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منشورات القناة
Daß die «Antifa» inzwischen 100% regimekompatibel ist, war bekanntlich während der Corona-Proteste zu merken. Nachlesen kann man Betrachtungen des Phänomens imperialismuskompatible Antifa in diesem Buch:
Susann Witt-Stahl, Michael Sommer (Hg.): „Antifa heißt Luftangriff“. Regression einer revolutionären Bewegung (Hamburg: Laika-Verlag, 2014)
Buchbesprechung von Karl Reitter (Grundrisse, n.d.)
Reitter hat sich auch mit der angeblichen Klimakrise und der Linken befaßt (s.o.).
| 2 | Was es alles inzwischen so gibt. Deutsche «Anarchisten» die für die Nato-Bandera-Nazis in der Ukraine kämpfen und deren Armee für die «größte antifaschistische Organisation der Welt» halten. Spurenelemente von geopolitischer oder politökonomischer Analyse wird man wohl vergebens suchen.
Über Leichen
Während in der Ukraine der Widerstand gegen Zwangsrekrutierungen wächst, rühren NATO-Linke weiter die Trommel für die Fortsetzung des «Volkskrieges»
Susann Witt-Stahl (Junge Welt, 17. 7. 26)
Anti-Authoritarians at War
Filmvorführung FAU (Berlin, 17. 7. 26, 19:00) | 75 |
| 3 | Bunker State Framework: Zum Beispiel ein Schwarzmeerkabel
Hier haben wir augenscheinlich ein schönes Beispiel für die Beobachtung von Nel Bonilla*:
[…] the goal of planning in the US-led imperial core is no longer the improvement of society. It is the maintenance of imperial hierarchy. In practice, this means everything is subordinated to hybrid warfare. Infrastructure is repurposed for dual use.
Im Schwarzen Meer will die EU – lt. Rügemer u.a. der zivile Arm der Nato – ein Unterseestromkabel von Georgien nach Rumänien verlegen, berichtet Elena Fritz*. Klingt nach einem zivilen Projekt.
Verlegt werden soll das Kabel aber nun nicht etwa zum Bsp. entlang der türkischen Küste, wo der staatliche Küstenschutz ganz normal zuständig wäre, sondern in der Nähe des ukainischen Kriegsgebietes durch von Rußland beanspruchte Gewässer. Um ein so verlegtes Kabel zu schützen, muß, meint das Center for European Policy Analysis (CEPA*) in Washington D. C., die Nato natürlich eine Seeüberwachungsinfrastruktur im Schwarzen Meer aufbauen. Die würde natürlich dort auch sonst jeden Verkehr, etwa von russischem Militär überwachen.
Selbstverständlich finden solche sicherheitsrelevanten und kostenträchtigen Planungen ohne öffentliche Diskussion statt.
———
* E. Fritz, Schwarzes Meer: Ein ziviles Kabel, ein militärisches Mandat und die Frage, wer das eigentlich entschieden hat (Global Affairs, 17. 7. 26)
* CEPA, The Black Sea Needs a NATO Sentry (15. 7. 26)
* N. Bonilla, Planning Not Masterplans, answer to a question (WEI, 13. 7. 26) | 77 |
| 4 | 🎶 Welcome to the Machine
Pink Floyd (1975, YT)
Das Video ist ein Zusammenschnitt von Beyond Us – After the Collapse von Maxime Tiberghien, Sylvain Favre, Maxime Hacquard; Persecution von Eddy Loukil; The Last in Line von Zaki Saati. | 77 |
| 5 | Technischer Hinweis
Links auf t.me funktionieren nicht mehr, solche auf telegram.me tun das noch. Wenn man im browser den inhalt sehen will, muß man auf "Context" klicken.
Also dieser Kanal:
https://telegram.me/weltexperiment/
Kann sein, daß es sich um eine Sabotageaktion der EU handelt, nachdem jetzt die Chatkontrolle beschlossen wurde.
https://cybersecuritynews.com/telegrams-t-me-domain-suspended/amp/ | 79 |
| 6 | Doch noch ein Nachtrag zur Bonelli-Reihe hier. Auf ihrem Substack (19. 6. 26) erläutert sie ihren Masterplan-Artikel (oben):
Question: If we’re so adept at planning, why is everything going to shit?
Good question. But I think it rests on a misunderstanding of what I'm actually arguing.
First, we need to decouple planning from utopian outcomes. Planning is simply an activity that societies, organizations, and institutions engage in to manage complexity, resources, and tasks, and to project into the future. From the Babylonians and the very first emergence of cities, every society across the globe has engaged in it. Every era and region develops its own specific 'planning culture' that evolves over time. Planning is a universal organizational activity. So when I say "the empire plans," I am not saying "the West is uniquely good at planning." I am saying: look at the planning culture it has, and recognize it for what it is. That's simply a descriptive claim.
Second, and this is the crucial point: why things are going down is actually explained by my Bunker State framework, which is the larger argument this essay slots into. During the Cold War, Western planning culture had a specific goal—improving social welfare, raising living standards, building infrastructure for the common good. This wasn't out of benevolence. It was forced by systemic competition with the socialist bloc, which had exactly that planning goal and was visibly achieving it. The West had to offer something, or it would lose legitimacy.
