmationen verwendet,
um das eigene Selbstbild zu stärken.
"Ich bin bereit, meine Verantwortung für mich selbst zu übernehmen."
"Ich liebe & respektiere mich selbst genug, um gesunde Grenzen zu setzen."
"Ich bin frei, um meine Entscheidungen für mich selbst zu treffen
& mich um mich selbst zu kümmern."