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🗿 Pegrema: die Lichtung der schlafenden Geister und ein alter steinerner Zoo
Heute begeben wir uns nach Karelien, an das Ufer des Onegasees. Dort, zwischen jahrhundertealten Kiefern, verbirgt sich ein Ort, den die Einheimischen „die Lichtung der schlafenden Geister“ nennen.
⛰️ Altes Heiligtum: ein steinerner Zoo
Stellen Sie sich vor: Mitten im Wald liegt eine Lichtung. Auf ihr sind Hunderte Steine verstreut. Aber das sind nicht einfach nur Findlinge. Wenn man genauer hinsieht, lassen sich in ihnen Tiere und Vögel erkennen.
Hier ist der Frosch — er ist mehr als 4000 Jahre alt. Er galt als Schutzpatron des Hauses und Hüter der Fruchtbarkeit. Man sagt, wenn man an einem sonnigen Tag zu ihm geht, die Hand auf die steinerne Seite legt und um Glück bittet, dann ist er nicht knauserig. Und zwinkert sogar.
Und hier ist die Ente — ein Symbol des Weltalls. Zwei Blöcke sind übereinander gestellt: Einer erinnert an einen Kopf mit Schnabel, der andere an einen Körper mit einem etwa 70 Zentimeter langen Schwanz.
Es gibt auch eine Schildkröte. Und das ist schon ein Rätsel: Schildkröten gab es in Karelien nie. Woher dieses Bild stammt, darüber wird bis heute gestritten.
🔥 Wie man das entdeckte
Alles geschah fast zufällig. Ende der 1980er Jahre wütete ein Brand im Wald. Das Moos verbrannte, der Boden wurde freigelegt — und vor den Archäologen offenbarte sich ein völlig anderes Bild.
Die etwa 20.000 Quadratmeter große Lichtung erwies sich als mit Steinen übersät, die in einer bestimmten Ordnung angeordnet waren. Um große Findlinge herum entdeckte man Ringe aus kleineren Steinen, Spuren von Feuerstellen und Flecken roter Ockerfarbe.
Es stellte sich heraus, dass es sich um ein altes Heiligtum mit einem Alter von drei- bis viertausend Jahren handelte. Hier wurden Rituale durchgeführt, Opfergaben hinterlassen und die Toten zusammen mit Werkzeugen und Keramik bestattet.
Im Gebiet von Pegrema entdeckten Archäologen mehr als 50 Denkmäler aus verschiedenen Epochen. In den 1990er Jahren fanden sie auch einen alten Ofen zum Schmelzen von Kupfer.
🏚️ Geisterdorf
Doch Pegrema ist nicht nur ein Ort der Antike. In der Nähe, am Ufer der Unitzkaja-Bucht des Onegasees, liegt ein verlassenes Dorf.
Früher herrschte hier reges Leben. Es war ein typisches zaonezhisches Dorf mit großen zweistöckigen Bauernhäusern, deren Fassaden zum See hin ausgerichtet waren. 1770 wurde hier die Varlaam-von-Chutyn-Kapelle errichtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten im Dorf etwa hundert Menschen.
In den 1970er Jahren verließen die Bewohner Pegrema endgültig.
Heute ist von den Häusern fast nichts mehr übrig — nur noch Fundamente, Ruinen und hohes Gras. Die Kapelle steht jedoch bis heute auf der Landzunge. Sie wird immer wieder restauriert, damit zusammen mit dem Dorf nicht auch die Erinnerung an diesen Ort verschwindet.
👨🔬 Der Hüter von Pegrema
Pegrema hat auch seinen eigenen Mensch-Legende — den Archäologen Anatoli Schurawljow.
Er kam hierher als Student zur Praktikumszeit — und blieb ein Leben lang. Seit mehr als 50 Jahren lebt er jeden Sommer in einem Zelt am Ufer, erforscht das Heiligtum, empfängt Touristen und erzählt ihnen seine Geschichten.
Für diese Treue zu dem Ort wird er oft als „karelischer Schliemann“ bezeichnet — in Anlehnung an Heinrich Schliemann, der durch die Ausgrabungen von Troja berühmt wurde.
🌲 Landschaft: Archäologie unter den Füßen
Pegrema ist ein Ort, an dem die Geschichte buchstäblich unter den Füßen liegt. Hohe Kiefern, riesige Findlinge, das Plätschern des Onegasees und uralte Steine, die sich an Menschen aus der Bronzezeit erinnern.
Dorthin zu gelangen ist nicht leicht. Doch gerade diese Abgeschiedenheit hat dem Ort geholfen, sein nahezu ursprüngliches Aussehen zu bewahren.
Wussten Sie, dass es in den karelischen Wäldern einen eigenen „steinernen Zoo“ gibt, der mehrere tausend Jahre alt ist?
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Koordinaten des Ortes (Kartenpunkt) hier verfügbar
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