What I argue in the Bunker State thesis is that we are living through a shift in planning culture. With the socialist alternative gone, the goal of planning in the US-led imperial core is no longer the improvement of society. It is the maintenance of imperial hierarchy. In practice, this means everything is subordinated to hybrid warfare. Infrastructure is repurposed for dual use. Citizens become objects of security rather than bearers of rights. Their wellbeing is no longer the metric of success. A great deal of suffering is imposed—not as an intended outcome, but as an acceptable externality of keeping the militarized machine growing and containing the Global Majority.
So when you see things crumbling—crumbling public services, unaffordable housing, energy poverty, political polarization—you are seeing the content of the current plan. The goal is the survival of the imperial apparatus. And from that standpoint, a deindustrialized, immiserated, polarized population that is too exhausted to organize is a managed and welcome condition.
That is the grim part. The hopeful part—if there is one—is that planning cultures can shift again. They shifted once, under Cold War pressure. They can shift again, under different pressure. But only if we understand the machinery well enough to contest it. | 334 |
| 7 | Und so sieht der imperiale Niedergang von unten im Bunker aus.
Kiew heute
Eine unzensierte Reise nach Kiew - Fakten und Eindrücke, die dem Westen verwehrt bleiben. Die ungeschminkte Wahrheit ohne Filter, verfasst von jemandem aus der Ukraine.
(Forum Geopolitica [sic!], 12. 7. 26)
Viele Leser werden fragen: Wieviel Unterstützung hat die ukrainische Führung in der Bevölkerung?
Eine offene Unterstützung für die ukrainische Führung hat keiner meiner Gesprächspartner geäußert. Bei den einen kann das angesichts ihrer konkreten Lebensumstände durchaus als Ausdruck persönlichen Widerstands gewertet werden. Andere wollen einfach nur durchhalten und ansonsten in Ruhe gelassen werden. Wiederum andere, die noch vor 1–2 Jahren offen die Regierung unterstützten, halten sich mit derartigen Äußerungen heute auffallend zurück. Allen gemein ist die Sehnsucht nach einem normalen Leben, ohne Krieg.
Nach allem, was ich aus einigen Tagen Aufenthalt mitnehmen konnte, genießt das Regime keine breite Unterstützung. Es wird wahrgenommen als eine kleine Gruppe von Verbrechern, die mit Hilfe des Westens die Machtstrukturen fest im Griff hat, sie brutal zu nutzen weiß und alles andere darauf aufbaut.
Somit bleibt Russland leider nichts anderes übrig, als diesen Konflikt auf dem Schlachtfeld mit militärischen Mitteln zu beenden; einen Konflikt, der gar nicht erst hätte beginnen müssen. Und erst wenn die militärische Phase vorbei ist, wird es innerhalb der Ukraine möglich sein, über die eigentlichen Ursachen des Konflikts zu sprechen, über den Schmerz der Verluste und darüber, wie es weitergehen soll. Bis dahin gibt es niemanden, mit dem man sich einigen könnte – niemanden, mit dem man überhaupt aus einer Perspektive sprechen könnte, die alle Seiten berücksichtigt. | 106 |
| 8 | Korrektur: Ich habe in den vorangehenden Artikeln den Namen des Autors korrigiert; er heißt Nel BONILLA (nicht: Bonelli). | 93 |
| 9 | Letzter Teil der kleinen Nel-BONELLI-Reihe auf diesem Kanal.
Die Strategie der Zersplitterung: Über den imperialen Niedergang und die Dynamiken des Staatszerfalls
(NDS, Mai '26, 2-teilige Serie)
Dieser Essay benennt die zentrale Strategie, welche die geopolitische Ausrichtung der USA seit dem Ende des Kalten Krieges bestimmt. Diese Strategie wird derzeit mit enormer Geschwindigkeit vorangetrieben, und zwar gerade weil die traditionellen militärischen und industriellen Instrumente des Imperiums versagen. Sie wurden von genau jener finanzkapitalistischen Funktionselite ausgehöhlt, die heute die uneingeschränkte Vorherrschaft ausübt. Dieser finanzielle Flügel der Funktionseliten nutzt das Militär nur noch als Vollstreckungsorgan, um jedes Aufkeimen von staatlicher Autonomie gewaltsam zu zerschlagen.
[…]
Diese Entwicklungen [LNG-Verträge, Ukraine-Kredite, digitale Währung in Gaza] zeigen, dass ein zerfallendes Imperium bedauerlicherweise keineswegs tatenlos ist. Es ist vielmehr ein Imperium, das seine Ziele nicht mehr allein durch militärische Gewalt erreichen kann und deshalb den Einsatz aller anderen ihm zur Verfügung stehenden Instrumente drastisch forciert.
Dieser Essay benennt die zentrale Strategie, welche die geopolitische Ausrichtung der USA seit dem Ende des Kalten Krieges bestimmt. Diese Strategie wird derzeit mit enormer Geschwindigkeit vorangetrieben, und zwar gerade weil die traditionellen militärischen und industriellen Instrumente des Imperiums versagen. Sie wurden von genau jener finanzkapitalistischen Funktionselite ausgehöhlt, die heute die uneingeschränkte Vorherrschaft ausübt. Dieser finanzielle Flügel der Funktionseliten nutzt das Militär nur noch als Vollstreckungsorgan, um jedes Aufkeimen von staatlicher Autonomie gewaltsam zu zerschlagen. | 341 |
| 10 | Wenn wir die Puzzleteile zusammensetzen – die ideologische Einstimmung durch Rubio, die materielle Infrastruktur in Ulm und Wiesbaden, die bürokratische Durchdringung durch den OPLAN DEU –, ergibt sich ein beängstigendes Bild. Die Rede von der „europäischen Autonomie“ ist nur die Beruhigungspille. In Wahrheit wird Europa in ein System der permanenten Unterordnung integriert: militärisch durch US-Kommandostrukturen (SACEUR), technologisch durch digitale Interoperabilität und ökonomisch durch die Verpflichtung zum Kauf von US-Rüstungsgütern. Deutschland hat sich in eine Position manövriert, in der es materiell unfähig ist, „Nein“ zu sagen. Wir können unsere Truppen nicht bewegen ohne NATO-Software. Wir können unseren Luftraum nicht verteidigen ohne US-Systeme. Wir können keine eigenständige Außenpolitik betreiben, weil unsere Infrastruktur bereits als Aufmarschgebiet verplant ist.
Die Funktionseliten in Berlin und Brüssel mögen glauben, sie seien Partner am Tisch der Macht. In Wahrheit sind sie Administratoren des Niedergangs, die die militärische Fremdbestimmung als Souveränität verkaufen. Doch wenn Whitaker sagt, „Wir erwarten, dass ihr mehr tut und nicht unabhängig seid“, ist das auch ein Eingeständnis: Die Herrschenden wissen, dass ihre Ordnung auf Abhängigkeit beruht. Sie fürchten den Moment, in dem diese Abhängigkeit hinterfragt wird.
Die Arbeit an einer Alternative beginnt daher nicht mit Appellen an diese herrschende Klasse, sondern mit der kognitiven Entzifferung ihrer Maschine. Solange wir in der Blase von München gefangen bleiben, in der „Diskussion“ nur die Vorstufe zum Gehorsam ist, werden wir weiter Interessen dienen, die diametral unseren eigenen entgegenstehen. Diesen Mechanismus zu durchbrechen – das ist die Aufgabe. | 300 |
| 11 | Fatal für die westlichen Gesellschaften ist, daß die «vereinnahmten Eliten» ihr Weltbild auf das Carl Schmittsche Freund-Feind-Schema verengt haben. Außerhalb der Kriegslogik wird nicht mehr gedacht und die vermeintlichen «westlichen Werte» sind nur noch rhetorische Fassade, wie die Innenpolitik von EU und BRD zeigt.
Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 und die Simulation der europäischen Souveränität
Nel Bonelli (NDS, 2026, 2-teilige Serie)
Das manichäische Weltbild: Die „leuchtende Stadt“ gegen die „Achse der Verachtenswerten“
Um die immensen Kosten und Risiken dieser Unterwerfung zu rechtfertigen, bedarf es eines religiös überhöhten Rahmens. Matthew Whitaker sprach in München von der existenziellen Wahl zwischen der „leuchtenden Stadt auf dem Hügel“ (shining city on the hill) und der „Achse der Verachtenswerten“ (axis of deplorables – gemeint sind Russland, China, Iran). Bezeichnend ist hierbei die Adressierung: Whitaker meint mit der „leuchtenden Stadt“ nicht den Westen als Ganzes und schon gar nicht Europa. Er meint die USA. Er stellt die Europäer vor eine binäre Wahl der Unterwerfung:
„Und wer bietet eine andere Vision? Es ist die neue ‚Achse der Verachtenswerten‘ – nennen wir es so … Also, wollt ihr euch mit denen verbünden oder mit der ‚Stadt auf dem Hügel‘ …? Ich denke, die Option ist klar.“
Die Botschaft ist unmissverständlich: Ihr seid nicht Teil des Lichts, ihr müsst euch ihm anschließen. Wer den Gegner als „erbärmlich“ oder böse definiert, entzieht ihm die Legitimität als Verhandlungspartner. Man kann ihn nur noch vernichten.
Besonders eindringlich formulierte dies Marco Rubio. Er beschwor den Mythos einer bedrohten „westlichen Zivilisation“, die nicht nur wirtschaftlich, sondern „spirituell“ verbunden sei. Für Rubio ist die liberale Weltordnung eine „gefährliche Illusion“. Diese Absage ist von zentraler Bedeutung: Sie markiert den Übergang von der Hegemonie zur bloßen Dominanz. Es geht nicht mehr um Führung durch Konsens oder Regeln, sondern um nackte Machtpolitik und militärische Stärke. Rubio verlangt von Europa absolute Loyalität im Kampf gegen die „Kräfte der zivilisatorischen Auslöschung“. Seine Botschaft war unmissverständlich: Es gibt keine Neutralität mehr. In diesem Weltbild gibt es nur Gläubige und Ungläubige, Vasallen und Feinde.
Die rituelle Synchronisation dieses Weltbildes lieferte Wolfgang Ischinger in seinem Schlusswort. Zunächst simulierte er Pluralismus, indem er einräumte, es habe „Zweifel“ gegeben. Doch sofort machte er klar, dass diese Debatten folgenlos bleiben müssen:
„Was wir jetzt brauchen, ist mehr als nur eine weitere Reihe von Reden. Was wir jetzt brauchen, ist ein Plan, ist Handeln.“
Damit bestätigte Ischinger den wahren Charakter der Konferenz: Der Diskussionsraum ist eine Simulation. Man darf zweifeln, man darf debattieren, aber am Ende steht das Ergebnis längst fest: Aufrüstung und tiefergehende Integration in die US-Strukturen sind alternativlos.
Er zitierte Marco Rubio und Friedrich Merz. Der deutsche Kanzler habe ihm gegenüber sogar geäußert, die Diagnose „Under Destruction“ sei noch „nicht stark genug“. Wenn die deutsche Führung die Lage schwärzer malt als die Lobbyisten, wird klar: Hier wird Politik durch Angst getrieben.
Fazit: Die Falle der Abhängigkeit | 265 |
| 12 | ———
* Re-Education: Siehe die Arbeiten dazu von Lutz Dammbeck. | 1 |
| 13 | Vereinnahmung der Eliten
Wer sich gewundert hat darüber, daß Schweden und Finnland «ohne Not» in die Nato eingetreten sind und als Ergänzung zu Nel BONILLAs Betrachtungen über die Wechselwirkung imperialer Pläne und die Handlungen der Institutionen: Es gibt nach ihm in den westlichen Ländern eine seit Jahrzehnten laufende Vereinnahmung der Funktionseliten durch den amerikanischen Kapitalmachtkomplex. In letzter Zeit ist dort eine zunehmende Bedeutung von Militärs wahrzunehmen, deren Konsequenz die Militarisierung der westlichen Staaten ist. Man kann diese Vereinnahmung als Teil des größeren Komplexes der Re-Education* nach dem 2. Weltkrieg ansehen.
Die Vereinnahmung, die unbemerkt und gegen die Interessen der beherrschten Völker stattfindet kann allerdings nur passieren, weil eine, auch in ihrem Medienkonsum passive Bürgerschaft dies widerstandslos geschehen läßt. Die Bürger haben lange schon aufgehört, das Gemeinwesen, in dem sie leben, aktiv zu gestalten – und dann machen es halt andere.
Finland and the Results of Elite Capture
Olli Tammilehto (Neutrality Studies, 13. 7. 26)
Die Vereinnahmung der Eliten und die Selbstzerstörung
Nel Bonelli (NDS, 2025, 4-teilige Serie)
Hegemonie oder Überleben
Die Spur, die sich durch Stiftungen, Thinktank-Karrieren und geschlossene Konklaven zieht, lässt kaum Zweifel: Das transatlantische Eliteprojekt ist auf Selbsterhaltung programmiert.
Seine kulturelle Hegemonie verpflichtet Europa dazu, ein US-zentriertes Imperium und die Eliten aller verbündeten Länder zu stützen, selbst dann, wenn dieses Imperium Europas eigene materiellen Interessen sabotiert. Hegemonien brechen selten aus moralischer Einsicht zusammen; sie weichen nur dann, wenn äußerer Druck oder innere Brüche die Gefolgschaft teurer machen als den Widerstand. Drei Faktoren (oder eine Kombination daraus) könnten diese Maschinerie ins Wanken bringen:
* Narrativbruch von unten: Organisierte Verweigerung, sei es durch Massenstreiks, Boykotte oder anhaltende Gegenkampagnen in den Medien, kann den Konsens der Kriegswirtschaft delegitimieren und die atlantische Treue politisch untragbar machen.
* Systemischer Schock von außen: Ein entscheidender Verlust der US-Finanz- oder Militärdominanz (etwa durch einen Bruch des Petrodollar-Systems bzw. die Koppelung des globalen Ölhandels an den US-Dollar oder einen gescheiterten Stellvertreterkrieg) würde die europäischen Eliten zwingen, ihre Loyalitäten neu zu bewerten.
* Rechenschaft von oben: Nürnberger Prozesse sind heute zwar kaum vorstellbar, bleiben aber historisch ein Instrument, das Elitenabenteuer tatsächlich eindämmt, indem es persönliches Risiko an strategische Torheit koppelt.
Jede Stufe ihrer Karriereleiter hat die nächste Eskalation normalisiert. Die heutigen europäischen Führungskräfte entscheiden sich nicht bewusst für den permanenten Krieg, sie erben und normalisieren ihn. Denn innerhalb eines Systems, das Atlantiktreue mit beruflicher Legitimität gleichsetzt, erscheint er ihnen als der sicherste Weg.
