Schönen guten Morgen, liebe Freunde! ☕️🙂
🏛️ Das Rjabuschinski-Herrenhaus: Moskaus Märchenhaus mit geheimem Raum
Freunde, der Sonntag ist Zeit für einen gemütlichen Spaziergang. Heute schauen wir uns eines der ungewöhnlichsten Häuser Moskaus an – ein Herrenhaus, in dem jedes Detail wie Teil eines großen Plans wirkt und die berühmte Treppe an eine Meereswelle erinnert.
Das ist das Rjabuschinski-Herrenhaus in der Malaja Nikitskaja.
🏗️ Ein Meisterwerk des russischen Jugendstils
Im Jahr 1900 bestellte der junge Bankier und Fabrikant Stepan Pawlowitsch Rjabuschinski ein Haus für seine Familie bei Fjodor Schechtel, einem der bekanntesten Architekten des Silbernen Zeitalters. Nach dreijähriger Bauzeit erblickte Moskau im Jahr 1903 eines der wichtigsten Denkmäler des russischen Jugendstils.
Schechtel schuf ein Gebäude, das schnell berühmt wurde. Seine Abbildungen erschienen fast sofort auf Moskauer Postkarten.
Das Herrenhaus ist asymmetrisch: Die Fassaden ähneln sich nicht, die Fenster haben unterschiedliche Formen und die hellen Wände verbinden sich mit den fließenden Linien der Balkongitter. Der Hauptschmuck der Fassade ist ein Majolika-Fries mit Irisen, der das Gebäude wie ein Band umschließt.
🌊 Interieurs: ein Unterwasserreich im Zentrum Moskaus
Im Inneren setzte Schechtel das Thema des Wasserelements fort. Die Parkettornamente erinnern an Wellen, die Türklinken an Seepferdchen und die Baluster an Muscheln. Einige Leuchten sehen aus wie Quallen.
Die Hauptattraktion des Hauses ist die repräsentative Marmortreppe in Wellenform. Sie steigt sanft nach oben, erzeugt das Gefühl von Bewegung und wird von oben von einem Glasfenster-Lichtdom beleuchtet.
Nicht jedem gefiel eine solche Architektur. Kornei Tschukowski bezeichnete das Herrenhaus als übermäßig verschnörkelt und ironisierte das Fehlen gerader Linien und Ecken.
🙏 Geheime Gebetskammer
Rjabuschinski war Altritualist – und das wurde zu jener Zeit von der offiziellen Kirche nicht gefördert. Deshalb bat er Schechtel, einen geheimen Gebetsraum zu entwerfen.
Der Architekt versteckte ihn im Dachgeschoss so kunstvoll, dass er von der Straße aus nicht zu sehen ist. Man gelangt nur über eine schmale Galerie hinein – selbst die Gäste ahnten nichts von seiner Existenz.
Im dritten Stock richtete Rjabuschinski außerdem eine Restaurierungswerkstatt für Ikonen ein. Er sammelte eine der größten Sammlungen antiker Ikonen in Russland. Nach der Revolution wurde ein Teil der Sammlung an die Tretjakow-Galerie übergeben.
📚 Von Rjabuschinski zu Gorki
Nach der Revolution von 1917 emigrierte Stepan Rjabuschinski. In dem Herrenhaus waren in den folgenden Jahren verschiedene staatliche Einrichtungen, das Psychoanalytische Institut und ein Kindergarten untergebracht.
1931 wurde das Haus Maxim Gorki übergeben, der aus Italien zurückgekehrt war. Hier lebte der Schriftsteller bis zu seinem Tod im Jahr 1936.
Seit 1965 befindet sich im Herrenhaus das Maxim-Gorki-Memorialmuseum. Im Seitenflügel des Anwesens ist das Museum von Alexei Tolstoi untergebracht.
🔍 Interessante Fakten
– Das Herrenhaus hat den Status eines Objekts von föderaler kulturhistorischer Bedeutung.
– Im Haus war ein durchdachtes Belüftungssystem vorgesehen.
– Für das Servieren von Speisen aus der Küche in den Speisesaal wurde ein kleiner Lastenaufzug verwendet.
– Fast alle dekorativen Elemente – von den Glasfenstern bis zu den Türklinken – wurden speziell für dieses Gebäude entworfen.
Hinterlasst ❤️, wenn es euch gefallen hat!
📍
Koordinaten des Ortes (Kartenpunkt) hier verfügbar
💥 Unser Kanal:
Node of Time DE
💥 Unsere Website:
nodeoftime.com