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🪨 Tomskaja Pissaniza: ein Fels-Instagram, das 4000 Jahre alt ist
Freunde, der Mittwoch ist Zeit für Abenteuer. Nach der versunkenen Stadt geht es zu echten Botschaften aus der Vergangenheit — in die Oblast Kemerowo, an das hohe rechte Ufer der Tom.
Dort liegt die Tomskaja Pissaniza
(„Die Tomsker Schriftzeichen“), ein riesiges Felsmassiv, auf dem etwa 300 alte Darstellungen erhalten geblieben sind. Die ältesten von ihnen sind mehr als viertausend Jahre alt. Menschen kamen über viele Generationen hierher und hinterließen Bilder auf verschiedene Weise: Sie trieben sie in den Stein, ritzten sie mit feinen Linien ein, schliffen sie und brachten sie mit Farbe auf.
🦌 Wer hat das gemacht und wozu?
Die Tomskaja Pissaniza war ein altes Heiligtum. Hier wurden Rituale durchgeführt, die mit der Jagd, der Natur und den Vorstellungen des Menschen von der ihn umgebenden Welt verbunden waren.
Auf den Felsen sind am häufigsten Elche zu sehen. Es gibt Bären, Enten, Kraniche und
eine Eule — eines der bekanntesten Symbole der Tomskaja Pisaniza. Auch menschliche Figuren gibt es. Einige haben Vogelschnäbel, dreifingrige Hände und tierische Züge. Andere sind mit Strahlen dargestellt, die vom Kopf ausgehen.
✨ Warum die Zeichnungen nicht immer sichtbar sind
Einige Darstellungen sind so flach, dass sie sich bei normaler Beleuchtung fast mit der Felsoberfläche verbinden. Fällt das Sonnenlicht jedoch seitlich ein, werfen die kleinsten Vertiefungen und eingeritzten Linien Schatten — und die Zeichnung wird plötzlich sichtbar. Daher kann dieselbe Figur am Morgen völlig anders aussehen als am Tag.
🔍 Wie sie entdeckt wurde
Von dem "Schreiben-Stein" wussten russische Landnehmer bereits im 17. Jahrhundert. In einer alten Beschreibung ist von einem riesigen Felsen an der Tom die Rede, auf dem „Tiere, Vieh und Vögel und allerlei Gestalten“ dargestellt waren. Genau diese Erwähnung bezeichnet das Museum als einen der Ausgangspunkte der Geschichte der russischen Wissenschaft über Petroglyphen.
1721 untersuchte der deutsche Gelehrte Daniel Messerschmidt das Denkmal. Einige Jahre später kam ein schwedischer Bezug zur Geschichte hinzu: Der Offizier und Kartograf Philipp von Strahlenberg, der nach dem Nordischen Krieg in Sibirien gelandet war, nahm die Darstellungen der Tomskaja Pissaniza in sein Buch auf, das 1730 in Stockholm erschien. So gelangten die alten Zeichnungen vom Ufer der Tom erstmals in die europäische wissenschaftliche Literatur.
Interessant ist auch die Herkunft des Wortes „Pissaniza“ selbst. So begann man in Sibirien, Felsen mit alten Darstellungen zu nennen, weil die ersten Forscher die unbekannten Zeichnungen als eine Art Schrift längst verschwundener Völker verstanden.
1988 wurde hier ein Museum-Reservat eingerichtet. Die Tomskaja Pissaniza wurde zum ersten musealisierten Denkmal der Felskunst in Russland.
🏛️ Was gibt es dort heute?
Heute umfasst das Museum-Reservat 156 Hektar eines Kiefernwaldes, etwa 50 Kilometer von Kemerowo entfernt. Neben dem Felsen selbst gibt es hier archäologische, ethnografische und naturkundliche Ausstellungen.
🔹
Das Museum für Felskunst Asiens bewahrt Kopien von Petroglyphen aus Sibirien, dem Fernen Osten, der Mongolei, Zentralasien, Indien und Pakistan.
🔹 Das
Archäodrom zeigt Rekonstruktionen von Wohnstätten und Bestattungen verschiedener Epochen.
🔹 Es gibt den Schorischen Ulus, eine Ausstellung zur Mythologie der Völker Sibiriens und den Slawischen Mythologischen Wald.
Und noch eine interessante Tatsache: Die Tomskaja Pissaniza ist nicht der einzige solche Ort an der Tom. Flussabwärts wurden noch mehrere Komplexe von Felsbildern entdeckt. Es stellt sich also heraus, dass dieser Fluss für die alten Bewohner der Region eine echte Freiluftgalerie war.
Und wussten Sie, dass sich in Sibirien eine solche mehrere tausend Jahre alte „Gemäldegalerie“ erhalten hat? 👇
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