Ein Aufruf zu neuen Strukturen
Es reicht nicht, einfach nur Personen auszutauschen. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, das biographische Fließband zu demontieren, jenes, das mit von Stiftungen finanzierten Jugendaustauschprogrammen beginnt, über Thinktank-Stipendien verläuft und schließlich in Ministerämtern oder Vorstandsetagen endet. Solange dieses Fließband nicht unterbrochen oder zumindest über den atlantischen Echoraum hinaus diversifiziert wird, werden auch „neue Gesichter“ dieselben strategischen Reflexe reproduzieren.
Die Alternative ist klar: Entweder zusehen, wie das eigene Land im Dienste der Eliten eines anderen Imperiums blutet, oder die Fähigkeit zurückgewinnen, über die eigene Zukunft zu entscheiden.
Die Entscheidung lautet also nicht mehr Status quo oder Reform, sondern Hegemonie oder Überleben. Das Zeitfenster für eine friedliche Loslösung mag sich schließen, doch es ist noch nicht endgültig zugefallen. Aus der Geschichte zu lernen garantiert nichts, eröffnet aber Chancen, den Kreislauf zu unterbrechen. | 262 |
| 14 | «Haltet den Dieb!» – Wir retten die Demokratie, indem wir sie abschaffen
Epikur (12. 7. 26)
Wenn die AfD an die Macht kommt, wird sie...
1.) ...die Meinungsfreiheit durch den Digital Service Act (DSA), durch Meldestellen, die Landesmedienanstalten, Chatkontrollen, «Faktenchecker», Trusted Flagger, YouTube-Zensur, gezieltes Weglassen und vielem mehr stark einschränken.
2.) ...Journalisten, Künstler, Wissenschaftler, Anwälte, Mediziner, Schauspieler usw., die nicht «auf Linie» sind diffamieren, ausgrenzen, politisch verfolgen oder gleich kündigen wollen.
3.) ...willkürliche Hausdurchsuchungen wegen Beleidigungen wie «Schwachkopf» oder «Pinocchio» anordnen lassen.
[…]
22.) ...das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit einschränken.
23.) ...die Demokratie abschaffen wollen.
24.) …Oppositionelle und Andersdenkende von der EU sanktionieren und für vogelfrei erklären lassen (Jacques Baud, Hüseyin Dogru, Thomas Röper etc.).
25.) …
Deshalb ist es so unglaublich wichtig, dass die AfD nicht an die Macht kommt! Ansonsten wird sie all das (und noch viel mehr) um- und durchsetzen. Damit wir solche Zustände in Deutschland nie niemals bekommen werden, muss die Partei um jeden Preis verboten werden!
Wir retten die Demokratie, indem wir sie abschaffen! Muss ich mich jetzt eigentlich distanzieren oder einen Disclaimer schreiben? Damit ich nicht zum AfD-Freund oder Nazi erklärt werde? | 86 |
| 15 | Es gibt keinen Masterplan – Anmerkungen zur tatsächlichen Strategieentwicklung des Imperiums
Nel BONELLI (NDS, Quellenangabe im vorigen Beitrag)
Planung und Gegenentwurf
Hier offenbart sich eine tragische Ironie. Die ständige Behauptung, das Imperium habe gar keinen Plan, soll eigentlich mobilisierend wirken: Sie soll den Menschen vermitteln, dass die US-geführte imperiale Ordnung nicht unbesiegbar ist, dass ihre Handlungen oft nur verzweifelt und reaktiv sind und dass Widerstand durchaus funktionieren kann. Doch indem dieses Narrativ die tatsächliche Funktionsweise imperialer Planung falsch darstellt, wirkt es letztlich nur entwaffnend.
Wer glaubt, das Imperium habe keinen Plan, der wird auch dessen Planungsapparat nicht studieren. Man wird den institutionellen Papierspuren nicht folgen. Man wird jene Knotenpunkte im Netzwerk nicht identifizieren, an denen elitäre Konvergenz stattfindet – und vor allem wird man nicht erkennen, wo diese durchbrochen werden kann. Stattdessen bejubelt man die vermeintlichen Patzer des Imperiums, während sich der Käfig immer enger zusammenzieht.
Die geopolitische Debatte über die Kompetenz des Imperiums fängt uns oft in einen falschen Widerspruch ein. Auf der einen Seite: Wäre das Imperium ein allmächtiges Genie, das einen fehlerfreien Masterplan ausführt, wäre Widerstand zwecklos. Aber verteilte Planung ist nicht allmächtig. Sie hat Lücken, Widersprüche und Reibungspunkte, an denen unterschiedliche institutionelle Logiken aufeinanderprallen. Ein Plan, der sich anpasst, kann auch dazu gezwungen werden, sich in Richtungen anzupassen, die seine Urheber so nicht gewählt haben.
Auf der anderen Seite: Wäre das Imperium ein chaotischer, stümperhafter Haufen ganz ohne Plan, wäre Widerstand unnötig – warum sollte man sich organisieren, wenn das System ohnehin schon kollabiert? Doch dieser Glaube erzeugt nur Passivität und eine Zuschauerpolitik.
Dass das US-geführte Imperium sehr wohl plant und dass sein Planungsapparat studiert, verstanden und bekämpft werden kann, ist dagegen eine Position, die organisierte gegenhegemoniale und antiimperialistische Arbeit überhaupt erst notwendig und möglich macht.
