TeleVision 📺 Horror / Thriller / Science-Fiction / Arthouse / Drama
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| 2 | Die koreanische Regielegende Park Chan-wook (Oldboy, Die Taschendiebin) bringt uns mit "No Other Choice“ eine vollkommen faszinierende und meisterhafte, vor allem thematisch und moralisch komplexe, tiefschwarze Thrillerkomödie über die koreanische, aber eher schon weltweite Arbeitswelt und den mörderischen Ellenbogenkampf um Stellen und Stellung (in der Gesellschaft) in Zeiten der Digitalisierung und Wegrationalisierung - wenn ein aus seinem Job gefeuerter Familienvater sich um eine neue Stelle bei einer Papierfirma bewirbt und dabei auf ganz kreative Ideen kommt seine Bewerbungskonkurrenz aus dem Weg zu räumen… Lee Byung-hun hat seit "I Saw The Devil“ keiner vergessen und hier liefert er die vielleicht facettenreichste Performance seiner eh schon erhabenen Karriere. "No Other Choice" ist wie Origami aus Scherben, wie Moralverfall bei wahnsinnigem Lachen, wie Papier, das zwischen den Fingern schneidet. In der Mitte gibt’s eine der lustigsten und sich überschlagenden Szenen seit Ewigkeiten. Eine geniale Symphonie am Mordabgrund. Vielleicht nicht Park Chan-wooks bester Film, aber bei guten Regisseuren sind auch die nicht ganz so guten noch unbedingt sehenswert. | 340 |
| 3 | Superfly (USA/1972) | 547 |
| 4 | "Ich will mein Geld und du bringst es mir heute! Oder deiner Büchse wird auf dem Strich der Deckel abmontiert!" Zusammen mit "Shaft“ und vielleicht noch "Dolemite“ gilt "Superfly“ als Speerspitze des "Black Ghetto Cinema“ aus den 70ern und ist noch immer ein verdammt intensiver Gangsterfilm - eher Milieustudie und viel weniger "flashy“ als einige seiner pimpigeren Kollegen. Wir folgen Priest, einem ausgelaugten Koksdealer und Zuhälter, der ein letztes großes Ding drehen und dann aussteigen will… Der Film ist ungeschliffen, ungeschönt und ungeniert. Fast näher an sowas wie "French Connection“ oder am britischen Realismus als an übertriebenem, sich feiernden Blacksploitation. "Super Fly“ erzählt von Kriminalität als einzig halbwegs brauchbaren Lebensstil, vom Traum des Ausbruchs, von korrupten Bullen, vom Sog des Ghettos, von einem Mann, der es drauf hat, nichts mehr zu verlieren hat und der weiß, wohin er will - und der dennoch keine Chance zu haben scheint. Nichts ist hier comichaft überzeichnet, bunt oder bling-bling. Der Soundtrack ist ein Meilenstein. Ein Kultfilm, den man gesehen haben sollte, wenn man ein bisschen was für das Gangstergenre übrig hat und auf gute Musik steht. | 509 |
| 5 | Kevin Chalfant - Hold On To The Vision (Musikvideo) 🥳🎼💪🎸🤗 | 702 |
| 6 | Karate Tiger (USA, Hongkong/1985) | 620 |
| 7 | "Hörst du das Fatzke? Sie weiß, wer der Beste ist!" "Karate Tiger" ist ein Suchtfilm, denn man kann ihn von morgens bis abends sehen, immer und überall. Die Kämpfe toppen alles, "Van Damme" spielt den Bösen genial, die Sprüche sind kultig ohne Ende, "Kelly" ist heiß, die Sets sind mehr als gelungen, die Trainingsmomente sind so atemberaubend, dass man selber zu Hause aufsteht und anfängt, ein paar Liegestütze zu machen. Die Story ist extrem banal, aber passt zu dem Gesamtkonzept total und der Höhepunkt ist das Ende, wo "Van Damme" durch seine unvergleichbaren Kampfkünste seinem Namen alle Ehre macht. Aber die Musik sprengt alle Rekorde, denn alleine der Hit "Hold on to the Vision" ist grenzüberschreitend. Außerdem darf der Generationskonflikt mit Papa nicht fehlen, der aber ausgeräumt wird als Fatzke seinen Vater aus den Klauen von 4 miesen Schlägertypen befreit, denn es gibt Zeiten wo man kämpfen muss. Yeah! Die unzähligen Nachfolger haben bewiesen, dass "Karate Tiger" einmalig bleibt. | 577 |
