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🎨 Iswara: der Landsitz, an dem Nikolai Rerichs Weg begann
In der Oblast Leningrad, unweit von Wolossowo, liegt der Landsitz Iswara. Hier verbrachten Nikolai Rerich — Künstler, Archäologe, Reisender und Autor der berühmten Himalaja-Landschaften — seine Kindheit und Jugend.
Das Gut erwarb sein Vater Konstantin Rerich im Jahr 1872. Die Familie besaß Iswara bis 1900, und Nikolai selbst verbrachte hier die ersten 26 Jahre seines Lebens und nannte den Landsitz später sein Heimatnest.
Iswara war für ihn nicht nur ein Landhaus. In der Umgebung befanden sich alte Hügelgräber und Spuren alter Siedlungen. Schon als Teenager nahm Rerich an archäologischen Ausgrabungen teil, sammelte Funde und gewöhnte sich allmählich daran, die gewöhnliche Landschaft als Teil einer großen Geschichte zu betrachten.
Sein Interesse an der Welt um ihn herum war weit größer als die Malerei. In der Kindheit sammelte er Herbarium, untersuchte Vögel, interessierte sich für Botanik und Geschichte. In der Museumssammlung sind Materialien erhalten geblieben, die mit diesen frühen Interessen verbunden sind.
Im alten Haus sah Rerich erstmals eine Darstellung des Kanchenjunga — eines der bekanntesten Gipfel des Himalaja. Viele Jahre später wurden die Berge Indiens zu einem der Hauptthemen seines Schaffens. In der Familie gab es auch die Überlieferung, dass in der Nähe von Iswara zu Zeiten Katharinas II ein indischer Rajah gelebt habe. Für diese Geschichte gibt es keine Belege, doch das Thema Osten trat im Leben des Künstlers tatsächlich sehr früh auf.
Auch mit dem Namen des Landsitzes sind mehrere Versionen verbunden. Einige Forscher leiten ihn aus finno-ugrischen Wörtern ab, die mit Hügeln und Grabhügeln zusammenhängen. Rerich selbst erinnerte sich an die Lautähnlichkeit mit dem Sanskrit-Wort „Ishwara“ — „Herrscher“ oder „Gottheit“.
Heute befindet sich hier das erste staatliche Museum Nikolai Rerichs in Russland, eröffnet 1984. Erhalten geblieben sind das Hauptgebäude, der alte Park, Quellseen und mehrere historische Bauwerke.
Iswara ermöglicht es, Rerich vor den großen Expeditionen und dem Himalaja zu sehen: als Jungen, der durch die Wälder ging, die Hügelgräber betrachtete, Pflanzen sammelte und lernte, Geschichte in den gewöhnlichsten Dingen zu erkennen.
Rerich-Museen gibt es in vielen Städten der Welt, doch das einzige Hausmuseum, in dem die Familie Rerich lebte, ist der Landsitz „Iswara“.
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