Indem wir anerkennen, dass der Hegemon plant, machen wir seine strukturellen Mechanismen lesbar. Die Brookings-Planspiele, die maritimen Budgetvorgaben, die Bilderberg-Debatten und die zeitlich gestaffelte Falle der Absichtserklärung sind die sichtbaren Zeugnisse eines massiven, anpassungsfähigen Planungsprozesses, der kartiert und grundlegend bekämpft werden kann.
Diese Realität anzuerkennen, ist keineswegs demobilisierend. Im Gegenteil: Es ist die unabdingbare Voraussetzung für jede Gegenstrategie, die diesen Namen auch verdient. Man kann eine Maschine nicht demontieren, wenn man sich weigert, ihre Bauweise zu studieren.
Sie haben ihre Pläne. Sie haben ihre Institutionen. Sie haben ihre Handbücher und ihre Bilderberg-Treffen. Die Frage ist, ob wir bereit sind, auf unserer Seite die entsprechende Arbeit zu leisten: unsere eigenen Institutionen, unsere eigenen Planungskapazitäten und unsere eigenen langfristigen strategischen Horizonte aufzubauen. Nicht, um passiv anderen Ländern zuzujubeln, sondern um uns über Grenzen hinweg zu organisieren. Nicht, um darauf zu warten, dass das Imperium kollabiert, sondern um es aktiv obsolet zu machen. Ich hoffe, dass dieser konzeptionelle Rahmen uns dabei hilft, die Bequemlichkeit des Chaos-Mythos hinter uns zu lassen – und stattdessen ein System offenbart, das studiert und analysiert werden kann und gegen das wir unsere eigenen Strukturen aufbauen können. | 94 |
| 16 | Es gibt keinen Masterplan – Anmerkungen zur tatsächlichen Strategieentwicklung des Imperiums
Nel BONELLI
Sehr wichtige Betrachtung der falschen Alternative Masterplan oder Chaos. Notwendige Lektüre für alle die in dieser Frage weiter mitreden möchten.
1. Die Vorstellung eines makellosen „Masterplans“ ist ein Mythos
(NDS, 4. 7. 26)
2. Die Tiefe der Details: Haushaltspläne und Notfallpläne
(NDS, 5. 7. 26)
Ein Plan ist niemals ein einzelnes, statisches Dokument. Er ist eine Hierarchie und ein Geflecht von Dokumenten. Tatsächlich ist es weitaus präziser, das Substantiv als solches komplett fallen zu lassen: Anstatt nach einem fertigen, abgeschlossenen „Plan“ zu suchen, müssen wir den kontinuierlichen Prozess der Planung in den Blick nehmen. Dieser Prozess verteilt sich über eine Vielzahl von Institutionen und Organisationen – staatliche, private, halbstaatliche und informelle. Kein einzelner Akteur kontrolliert dabei jeden Baustein. Der innere Zusammenhalt des Ganzen entsteht stattdessen durch geteilte professionelle Normen, gemeinsame Datensätze, rechtliche Vorgaben und das institutionelle Gedächtnis (d.h. die gesammelten Erfahrungen, ungeschriebenen Gesetze und Routinen von Behörden).
Pläne bestehen aus
* Strategische Rahmenkonzepte: Hier geht es um die Festlegung der übergeordneten Vision und Ziele […]
* Raumordnungspläne: Hier geht es um die Übertragung dieser abstrakten Ziele in physische Realitäten […].
* Fachpläne: Detaillierte Konzepte […], die jeweils von spezialisierten Fachbehörden mit ganz eigener Expertise und eigenen Klientelen verfasst werden.
* Umsetzungsprogramme: Die harte Realität von Haushaltsplänen, Zeitplänen, zuständigen Behörden und Leistungskennzahlen für den nächsten 3- bis 5-Jahres-Zyklus (oder für welchen Zeithorizont auch immer kalkuliert wurde).
* Evaluierungsberichte: Bestandsaufnahmen, die den Fortschritt messen, Hindernisse aufzeigen und entsprechende Anpassungen empfehlen.
[…]
Wie wir gesehen haben, sieht die soziologische Realität der Planung innerhalb großer, hegemonialer Institutionen so aus, dass sie:
* über ein riesiges Ökosystem von Akteuren, Behörden und elitären Foren verteilt ist.
* nach operativer Phase, Zielgruppe und Detailtiefe ausdifferenziert wird.
* eher iterativ und zyklisch anstatt streng linear verläuft.
* sich an geopolitische Reibungen in Echtzeit sowie an strukturelle Rückkopplungsschleifen anpasst.
* auf der Ebene der „strategischen Grammatik“ und der gemeinsamen Klasseninteressen in sich schlüssig bleibt, selbst wenn spezifische taktische Manöver drastische Schwenks vollziehen.
Der transatlantische imperiale Apparat weist jede einzelne dieser Eigenschaften auf. Wenn wir das verstanden haben, entlarvt sich die vorherrschende geopolitische Debatte als falscher Gegensatz. Das „4D-Schach“-Lager spürt diese Kohärenz intuitiv richtig auf, schreibt sie aber fälschlicherweise einem einzigen Akteur zu. Umgekehrt sucht das „Chaos“-Lager nach dem Falschen – nach einem einzigen, statischen, allwissenden „Masterplan“ – und zieht, nachdem es korrekterweise feststellt, dass ein solcher nicht existiert, den falschen Schluss, es gäbe überhaupt keine Strategie.
Die Realität ist jedoch geprägt von institutioneller Konvergenz. Es handelt sich um eine Dynamik, die über ein Netzwerk aus Denkfabriken, Militärakademien, Vorstandsetagen und elitären Zusammenkünften verteilt ist. Sie erzeugt eine unerbittlich kohärente strategische Ausrichtung, ohne dass es dafür eines einzigen Autors oder eines allumfassenden Masterdokuments bedarf.
Diesen Rahmen zu erkennen, ist zweifellos beunruhigend, da er einen Gegner offenbart, der tief verwurzelt, anpassungsfähig und institutionell widerstandsfähig ist. Aber dieses Wissen ist auch politisch ungleich nützlicher. Denn es diagnostiziert präzise, wie der imperiale Apparat tatsächlich plant und operiert – und genau das ist die zwingende Voraussetzung, um sich überhaupt wirkungsvoll dagegen organisieren zu können. | 110 |
| 17 | Zentrale Meinungskontrollbehörde in BRD*
Sanktionen gegen Dogru: verantwortlich Union und Sozis; Chatkontrolle dito. Das heißt aber nicht, daß die Grünen nicht vorne mit dabei sind.
Mit der Bundestagsdrucksache 21/6665 in den Untergang
Hartmut Danisch (11. 7. 26)
Das wird jetzt ganz übel.
Vorhin ging mir noch so durch den Kopf, dass jedem das kalte Grausen kommen müsste, der über mein Wissen darüber verfügte, was da gerade an Gesetzen und Überwachungs- und Zensurmaßnahmen zusammenläuft. Das kocht gerade derartig schnell, steil und konzertiert mit vielen Maßnahmen hoch, dass wahrscheinlich schon in diesem Jahr die Transformation zur EUDDR in wesentlichen Punkten abgeschlossen sein wird.
Ich beobachte es inzwischen bei praktisch allen Behörden und Gerichten, dass sie eigentlich gar niemand mehr noch an irgendwelches Recht hält, und dass die alle nur noch machen, was sie gerade wollen, als ob die sich alle sicher wären, dass unsere Rechtsordnung sowieso bald nicht mehr existiert und sie niemals zur Verantwortung gezogen werden. Es kommt mir wirklich so vor, als warteten die sowieso alle auf den großen Umsturz und denken sich „Wozu noch an Recht halten? Kommt heute nicht mehr drauf an und morgen ist es eh weg.“
Ich denke, dass die deshalb auch Schulden aufnehmen als gäbe es kein Morgen. Weil sie wissen, dass es für diese Republik kein Morgen geben wird.
[…]
Kommt alles wieder. Erinnert Ihr Euch, dass ich vor vielen Jahren schrieb, dass ich an den vielen Holocaust-Ausstellungen kritisiere, dass die immer nur die Symbole (braun, Uniformen, Hakenkreuz) zeigen, aber nie die Methoden erklären? Nämlich weil die Linken deren Methoden verwenden wollen – oder umgekehrt, die Nazis die Methoden der Linken verwendet haben?
Nun ist es so weit. Geht wieder los, nur dass wir statt Hakenkreuz jetzt Regenbogen haben, der Führer jetzt der Frauenquote unterliegt und die Bezeichnung jetzt „Führende“ heißt.
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* BRD = BlackRock Deutschland | 113 |
| 18 | Nachtrag (und Abschluß) zum Thema Berliner Öffentliche Bibliotheken werfen ausgesonderte Bücher auf den Müll ohne dem Bürger die Chance zu geben, diese für sich mitzunehmen. (Voriger Beitrag).
Hab nochmal mit dem Betreiber vom Laidak gesprochen. Erst seit 2015 erst werden ausgesonderte Bücher einfach weggeworfen. Vorher konnte man sie mitnehmen und es gab eine Spendenbox wo man Geld reinwerfen konnte, nach belieben. Dann kam das Finanzamt und sagte, daß es dafür kein ordentliches Buchungsverfahren gibt und untersagte die Praxis. Einfach so, ohne Bürokratie, geht es halt nicht, und was nicht als geregeltes Verfahren umsetzbar ist, darf nicht stattfinden.
Das Aussondern der Bücher ist selber auch so eine Sache. Die Bibliotheken machen das, weil nicht beliebig viel Regal- und Magazinraum für Bücher da ist und ja ständig neue Bücher angeschafft werden. Das Aussondern geht nun nicht nach inhaltlichen Qualitätskriterien – Bedeutung der Literatur o.ä. –, sondern schlicht danach, wie häufig ein Buch ausgeliehen wurde. Selten verliehene Bücher wandern eher auf den Müll, als populäre. Auch öffentliche Bibliotheken sind ihrer Verfahrenspraxis nach Staatsbürokratien. Von der Qualität der ausgesonderten Bücher kann man sich im Laidak ein Bild machen, die Bücher dort stammen von ca. 2010.
Also wer meint, Büchervernichtung wäre eine skandalöse Praxis und in Berlin lebt, kann dort anfangen etwas dagegen zu machen. Und wer woanders lebt kann mal nachfragen wie das dort gehandhabt wird. Sich über ein einzelnes ausländisches KI-Unternehmen aufzuregen hat dagegen keine Wirkung. | 149 |
| 19 | Wer im übrigen etwas gegen «Bücherverbrennung» tun will, kann womöglich vor Ort anfangen.
Öffentliche Bibliotheken haben sicherlich einen höheren Durchschnittsstandard, was die Qualität von gekaufter Literatur angeht. Trotzdem werden jährlich viele Bücher aussortiert. Wo landen die?
In Berlin auf dem Müll.
Bis vor einigen Jahren haben die Berliner Öffentlichen Bibiotheken die ausgesonderten Bücher in Regale gestellt, so daß sich Bürger die mitnehmen konnten. Die Schankwirtschaft Laidak in Neukölln verdankt dem ihre Buchausstattung in den vielen Regalen. Dann ist das Finanzamt gekommen und hat die kostenlose Abgabe moniert (die genauen Gründe hat mit der Betreiber des Laidak erzählt, ich hab's vergessen). Seither werden die Bücher entsorgt ohne daß der Bürger sie – die er ja mit seinem Steuergeld bezahlt hat – noch einmal zu sehen bekommt. | 185 |
| 20 | Panikmache, Falschinformation und trotzdem eine interessante Information über KI, die keiner bemerkt hat
Derzeit macht ein Bericht des öffentlichen schweizer Rundfunks (SRF) die Runde. Hermann Ploppa* geht gleich aufs Ganze: «Bücherverbrennung im KI-Zeitalter». In der Tat titelt der Bericht:
KI-Firmen kaufen Antiquariate leer – und vernichten die Bücher
Sven Ahnert (SRF, 22. 6. 26)
Wir sind also schon voll in der Welt von «Fahrenheit 451» (F. Truffaut, GBR 1966) – oder? Wir lesen den Text:
> Ein kanadisches Unternehmen namens Zoom Books kaufte palettenweise vergriffene Ware – Kochbücher, Biografien, Belletristik. Keine Raritäten, sondern das genaue Gegenteil berichtet der Händler: «Gekauft wurden gezielt Non-Fiction-Titel ab 1970 mit ISBN-Nummern – angestaubte Lagerleichen, die seit Jahren niemand wollte. Ein Weiterverkauf ist völlig ausgeschlossen: Die Bücher sind wertlos, und es wurde pro Titel immer exakt nur ein Exemplar gekauft.»
Also nicht Firmen im Plural, sonder *eine*, und nicht *leer* sondern *palettenweise* und auch nur exakt *ein* Exemplar pro Titel und zwar von – «keine Raritäten» – bibliographischer Massenware. Feststellung: Im Text des Artikels steht das Gegenteil von dem, was die Überschrift suggeriert. Schlechter Journalismus in diesem Fall vom schweizer öffentlichen Rundfunk. Und Ploppa, der mit «Bücherverbrennung» noch eins draufsetzt.
Wer jemals eine Bibiothek mit solchen Büchern geerbt hat weiß: Das meiste ist nicht zu gebrauchen (auch wegen dem Säurefraß) und Antiquare nehmen das nicht an. Dergleichen Literatur wandert schon seit Jahrzehnten massenhaft in den Altpapiercontainer. Das hätte der SRF-Journalist recherchieren können. Hat er nicht, noch mal schlechter Journalismus. Aber mit dieser Information wäre es natürlich erst recht keine Nachricht gewesen.
Trotzdem ist die Information des Textes interessant. Denn warum kauft eine KI-Firma massenhaft diese Massenliteratur und scannt sie?
Meine Vermutung – man müßte dem mal jounrnalistisch nachgehen –: Das hängt mit dem auf diesem Kanal schon seit 3 Jahren unter dem Kürzel #MAD verfolgten KI-Thema «Model Autophagiy Disorder» (Modelselbsteinspeisungsstörung) zusammen. KI «verblödet» – bzw. korrekter ausgedrückt: der Phasenraum von nichttrivialen Maschinen kollabiert –, wenn man ständig m KI-Output wieder einspeist, was im Internet automatisch passiert. Die KI-Modelle müssen mit von Menschen gemachtem Material vorbereitet und immer wieder «verjüngt» werden. Das können Hundertausdende von Billiglöhnern* in Afrika machen. Oder man nimmt als Grundmaterial eben alltägliches Schriftgut das sicher von Menschen geschrieben wurde, weil es aus der Vorinternetzeit stammt. Das dürfte der Hintergrund der Buchankauf- und Scanaktion des KI-Unternehmens sein.
Es zeigt sich: Ohne stetige menschliche Arbeitskraft läßt sich die KI nicht am Laufen halten. Das Gerede darüber, KI könne irgendwann dem Menschen über sein, ist genau so ein Schwindel, wie «Pandemie», «Klima» oder «Putin».
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* Ploppa
* Billiglöhner | 387 |