| 8 | Senseless - Der Sinne beraubt (Großbritannien/2008) | 536 |
| 9 | "Senseless“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Stona Fitch. Der junge Amerikaner Elliot wird in Europa von einer radikalen Organisation entführt. Nach einigen Tagen Gefangenschaft wird offenbart welches grausame Schicksal ihm bevorsteht. Stellvertretend für alle Sünden der amerikanischen Regierung soll er bestraft werden. Diese Bestrafungen werden per Livestream ins Netz übertragen, wobei die Zuschauer die Möglichkeit erhalten mittels Geldbeträgen eine Fortsetzung der Folter oder die Freilassung von Elliot zu erwirken... Wer an dieser Stelle den Eindruck gewonnen hat, dass es sich bei "Senseless“ um einen weiteren Vertreter der allgegenwärtigen Folterpornos handelt, der sich bekanntlich einer ähnlichen Thematik bedient, liegt komplett daneben. Noch verstörender als die Foltertorturen sind nämlich die Gespräche über die derzeitige Stimmung der Öffentlichkeit seinem Leiden gegenüber und die psychischen Folgen von Elliot. Der Film von Simon Hynd ist fesselnd inszeniert und perfekt umgesetzt. | 554 |
| 10 | Keoma - Melodie des Sterbens / Das Lied des Todes (Italien/1976) | 580 |
| 11 | 1976, als das Italo-Western-Genre bereits in den letzten Zuckungen lag, erschuf Regisseur Enzo G. Castellari mit "Keoma“ noch einmal ein emotionales Epos mit Franco "Django“ Nero als Halbblut Keoma in der Hauptrolle. Die Geschichte setzt kurz nach Ende des US-amerikanischen Bürgerkriegs an: Keoma kehrt zottelig wie ein traumatisierter Vietnam-Veteran in sein Heimatdorf zurück und findet eine von Krankheit, Zerstörung und Gewalt gezeichnete, fast schon endzeitartige Realität wieder... Untermalt von einem großartig gelungenen Soundtrack der De-Angelis-Brüder („Oliver Onions“, Vier Fäuste für ein Halleluja), der mit männlich-weiblichem Wechselgesang Keomas Geschichte erzählt, erfreut sich der Zuschauer am herrlich dick aufgetragenen Pathos, geschickt eingeflochtenen Rückblenden in Keomas Kindheit und teilweise sehr gewitzten Kameraideen. Die düstere, traurige Grundstimmung des Films verursacht in manch Einstellung eine Gänsehaut. "Keoma" ist ein Django-Nachzögling wie kein anderer. | 593 |
| 12 | Baron Blood (Italien, Deutschland/1972) | 631 |
| 13 | Mit "Baron Blood" bekommen wir von Altmeister Mario Bava einen klassischen Gruselfilm geboten. Gedreht wurde u.a. auch in Österreich auf der Burg Kreuzenstein, welche die perfekte Kulisse für diesen Film geboten hat. Ein legendärer Baron und Massenmörder wird eher tollpatschig und unbewusst zu neuem Leben erweckt, was die Leichenberge in den eleganten österreichischen Bergen drastisch in die Höhe schießen lässt... Bava kehrt hiermit zu seinen Wurzeln zurück. Diesmal in Farbe und voller Montur. Dichte Nebelschwaden, lange Schatten, faszinierende Folterinstrumente, heiße Hexen und ein durchtriebener Baron. Diesem blutigen Baron läuft man zur Geisterstunde gerne über den Weg... zumindest, wenn die Mattscheibe als Trennung funktioniert. Leider ist der Mittelteil ein wenig zu lang geraten und bis auf die Verfolgungsszene gibt es kaum wirkliche Höhepunkte. Und das Ende wirkt ein wenig zu undurchdacht. Fans werden aber trotzdem ihren Spaß haben. | 579 |
| 14 | Vergesst nicht zwischendurch ein paar Liegestütze zu machen. | 704 |
| 15 | Die Brut des Bösen (Deutschland/1979) Audiokommentar von Alexander Iffländer und Christopher Klaesesind | 761 |
| 16 | Die Brut des Bösen (Deutschland/1979) Originalfassung | 713 |
| 17 | Deutschen Musikern in den 70ern reichte es, in komischen Anzügen auf der Bühne zu stehen und schmachtende Chansons zu trällern. Doch es gab einen, der war anders. Christian Anders. Der hatte anscheinend so viel kreativen Output, dass er allein mit Musik unterfordert war. Deshalb machte er auch noch Musicals, schrieb Theaterstücke, verfasste Gedichte und Bücher und machte auch noch Filme. Zum Glück muss man sagen. Denn sonst hätte die Welt nie solche Meisterwerke wie "Die Brut des Bösen" zu Gesicht bekommen. Wir haben hier Trash-Spaß vom Allerfeinsten. Dialoge und Drehbuch bieten eine Fülle von unfreiwilliger Komik, sodass der geneigte Zuschauer dabei voll auf seine Kosten kommt. Die Story ist simpel aber super hanebüchen und mit etlichen bescheuerten Details ausgeschmückt. Alle Kämpfe sind atemberaubend lächerlich. Der Score versucht episch zu sein, stolpert dabei jedoch über seine offenen Schnürriemen. Und alle Nebendarsteller haben weniger Talent, Charisma und Ausdruck als der durchschnittliche Pornoklaus. Viel Freude, viel Spaß, viel Schwachsinn.
Der Audiokommentar von Alexander Iffländer und Christopher Klaesesind ist zwar sehr informativ, doch sie vermeiden es peinlichst genau zu erwähnen, dass Christian Anders von den Schlafschaf-Medien schon lange gemieden wird, von sozialen Medien wie Fressebuch und NWOtube mehrfach gelöscht wurde (noch vor der Fake-Pandemie), als er "Das Buch des Lichts" verbreitet und einige unbequeme Wahrheiten ausgesprochen hat. | 649 |
| 18 | The Poughkeepsie Tapes (USA/2007) | 763 |
| 19 | Bereits 1980 drehte Ruggero Deodato den Klassiker "Cannibal Holocaust" teilweise in dokumentarischem Stil. Als 1998 zwei Filmstudenten in ähnlicher Weise "Blair Witch Project" inszenierten, sprach man noch von Pseudo-Dokumentation oder "unsäglicher Wackelkamera“. Es dauerte noch bis 2007, als mit dem Erfolg von "Paranormal Activity" das Subgenre einen treffenden Namen bekam – Found Footage. In einem Haus im Bundesstaat New York findet die Polizei über 100 Videokassetten. Es handelt sich um die private Videosammlung eines der grausamsten Serienkiller der amerikanischen Geschichte. Im Stil einer Ermittlungsreportage rekonstruieren Profiler, Polizisten und FBI-Agenten die Verbrechen, die auf den Videobändern dokumentiert sind und machen sogleich deutlich, dass die Aufnahmen weit über die Grenzen des Erträglichen hinausgehen... Der Film atmet viel morbides Flair von Filmen wie Das Schweigen der Lämmer, Sieben, Martyrs, garniert mit bitteren Pointen in verzerrter VHS-Optik. In manchen Szenen funktioniert er durchaus auch als fiktionaler Horrorfilm, als Reportage ist er erzählerisch flüssig und spannend. Aber es ist hauptsächlich das Nicht-Gesehene, das in einem kleben bleibt und das lange unverdaut nachhallt. | 784 |
| 20 | Gefahr: Diabolik (Frankreich, Italien/1968) | 769 |
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