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Eigentlich wollte ich mich für die nächsten zwei Wochen in Sachen Social Media komplett rausnehmen und zumindest einmal im Urlaub auf Sardinien etwas Abstand vom Markt gewinnen.
Wie es das Schicksal aber will, startet die Korrektur sowohl an den US amerikanischen Indizes als auch bei den Cryptos, allen voran BTC und ETH, genau in dem Moment, als ich den Stuttgarter Flughafen betrete.
Auch wenn es in den letzten Monaten deutlich ruhiger geworden ist und viele Kleinanleger den Schmerz insbesondere bei den Altcoins inzwischen gewohnt sind, kann ich mir gut vorstellen, wie sich einige von euch aktuell fühlen. Deshalb sehe ich es als meine Aufgabe, auch aus dem Urlaub ein paar Worte an euch zu richten. Vor allem deshalb, weil ich merke, dass das negative Sentiment inzwischen nicht mehr nur bei unerfahrenen Marktteilnehmern angekommen ist, sondern zunehmend auch bei Investoren, die schon viele Jahre dabei sind.
Rückblickend auf die vergangenen Jahre habe ich in Bezug auf Altcoins sicherlich nicht alles richtig gemacht. Es gab analytische Erfolge, auf die ich stolz bin. Es gab aber auch Einschätzungen, die sich nicht so entwickelt haben, wie ich es erwartet hatte. Doch darum soll es heute gar nicht gehen.
Viel wichtiger ist etwas anderes.
Ich möchte euch einen Perspektivenwechsel mitgeben.
Denn genau in solchen Phasen wird an der Börse oft entschieden, wer am Ende als Sieger hervorgeht und wer kurz vor dem Ziel aufgibt.
Eine Sache vorab: Die meisten Altcoin Charts sehen übergeordnet nicht gut aus. Das ist Fakt. Abgesehen von wenigen Ausnahmen wie Ethereum, Solana oder XRP gibt es aktuell wenig, was man schönreden könnte.
Aber bedeutet das automatisch, dass 99,99 Prozent aller Altcoins vom Erdboden verschwinden und nie wieder eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erleben werden?
Nein.
Definitiv nicht.
Wenn mich die vergangenen Jahre an der Börse eines gelehrt haben, dann dass die dunkelsten Phasen meistens genau die Momente sind, in denen die Mehrheit beginnt, Zukunft mit Gegenwart zu verwechseln.
Wir wissen heute nicht, wie tief Bitcoin oder Ethereum noch korrigieren werden.
Wir wissen nicht, ob wir das finale Tief bereits gesehen haben oder ob noch ein letzter Abverkauf bevorsteht.
Und jeder, der behauptet, diese Antwort mit absoluter Sicherheit zu kennen, macht euch etwas vor.
Was wir aber wissen ist, dass Märkte zyklisch funktionieren. Dass Übertreibungen nach oben genauso bereinigt werden wie Übertreibungen nach unten. Und dass genau die Assets, die in ihren ersten Zyklen die brutalsten Korrekturen erleben, oft diejenigen sind, die dadurch überhaupt erst die Grundlage für langfristige Reife schaffen.
Ja, wir sind aktuell bärisch eingestellt.
Ja, es ist möglich, dass Ethereum und mit ihm große Teile des Altcoin Marktes noch einmal tiefer laufen.
Aber irgendwann muss man sich die entscheidende Frage stellen:
Wie viel weiteres Abwärtspotenzial steht eigentlich noch dem Potenzial gegenüber, das sich auf der Oberseite eröffnet, sobald diese Korrektur abgeschlossen ist?
Ich war vor zwei Jahren Käufer, weil ich überzeugt war.
Heute bin ich erst recht Käufer.
Nicht weil die Kurse gestiegen sind.
Nicht weil die Stimmung besser geworden ist.
Nicht weil es einfacher geworden ist.
Sondern weil heute kaum noch jemand daran glaubt.
Wer am Hoch kauft, kauft Hoffnung.
Wer in solchen Phasen kauft, kauft Überzeugung.
Und genau hier trennt sich am Ende die Masse von den wenigen, die bereit sind, den Schmerz auszuhalten.
Vielleicht liege ich falsch.
Diese Möglichkeit besteht immer.
Aber meine Überzeugung hat sich nicht verändert.
Nicht weil ich mir Fehler nicht eingestehen kann.
Nicht weil ich zwanghaft an einer Analyse festhalten möchte.
Sondern weil ich nach allem, was ich in den letzten Jahren gesehen habe, weiterhin daran glaube, dass dieser Markt noch lange nicht fertig ist.
Wer am Ende recht behält, wird die Zukunft zeigen.
Was für mich aber feststeht ist, dass ich niemals die Person sein werde, die irgendwann vor euch steht und sagt: